Ein schönes Gedicht

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Marius
Erstellt am 24.12.2014, 14:07 Uhr
Weihnachten auf dem Friedhof

von Michael Albert

Wenn tief im Tal erloschen sind
am Weihnachtsbaum die Kerzen
und noch im Traum so manchem Kind
die Freude pocht im Herzen:

Dann tönt voll Ernst, dann tönt voll Macht
vom Berg die Glocke droben,
um in der stillen, heiligen Nacht
den Herrn, den Herrn zu loben.

Sie braust ihr Lied so voll, so tief
auf hoher Friedensstätte,
wo schon so lang, so lange schlief
manch´ Herz im Hügelbette;

Sie braust ihr Lied den Toten dort
in weiter, weiter Runde:
"Auch oben an dem stillen Ort
ist´s Weihnacht", tönt die Kunde.

Ach Weihnacht, Weihnacht ! -
wer ein Kind, ein liebes, dort begraben,
trug Tannenäste, treu gesinnt,
ihm als Erinnerungsgaben.

Er legte sie bei Tage sacht
aufs Bett ihm als Geschenke,
zu zeigen, das er sein gedacht
und seiner fort gedenke.

Und wessen Vater droben ruht,
gedeckt von Schnee und Eise,
und wer die Gattin, lieb und gut
vermist in seinem Kreise:

In ruft der Glocke Weiheklang
ins Reich der Stillen oben;
er fühlt auch seiner Liebe Drang
in ihren Klang verwoben.

Marius
Erstellt am 24.12.2014, 15:10 Uhr
Friedenslied

von Bertolt Brecht

Friede auf unserer Erde!
Friede auf unserem Feld,
daß es auch immer gehöre
dem, der es gut bestellt.

Friede in unserem Lande!
Friede in unserer Stadt,
daß sie den gut behause,
der sie gebauet hat.

Friede in unserem Hause!
Friede im Haus nebenan!
Friede dem friedlichen Nachbarn,
daß Jedes gedeihen kann.


Friede dem Roten Platze
und dem Lincoln-Monument!
Und dem Brandenburger Tore
und der Fahne, die drauf brennt!

Friede den Kindern Koreas
und den Kumpels an Neiße und Ruhr!
Friede den New-Yorker Schoffören,
und den Kulis von Singapore!

Friede den deutschen Bauern
und den Bauern im großen Banat!
Friede den guten Gelehrten
eurer Stadt Leningrad!

Friede der Frau und dem Manne!
Friede dem Greis und dem Kind!
Friede der See und dem Lande!
Daß sie uns günstig sind.

Marius
Erstellt am 19.02.2015, 14:01 Uhr
Des Sängers Fluch

Es stand in alten Zeiten ein Schloß so hoch und hehr,
Weit glänzt´es über die Lande bis an das blaue Meer,
Und rings von duft´gen Gärten ein blütenreicher Kranz,
D´rin sprangen frische Brunnen in Regenbogenglanz.

Dort saß ein stolzer König, an Land und Siegen reich.
Er saß auf seinem Throne so finster und so bleich;
Denn was er sinnt, ist Schrecken, und was er blickt, ist Wut,
Und was er spricht, ist Geißel, und was er schreibt, ist Blut.

Einst zog nach diesem Schlosse ein edles Sängerpaar:
Der ein´in goldnen Locken, der andre grau von Haar;
Der Alte mit der Harfe, der saß auf schmuckem Roß,
Es schritt ihm frisch zur Seite der blühende Genoß.

Der Alte sprach zum Jungen: " Nun sei bereit, mein Sohn!
Denk´unsrer tiefsten Lieder, stimm´an den vollsten Ton,
Nimm alle Kraft zusammen, die Lust und auch den Schmerz;
Es gilt uns heut´zu rühren des Königs steinern Herz."

Schon stehen die beiden Sänger im hohen Säulensaal,
Und auf dem Throne sitzen der König und sein Gemahl;
Der König furchtbar prächtig, wie blut´ger Nordlichtschein,
Die Königin süß und milde, als blickte Vollmond drein.

Da schlug der Greis die Seiten, er schlug sie wundervoll,
Daß reicher, immer reicher der Klang zum Ohre schwoll.
Dann strömte himmlisch helle des Jünglings Stimme vor,
Des Alten Sang dazwischen wie dumpfer Geisterchor.

Sie singen von Lenz und Liebe, von sel´ger goldner Zeit,
Von Freiheit, Männerwürde, von Treu´und Heiligkeit;
Sie singen von allem Süßen, was Menschenbrust durchbebt,
Sie singen von allem Hohen, was Menschenherz erhebt.

Die Höflingsschar im Kreise verlernet jeden Spott,
Des Königs trotz´ge Krieger, sie beugen sich vor Gott,
Die Königin, zerflossen in Wehmut und in Lust,
Sie wirft den Sängern nieder die Rose von ihrer Brust.

"Ihr habt mein Volk verführet, verlockt ihr nun mein Weib?"
Der König schreit es wütend, er bebt am ganzen Leib.
Er wirft sein Schwert, das blitzend des Jünglings Brust durchdringt,
Draus, statt der goldnen Lieder , ein Blutstrahl hoch aufspringt.

Und wie von Sturm zerstoben ist all´der Hörer Schwarm;
Der Jüngling hat verröchelt in seines Meisters Arm,
Der schlägt um ihn den Mantel und setzt ihn auf das Roß,
Er bind´t ihn aufrecht feste, verlässt mit ihm das Schloß.

Doch vor dem hohen Tore, da hält der Sängergreis,
Da faßt er seine Harfe, sie, aller Harfen Preis,
An einer Marmorsäule, da hat er sie zerschellt,
Dann ruft er, daß es schaurig durch Schloß und Gärten gellt:

"Weh´euch ihr stolzen Hallen! Nie töne süßer Klang
Durch eure Räume wieder, nie Saite noch Gesang,
Nein, Seufzer nur und Stöhnen und scheuer Sklavenschritt,
Bis euch zu Schutt und Moder der Rachegeist zertritt!

"Weh´euch ihr duft´gen Gärten im holden Maienlicht!
Euch zeig ich dieses Toten entstelltes Angesicht,
Daß ihr darob verdorret, daß jeder Quell verseicht,
Daß ihr in künft´gen Tagen versteint, verödet liegt.

"Weh´dir verruchter Mörder! du Fluch des Sängertums!
Umsonst sei all´dein Ringen nach Kränzen blut´gen Ruhms;
Dein Name sei vergessen, in ew´ge Nacht getaucht,
Sei, wie ein letztes Röcheln, in leere Luft verhaucht!"

Der Alte hat´s gerufen, der Himmel hat´s gehört;
Die Mauern liegen nieder, die Hallen sind zerstört,
Noch eine hohe Säule zeugt von verschwind´ner Pracht,
Auch diese, schon geborsten, kann stürzen über Nacht.

Und rings, statt ruft´ger Gärten, ein ödes Heideland:
Kein Baum verstreuet Schatten, kein Quell durchdringt den Sand;
Des Königs Namen meldet kein Lied, kein Heldenbuch:
Versunken und vergessen! - das ist des Sängers Fluch.

Ludwig Uhland ( 1787 - 1862 )

glamour
Erstellt am 01.04.2015, 22:47 Uhr
Alle male ein schönes Gedicht

S.Roth
Erstellt am 03.04.2015, 14:24 Uhr

Osterspaziergang


Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,

Im Tale grünet Hoffnungsglück;

Der alte Winter, in seiner Schwäche,

Zog sich in raue Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur

Ohnmächtige Schauer körnigen Eises

In Streifen über die grünende Flur.

Aber die Sonne duldet kein Weißes,

Überall regt sich Bildung und Streben,

Alles will sie mit Farben beleben;

Doch an Blumen fehlt's im Revier,

Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen

Nach der Stadt zurück zu sehen!

Aus dem hohlen finstern Tor

Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder sonnt sich heute so gern.

Sie feiern die Auferstehung des Herrn,

Denn sie sind selber auferstanden:

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,

Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,

Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,

Aus der Straßen quetschender Enge,

Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht

Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh! wie behänd sich die Menge

Durch die Gärten und Felder zerschlägt,

Wie der Fluss in Breit und Länge

So manchen lustigen Nachen bewegt,

Und, bis zum Sinken überladen,

Entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges fernen Pfaden

Blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfs Getümmel,

Hier ist des Volkes wahrer Himmel,

Zufrieden jauchzet groß und klein:

Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!

(Johann Wolfgang von Goethe,in “Faust”)

Marius
Erstellt am 09.07.2015, 09:03 Uhr
Der Erlkönig

Johann Wolfgang von Goethe

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -

"Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand."

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. -

"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -

"Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt."
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -

Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

1778

Marius
Erstellt am 09.07.2015, 18:59 Uhr
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Der Rubel auf Reisen


1833.

Der Rubel reist im deutschen Land,
Der frommen Leuten frommt,
Und jeder öffnet schnell die Hand,
Sobald der Rubel kommt.

Ihn speichert selbst der Pietist,
Und gibt den Armen mehr:
Seit außer Kurs die Tugend ist,
Kursiert der Rubel sehr.

Der Tugend wird bloß Ruhm zuteil,
Es ist ein hohler Schall;
Doch wem die Welt um Rubel feil,
Dem klingt ein rein Metall!

Da wird die Nacht gescholten Tag,
Der Teufel wird so gut!
Was nicht ein heller Klang vermag,
Was nicht ein Rubel tut!

Des Nordens Sternbild wird bekränzt
Vom Sängerchor des Teut:
Es ist der Rubel, der so Glänzt,
Der so das Aug erfreut!

Wohl ist er ein an jedem Strand
Süßangegrinster Gast:
Verkaufe nur dein Vaterland,
Wofern du eines hast!

Doch ist dir auch, welch eine Kraft
Du töten sollst, bewußt?
Gymnastik ist's und Wissenschaft,
Die du verleumden mußt.

Es wird, und sind nur diese Zwo
Zum Land gepeitscht hinaus,
Mit Rubeln ach, mit Rubeln oh,
Gepflastert jedes Haus.

Und sind verjagt nur diese Zwei,
Dann herrscht Tyrann und Pfaff,
Und jede Nerve wird wie Brei,
Und jede Sehne schlaff.

Der Rubel klirrt, der Rubel fällt,
Was ist der Mensch? Ein Schuft!
Und wenn die Welt dir nicht gefällt,
So steig in deine Gruft!

Erst gab's nur Einen Kotzebue,
Jetzt gibt's ein ganzes Schock;
Und schüttelst du das Haupt dazu,
So leg es auf den Block!

Der Teufel siegt, der Gott verliert,
Der blanke Rubel reist:
So ward von je die Welt regiert,
So lang die Sonne kreist.

August von Platen, 1796-1835

Marius
Erstellt am 16.08.2015, 08:49 Uhr
Rainer Maria Rilke

Herbsttag


Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachsen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Marius
Erstellt am 11.01.2016, 15:58 Uhr
Blühende Landschaften

Auf dem blauen Industriegebäudedach,
sitzt ein Rabe und macht krach.
Einst waren viele Menschen dort,
doch Konjunktur nahm sie mit fort.
Blühende Landschaften nehmen jetzt überhand,
seit der Investor mit der Kohle verschwand.

Jörg Schwedler




Marius
Erstellt am 20.02.2016, 18:37 Uhr

Repser Burg
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Die Repser Burg

Aus Gartengrün und Ährengarben
in hoher,trotziger Gestalt
erhebt der Berg,gefurcht mit Narben,
die Felsenstirne von Basalt.

Drauf ruht,dereinst dem Feind zum Hohne,
und blickt ins Land so kühn,so weit
die turmgeschmückte Mauerkrone,
Burgtrümmer aus vergang‘ner Zeit.

Es liegt ein traurig tiefes Schweigen
hier ums verwitterte Gestein;
nur dunkle Wolkenschatten steigen
hoch über Wall und Turm herein.

Wie Geister aus den Heldentagen
ziehn riesengroß sie ein und aus,
wo pfeilgetroffen,schwertgeschlagen,
der Feind gestürzt im Sturmgebraus.

Jetzt tobt hier um die Felsenspitzen
der Wind nur statt der lauten Schlacht
und jagt aus tiefen Mauerritzen
den flücht‘gen Vogel in die Nacht.

O Felsenburg, mit ernstem Mahnen
zeigst du in die Vergangenheit,
ein Grabesdenkmal unsrer Ahnen-
doch sei kein Bild der künft‘gen Zeit!

Weh,wenn wir diesen Mauern gleichen,
so trüb erhellt vom Abendschein,
ein öder Bau voll Trümmerleichen,
ein still zerfallendes Gestein!

Dann steig aus deiner Felsenhalle,
o Burggeist,auf in wildem Zorn,
und stoße du zu weitem Schalle
den Weckruf in dein Geisterhorn:

Daß denen,die im Tale schlafen,
Entsetzen das Gebein erfüllt.
Dann zeige du, das Volk zu strafen,
in seinen Burgen ihm sein Bild!

Michael Albert (*1836 in Trappold, †1893 in Schäßburg

Marius
Erstellt am 20.03.2016, 19:06 Uhr
Frieder Schuller: rothbach zur neige


ein kirchturm hatte keine lust mehr
der größte im dorf zu sein
hatte genug gesehen
war müde vom geradestehen
so ging er in die knie
ging in sich vor dem Straßenlärm
und stürzte aufs kirchendach
das wie ein altes segel zerriss
unter dem das gebälk sich erbrach
und die turmuhr ihre letzte stunde
unten im kirchenschiff zerschlug
doch der glocken angstschrei
im geröll verstummte


zersprungen zerbrochen zerfleddert
geistern fetzen von chorälen über die ruinen
schleichen aus dem holz
und zinn und blei und kupfer
aus den im schutt vebeulten Orgelpfeifen
huschen töne voller erinnerung
an orgelklänge die einmal auf der empore
ein wegweiser für das gemeindelied waren


der abendwind nimmt sich
des trümmerhaufens an
und tritt den blasebalg auf seine weise
erzählt was alle wissen möchten
aber immer nur erahnen
eine verbogene Orgelpfeife
stellt ihr liebeslied ins netz
hier stand die Kirchenburg
und die sie nicht verlassen wollten
zogen weiter

Wittl
Erstellt am 26.05.2017, 17:43 Uhr
ruf zurück die vögel
sie werden nicht mehr berichten
vom lehm und unseren gewesenen stunden
das meer ist eingepackt
und die sonne ausgezählt
beides kann man kaufen
hier
wo man alles kaufen kann
bis auf den staub unserer gassen
(SAID)

getkiss
Erstellt am 26.05.2017, 18:43 Uhr
den Staub eurer Gassen,
vermisst ihr umsonst,
weil andere Menschen genießen
die Sonne die über Euch schien.
Die dreht sich noch immer
im selben Reigen wie damals,
die macht sich nichts draus
ob Ihr da seid oder in Ferne.
Die Gefühle von damals
könnt ihr nicht kaufen
aber eine Heiterkeit
des einfachen sorglosen Lebens
soll euch gegönnt sein.
Dazu braucht ihr kein Geld
nur ein gutes Gemüt...

Marius
Erstellt am 08.08.2017, 17:20 Uhr
Der Birnenbaum

von Michael Albert

Von einem alten Birnenbaum
berichtet uns die Sage
er steht allein in Feldes Raum
ein Denkbild alter Tage.

Ihn pflanzten unsere Väter noch
wie sie ins Land gezogen
dann war der Baum so stark und hoch
der Wipfel breit gebogen.

Berührte Ihn des Lenzes Hauch
hat er sein Laub getrieben
und kam der Herbst so ist er auch
nie ohne Frucht geblieben.

Und seine Frucht war süß und gut
so alt der Baum geworden
so oft ihn auch des Sturmes Wut
berauscht von Süd und Norden.

Sie haben oft den Feuer´s Brand
an seinen Stamm gehalten
sie nahmen oft die Axt zur Hand
den Baum entzwei zu spalten.

Umsonst! Er stand doch frisch belaubt
beschattete die Heide
und wenn sie seine Frucht geraubt
trug andere er mit Freuden.

Ob mancher Zweig noch heut verdirbt
er treibt stets neue Glieder
Für wen der Baum von innen stirbt
dann grünt er nimmer wieder.

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