Der Dichter braucht – das weiß jeder -
drei Werkzeuge: Hammer, Feile und Feder.
Die Feder, die man kaum noch kennt,
ist des Dichters Schreibinstrument.
Bei jedem Gedicht will er sich toppen
und stets bessere Reime kloppen.
Das geschieht oft in stiller Kammer,
ist doch glasklar – mit dem Hammer!
Wenn es mal nicht passt und klemmt,
macht er sich nicht gleich ins Hemd.
Er packt dann aus die Feile
und feilt zurecht betreffende Zeile.
Hierbei ist noch zu erwähnen:
Er kann mitunter aus den Spänen,
die vom Schleifen und vom Feilen
anfallen bei manchen Zeilen,
noch einiges zusammenleimen
zu neuen Versen und neuen Reimen.
Passt es nicht, ruft er verbissen:
"Verdammte Hacke, ich hab's verrissen!"
Zuweilen verliert er den Verstand
und wirft sein Skript vor die Wand.
So wurden im Laufe von vielen Jahren
manche Gedichte "vor die Wand gefahren".
So ist das mit dem Dichten eben:
Manchmal geht es auch daneben!
verfasst von Uwe Schuller am 12.05.2012
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