Hilde Juchum



Hilde Juchum

Hilde Juchum, geb. Giersch

Geboren 1958 in Maldorf, gelebt auch in Frauendorf, Aussiedlung 1990, wohnt in Rohrenfels bei Neuburg an der Donau.





Gedriemt

… end ich geng am Morjendammtchär,
a’ sonjan an de Bongärtbasch,
kliw deer lilabläer Starntchär,
fuer menj Mottär of den Dasch.

Taschen bränjlich-granj gestrëiften Bloddärn
hiepärden se sich erois,
se koppärde sich unenundär,
dann et wår noch frasch därtois.

Kircheschlassål uch Gorlüsen,
Tschurlen hengen uch genöåch,
Polmemitzkär mat den wieche Koppchärn -
heschär wa am Beldchärböåch.

Volchär bläe - wa güet se rajchen - ,
e Strëißken hått ich schnëil gemåcht,
end ich wul se düen ant Wossär …
Ow`r ich ban ze schnëil arwocht.

(Martin Hedrich hat mir ans Herz gelegt, bei unserem letzten Gespräch, wo er sich verabschiedet hat, ich solle doch auch maldorferisch schreiben. Nach einem wunderschönen Traum habe ich das obige Gedicht verfasst und an ihn gedacht.)

(bläe = blau; Morjendammtchär, Morjenzehrcher = Zweiblättriger Blaustern; Kircheschlassål = Küchen- oder Kuhschelle; Gorlüsen = Löwenzahn, Tschurlen = Haselkätzchen; taschen = zwischen)





De Reechnung

Et mess sich munch en Fra fiurwohr
unhieren schiun munch e Gohr,
dott hie die äs, die`t Geld verdaant.
Wot ät mocht, hot hie bliuß geahnt.
„Mer hun en Häos mät Gorten, hiësch gefliëcht,
Urlew - änj door, wo`m flecht de Wiëch;
det Ugedeaßel,” hie dro soot,
„hu mer no der nuester Mod.
Te bäst dehiem, måchst zea de Dirr,
wem gieht et noch si geat wa dir?“
Esi geng et dem Zirrchen, mer spreche: fu Schlott.
Dro måcht ät em ower de Reechnung glått
esi, wa`t sich gehiert
än er Zegt, wo’m ’t Reechnen hot geliehrt:
„En Piutzfra hot de Moindestliuhn,
700 Euro sen dot schiun.
De Keechan hot“, mosst hieren hie,
„nea mehrnarr zwehangdert mih.
Fiur drue Käind de Käindermeed,
reechen, wot da koste wed!
Nemm narr fuif Euro Stangdeliuhn,
5 mål 24 mess te reechne schiun.
Mät 120 bäst te dajlich derba,
dänn tea host de Käind miest a’ schlofa gesahn.
Fiur Gortenoårbet, Rasenmehn,
de Weesch, bäs da wedder äm Koåsten heht,
dean ich beschieden nooch 200 drof.
Te segst, de Reechnung gieht bärjof.
Det Woremhoolden än der Nojcht
hun ich noch nemmel of de Reechnung brojcht.
End wällt te, ich siël dich sonst noch begläcken?
Nå, dron messt te der noch en Nebenjob säcken!
Ower der Härrgott mess sich äst hu gedujcht derba,
wa e dem Adam det Eva gåw zer Fra.
Dänn hat hie net uch eas Frae geschoffen,
weerd ir hegt noch äm Paradies … ower mät Offen.

(In unserer „Literatenrunde Wortwahl“ in Neuburg an der Donau habe ich zum Thema „Frau und Mann“ das obige Gedicht in deutscher Sprache geschrieben und werde immer wieder positiv darauf angesprochen.)



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