Hilde Juchum



Hilde Juchum

Hilde Juchum, geb. Giersch

* 8. Dezember 1958, Maldorf

Als Hilde Giersch in Maldorf geboren, lebte sie später in Frauendorf. Die ersten Gedichte schrieb sie schon mit 13. Erst Ende der 1990er Jahre – sie reiste 1990 nach Deutschland aus – wurde sie durch den Literaturkreis in München darin bestärkt, mit ihren Gedichten an die Öffentlichkeit zu treten. Heute lebt sie als Altenpflegerin im bayerischen Rohrenfels.

Neben Veröffentlichungen in Periodika und in Sammelbänden wie „Sachsesch Wält“ sind von ihr im Druck erschienen:

Hilde Juchum liest im Frauendorfer Dialekt.

Kontakt:
Hilde Juchum
Egerlandstraße 9
86701 Rohrenfels
Tel.: 08431/41559



E besangder Modell

Zwien Schiulfrängd trofen wedder sich, end dot no ville Gohren.
„Erzill Komerad, wa giht et dir? Em wäll jo äst erfohren.“

Da zwien, vun diën ech nea berichten, da bräochen dich en Nummen.
Ech mient, dott em mät Misch uch Hans ols Sochs sich net mess schummen.

Der Misch erzilt, dott hie ä Krunkerente äs, schiun sängt longer Zegt,
pralt, wa bam Dokter hie geschwindelt. Den Hans, dië pockt der Negd.

Dann hie mess sich ploģen en mess schuften, meer dean uch wih de Glädder,
der Under hot de Wält beriest, änj dor, wo hiesch det Wädder.

Zwee Hëiser hat e, e spoonnue Auto, uch ienten fiëhrt senj Fraa,
den Häosholt total modernisiert: „Diës host tea“, sprächt hie, „net gesahn!

En Wëischmaschin, vollautomatesch, mät Drejjer ägebaat,
en Maschin, da det Gescherr mocht suwer“, erzilt hie, dott e hat.

„En Kaffeeautomat mät „Timer“, do äs e Knuup, do dräckt em drof,
de Kaffee, dië kun ich dro genessen, glech wunn ich dean de Uuģen of.

En Stuuwsäoģer zem Säoģe, Weeschen, en Maschin, da readern, kniëde kun,
Scheppelscher, gresser ower klenner, hobbelt se“, sprächt der Misch, „am Nu“.

De Liuwerue, da geng noch wegter, bäs der Hans det Wiurt ergrëift,
gunz gelossen uch al lochan de Komeraten angderbrächt:

„Wot tea ha olles ofgezohlt host, äs glott näst am Verglech
zea diëm Modell, wot ech derhiem hun! Et haat dich am; ich soon der’t glech:

Spuersem ä Fliëch uch am Verbräoch, dot Ienten äs gewäss.
Et äs nea druëesiëszich (63) Gohr, en hot nemmel Gebäss!“

(18.03.2011)


Menjen Aankelkäinjden

Wierzelcher un zuertem Pliënzken,
fliëje wäll ich ech mät Frued,
well än irem zuerten Stoinjel,
e Stäckelchen easer Hiemet luet.

Erziëhle wäll ich uch berichten,
wot sich do hot zeagedroon,
vun Zegden, geaden uch de lichten,
wäll ich ech äst soon.

Ir Wierzelcher, da zuerte, klennen,
selle woße mät der Zegt,
zea rëife Wurzeln sich entfålden,
ir, menj schotzich Aankelkäinjd.

Zea diën sellt er ich bekännen,
broinjt se än ihr Liëwen än,
dänn ohne Wurzeln giht e Pliënzken,
jea munch åldiest uch än.

Lott se woßen än em Goorten,
die eas Hiemet worden äs.
Gëiw der Härrgott, harzet Käinjdchen,
denj Wurzeln, dott te net vergässt.

(15.08.2011)



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