Ein schönes Gedicht

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Haiduc
Erstellt am 22.01.2014, 17:37 Uhr
Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
sie war, als ob sie bluten könnte, rot;
da sprach ich schauend im Vorübergehn:
so weit im Leben ist zu nah am Tod!

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
nur leise strich ein weißer Schmetterling,
doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
bewegte, sie empfand es und verging.

(Christian Friedrich Hebbel)

Slash
Erstellt am 22.01.2014, 17:49 Uhr und am 22.01.2014, 17:50 Uhr geändert.
Hinter dem Kastanienbaum

Der Winter kam - zog aus das Kleid
Den Busch und Bäumen weit und breit -
Da, hinter dem Kastanienbaum,
Erwachte mir ein schöner Traum.

Du wunderholdes Mägdelein!
Wie gerne möcht' ich bei dir sein!
Ich schau zu dir, und du zu mir
Durch das entlaubte Zweiggewirr.

Das war so schön in Winterszeit. -
Nun wird es Frühling weit und breit,
Nun wacht auch der Kastanienbaum
Aus seinem langen Wintertraum.

Nun sprengt er seiner Knospen Thor
Und streckt die grünen Finger vor,
Steht breit und rund auf seinem Platz
Und ach, verdeckt mir meinen Schatz!

Nun, zu der Liebe schönster Zeit -
Macht sich der dumme Baum so breit -
Ja, wär' im Garten die Laube nicht,
Wär's 'ne verdriessliche Geschicht'! -

Heinrich Seidel

S.Roth
Erstellt am 03.02.2014, 13:17 Uhr
Der Blusenkauf

Wenn Frau'n was kaufen, geht das flink,
ich weiß, wie's meinem Freund erging,
der, jung vermählt, wollt in der Früh
mal ins Büro, da sagte sie:
"Lass mich ein Stückchen mit dir gehen" -
dann blieb sie vor 'nem Laden stehn.
"Komm, gib mir's Geld - bin gleich zurück,
es dauert nur 'nen Augenblick.
Bleib draußen", sprach Frau Suse,
"ich kauf mir bloß 'ne Bluse."

Nun geht sie rein - "Einen Augenblick".
Ihr Mann, sehr heiter, bleibt zurück. -
Er freut sich - 's Wetter ist sehr schön,
sieht Kinder, die zur Schule gehn. -
Und sie sagt drinnen zur Mamsell:
"Eine blaue Bluse, aber schnell!"
Nun schleppt man alle blauen rein,
und nach 'ner Stunde sagt sie: "Nein,
ich finde keine nette,
ich möchte 'ne violette."

Nun packt man violette aus.
Ihr Mann, geduldig, steht vorm Haus,
denkt: "Ziemlich lange währt so'n Kauf",
geht auf und ab - und ab und auf -
und sie sagt drinnen: "Das ist nett!
Wie kam ich nur auf violett?
Da fällt mir ein, Frau Doktor Schmidt
geht immer mit der Mode mit -
und die trägt jetzt 'ne gelbe.
Ach, geb'n Sie mir dieselbe."

Nun packt man alle gelben aus.
Ihr Mann wird hungrig vor dem Haus.
Der Mittag naht - die Sonne sticht,
die Kinder kommen vom Unterricht. -
Und sie sucht drin und sagt alsdann:
Was geht Frau Doktor Schmidt mich an!
Wie kam ich auf 'ne gelbe nur?
Es wird ja Frühling, die Natur
zeigt frohe Hoffnungsmiene,
ach, geb'n Sie mir 'ne grüne."

Nun packt man alle grünen aus.
Ihr Mann wird matt und seufzt vorm Haus:
"Gern kauft' ich 'ne Zigarre mir,
jedoch das Geld, das ist bei ihr -"
Und sie sagt drin: "Beim Sonnenschein,
da wird das Grün zu dunkel sein." -
Da schaut er rein. "Mein Portemonnaie."
Sie sagt: "Einen Augenblick noch. Geh!
Ich bin ja gleich zur Stelle. -
Ach, geb'n Sie mir 'ne helle."

Nun packt man alls die hellen aus.
Da gibt's ein Ungewitter drauß:
Es regnet bis zum Abendbrot -
und sie sagt drinnen zur Mamsell:
"So'n Wetter heut - und dazu hell?
Und überhaupt, wir haben bald
April, da wird's oft nass und kalt,
dann bin ich die Blamierte.
Ach, geb'n Se 'ne karierte."

Nun packt man die karierten aus -
und er stöhnt, frei nach Goethe, drauß:
"Was ewig weiblich, zieht uns an.
Das Weib, das zieht sich ewig an." -
Und sie probt drin und sagt entsetzt:
"Was - Nummer vierundvierzig jetzt?
Nicht zweiundvierzig, schlank und schick?
Dann nichts Kariertes - das macht dick",
ihr Blick zur Taille schweifte.
"Dann geb'n Sie 'ne gestreifte."

Nun packt man die gestreiften aus.
Ihr Mann, der wankt und röchelt drauß:
"Ein Augenblick!" Das war ihr Wort! -
Dann fällt er um - man trägt ihn fort. -
Da kommt sie mit 'ner roten raus.
"Hier bin ich schon", ruft froh sie aus -
und schreit: "Mein Mann!! Mein einz'ges Glück!
Gott, ist er tot? - Ein Augenblick!"
Und in den Laden starrt se:
"Dann geb'n Sie mir 'ne schwarze."

(Otto Reutter)

S.Roth
Erstellt am 17.02.2014, 14:02 Uhr
Schneeglöckchen

Schneeglöckchen, ei, bist du schon da?
Ist denn der Frühling schon so nah?
Wer lockte dich hervor ans Licht?
Trau doch dem Sonnenscheine nicht!
Wohl gut er's eben heute meint,
Wer weiss, ob er dir morgen scheint?
"Ich warte nicht, bis alles grün;
Wenn meine Zeit ist, muss ich blühn."
(Hugo von Hofmannsthal)


Haiduc
Erstellt am 17.02.2014, 21:48 Uhr
Jahreszeiten

Ich mag die beiden gern am Dahlienbeet in ihrem Garten,
Im herbstlichen Nachmittagslicht die Blumen hegen seh‘n.
Wie sie bedächtig arbeitend die Dämmerung erwarten,
Die Schürze überm Arm, wenn‘s kühl wird, in die Stube geh‘n.
Bald dringt ein Lichtschein durch die Zweige, die im Herbstwind schwanken,
So friedlich, wie Erntefeuer, in der Nacht hinaus.
Ich ahn‘ sie beieinandersitzen, seh‘ sie in Gedanken,
Die beiden alten Leute in dem stillen Haus.
Die Jahreszeiten eines Lebens haben die zwei vorübergehen seh‘n.
Die Zeit zu säen, die Zeit zu ernten,
Ohne die Zeit, sich auch nur einmal umzudreh‘n.

Die Zeit hat ihre Schritte nun langsamer werden lassen,
Und ihre Gesten zögernd, beinah‘ unsicher und schwach,
Wenn sie einander stützen und sich helfend unterfassen,
Ihr Gang mag müd‘ geworden sein,
Ihr Blick ist doch hellwach
Und immer voller Zärtlichkeit für einander geblieben
Und mehr denn je ein Weg, einander wortlos zu versteh‘n.
Ich glaub‘, die Zeit läßt Menschen, die einander so lang‘ lieben,
So ähnlich fühlen, daß sie einander ähnlich seh‘n.
Die Jahreszeiten eines Lebens haben die beiden zusammen erlebt.
So haben sich längst die Schicksalsfäden
Der beiden zu einem einzigen Band verwebt.

Es sind die Sorgen und die Freuden vergangener Jahre,
Geschichten, die man in ihren Gesichtern lesen kann.
Manch‘ Kummer und manch‘ Ärger sorgten für die weißen Haare,
Und ganz gewiß‘ hatten wir Kinder unsren Teil daran.
Die Kinder sind nun auch schon lange aus dem Haus gegangen,
Haben mit ihren Kindern alle Hände voll zu tun.

Die beiden steh‘n allein, so hat es einmal angefangen,
Hier hat ihr Leben sich erfüllt, hier schließt der Kreis sich nun.
Die Jahreszeiten eines Lebens sah‘n manchen Wunsch in Erfüllung geh‘n.
Nun bleibt der sehnlichste wohl von allen:
Die Zeit des Rauhreifs miteinander noch zu seh‘n.

(Reinhard Mey - Jahrszeiten eines Lebens)

Haiduc
Erstellt am 24.02.2014, 13:14 Uhr
Buch und Rose

Ein altes Buch in pergamentnem Band,
Jahrhunderte vielleicht nicht aufgeschlagen -
weil fremd sein Wort erklingt aus fremdem Land,
und alte Dichter Wenigen behagen -
ein altes Buch fiel jüngst mir in die Hände,
und wie ich träumend seine Blätter wende,
und Moderstäubchen wirbelnd mich umfliegen,
seh' staunend ich in seinem Schoß verdorrt,
doch Lenzesduft noch hauchend fort und fort,
verblichen, farblos eine Rose liegen.

Wo blühte sie? - Vielleicht am Ebrostrand? -
Denn dorther stammen Dichter, Buch und Lieder -
vielleicht einst von Alhambra's Marmorwand
hing duftend sie an schwankem Zweige nieder?
Und wer sie brach? War's eine Frauenhand,
die flüchtend sie in dies Asyl geborgen?
Empfing ein Ritter sie als Liebespfand
am Abend, und vergaß sie hier am Morgen?
Schloß Absicht, Zufall sie in diesen Band,
ein stummer Gruß, den Liebe gab und fand,
ein Zeichen nur für eine Musterstelle?
Wer weiß es? - Riß des Zeitenstromes Welle
doch alle fort in rascher dunkler Flut,
die einst sie pflückend sich an ihr erfreuten,
die hier sie wahrten, oder hier verstreuten;
nur sie in ihres Dichters treuer Hut,
nur sie, ob auch vertrocknet und verdorrt,
sie duftet Lenzeshauch noch fort und fort!

Ich aber sah auf Buch und Rose nieder,
und Tränen netzten mir die Augenlider,
und deine Züge stiegen klar und rein
vor mir empor in hellem Strahlenschein,
und diese Worte hallten in mir wieder:
"Hüll' Nacht und Dunkel meinen Namen ein!
Sie legte in die Blätter meines Lebens,
in dieses Buch verlernen eitlen Strebens,
der Liebe frische Rose mir hinein!
Bedecke Staub fortan den armen Band,
und lieg' er unberührt, unaufgeschlagen,
und flieh' der Lenz mit seinen Sonnentagen,
der Sie und mich einst frisch und glücklich fand,
wie Traum dahin im Schwall der Zeitenflut,
es blüht in ihres Dichters treuer Hut
die Rose doch; es haucht ein Tag, ein Wort
mir Lenzesduft durchs ganze Leben fort."

(Friedrich Halm)

S.Roth
Erstellt am 24.02.2014, 19:31 Uhr
Vorfrühling

Wir standen heute still am Zaun von einem fremden Garten,
Sah`n hin und sah`n das Wintergras am Teich auf Sonne warten.
Im Wasser lag verjährtes Laub gleichwie auf Glas,
Am Ufer saß ein Büschel Veilchen jung erblüht im gelben Gras,
Und frisches Lilienkraut wuchs grün bei Tuffsteinblöcken,
Am Himmel oben gingen Wolken jugendlich in weißen Röcken.
Wie wenig Welt tut schon den Augen gut!
Nur ein paar Atemzüge lang hat`s Herz dort ausgeruht,
Nur ein paar Augenblicke tat es säumen...
Wir sind doch alle in den weiten Lebensräumen
Zaungäste nur bei Wünschen und bei Träumen.

Max Dauthendey (1867 - 1918)

Haiduc
Erstellt am 23.03.2014, 19:20 Uhr
Die Theiß

Eines Sommerabends stand ich lange
an der Theiß, da, wo wie eine Schlange
sie sich windet und die Túr empfängt,
die sich wie ein Kind zur Mutter drängt.

Zwischen seinen lockren Uferrändern
sah ich zahm und glatt den Strom hinschlendern,
so als wollt er, daß der Sonne Gold
ungestört sich in ihm baden sollt.

Auf dem blanken Spiegel sah ich schimmern,
tänzelnd ihre roten Strahlen flimmern,
wie mit winzigen Sporen, silberfein
klirrend, gleich als ob es Feen sein.

Gelber Sand vor mir das Ufer deckte,
das sich wie ein Teppich weit erstreckte
bis zum Feld, wo Grummet lag gemäht,
wie im Buch die Zeilenfolge steht.

Jenseits von der Wiese sah man dunkeln
schon den Hochwald, doch die Kronen funkeln
purpurn in der Abendröte Glut,
so als göß er brennend aus sein Blut.

Haselsträucher, Ginsterbüsche streute
die Natur entlang der andern Seite,
und hindurch, von ihrem Grün umsäumt,
lugte eines Kirchleins Turm verträumt.

Süß mich in Erinnerung zu wiegen,
sah ich Rosenwölkchen drüber fliegen
und wie sinnend in der Ferne stehn
nebelgrau die Marmaroscher Höhn.

Selten pfiff ein Vogel zaghaft leise,
fern nur sang ein Mühlrad seine Weise,
säuselnd wie des Mückenspiels Gesumm.
Feierlicher Friede war ringsum.

Drüben sah ein Bauernweib ich kommen.
Als sie Wasser mit dem Krug genommen,
warf sie prüfend einen Blick auf mich,
wie verwundert und entfernte sich.

Seltsam mußte ich ihr wohl erscheinen,
denn wie angewurzelt mit den Beinen
stand ich stumm und reglos, wie entrückt,
von dem Zauber der Natur beglückt.

Groß bist du, Natur, du wunderreiche,
meiner Sprache fehlen die Vergleiche,
dich zu schildern, deine Schönheit zeigst
du so anmutsvoll nur, wenn du schweigst.

Spät erst kam ich an bei den Gefährten.
Nach der Obstmahlzeit, die wir verzehrten,
haben plaudernd wir die halbe Nacht
dann beim Reisigfeuer noch durchwacht.

"Schmäht mir nicht die Theiß!" sprach ich zu ihnen.
"Zahm und friedlich ist sie mir erschienen,
als ich heut an ihrem Ufer stand.
Sanfter fließt kein Fluß in unsrem Land!"

Doch wie schrak ich auf nach ein paar Tagen!
Plötzlich fingen an Alarm zu schlagen
aufgeregt die Glocken ringsumher.
Und schon wogte Wasser wie ein Meer,

hatte schon die Dämme übersprungen,
war schon übers Feld ins Dorf gedrungen!
Rasend kam die Theißflut angerollt,
als ob sie die Welt verschlingen wollt!

Sándor Petőfi
(* 1. Januar 1823 in Kiskőrös; † 31. Juli 1849 bei Sighișoara)

Marius
Erstellt am 03.04.2014, 14:22 Uhr
An meine Landsleute

Ihr, die ihr überlebtet in gestorbenen Städten
Habt doch nun endlich mit euch selbst Erbarmen!
Zieht nun in neue Kriege nicht, ihr Armen
Als ob die alten nicht gelanget hätten:
Ich bitt euch, habet mit euch selbst Erbarmen!

Ihr Männer, greift zur Kelle, nicht zum Messer!
Ihr säßet unter Dächern schließlich jetzt
Hättet ihr auf das Messer nicht gesetzt
Und unter Dächern sitzt es sich doch besser.
Ich bitt euch, greift zur Kelle, nicht zum Messer!

Ihr Kinder, daß sie euch mit Krieg verschonen
Müßt ihr um Einsicht eure Eltern bitten.
Sagt laut, ihr wollt nicht in Ruinen wohnen
Und nicht das leiden, was sie selber litten:
Ihr Kinder, dass sie euch mit Krieg verschonen!

Ihr Mütter, da es euch anheimgegeben
Den Krieg zu dulden oder nicht zu dulden
Ich bitt euch, lasset eure Kinder leben!
Daß sie euch die Geburt und nicht den Tod dann schulden
Ihr Mütter, lasset eure Kinder leben!

Bertolt Brecht

S.Roth
Erstellt am 02.06.2014, 16:29 Uhr
Wie freu' ich mich der Sommerwonne!


Wie freu' ich mich der Sommerwonne,
Des frischen Grüns in Feld und Wald,
Wenn's lebt und webt im Glanz der Sonne
Und wenn's von allen Zweigen schallt!

Ich möchte jedes Blümchen fragen:
Hast du nicht einen Gruß für mich?
Ich möchte jedem Vogel sagen:
Sing, Vöglein, sing und freue dich!

Die Welt ist mein, ich fühl es wieder:
Wer wollte sich nicht ihrer freu'n,
Wenn er durch frohe Frühlingslieder
Sich seine Jugend kann erneu'n?

Kein Sehnen zieht mich in die Ferne,
Kein Hoffen lohnet mich mit Schmerz;
Da wo ich bin, da bin ich gerne,
Denn meine Heimat ist mein Herz.

S.Roth
Erstellt am 02.06.2014, 19:42 Uhr
o.Gedicht schrieb
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(1798 - 1874)

lucky_271065
Erstellt am 06.09.2014, 20:19 Uhr
Simetrie

de Marin Sorescu

Mergeam aşa,
Când deodată în faţa mea,
S-au desfăcut doua drumuri :
Unul la dreapta,
Şi altul la stânga,
După toate regulile simetriei.

Am stat,
Am făcut ochii mici,
Mi-am ţuguiat buzele,
Am tuşit,
Şi-am luat-o pe cel din dreapta
(Exact cel care nu trebuia,
După cum s-a dovedit după aceea).

Am mers pe el cum am mers,
De prisos să mai dau amănunte.
Şi după aceea în faţa mea s-au căscat două
Prăpăstii :
Una la dreapta
Alta la stanga.
M-am aruncat în cea din stânga,
Fără măcar să clipesc, fără măcar să-mi fac vânt,
Grămada cu mine în cea din stânga,
Care, vai, nu era cea căptuşită cu puf!
Târâş, m-am urnit mai departe.
M-am târât ce m-am târât,
Şi deodată în faţa mea
S-au deschis larg două drumuri.
"V-arăt eu vouă !" - mi-am zis -
Şi-am apucat-o tot pe cel din stânga,
În vrăjmăşie.
Greşit, foarte greşit, cel din dreapta era
Adevăratul, adevăratul, marele drum, cică.
Şi la prima răscruce
M-am dăruit cu toata fiinţa
Celui din dreapta. Tot aşa,
Celălalt trebuia acum, celălalt...
Acum merindea îmi e pe sfârşite,
Toiagul din mână mi-a-mbătrânit,
Nu mai dau din el muguri,
Să stau la umbra lor
Când m-apucă disperarea.
Ciolanele mi s-au tocit de pietre,
Scârţâie şi mârâie împotrivă-mi,
C-am ţinut-o tot într-o greşeala...

Şi iată în faţa mea iar se cască
Două ceruri :
Unul în dreapta.
Altul la stânga.

gehage
Erstellt am 06.09.2014, 21:02 Uhr
der "verbleschte" rumänische staatsbürger, der zufällig auch ein bisschen deutsch kann, gibt sich wieder mal die "ehre"...

nichts für ungut...

Marius
Erstellt am 07.09.2014, 14:50 Uhr
Simetrie

de Marin Sorescu

Mergeam aşa,
Când deodată în faţa mea,
S-au desfăcut doua drumuri :
Unul la dreapta,
Şi altul la stânga,
După toate regulile simetriei.

Am stat,
Am făcut ochii mici,
Mi-am ţuguiat buzele,
Am tuşit,
Şi-am luat-o pe cel din dreapta
(Exact cel care nu trebuia,
După cum s-a dovedit după aceea).

Am mers pe el cum am mers,
De prisos să mai dau amănunte.
Şi după aceea în faţa mea s-au căscat două
Prăpăstii :
Una la dreapta
Alta la stanga.
M-am aruncat în cea din stânga,
Fără măcar să clipesc, fără măcar să-mi fac vânt,
Grămada cu mine în cea din stânga,
Care, vai, nu era cea căptuşită cu puf!
Târâş, m-am urnit mai departe.
M-am târât ce m-am târât,
Şi deodată în faţa mea
S-au deschis larg două drumuri.
"V-arăt eu vouă !" - mi-am zis -
Şi-am apucat-o tot pe cel din stânga,
În vrăjmăşie.
Greşit, foarte greşit, cel din dreapta era
Adevăratul, adevăratul, marele drum, cică.
Şi la prima răscruce
M-am dăruit cu toata fiinţa
Celui din dreapta. Tot aşa,
Celălalt trebuia acum, celălalt...
Acum merindea îmi e pe sfârşite,
Toiagul din mână mi-a-mbătrânit,
Nu mai dau din el muguri,
Să stau la umbra lor
Când m-apucă disperarea.
Ciolanele mi s-au tocit de pietre,
Scârţâie şi mârâie împotrivă-mi,
C-am ţinut-o tot într-o greşeala...

Şi iată în faţa mea iar se cască
Două ceruri :
Unul în dreapta.
Altul la stânga.


Google übersetzer

Marius
Erstellt am 12.09.2014, 13:12 Uhr
Heimat

Anna Depenbusch

Meine Heimat und ich
sind wie Schatten und Licht
eng verbunden
Meine Heimat und ich
sind verwandt für den Rest
dieser Zeit
Ich hab sie so oft verflucht
zu leugnen versucht
gemieden immer mehr
jedes Mal fehlt sie mir
weil ich hier her gehör
ob ich will oder nicht
weil ich hier her gehör
ja ich hab keine Wahl
denn sie hat mich
ganz egal wo ich bin
Meine Heimat ertränkt
ihre Sorgen im ständigen
Fernweh
Meine Heimat hat Narben
so tief für den Rest
dieser Zeit
ich hab sie nie so gesehn
sie ist wunderschön
es hat mich immer ins Weite getrieben
ich bin ihr jedesmal treu geblieben
weil ich hier her gehör
ob ich will oder nicht
weil ich hier her gehör
ich hab keine Wahl
denn sie hat mich
ganz egal wo ich bin
ich hab keine Wahl
sie hat mich
ganz und gar

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