Tierwohl
Kommt ein kleiner Barsch zu einem ausgewachsenen Altfisch herangecrawlt, der von Schwermut befangen unter einem Haufen Seetang gekauert lag und kläglich dreinsah.
“Hallo, Opa!“, grüßte der Kleine freundlich. „Warum bist du so traurig?“ Der Barsch blickte ihn aus seinen ausdruckslosen Fischaugen ungerührt an, und klagte:
“Seitdem ich zufällig zugesehen hab, wie einer von diesen gemeinen Anglern, unsren Todfeinden, einen Wurm ohne Betäubung auf den Angelhaken gespießt hat, krieg ich keinen Wurm mehr herunter!“
“Ja, aber was frisst du denn dann?“, fragte das arglose Bärschlein.
Dies war leider seine letzte Frage.
Gut und Böse auf der Welt
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Dialog
„Hast du schon gehört – Paula und Jonny haben sich getrennt!“
„Oh – aber hatten sie zu ihrer Partnerschaft denn nicht ein Abkommen getroffen?“
„Ja, schon - aber sie sind übereingekommen, davon abzukommen, weil diese längst überkommen sei, und weil sie miteinander nicht mehr auskommen!“
„Und ein erneutes aufeinander Zukommen wäre wohl – nicht möglich?“
“Nein – das wäre für beide unwillkommen!“
„Hast du schon gehört – Paula und Jonny haben sich getrennt!“
„Oh – aber hatten sie zu ihrer Partnerschaft denn nicht ein Abkommen getroffen?“
„Ja, schon - aber sie sind übereingekommen, davon abzukommen, weil diese längst überkommen sei, und weil sie miteinander nicht mehr auskommen!“
„Und ein erneutes aufeinander Zukommen wäre wohl – nicht möglich?“
“Nein – das wäre für beide unwillkommen!“
Fliege-in-der-Suppe
Kleine Tetralogie in Limericks
„Herr Ober“, beschwert sich Kaluppe,
„eine Fliege schwimmt in der Suppe!“
Der Ober sodann:
„Ein Glück, dass sie‘s kann,
sonst bräuchte sie eine Schaluppe!“
„Herr Ober“, beschwert sich Paul Runken,
„eine Fliege schwimmt in der Tunken!“
Der Ober pariert:
„Dann sind garantiert
die andern bereits ertrunken!“
„Herr Ober“, beschwert sich Fritz Klein,
„eine Fliege schwimmt in dem Wein!“
Der Ober erklärt:
„Die kommt ins Dessert
zur Ausnüchterung hinein!“
„Herr Ober“, beschwert sich Max Keller,
„eine Fliege krabbelt im Teller!“
Der Ober, erschreckt:
„Das blöde Insekt -
mit Kraulen gehts doch viel schneller!“
Kleine Tetralogie in Limericks
„Herr Ober“, beschwert sich Kaluppe,
„eine Fliege schwimmt in der Suppe!“
Der Ober sodann:
„Ein Glück, dass sie‘s kann,
sonst bräuchte sie eine Schaluppe!“
„Herr Ober“, beschwert sich Paul Runken,
„eine Fliege schwimmt in der Tunken!“
Der Ober pariert:
„Dann sind garantiert
die andern bereits ertrunken!“
„Herr Ober“, beschwert sich Fritz Klein,
„eine Fliege schwimmt in dem Wein!“
Der Ober erklärt:
„Die kommt ins Dessert
zur Ausnüchterung hinein!“
„Herr Ober“, beschwert sich Max Keller,
„eine Fliege krabbelt im Teller!“
Der Ober, erschreckt:
„Das blöde Insekt -
mit Kraulen gehts doch viel schneller!“
Poetischer Super-GAU
Kaffee am Morgen heilt Kummer und Sorgen,
hingegen am Abend, ist er weniger labend;
er versaut dir den Schlaf, dann kannst zählen die Schaf’ -
wenn du keine mehr hast, hast endlich Zeit für die Rast;
mach die Äuglein zu, und fröhne der Ruh’,
und der Kaffee am Morgen ............... (da capo al fine)
Kaffee am Morgen heilt Kummer und Sorgen,
hingegen am Abend, ist er weniger labend;
er versaut dir den Schlaf, dann kannst zählen die Schaf’ -
wenn du keine mehr hast, hast endlich Zeit für die Rast;
mach die Äuglein zu, und fröhne der Ruh’,
und der Kaffee am Morgen ............... (da capo al fine)
Mit einuger Verspätung (wiederholt)
BeWandtnis
Gewissenskonflikt eines Symbols
Es stand einst eine starrsinnige Wand,
die seit Jahrzehnten stur und unverwandt
das frisch erblühte, stolze, junge Hüben
gar wehrhaft trennte von dem Feind des Drüben.
Doch sieh, das Hüben, es begann zu darben,
und als infolgedessen Menschen starben,
ermordet von den Hütern von den Übeln,
da kam die sture Wand sehr bald ins Grübeln.
Denn statt all den verheißenen Genüssen
erzitterte die Luft von Todesschüssen,
die Menschen, die an Glück in Freiheit glaubten,
stets hinterrücks ihr junges Leben raubten.
Und als sie sich als Trennsymbol erkannt,
in Selbstgefälligkeit total verrannt,
bemerkte sie, dass sie bis heut verstört
getrennt hat, was zusammen doch gehört.
Nun ward sie zwar des Trennens überdrüssig,
doch ohne Trennbestimmung überflüssig,
denn wollte sie als Wand so fortbestehn,
dann musste ja das Trennen weitergehn.
Lehnt sie jedoch das Trennen künftig ab,
bedeute das für sie das Trümmergrab.
Und schwer bedrängt’ das innere Zerwürfnis
ihr dennoch starkes Existenzbedürfnis.
Doch als das Hüben immer mächt’ger grollte,
weil es partout zum andern Drüben wollte,
und Mauerspechte flink die Wand erklommen -
ward die Entscheidung ihr jetzt abgenommen.
Denn hämmernd schlug die Logik der Geschichte
die merkwürdige Illusion zunichte,
man könne hinter Stacheldraht und Mauern
ein Leben lang - in Freiheit überdauern.
So definiert sich jene Konstruktion
per se als zynisches Paradoxon.
BeWandtnis
Gewissenskonflikt eines Symbols
Es stand einst eine starrsinnige Wand,
die seit Jahrzehnten stur und unverwandt
das frisch erblühte, stolze, junge Hüben
gar wehrhaft trennte von dem Feind des Drüben.
Doch sieh, das Hüben, es begann zu darben,
und als infolgedessen Menschen starben,
ermordet von den Hütern von den Übeln,
da kam die sture Wand sehr bald ins Grübeln.
Denn statt all den verheißenen Genüssen
erzitterte die Luft von Todesschüssen,
die Menschen, die an Glück in Freiheit glaubten,
stets hinterrücks ihr junges Leben raubten.
Und als sie sich als Trennsymbol erkannt,
in Selbstgefälligkeit total verrannt,
bemerkte sie, dass sie bis heut verstört
getrennt hat, was zusammen doch gehört.
Nun ward sie zwar des Trennens überdrüssig,
doch ohne Trennbestimmung überflüssig,
denn wollte sie als Wand so fortbestehn,
dann musste ja das Trennen weitergehn.
Lehnt sie jedoch das Trennen künftig ab,
bedeute das für sie das Trümmergrab.
Und schwer bedrängt’ das innere Zerwürfnis
ihr dennoch starkes Existenzbedürfnis.
Doch als das Hüben immer mächt’ger grollte,
weil es partout zum andern Drüben wollte,
und Mauerspechte flink die Wand erklommen -
ward die Entscheidung ihr jetzt abgenommen.
Denn hämmernd schlug die Logik der Geschichte
die merkwürdige Illusion zunichte,
man könne hinter Stacheldraht und Mauern
ein Leben lang - in Freiheit überdauern.
So definiert sich jene Konstruktion
per se als zynisches Paradoxon.
Erwache
Es ist die tiefere, wahre Weisheit heut,
wie’s aussieht nicht gerade dicht gestreut;
nur Auserwählte sein - hat man venommen,
von dieser Blindheit manchmal ausgenommen,
und vieles, was der Alltagsmüll bedeckt -
so manches Liebe, Gute frech entzweckt,
wenn man nach Geld sich bloß die Lippen leckt -
wird so, von Fall zu Fall stets neu entdeckt ...
Auch gilts, mit Herz und mit geschickten Händen
all die Banalitäten abzuwenden,
die unser lauteres Leben heut verrohen,
mit Unwerten uns zu ersticken drohen ...
Es ist die tiefere, wahre Weisheit heut,
wie’s aussieht nicht gerade dicht gestreut;
nur Auserwählte sein - hat man venommen,
von dieser Blindheit manchmal ausgenommen,
und vieles, was der Alltagsmüll bedeckt -
so manches Liebe, Gute frech entzweckt,
wenn man nach Geld sich bloß die Lippen leckt -
wird so, von Fall zu Fall stets neu entdeckt ...
Auch gilts, mit Herz und mit geschickten Händen
all die Banalitäten abzuwenden,
die unser lauteres Leben heut verrohen,
mit Unwerten uns zu ersticken drohen ...
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