Siebenbürgen
Gibt es Siebenbürgen wirklich?
Siebenbürgen – ein Name wie aus dem Märchen. Und doch gibt es das Land wirklich: rund 60.000 Quadratmeter hügeliges Hochland im Zentrum Rumäniens, wie eine natürliche Festung von den Karpaten umschlossen. War die Region bis zum Ersten Weltkrieg Teil von Österreich-Ungarn, wurde sie nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie 1920 mit dem Königreich Rumänien vereint.

Karte: Günther Melzer
Sind Siebenbürgen und Transsilvanien das Gleiche?
Ja. „Siebenbürgen“ ist der deutsche Name, während „Transsilvanien“ auf das Lateinische trans silvam („Land jenseits des Waldes“) zurückgeht. Auf Rumänisch heißt die Region „Transilvania“ oder „Ardeal“, auf Ungarisch „Erdély“.

Siebenbürgen und die angrenzenden Gebiete
Was macht Siebenbürgen so besonders?
Da Siebenbürgen über Jahrhunderte ein Grenzland war, das regelmäßig von osmanischen Truppen und Tataren überfallen wurde, bauten die Gemeinschaften keine großen Stadtmauern um jedes Dorf, sondern befestigten ihre Kirchen. Diese Kirchenburgen dienten im Ernstfall als Zufluchtsort für das gesamte Dorf samt Vieh und Vorräten. Über 160 dieser Kirchenburgen sind heute noch erhalten, was eine weltweit einzigartige Dichte darstellt. Sieben davon – wie die imposante Anlage in Birthälm (Biertan) oder das malerische Deutsch-Weißkirch (Viscri) – gehören heute zum UNESCO-Welterbe und sind ein äußerst gefragtes Touristenziel.

Kirchenburg in Deutsch-Weißkirch
Darüber hinaus beheimatet die Region einige der schönsten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas, allen voran Hermannstadt (Sibiu), Kronstadt (Brașov) und Schäßburg (Sighișoara). Bis heute verzaubern diese Orte mit einer einzigartigen Mischung aus gotischer und barocker Architektur, wehrhaften Zitadellen und bunten, kopfsteingepflasterten Gassen.
Die Natur Siebenbürgens zeichnet sich durch eine der wildesten, unberührtesten und abwechslungsreichsten Landschaften Europas aus. Das Innere des Karpatenbogens ist geprägt von sanften, grünen Hügeln, artenreichen Bergwiesen und traditioneller Kulturlandschaft, auf der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. In den ausgedehnten Wäldern und Bergen lebt die größte Population an Braunbären in ganz Europa.

Hügellandschaft bei Keisd
Lebte Dracula hier?
Die historische Vorlage für Bram Stokers Roman war der walachische Fürst Vlad III. Drăculea. Das berühmte Schloss Bran wird zwar als „Dracula-Schloss“ vermarktet, eine echte historische Verbindung zu Vlad III. ist jedoch kaum belegt. Mit seinen dichten Wäldern und nebelverhangenen Bergen bietet Siebenbürgen unbestreitbar die perfekte Kulisse für Vampir-Legenden.
Weiterführende Informationen
- auf siebenbuerger.de
- auf externen Webseiten