Czik-Szt. Domokoser Kupfer-Gewerkschaft

Czik-Szt. Domokoser Kupfer-Gewerkschaft
BrancheBergbau, Kohle und Energie
GesellschaftCzik-Szt. Domokoser Kupfer-Gewerkschaft
WertpapierartBergbau, Kohle und Energie
AusgabeortSchuldverschreibung - 100 Gulden Ö.W. in Silber
Ausgabedatum9.03.1864
DruckereiL.C. Zamarski & C. Dittmarsch in Wien
Abmessungen395 x 255


Das Bergwerk wurde ca.1805 gegründet. Zuerst war es Eigentum des Aerars und ging dann ca. 1824 in den Besitz privater Investoren ( überwiegend ungarische Adlige ) über. Aus der frühen Geschichte des Bergbau-Unternehmens waren leider keine Informationen recherchierbar, so daß dieser Zeitraum noch im Dunkeln liegt und auf seine Wiederentdeckung wartet.

Die ersten konkreten Informationen zu diesem Bergwerk fanden wir in den vom Budapester Franklin-Verein herausgegebenen "Mitteilungen aus dem Jahrbuche der königlichen Ungarischen Geologischen Anstalt", IX. Band, Heft 6 - "Der Bergbau in den Siebenbürgischen Landestheilen". Darin beschreibt ein Herr Weisz den geologischen Aufbau sowie die Ergebnisse der Bemühungen in diesem Bergwerk wie folgt: "...Kupferbergbau wird nur in dem Csik-Szent Domokos-Balaner Berg-werke betrieben. Grundgestein: Chloritschiefer, 3 - 7 m mächtige Gänge, Cupfer-Gehalt 1 - 45 %, Erzzonen in 208 m bis 950 m Tiefe, Erze ohne Antimon, Arsenik, Wismut, d. h. ganz reines Cupfer, Auslaugungsversuche blieben bisher ohne Erfolg...".

Im Jahre 1888 wurden 645 Tonnen Kupfererz im Wert von 34.946 Gulden ö. W. gefördert. 141 Grubenarbeiter waren unter sehr harten Bedingungen, nur mit Hilfe von mechanischen Geräten damit beschäftigt, das Kupfererz aus den Adern herauszuhauen und danach zur Weiterverarbeitung mit den Loren ans Tageslicht zu befördern.

Das Bergwerk wurde 1899 an die Siebenbürgische Kupferbergwerks AG mit Sitz in Balassbánya bzw. Hermannstadt verkauft, da der Erzabbau vermutlich nicht mehr rentabel war. Somit hörte diese Kupfer-Gewerkschaft bereits gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts auf zu existieren.

Das Aktienkapital der 1873 gegründeten Siebenbürgischen Kupferbergwerks AG betrug ursprünglich 270.000 Gulden ö. W., aufgeteilt in 1.350 Aktien á 200 Gulden und wurde 1899 auf 540.000 Kronen, aufgeteilt in 1.350 Aktien à 400 Kronen, erhöht. Im Vorstand dieser Gesellschaft befand sich auch der Kaufmann Wilhelm Nendtwich aus Hermannstadt.

In dem kleinen Exposé " Zum Erwerb von Eisen- und Kohlebergwerken in Siebenbürgen ", erschienen 1899 im Drotleff-Verlag - Hermannstadt, dessen Autor vermutlich Carl Wolff war, wird die damalige Leitung des Kupferbergwerks in Balassbánya nicht gerade mit Lob überschüttet: "...Das Bergwerk kann wohl um 100.000 Gulden ö. W. abgekauft werden, es befindet sich in schwachen Händen, und durch die vor einigen Wochen stattgefundene Eröffnung der Gymeschpaßeisenbahn ( Verbindung zwischen Siebenbürgen und Moldawien ) ist es der neuen Bahnlinie nähergerückt...".

Das hier ausgestellte Exemplar einer Schuldverschreibung dieser Kupfer-Mine ist das älteste Historische Wertpapier dieser Ausstellung und gehörte einst wohl einem der adeligen Kapitalgeber, Baron Vincenz Gerliczy. Die Angabe der Währung lautete "100 Gulden Oest. Währ. in Silber". Die dargestellten Wappen bedeuten ( von links nach rechts ): das alte Kronstädter Stadtwappen, das Wappen der Czik-Szt. Domokoser Kupfer-Gewerkschaft und das Wappen Siebenbürgens.

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Die hier vorgestellten "Nonvaleurs" (Aktien, Schuldverschreibungen, Versicherungspolicen) aus dem Zeitraum 1864 bis 1944 finden Sie sortiert nach Branchen. Die Ausgabeorte der Wertpapiere: Hermannstadt, Kronstadt, Schäßburg, Bistritz, Klausenburg, Heltau, Zeiden, Heldsdorf, Mühlbach, Dees, Busteni, Grosswardein, Budapest, Bukarest, Hamburg

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