Hallo Regine,
als Antwort auf deine schönen Liebesgedichte, ein Liebesgedicht von Hoffmann von Fallersleben, daß er 1853 gedichtet hat:
O glücklich wer ein Herz gefunden
19. August 1853
O glücklich, wer ein Herz gefunden
Das nur in Liebe denkt und sinnt
Und mit der Liebe treu verbunden
Sein schön´res Leben erst beginnt
Wo liebend sich zwei Herzen einen
Nur eins zu sein in Freud und Leid
Da muß des Himmels Sonne scheinen
Und heiter lächeln jede Zeit
Die Liebe, nur die Lieb ist Leben
Kannst du dein Herz der Liebe weihn
So hat dir Gott genug gegeben
Heil dir! Die ganze Welt ist dein
Ja, überselig hast du mich gemacht
Der allerlängste Tag, er reicht nicht hin
Und viel zu kurz ist jeder Traum der Nacht
Zu denken, wie ich überselig bin
Ich fühl´s, um dieser Wonne ganz zu leben
Muß Gott mir noch ein zweites Leben geben
Ein schönes Gedicht
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Der August
von Erich Kästner
Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
Wer sät, muss mähen.
Und wer mäht, muss säen.
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.
Stockrosen stehen hinterm Zaun
in ihren alten, brüchigseidnen Trachten.
Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun,
mit Schleiern vorm Gesicht, schaun aus wie Frau'n,
die eine Reise in die Hauptstadt machten.
Wann reisten sie? Bei Tage kaum.
Stets leuchteten sie golden am Stakete.
Wann reisten sie? Vielleicht im Traum?
Nachts, als der Duft vom Lindenbaum
an ihnen abschiedssüß vorüberwehte?
In Büchern liest man groß und breit,
selbst das Unendliche sei nicht unendlich.
Man dreht und wendet Raum und Zeit.
Man ist gescheiter als gescheit, -
das Unverständliche bleibt unverständlich.
Ein Erntewagen schwankt durchs Feld.
Im Garten riecht's nach Minze und Kamille.
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille.
Wie klein ist heut die ganze Welt!
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle ...
Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer
von Erich Kästner
Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
Wer sät, muss mähen.
Und wer mäht, muss säen.
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.
Stockrosen stehen hinterm Zaun
in ihren alten, brüchigseidnen Trachten.
Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun,
mit Schleiern vorm Gesicht, schaun aus wie Frau'n,
die eine Reise in die Hauptstadt machten.
Wann reisten sie? Bei Tage kaum.
Stets leuchteten sie golden am Stakete.
Wann reisten sie? Vielleicht im Traum?
Nachts, als der Duft vom Lindenbaum
an ihnen abschiedssüß vorüberwehte?
In Büchern liest man groß und breit,
selbst das Unendliche sei nicht unendlich.
Man dreht und wendet Raum und Zeit.
Man ist gescheiter als gescheit, -
das Unverständliche bleibt unverständlich.
Ein Erntewagen schwankt durchs Feld.
Im Garten riecht's nach Minze und Kamille.
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille.
Wie klein ist heut die ganze Welt!
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle ...
Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer
Fremd in der Heimat
In der Heimat war ich wieder,
Alles hab ich mir besehn,
Als ein Fremder auf und nieder
Mußt' ich in den Straßen gehn.
Nur im Friedhof fern alleine
Hab' ich manchen Freund erkannt,
Und bei einem Leichensteine
Fühlt' ich eine leise Hand.
Martin Greif (1839 - 1911), eigentlich Hermann Frey, deutscher Bühnenautor und Lyriker
In der Heimat war ich wieder,
Alles hab ich mir besehn,
Als ein Fremder auf und nieder
Mußt' ich in den Straßen gehn.
Nur im Friedhof fern alleine
Hab' ich manchen Freund erkannt,
Und bei einem Leichensteine
Fühlt' ich eine leise Hand.
Martin Greif (1839 - 1911), eigentlich Hermann Frey, deutscher Bühnenautor und Lyriker
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