Die Akte Mittelfinger
Gewagte Hyperbel
Ein spektakulärer Justizfall hatte vor einiger Zeit in einer Stadt, die nicht genannt werden möchte die gesamte, sowohl pietätsgedoppte, als auch die leichterlebige, freizügige Welt erschüttert.
Ein hochrangiger Politiker hatte einen etwas niedriger rangierten Haderlumpen angeklagt, weil ihm dieser nach einer etwas stotternden Werbungsrhethorik auf dem Marktplatz respektlos – den Mittelfinger dicht vor der Nase herumgeschwenkt hatte!
Die unmittelbare Folge war, dass die eine Hälte der Gesellschaft sich schreiend kaputtlachend stundenlang im Straßenstaub gewälzt hatte, während die andere Hälfte sofort um die halbe Welt gereist war, um sämtliche illustren, moralpotenten Anwälte und den besten Richter für die Dauer des vermutlich länger andauernden Prozesses unter Vertrag zu nehmen.
Der Inkulpat wurde zunächst von allen Seiten vorn, hinten und diagonal von Psychiatern, Astrologen, Hebammen und Trennmüll-Experten durch-, ober- und untersucht. Da nichts diagnostiziert werden konnte, was einem Haderlumpen nicht definitionsrechtlich zugestanden hätte, kratzten sich die Anwälte und der Richter hörbar verlegen die Perücken, denn der Mittelfinger und der daran hängende Haderlump hatten sich somit durchaus im Rahmen der ihnen zugestandenen Persönlichkeit bewegt!
Doch urplötzlich nahm der Fall eine überraschende Wende.
Im Saal erhob sich eine junge, rothaarige Frau, marschierte forsch zum Richter hin – und flüsterte ihm mehrere Minuten lang offensichtlich amüsante Informationen in sein aufmerksam geneigtes Ohr. Durch das permanente Grinsen des Richters wurden die Zuhörer im Saal zumindest über das Wesen dieser vertraulichen Mitteilungen plastisch in Kenntnis gesetzt.
Und siehe da – unmittelbar nach dieser intimen Flüsterbeziehung ballerte der Richter den Holzhammer auf den Tisch - und verkündete den Freispruch des Inkulpaten, der hiermit sofort, also unverzüglich in die Freiheit entlassen wurde.
Was war geschehen?
Der Haderlump hatte der Prominenz den rechten Mittelfinger gezeigt. Seine rothaarige Nachbarin, die ihn jedoch, natürlich rein zufällig bei seiner druckbefreienden Amtshandlung über den niedrigen Kreuzzaun hinweg in den feindlichen Nachbarsgarten jeden Morgen beobachtet hatte, sagte unter Eid aus, dass er mit Sicherheit – Linkshänder sei!
Damit war sein rechter geschwenkter Mittelfinger von seiner handelsüblichen hinterlustigen Bedeutung entbunden, und wurde vom Richter bloß als eine Sympathie bekundende, liebenswerte Geste interpretiert.
Und was geschah weiter?
Nun, zunächst stand die Prominenz total verdattert da – und sie wurde immer verdatterter. Und als sie mit einem Blick auf den Kalender sah, dass heute ja – Freitag, der 13. war, nickte sie verstehend, schmierte sich ein Fettbrot, ging aif den Mars, und baute sich ein lebenslängliches Ferienhaus, mit Blick aufs Meer.
Der feindliche Nachbar riss den lächerlichen Kreuzzaun ab, und baute für alle Fälle eine Chinesische Mauer um sein Anwesen herum.
Die rothaarige Nachbarin, dank ihrer Beobachtungsgabe und fokusierten Wahrnemung nun restlos informiert ob der haderlumpischen anatomischen Vorzüge – gab ihm unter dem frenetischen Jubel der Zuschauer noch im Gerichtsssal ihr Ja-Wort.
Unter keinem Jubel der Anwälte wurde der den Mittelfinger rehabilitierende Fall ad acta gelegt – mit dem Vermerk:
“Vorsicht – bedenklicher Präzedenzfall!“
Weitere Folgewirkungen dieses denkwürdigen Falles - nämlich dass der Haderlunp einstimmig zum Bürgermeister jener Stadt, die nicht genannt werden möchte gewählt wurde, und dass er als Mahnmal für alle künftig unrechtmäßig geschmähten Mittelfinger auf dem Marktplatz einen goldenen, lotrecht nach oben weisenden Fingerzeig errichtete - erspare ich euch ...
Gut und Böse auf der Welt
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Haben und - Soll
Aich heite wurde in der Hautevolee, einer besonders privilegierten Gesellschaft von Großunternehmern von den rentabelsten Gewinnquellen, und über Soll und Haben – mit Betonung auf ‚Haben’ debattiert.
In einer Gesprächspause erhob sich ein bislang schweigsamer Typ, und rief im Brustton der Überzeugung:
„Man kann eben nur von dort etwas nehmen - wo etwas zu nehmen ist!“ Erschlagen von der philosophischen Prägung dieser These, verstummte das Rumoren gänzlich. Doch dann -
“Man kann aber auch etwas dorthin legen, wo nichts ist - wenn es dort gebraucht wird!“, entgegnete leise ein unbekanntes Wesen.
Aich heite wurde in der Hautevolee, einer besonders privilegierten Gesellschaft von Großunternehmern von den rentabelsten Gewinnquellen, und über Soll und Haben – mit Betonung auf ‚Haben’ debattiert.
In einer Gesprächspause erhob sich ein bislang schweigsamer Typ, und rief im Brustton der Überzeugung:
„Man kann eben nur von dort etwas nehmen - wo etwas zu nehmen ist!“ Erschlagen von der philosophischen Prägung dieser These, verstummte das Rumoren gänzlich. Doch dann -
“Man kann aber auch etwas dorthin legen, wo nichts ist - wenn es dort gebraucht wird!“, entgegnete leise ein unbekanntes Wesen.
Klar und deutlich „Gut und Böse“
Die Mary ist, vor Sehnsucht trunken
in Kunos starkem Arm versunken -
doch dieser hat sie gar nicht lieb,
denn er ist bloß – ein Taschendieb!
So hat, nachdem er sie beklaut,
sie ihn sofort von hinten g’schaut,
da er, mit ihrer Tasch’ in der Hand
hohnlachend schnell davongerannt,
weil er ja damit, simultan
seinem Beruf nur Ehre getan!
P.S.
Was soll man sagen zu dieser schrägen Masche -
die Liebe geht halt manchmal durch - die Tasche ...
Die Mary ist, vor Sehnsucht trunken
in Kunos starkem Arm versunken -
doch dieser hat sie gar nicht lieb,
denn er ist bloß – ein Taschendieb!
So hat, nachdem er sie beklaut,
sie ihn sofort von hinten g’schaut,
da er, mit ihrer Tasch’ in der Hand
hohnlachend schnell davongerannt,
weil er ja damit, simultan
seinem Beruf nur Ehre getan!
P.S.
Was soll man sagen zu dieser schrägen Masche -
die Liebe geht halt manchmal durch - die Tasche ...
Hallo, Freunde,
wagen wir ein Novum in ‚Lachen uch Nodinken'?
Ein Bekannter, der in unsrer Clique als ‚komischer Kauz’ angesehen wurde, hatte sich mal zur Liebe, speziell zum Küssen mit Schopenhauer-Miene wie folgt geäußert:
1. Die Liebe ist ein unnötiger Energieverbrauch
2. Sie stört die Symetrie der Natur
3. Und ist außerdem nicht keimfrei
Ich glaube, dass hierzu Stellungsnahmen dringend vonnöten wären - oder?
wagen wir ein Novum in ‚Lachen uch Nodinken'?
Ein Bekannter, der in unsrer Clique als ‚komischer Kauz’ angesehen wurde, hatte sich mal zur Liebe, speziell zum Küssen mit Schopenhauer-Miene wie folgt geäußert:
1. Die Liebe ist ein unnötiger Energieverbrauch
2. Sie stört die Symetrie der Natur
3. Und ist außerdem nicht keimfrei
Ich glaube, dass hierzu Stellungsnahmen dringend vonnöten wären - oder?
Wie uns die Altvorderen sungen
Ein junger Bornobo wälzte sich in der Abendsonne lustvoll und freizügig auf dem Rücken im Gras, in einer, unsren Vorstellungen gemäß nicht gerade ästhetischen Position – so mit hin und herfuchtelnden Armen und Beinen.
Da beobachtete er zufällig, wie ein Artgenosse einen andern Affen mit einem Stein totschlug. Er sinnierte ein Weilchen über dies merkwürdige Kampfverhalten mit Todesfolge des Gegners, schüttelte den Kopf, und brummelte nachdenklich:
„Bei Hanuman*- wie weit mag die Evolution wohl noch gehen?“
Die Bornobin, die gerade das Abendbrot von den umliegenden, dichten Büschen rupfte – heute also veghetarisch, entgegnete, von weiblicher Intuition beseelt:
“Na, hoffentlich nicht allzu weit!“
*) der Affengott im Hinduismus
Ein junger Bornobo wälzte sich in der Abendsonne lustvoll und freizügig auf dem Rücken im Gras, in einer, unsren Vorstellungen gemäß nicht gerade ästhetischen Position – so mit hin und herfuchtelnden Armen und Beinen.
Da beobachtete er zufällig, wie ein Artgenosse einen andern Affen mit einem Stein totschlug. Er sinnierte ein Weilchen über dies merkwürdige Kampfverhalten mit Todesfolge des Gegners, schüttelte den Kopf, und brummelte nachdenklich:
„Bei Hanuman*- wie weit mag die Evolution wohl noch gehen?“
Die Bornobin, die gerade das Abendbrot von den umliegenden, dichten Büschen rupfte – heute also veghetarisch, entgegnete, von weiblicher Intuition beseelt:
“Na, hoffentlich nicht allzu weit!“
*) der Affengott im Hinduismus
Wir Aussiedler
Es ward unser Ich, im düsteren Gestern gewaltsam genormt,
mit einigen Mühen und Geduld im Heute von neuem geformt -
und wie man aus Erzählungen hört, haben es alle geschafft,
auch mal mit selnstloser Hilfe, doch meistens aus eigener Kraft ...
Und hätte man uns in Siebenbürgen nicht auf all unsren Wegen
unter Roten Wolken ideologisch gemobbt, mit kommunistischem Segen,
uns als ehrbares Volk mit Achtung in Würde bestehen gelassen –
kein Sachse hätte jemals unsre geliebte Heimat verlassen ...
Es ward unser Ich, im düsteren Gestern gewaltsam genormt,
mit einigen Mühen und Geduld im Heute von neuem geformt -
und wie man aus Erzählungen hört, haben es alle geschafft,
auch mal mit selnstloser Hilfe, doch meistens aus eigener Kraft ...
Und hätte man uns in Siebenbürgen nicht auf all unsren Wegen
unter Roten Wolken ideologisch gemobbt, mit kommunistischem Segen,
uns als ehrbares Volk mit Achtung in Würde bestehen gelassen –
kein Sachse hätte jemals unsre geliebte Heimat verlassen ...
Circulus vitiosus
Verblichen ist die Zeit des Schönen und des Guten -
das Böse krallt sich wild um die geschockte Welt,
und schwemmt in giftigen, todtrüb verschlammten Fluten
zynisch hinweg, alldas, was uns bis heut erhellt ...
Die Menschen klammern sich verzagt an jedes Zeichen,
aus dem ein noch so blasser Hoffnungsschimmer blinkt,
wobei schon eine jener rostverklemmten Weichen
den Trend in eine friedlichere Richttung zwingt ...
So bleiben wir in diesem Teufelskreis gefangen,
solang auch Geisteskranke an die Macht gelangen ...
Verblichen ist die Zeit des Schönen und des Guten -
das Böse krallt sich wild um die geschockte Welt,
und schwemmt in giftigen, todtrüb verschlammten Fluten
zynisch hinweg, alldas, was uns bis heut erhellt ...
Die Menschen klammern sich verzagt an jedes Zeichen,
aus dem ein noch so blasser Hoffnungsschimmer blinkt,
wobei schon eine jener rostverklemmten Weichen
den Trend in eine friedlichere Richttung zwingt ...
So bleiben wir in diesem Teufelskreis gefangen,
solang auch Geisteskranke an die Macht gelangen ...
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