Urlaubserlebnisse

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kokel
Erstellt am 04.01.2019, 06:00 Uhr und am 04.01.2019, 06:26 Uhr geändert.
Die Ankunft


Die Herberge
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Der Eingang
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Teil der Gartenanlage
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Eigentlich wollten wir die Herberge, die sich in Oberwischau, dem bedeutendsten Ort der Gegend, befand, mit dem Bus erreichen, doch der fuhr nicht mehr - wahrscheinlich aus Kostengründen -, also musste das Flugzeug in Anspruch genommen werden.
In Klausenburg erwartete uns ein Bekannter des Inhabers des kleinen, aber feinen, Hotels, der uns innerhalb weniger Stunden ans Ziel brachte.

Die Pension lag versteckt hinter der Hauptstraße, die nach Borscha führte. Sie besaß nur einige Zimmer, ein Vorteil, denn so hatte man seine Ruhe. Für ein Sonnenbad musste man bloß vor die Tür gehen, während das Essen in einem fast romantischen Garten eingenommen wurde.
Die Küche hatte sich z.T. sogar internationalen Ansprüchen angepasst, doch uns interessierten natürlich die Spezialitäten der Region und die waren - in positivem Sinn - recht deftig... Besonders appetisant - wie es dort hieß - war das Frühstück, bestehend aus einem sehr variablen Teller, der locker ausgereicht hätte, um den ganzen Tagesbedarf zu decken!

Dem Personal war anzumerken, dass es noch keinen großen Umgang mit ausländischen Touristen hatte. Da wir uns jedoch von Anfang an als Rumänen anderer Nationalität... ausgaben, wuchs natürlich das gegenseitige Vertrauen und sie konnten locker auftreten. So z.B. konnten ab und zu - wenn keine Ausländer anwesend waren - die berühmten regionalen Fluchwörter vernommen werden, an denen man so seine helle Freude hatte...

Lange Rede, kurzer Sinn: Besser hätten wir`s kaum treffen können!

kokel
Erstellt am 04.01.2019, 09:15 Uhr und am 04.01.2019, 09:38 Uhr geändert.
2. Das Kloster Moisei

Der erste Ausflug wurde zum Kloster Moisei gestartet. Es befindet sich oberhalb des gleichnamigen Ortes am Fuße des Pietrosul Massivs (2.303 m), ca. 7 Km von der Landstraße entfernt, die Sighetul Marmatiei über den Prislop Pass mit der Bukowina verbindet.
Die für viele heilige Stätte stammt aus dem 16. Jh., die große Kirche und das Eintrittstor sind allerdings neueren Datums (20. Jh.). Es wird von Mönchen bewohnt.

Da es von der Hauptstraße keine öffentlichen Transportmöglichkeiten gab, musste die klassische Fortbewegungsmethode angewandt werden, die schon seit ca. 3,5 Millionen Jahren bekannt ist...
Eine Teiletappe erfolgte per PKW, denn eine Frau hielt plötzlich an und meinte Menschen in unserem Alter könne man doch den langen Weg nicht zumuten... Vor ihrem Haus schmiss sie uns raus und meinte danach zwinkernd, wir sollten es mit der Geschwindigkeit nicht übertreiben, denn es sei Feiertag und da gäbe es im Falle eines Herzinfarkts keine ärztliche Hilfe. Vielleicht hatte sie da nichtmal so Unrecht... Den Rest des Weges meisterten wir dann ohne zusätzliche Hilfe.


Auf dem Weg zum Kloster
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Nach etwa zwei Stunden eröffnete sich uns ein freier Blick auf die Anlage. Sie erstreckt sich auf einem Plateau und hat schon imposante Ausmaße. Anscheinend wurde hier in den letzten Jahren sehr viel Geld investiert, denn der ganze Gebäudekomplex war ganz schick hergerichtet.

Auch das Innere beider Kirchen war beeindruckend, wobei die Ikonen der älteren natürlich viel wertvoller waren. Leider gab es in der Nähe keine Einkaufsmöglichkeiten, sodass wir uns mit frischem Quellwasser begnügen mussten, nicht so schlimm, denn davon gibt`s bekanntlich danach keinen Kater...

Auf dem Rückweg schien alles leichter zu erfolgen, denn nun ging es ja bergab! Eigentlich wollten wir in der Ortschaft noch ein Museum besichtigen, doch dann ließen wir uns nahe der Abzweigung von einem Einheimischen, der von sich aus anhielt, überzeugen, dass es doch besser sei, wenn man die Unterkunft früher erreichen würde... Auch er faselte was von Alter und Respekt, doch das kannten wir schon...


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Das Eingangstor



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Die Anlage vom Eingangstor aus gesehen




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Die Unterkunft der Mönche




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Das Innere der neuen Kirche




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Die alte Kirche

kokel
Erstellt am 05.01.2019, 05:27 Uhr und am 05.01.2019, 05:40 Uhr geändert.
Prislop - Pass

Der höchstgelegenste Pass der Ostkarpaten (1.414 m ü.NN.) verbindet die Maramuresch mit der Bukowina und Moldau. Von Oberwischau aus gesehen, befindet er sich in etwa 40 Km Entfernung.

Als wir in Moisei ankamen, veränderten sich die Straßenverhältnisse brutal: Auf einer Strecke von 88 Km - bis Carlibaba - war der Asphalt einfach aufgerissen worden, wonach angefangen wurde den Transportweg neu zu gestalten. Zu dem Zeitpunkt war schon das siebte Unternehmen in Aktion, denn bei dessen Vorgängern soll es immer wieder zu Unregelmäßigkeiten finanzieller Art gekommen sein. Einer dieser Gauner soll das im Voraus gezahlte Geld - das Projekt wurde von der EU unterstützt - einfach eingesteckt haben und sich danach aus dem Staub gemacht haben. So einfach scheint dies in Teilen dieses Völkerbundes zu gehen...

Der Busfahrer machte haz de necaz(, versuchte also das Ganze auf seine Weise herunterzuspielen, indem er zahlreiche Witze zu diesem Thema erzählte. Da der vorderste Platz leer war, gesellte ich mich zu ihm und versuchte meine
Memoiren auf diesem Gebiet aufzufrischen. So kam ein bestimmt nicht vorprogrammierter Dialog zu Stande, der die holprige Piste vergessen ließ. Eigentlich störte dieser katastrophale Zustand der Straße kaum jemanden, denn alle Mitreisenden waren Einheimische, die sich damit schon längst abgefunden hatten. Auf die Frage, wann denn der ganze Schaden behoben sei, antwortete der Fahrer: "Poate intr-un an, poate in zece..." ("Vielleicht in einem Jahr, vielleicht in zehn..." Schöne Aussichten!

Am Ziel angelangt, eröffneten sich herrliche Landschaften - zusammen mit einem noch nicht ganz fertiggestellten Kloster. Hinter dem Baukomplex erstreckte sich eine riesige Weide, auf der zahlreiche Schafe ihre Mahlzeiten einnahmen. Da gab es natürlich auch Hunde, vor denen meine Frau seit ihrer Kindheit enorme Angst hatte, weil sie mal von einem dieser Vierbeiner "gestreichelt" worden war, also machte ich mich allein auf einen Pfad, der an der Herde vorbeiführte, um ganz hinten einen Überblick von Borscha zu gewinnen, das unten im Tal lag. Diese Nachkommen der Wölfe schienen etwas mehr Verständnis mir gegenüber aufzubringen, als ihre "Kommilitonen" aus Donnersmarkt, denn als sie merkten, dass ich friedliche Absichten hatte, streckten sich zwei von ihnen in unmittelbarer Nähe meines Sitzplatzes aus und fingen an vor sich hinzudösen. Na also...

Dicht neben dem Karpatenübergang war Hochbetrieb, denn hier gab es eine Art Zentrale, von der aus die Straßenarbeiter in beide Richtungen mit dem nötigen Material versorgt wurden. Da war auch der Abschied von dieser Anhöhe nicht besonders schmerzhaft...


Die Klosterkirche
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Panorama nach Osten
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Panorama nach Westen
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Blick zum Pietrosul Rodnei, dem höchsten Berg der Ostkapaten (2.303 m)
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kokel
Erstellt am 06.01.2019, 07:27 Uhr und am 06.01.2019, 07:40 Uhr geändert.
Der Pferdewasserfall (Cascada Cailor)

Um zu diesem wunderschönen Naturphänomen zu gelangen, musste natürlich die berüchtigte Straße passiert werden, die wir vom Vortag her kannten. Der einzige Trost bestand darin, dass wir sie schon nach etwa 15 Kilometern verlassen würden. Diesmal - es war so um 10 Uhr - war auf der ganzen Strecke kein Arbeiter zu sehen... Vielleicht saßen die noch beim Frühstück, oder die Mittagspause wurde vorgezogen..., schließlich ist doch Stress ungesund.

Am ersten Ziel angelangt - dem Touristenzentrum Borscha -, ging es mit der Seilbahn hinauf, bis wir das erste Plateau erreicht hatten. Auf dem Weg zum Wald kamen wir - wie sollte es auch anders sein... - an einer Schafherde vorbei, die von ein paar fletschenden Vierbeinern geschützt wurde. Obwohl sie uns überhaupt keine Achtung schenkten, fühlte ich einen besonders intensiven Händedruck seitens meiner Weggefährtin, wie ich ihn schon seit vielen Jahren nicht mehr gekannt hatte. Alte Liebe rostet halt nicht so schnell, obwohl es sich vielleicht in diesem Fall um etwas anders handelte...

Der Weg durch den Fichtenwald war ziemlich abschüssig nach unten, doch man musste bedenken, dass man ihn auch in entgegengesetzte Richtung zurücklegen musste...

Nach ca. einer weiteren halben Stunde Fußmarsch konnten Geräusche eines Wasserfalles vernommen werden. Die erste Waldlichtung erlaubte dann auch den ersten Blick zu einem der schönsten Wasserfällen Rumäniens.


Unten liegt Borscha
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Etwas für den Naturschutz
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Auf der letzten Etappe Richtung Wasserfall
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Dieser Wasserfall soll laut Sage auf eine merkwürdige Weise entstanden sein: Die auf dem höher gelegenen Plateau weidenden Pferde sollen von Bären angegriffen worden sein, die sie bis zu diesem Abgrund trieben. Anstatt von Meister Petz aufgefressen zu werden, stürzten sie sich die Klippen hinunter und vergossen dabei so manchen Träne. Interessant nur, dass man ihre Gerippe nie gefunden hat...
Tatsächlich handelt es sich um Schmelzwasser, dass sich oberhalb in einem See - rumänisch tau - sammelt, bevor es den majestätischen Weg nach unten findet.


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Als wir die Bilder in der Herberge zeigten, meinte der Chef, wir hätten echt Glück gehabt, denn in der Gegend wäre meist Nebel, sodass die meisten den Wasserfall bloß gehört hätten. Er meinte nur: "Aţi avut bafta porcului!" ( Ihr habt Glück gehabt!"

gerri
Erstellt am 06.01.2019, 10:07 Uhr

= Schöne Plätzchen in der Natur Bukowinas und der Moldau,habe auch viel davon gehört,da ich keine Gelegenheit hatte in das Eck Rumäniens zu gelangen.Das es so viele neue Klöster gibt,braucht es die überhaupt? Was bringen die eigentlich,ist das wirklich alles nur für die Seele? Gut,ein Jeder mit seinem Hobby,doch wie haben die Schulen dort in der Gegend ausgesehen,die Krankenhäuser? Na ja für die hätte es Geld gebraucht,das haben die frommen orthod. Mönche und Nonnen nicht eingeplant.
-Es ist meinerseits nicht schlecht gemeint,die Fotos und Beschreibung sind wie von einem echten Reporter und weil ich die Gegend nicht kenne bin ich auch sehr dankbar.

kokel
Erstellt am 06.01.2019, 12:00 Uhr und am 06.01.2019, 12:08 Uhr geändert.
Hallo gerri,

wie du noch sehen wirst, wurde auch in andere Klöster sehr viel inverstiert. Woher die Millionen kommen/stammen, ist mir ein Rätsel. Offiziell heißt es, man müsste das unter den Kommunisten Versäumte nachholen, doch dahinter steckt bestimmt was ganz anderes, das ich jedoch nicht weiß/kenne.
Dagegen - da hast du auch Recht - sieht es mit den Finanzierungen von Schulen ganz anders aus. Einige werden gefördert - meist die privaten Anstalten, die anderen wahrscheinlich mit EU-Geldern -, andere wiederum total vernachlässigt. Laut Aussagen von Kennern der Materie lässt auch das Bildungsniveau viel zu wünschen übrig.

In den Krankenhäusern schaut es furchtbar aus! Zum Einen wandern die besten Ärzte aus - bzw. sind schon ausgewandert -, zum Anderen ist ihre finanzielle Unterstützung unter aller Sau! Wer dort etwas besser behandelt werden möchte, muss schon einiges hinblättern, sonst vegisst man ihn halt... Mehr möchte ich dazu nicht äußern, weil dies schon reicht!

Fazit: Am besten schauen die Kirchen, Klöster sowie die Feriendomizile der Parteibonzen aus. Habe mir vor kurzem die Sommerresidenz von L. Dragnea angesehen: Ultimul răcnet! (letzter Schrei). Tja, wie sogt der Baier so sche: " Wer ko, der ko!"

gerri
Erstellt am 06.01.2019, 14:26 Uhr

= Also das der Partei-Bonzen wundert mich nicht,hier gibt es bestimmt auch Beispiele. Doch was mich traurig und auch ärgerlich macht,ist das die Menschen,das Volk es so hinnehmen muss. Oder sogar bei der Einweihung der Kathedrale in Bukarest so wenige dagegen was gesagt haben.Man kann Sie immer noch mit dem Glauben im 21. Jhdt. und Folklore bezwingen,unbegreiflich.
Ich habe sehr gute Erinnerungen an Arbeitskollegen, Nachbarn, mit Manchen ich immer noch in Verbindung bin,es ist schwer zum nachvollziehn was dort passiert.Wenn ich denk,bis in die 70.Jahre wie alles funktioniert hat,es war alles staatlich nichts privat.Sie wolltens wie im Westen,jetzt haben sie`s, schade.

kokel
Erstellt am 07.01.2019, 04:41 Uhr
Das Kloster Barsana

Diese Anlage befindet sich sanft auf einem Hügel oberhalb der Iza - neben der Mara und dem Vischau der Hauptfluss der Maramuresch - gelegen, etwa 20 Km südöstlich von Sighet entfernt.

Die ältere Kirche stammte aus dem 14. Jh., doch im 18. Jh. wurde das Koster aufgegeben, wobei die Mönche ins Kloster Neamt (Moldau) abwanderten. Erst nach 1989 wurde mit der Neuerrichtung des heutigen Klosterkomplexes begonnen, der kurz nach der Jahrtausendwende fertiggestellt wurde.

Auf dem Gebiet des Klosters besfinden sich mehrere Kirchen, einige Nebengebäude sowie ein See. Hier hat man versucht eine Symbiose zwischen den unterschiedlichen Teilen herzustellen. Ob das auch gelungen ist, mag jeder für sich selber entscheiden.

Heutzutage wird das Kloster von Nonnen bewohnt. Es ist bei Weitem das größte seiner Art in der ganzen Maramuresch. Einmal im Jahr findet hier ein riesiges Fest zu Ehren des Heiligen Nikolaus statt, zu dem sich u.a. auch hochgestellte Persönlichkeiten aus Politik und Religion einfinden.

Tipp: Neben dem Eingang befindet sich Restaurant, wo man zu stark reduzierten Preisen Spezialitäten der Region genießen kann.


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kokel
Erstellt am 07.01.2019, 05:27 Uhr und am 07.01.2019, 05:35 Uhr geändert.
Die Kirche Bogdan Voda

Auf dem Weg nach Oberwischau wurde noch ein Halt bei einer der älteren Kirchen eingeschaltet. Sie wurde 1718 erbaut, und zwar an der gleichen Stelle, an der sich ihre Vorgängerin befand, die ein Jahr zuvor von den Tataren niederberannt wurde.

Im Unterschied zur Anlage von Barsana wurden hier keine Erneuerungsarbeiten durchgeführt, weil die Kirche unter Denkmalschutz steht. Dementsprechend ist auch ihr Aussehen.

Die Innenausstattung des Gotteshauses erfolgte 1754 und soll sehr wertvolle Bilder beherbergen. Leider konnten wir sie nicht betreten, denn der dafür Verantwortliche befand sich während unseres Besuches beim Heumachen...

Vor einigen Jahren wurde die Kirche den Anhängern des Griechisch-Römischen Glaubens nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zurückerstattet.

Der heutige Pope heißt Ioan Petreus, hat aber keine Verwandtschaft mit den berühmten zwei Brüdern Petreus (u.a."C-aşe bea oamenii buni...".




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kokel
Erstellt am 08.01.2019, 05:54 Uhr und am 08.01.2019, 06:03 Uhr geändert.
Der lustige Friedhof von Sapantza

Ganz im Nordwesten der Maramuresch gibt es einen Ort, der mit seinem Friedhof Weltruhm erlangt hat. Seitens der lokalen Behörden soll es der einzige seiner Art sein, was nicht ganz stimmt, denn zu dieser Kategorie gehören auch welche in Tirol und Hessen. Interessant ist allerdings seine Entstehung: In den Nachkriegsjahren hatte ein begabter Holzschnitzer die Idee, seinen Mitmenschen etwas auf den Weg ins Jenseits in Form von Kreuzinstschriften mitzugeben, indem er kurz deren Lebenslauf beschrieb - selbstverständlich mit dem Einverständnis der Hinterbliebenen. Da dieser nicht immer ehrenwert war, durfte der Meister sich auch auf negative Seiten des Verstorbenen beziehen. So z.B. hatte Einer große Schwierigkeiten mit seiner Schwiegermutter, die ihm seiner Meinung nach das Leben um einiges verkürzt hatte, ein Anderer war der horincă (lokaler Schnaps) sehr zufetan und wünschte sich eine Flasche vom Gesüff für den langen Weg nach..., einen Anderen hatte ein Baum erschlagen, den er zuvor verflucht hatte...

Allerdings sollte auch hervorgehoben werden, dass solche Sprüche auf den Holzkreuzen eher die Ausnahme sind; die meisten sind ernst und versuchen eben den tatsächlichen Werdegang ohne Humor darzustellen. Deshalb würde ich diesen inzwischen zum Kulturdenkmal hochstilisierten Friedhof eher als "realistischen Friedhof" einstufen, doch diese Benennung würde bestimmt viel weniger Touristen anziehen... Die meisten lesen eh` nicht, was da alles steht. Ich habe mir die Mühe gemacht - in ca. zwei Stunden - ungefähr ein Viertel des dort Eingravierten zu lesen und konnte mir demzufolge schon ein ziemlich wahrheitsgetreues Bild davon machen.

Der Gründer, den ich Anfang der 70-ger Jahre noch zu Gesicht bekommen hatte, war inzwischen verstorben und nahm freilich ganz vorne Platz - in Form eines Doppelgrabes -, irgendwie verständlich, schließlich gäbe es diese Art von Ruhestätte ohne ihn nicht. Nur gut, dass er schon früh für Nachfolger gesorgt hat. Inzwischen werden über 800 Gräber gezählt.


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Auf dem Rückweg hielten wir an einer Stelle an, an der vor 40 Jahren ein täglich neu gepflügter Streifen die Grenze zur damaligen UdSSR darstellte. Sie gab es noch, nicht aber den Acker, denn so wäre es viel leichter die Grenzgänger zwischen Rumänien und der Ukraine zu ertappen, die hier laut Aussagen unseres Fahrers in großem Stil Zigarettenschmuggel betrieben. Ihre Ware wurden sie u.a. auf dem Markt von Sighet los. Auch dort schienen sie sehr gut organisiert zu sein, denn noch vor dem Auftauchen der Kontrollorgane flüchteten sie mit einer Geschwindigkeit, die der eines 100 m - Sprinter gleichkam...

gerri
Erstellt am 08.01.2019, 09:37 Uhr und am 08.01.2019, 09:38 Uhr geändert.
Wo befindet sich die im letzten Foto evang. od. kath. Kirche,(Gebetsraum )?

kokel
Erstellt am 08.01.2019, 12:47 Uhr und am 08.01.2019, 12:50 Uhr geändert.
@gerri: Es ist die Kirche von Săpânţa. Ob sie katholisch oder ortodox ist, weiß ich nicht, denn solche Einzelheiten sind für mich weniger wichtig. Evangelisch ist sie jedoch bestimmt nicht!

charlie
Erstellt am 08.01.2019, 13:21 Uhr
ich nehme an, sie ist orthodox. Die Front vorne wäre dann die Ikonostase (iconostas)

Hugo L.
Erstellt am 08.01.2019, 15:57 Uhr
Der Fall ist hochkomplex. Ich erinnere mich leider nicht mehr genau, war im Sommer 2015 zum letzten Mal dort.
Die Kirche wurde 1880-1890 von der griechisch-katholischen Kirche gebaut (Gerri hat recht, das Interieur ist untypisch für orthodoxe Kirchen), und wurde 1947 aus unbekannten Gründen amtlich nicht nationalisiert, obwohl die greco-catolici ja verboten und alles Vermögen konfisziert wurde.
Die Orthodoxen haben sich die Kirche (und das dazugehörige Grundstück, wo heute ein Teil des Friedhofs ist) unter den Nagel gerissen.
Nach 1990 haben dann die Griechisch-Katholischen auf dem Rechtswege versucht, die Immobilien zurückzubekommen, dies mißlang jedoch, die Orthodoxen haben die Kirche fast komplett demoliert und neu, viel größer, aufgebaut. Man erkennt im Inneren die Vorbereitung des Verputzes für zukünftige orthodoxe Malereien. 2015 war alles unzugänglich, Betonstaub & Flex-Geschrei, inzwischen ist die Kirche von außen offensichtlich fertig, innen, wie das Bild von Kokel zeigt, eben noch nicht. Hab jetzt keine Zeit, mich nach dem juristischen Stand der Dinge schlau zu machen, aber wahrscheinlich bekommt die korrupte (Staats-)Kirche recht und die Griechisch-Katholen gucken in die Röhre.

gerri
Erstellt am 08.01.2019, 19:37 Uhr und am 08.01.2019, 19:51 Uhr geändert.
= Eigentlich geht es mir auch nicht um die Religion,doch es gibt die Unterschiede und die sollte man kennen,wenn man will.
-Ohne Wandmalereien wie Hugo L.erkannt hat,mit Stühlen im Mittenraum u.s.w. Der "Iconostas"ist auch nicht so biblisch farbenbund wie bei den ortodoxen. --Sowas wie "Iconostas" habe ich als Raumteilung in Alt-Evangelischen Kirchen auch schon gesehen,bei uns im Burzenland,sogar mit zwei Türen.

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