Urlaubserlebnisse

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kokel
Erstellt am 17.01.2019, 06:26 Uhr und am 17.01.2019, 06:46 Uhr geändert.
Lipari - Stadt

Das Städtchen - ca. 5.000 EW ohne Vororte - liegt malerisch an zwei Buchten geschmiegt, in denen sich im Laufe der Jahrhunderte auch die gleiche Anzahl von Häfen entwickelt hat - Marina Lunga und Marina Corta. Die Landverbindung zwischen ihnen erfolgt durch die Hauptstraße, die zum größten Teil von motorisierten Verkehrsmitteln nicht befahren werden kann - mit Ausnahme derjenigen, die für die Versorgung der Läden mit Waren in den Morgenstunden zuständig sind, doch dann gibt`s ja hier auch noch keine Touristen... Letztere überschwemmen den Ort in der Hochsaison buchstäblich, denn im Spätfrühling, Sommer und Frühherbst ankern täglich zig Schiffe aus Sizilien, Neapel und Kalabrien hier, vollbepackt mit Ausflüglern, die meist nur einige Stunden im Ort verweilen.

Wer den Ort in aller Ruhe besichtigen möchte, tue dies am frühen Vormittag oder gegen Abend, denn dann haben die Schiffe noch nicht angelegt, bzw. schon in entgegengesetzte Richtung abgelegt und in den gemütlichen Freizeiteinrichtungen befinden sich nur noch die Langzeittouristen und Einheimische.

Besonders reizvoll gestaltet sich das Schlendern durch die meist engen Gassen. Sogar auch dort trifft man auf kleine aber feine Läden mit allem Möglichen. Die Häuser scheinen älteren Datums zu sein, versehen mit dicken Mauern, die den Vorteil haben, dass sie im Sommer abkühlend wirken und im Winter wärmen, weil in der heißen Jahreszeit die Wärme gespeichert wurde.
Die kleinen Balkone haben fast alle Blumenkübel, in denen bunte Pflanzen gedeihen und wirken deshalb einladend romantisch.
Die Ruhe des Idylls wird leider ziemlich oft durch die zahlreichen Mofas gestört, die aus nachvollziehbaren Gründen Hauptverkehrsmittel von Lipari.

Die Hauptattraktion von Lipari bildet zweifelslos die Festung. Sie ist schon von Weitem zu lokalisieren, denn ihre Ausmaße sind - im Vergleich zur Größe des Ortes - gewaltig. Ein riesiger Felsen bot sich schon zu Zeiten der griechischen Kolonisierung als Basis an. Unter der Herrschaft der Spanier im Mittelalter wurde sie ausgebaut. Heute beherbergt sie neben Wohnungen noch zwei stattliche Kirchen, zwei Musseen, ein griechisches Amphitheater sowie einen Park. Von oben eröffnet sich nach allen Seiten ein herrliches Panorama.


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Blicke von der Festung aus:



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kokel
Erstellt am 18.01.2019, 06:27 Uhr und am 18.01.2019, 06:42 Uhr geändert.
Canneto


Lage
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Die Unterkunft befand sich in einem Vorort von Lipari, Canneto, der vom Hauptort praktisch bloß durch ein Bergmassiv getrennt wird, durch den ein Tunnel gebaut wurde und so die beiden Städtchen miteinander verbindet. Das Hotel lag auf einer Anhöhe, was den Vorteil hatte, dass man von der dortigen Terrasse sowohl den Ort, als auch die mittelbar benachbarten Inseln Panarea und Stromboli ins Visier nehmen konnte - weshalb auch immer...

Canneto ist bei den Einheimischen als Geheimtip zum Baden bekannt. Tatsächlich erstreckt sich der dortige Strand sichelförmig zwischen zwei Berghängen und könnte vielen Badegästen Platz bieten. Das man sie während unseres Aufenthaltes kaum zu Gesicht bekam, lag wohl daran, dass die Unterlage nicht Sand, sondern ziemlich spitzer Kies ist, sodass sein Betreten ohne Badeschuhe irgendwie ungemütlich ist. Meine Fußsohlen könnten davon ein trauriges Liedelein singen... Dass die lokalen Behörden dagegen nichts unternommen haben, ist eigentlich schade, denn es scheint, dass er der größte seiner Art auf ganz Lipari ist. Wegen dieser Zusammensetzung scheint sich auch die Anzahl der Hotelgäste in einem bescheidenen Rahmen zu halten, denn sonst hat Canneto - außer wirklich guten Restaurants - kaum etwas zu bieten.

Wer Frühaufsteher ist, kann sich auf verschiedene Anhöhen begeben und einen romantischen Sonnenaufgang erleben. Gleichzeitig erhält er auch einen wunderbaren Rundblick über die Bucht und den Ort.


Vor dem Sonnenaufgang
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Da ist er!
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Die Bucht zwischen zwei Anhöhen am frühen Morgen
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Der Hafen
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Das Hotel La Zagara
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Die Hotelterrasse am frühen Morgen
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Vor dem Betreten der Unterkunft
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Blick von Terrasse nach Panarea und Stromboli
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kokel
Erstellt am 18.01.2019, 16:10 Uhr und am 18.01.2019, 16:17 Uhr geändert.
Inselrundreise Lipari


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Mit uns hatten noch zwei Tiroler das gleiche Reiseprogramm. Da sie auch mit einem Tag Verspätung am Ziel eintrafen - allerdings auf noch unheimlicheren Wegen -, sahen wir uns gegenseitig als Leidensbrüder. Da die Beiden die Reise weniger gründlich vorbereitet hatten - wie auch meine bessere Hälfte... -, waren sie gerne bereit, den von mir vorgeschlagenen Plänen zu folgen. Dazu muss ich gestehen, dass meine Touren schon immer hauptsächlich egoistische Zwecke verfolgten, die u.a. darin bestanden geologische Gegebenheiten mit geomorphologischen Folgen sowie solche in Sachen Klima, Flora, Fauna und Ethnologie zu verbinden. Meine Frau fand sich im Laufe der Jahre damit ab - im Unterschied zu vielen anderen Gebieten... -, also erklärte ich den Alpenländlern mein Vorhaben, das sie natürlich begeistert akzeptierten...

Der Bus erklomm den Berg, von dem ich am Vortag die Panoramabilder geschossen hatte und fuhr anschließend die Steilküste in Richtung Norden entlang. Bei Porticello hielt er nur kurz an, weil dort jemand ausstieg - anscheinend ein Geologe. Ansonsten ähnelte die Siedlung einem verlassenen Kaff im Wilden Westen. Neben dem aufgewirbelten Bims war nix los. Öde, Tristesse und Einsamkeit prägten die Gegend. Wenn man bedenkt, dass hier über viele Jahre der Reichtum der Insel erwirtschaftet wurde, kam schon etwas Traurigkeit auf.

Kurz danach bog das Gefährt in Richtung Westen ab - ging ja auch nicht anders..., sodass nach etwa zehn Minuten ein Fischerdorf auftauchte - Aquacalda -, das allem Anschein nach auch schon bessere Zeiten erlebt hatte. Dort machte uns der Fahrer klar, dass für ihn Endstation sei! Dies wusste ich natürlich nicht, also fragte ich nach dem Grund. Darauf fing der burschige Italiener schadenfroh an zu grinsen und meinte, dass die Trasse rings um die Insel nur von Juni bis August befahren würde. Leider war es bei uns Anfang September, also wünschte er uns viel Erfolg beim Besteigen des nördlichsten Kaps von Lipari und das waren ja nur ca. 500 Meter innerhalb von etwa drei Kilometern... Dazu zeigte sich auch die Sonne von ihrer schönsten Seite...

Auf dem Weg nach oben wurden immer längere Pausen eingelegt, aber irgendwie wurde das Ziel dann irgendwann doch erreicht. Als Dank durften wir den herrlichen Blick auf die Nachbarinsel Salina genießen, zu dem sich noch der nach Filicudi und Alicudi gesellte.

In Ciesa Vecchia ging es anschließend mit dem Bus zurück nach Lipari und Canneto. Ein anstrengender, aber lohnenswerter Tag nahm so seinen Abschied. Am Abend saßen wir dann noch eine Weile auf der Terrasse beisammen und bewunderten den fortwährenden Ausbruch des Stromboli, der besonders in der dunklen Tageshälfte beeindruckt. Leider waren seine Eruptionen fast alle gleich, also monoton. Etwas mehr Spektakel hätte man schon erwartet, aber dann befolgten wir die Redewendung: "Wer Wenig nicht ehrt ist Vieles nicht wert" und begaben uns in die Phase der Träume.

P.S. Man folge den Bildern in der im Text angegebenen Reihenfolge.


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kokel
Erstellt am 19.01.2019, 10:45 Uhr und am 19.01.2019, 10:48 Uhr geändert.
Salina


Umriss von Salina
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Die zweitgrößte Insel des Archipels erstreckt sich ca. sechs Kilometer nördlich von Lipari. Als einziges Eiland der Äolen besitzt Salina eine Süßwasserquelle, wodurch hier mehr Feuchtigkeit herrscht und dem vom Wasser umschlossenen Festland den Beinamen "Grüne Insel" verleiht.

Hauptort - obwohl bevölkerungsmäßig nur auf Platz 2 - ist Santa Marina Salina, wo sich auch der Haupthafen befindet. Der Ort beherbergt die älteste Kirche der Liparen, deren Grundrisse über einem Heiligtum aus römischer Zeit stehen. Nach ihrer Restaurierung Anfang des letzten Jh. ist sie auch ästhetisch die Schönste ihrer Art zwischen Kalabrien und Sizilien.

Im bevölkerungsmäßig größten Ort - Malfa - wird der sogar über die Grenzen Italiens hinaus bekannter Malvasia Wein angebaut. Die dafür in Anspruch genommene Fläche ist relativ klein, was den Rebensaft umso wertvoller macht. Unter 15 Euro ist keine Flasche mit diesem Gesüff zu haben.Jenseits der Küste - wahrscheinlich um Piraten auszuweichen - liegen die beiden anderen Ortschaften Pollara und Leni, zu dem auch der kleine Hafen Rinella gehört. 1994 wurde in Pollara der weltberühmte Film "Der Postmann" mit M. Redford gedreht, der den Ort bekannt machte.

Zu den Spezialitäten Salinas gehören auch die Kapern, zu deren Ehre jedes Jahr im Juni ein Riesenfest - die Sagra del capero - stattfindet.

Praktisch ist Salina das Ergebnis von zwei Vulkankegeln, von denen der höhere fast 1.000 m ü.NN. liegt und somit der höchste Berg der Liparen ist.


Santa Marina Salina
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Die Kirche
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Haupteinkaufsstraße
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Die Grotten von Pollara. Hier war einer der Drehorte des Films "Der Postmann"
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Blick nach Filicudi
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Leni und Rinella
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Salina von Vulcano aus gesehen
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kokel
Erstellt am 19.01.2019, 16:18 Uhr und am 19.01.2019, 16:20 Uhr geändert.
Filicudi


Umriss
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Wenn man von Vulcano aus - oder auch schon davor - in Richtung Nordwesten blickt, erscheint hinter Salina ein mächtiger Vulkankegel am Horizont mit ziemlich steilen Hängen. Hätte er nicht noch einen kleinen "Schwanz" in Richtung SO, wäre er eirund. Es ist Filicudi.
Das kleine Eiland gehört mit seinen 9,5 km2 zu den kleineren Liparen und auch die Einwohnerzahl ist nicht unbedingt imponierend - 250 -, doch wenn man den bewohnten Teil passiert hat, wird der Eindruck erweckt, als würden hier viel mehr Menschen zu Hause sein. Tatsächlich ist die Anzahl der Häuser so groß, dass hier locker ein Vielfaches an Menschen Platz hätten. Des Problems Lösung: Es handelt sich in vielen Fällen um Ferienhäuser.
Bei der geringen Zahl an ständig hier lebenden Menschen wundert es schon, dass es auf Filicudi drei Ortsteile gibt, die als Ortschaften gesehen werden wollen: Filicudi Porto, Val de Chiesa und Pecorini. Dabei hat Filicudi Porto den Vorteil, dass die meisten Boote dort landen, sodass seine Einwohner als Erste an die frische Ware herankommen. Werden z.B. die Obst-/Gemüsekisten vor dem Laden sortiert, kommen auch schon die Frauen und holen sich das Beste. Dann erst geht`s an die Theke, wo gewogen und bezahlt wird. Was übrig bleibt, wird dann wahrscheinlich nach Val de Chiesa weitertransportiert - Pecorini hat eine eigene Anlegestelle.

Bei genauerer Betrachtung ist Filicudi das Ergebnis von vier Vulkanausbrüchen, deren Kegel heutzutage sehr gut zu sehen sind: der alle überragende Monte Fossa delli Felci (774 m, gefolgt von Montagna (338 m) und Torione (280 m). Der vierte - Monte Graziano - ist neueren Datums. Dank seiner Eruption ist die Insel ein wenig größer geworden. Das von ihm erschaffene Gebiet ist archäologisch gesehen eines der bedeutendsten von den Liparen, da hier eine Siedlung aus der Bronzezeit entdeckt wurde. Sie scheint die älteste zu sein, die man auf der Inselgruppe entdeckt hat. Genau so ist auch Filicudi: Die Seniorin unter den Liparen (ca. 1 Million Jahre).


Abschied von Salina
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"Riesenauge"
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Filicudi in Sicht
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Uferpromenade
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Der "Schwanz" von Filicudi
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Blick nach Alicudi
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Panorama nach Sürwesten
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kokel
Erstellt am 20.01.2019, 06:50 Uhr
Alicudi


Umriss
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Die zweitkleinste Insel der Liparen (5,2 km2 und ca. 100 ständig dort Lebenden), aber bei Weitem die abgelegenste und ruhigste, befindet sich am nordwestlichen Rand des Archipels. Auf dem Weg dahin kamen wir im Westen von Filikudi an zahlreichen Felsen und Grotten vorbei, die schon sehenswert sind. Einige der KLippen werden sogar von Kletterern in Anspruch genommen, die z.T. von einigen tausend Kilometern anreisen. Da fragt man sich schon, ob die noch richtig ticken, aber einen Vorteil im Vergleich zur Erstürmung von Berggipfeln haben sie schon, weil sie bei einem Absturz wenigstens weich landen...

Je näher man Alicudi kommt, desto verwunderter ist man, was die Lage der Häuser anbetrifft. Die älteren Bauten befinden sich irgendwo im Nichts an einem Hang, der nur auf Eselspfaden erreicht werden kann, denn Straßen gibt`s auf dem Eiland keine. Der einzige Ort befindet sich rings um den kleinen Hafen und ist terrassenförmig angeordnet. Wenn man sich die Mühe macht und Teile des sehr abschüssigen Pfades hochklettert, merkt man gleich, dass es sich hier um keine normalen Bauten handelt. Die Häuser sind keine normalen, sondern prächtige Villen, in und vor denen man keine Menschenseele antrifft. Auch entlang des sehr gut ausgebauten Steges begegnet man keiner Menschenseele. Es handelt sich um Ferienvillen der Mitglieder einer Gesellschaft mit Sitz im sizilianischen Corleone...

Im kleinen Dorfzentrum wehte eine leichte Meeresbrise. Im Schatten eines Baumes las ein anscheinend für mehrere Tage hier einquartierter Tourist. In enger Nachbarschaft döste ein Hund dahin. Mehr gibt`s hier nicht. Wer also Ruhe sucht, der fahre nach Alicudi. Die wird nur für etwa eine Stunde gestört, wenn sich Touristen hier verlieren. Die besetzen dann die Terrassen der drei Restaurants, stehen Schlange vor den hier rar "gesäten" Toiletten und warten danach auf die Rückfahrt.


Er wartet auf Touristen
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Er auch...
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Unter Extremkletterern sehr belibt: Die "Pana" (71 m)
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Abrasion
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Dort leben Menschen...
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Hier manchmal auch...
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Blick zur Anlegestelle
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kokel
Erstellt am 21.01.2019, 04:00 Uhr und am 21.01.2019, 04:12 Uhr geändert.
Panarea

Wie schon an anderer Stelle hervorgehoben, gliedern sich die Liparen in die Gruppe der flächenmäßig kleinen Inseln ein. Ein kurzer Vergleich bestätigt dies: So hat Grönland 2, 166 Mio km2, Rügen 926 km2, während die ausgedehnteste Insel dieser Gruppe (Lipari) bloß 37 km2 misst. Geht`s noch viel kleiner? Aber ja: Panarea misst nur 3, 4 km2! Man könnte fast behaupten, dass man mit einem kräftigen Darmwind dem ganze Eiland ein anderes "Aroma" verleiht...

Dieser kleine Flecken Erde soll den schönsten Strand der Inselgruppe haben, Cale di Junco, den man allerdings erst erreicht, wenn man einen für die dortigen Verhältnisse langen Spaziergang unternimmt - etwa 2 km vom Hauptort San Pietro entfernt. Dabei könnte man gleich an der Punta del Corvo vorbeischauen, dem höchsten Berg des Zwerges (421 m ü.N.N.)

Die ca. 240 Einheimischen leben etwas abseits von San Pietro, sind aber zu großen Teilen dort im Tourismus beschäftigt. Eigentlich hat Panarea kaum was zu bieten, hat sich jedoch zum Treffpunkt der Oberen 10.000 gemausert. A. Banderas, Kate Moss oder Naomi Campell - nebst einer Reihe von Prinzen und sonstigem Gehabbel - sollen sich hier wiederholte Male aufgehalten haben. Für diese Prominenz wurden einige Hotels mit besonderer Ausstattung - z.B. das "Raya" errichtet, in denen man durchfeiern kann.

In der Nähe des Inselzwergs ragen noch andere Felsen - z.T. sogar größeren Ausmaßes - empor, so der Basiluzzo, Datillo, Lisca Bianca, etc, was sogar dahin geführt hat, diese besondere Inselwelt als Archipel im Archipel zu bezeichnen - na ja, in Kleinformat eben...

Wir haben da einen Zwischenstopp auf dem Weg zum Stromboli gemacht. In der Nähe des Hafens befindet sich - dicht neben der Mole - die Hauptstraße des Kaffs, in der allerdings schicke Läden mit allerhand Waren anlocken. Daneben erhebt sich auf einem kleinen Hügel das "Raya". Kleine offene Minitaxis stehen den Gästen für zehn Minuten zur Verfügung, Zeit, in der man durch den Ort fahren kann. Sonst dehnt man sich auf der Mauer der Uferpromenade und blickt gen Osten zum Stromboli. Das war`s dann auch schon.


Abschied von Alicudi...
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San Pietro, die "Metropole" mit ca. 120 Einwohnern...
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s.o.
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Felsen vor Panarea
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Das war`s auf Panarea
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Der Stromboli von Panarea aus gesehen
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kokel
Erstellt am 21.01.2019, 04:53 Uhr und am 21.01.2019, 05:22 Uhr geändert.
Stromboli


Umriss
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Die bei Weitem bekannteste Insel der Liparen ist Stromboli. Der Schichtvulkan (Stratovulkan) ragt fast tausend Meter aus dem Meer empor, doch darunter ist er noch weitere 2.000m tief. Vulkane dieser Art sind die Folge einer Lava mit hohem Gehalt an Kieselsäure, was sie zähflüssig macht. Deshalb fließt sie den Hang langsamer herunter und erkaltet noch bevor sie den Fuß des Kegels erreicht. Deshalb wachsen Vulkane dieses Typs praktisch nach jeder Eruption weiter.
Je nach Typ können solche Ausbrüche von enormen Staubwolken, aber auch von Vulkanbomben begleitet sein, die verheerende Schäden anrichten können. In solch einem Fall hat das Sprichwort: "Alles Gute kommt von oben" wohl kaum Gültigkeit...
Der Stromboli gehört zu denjenigen Vulkanen, die zwar sehr oft ausbrechen, doch ist der innere Druck im Vergleich zu anderen Vulkantypen gering, sodass die Lava meist im Krater verbleibt; bei stärkeren Eruptionen fließt sie den NO-Hang hinunter ins Meer.


Eruption vom Typ Stromboli
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Die Anfänge des Ur-Stromboli liegen gute 40.000 Jahre zurück. Einige Vulkanologen sprechen auch von einem Paleo-Stromboli, der noch älter sein soll.
In seiner zweiten Phase - vor etwa 10.000 Jahren - hat sich der Neo-Stromboli gebildet. Während dieser Zeit floss sehr viel Lava ins Meer, sodass die Insel einiges an Ausmaß zulegte.
Vor ca. 5.000-6.000 Jahren brach die Caldera in sich zusammen - infolge des Nachlassens des inneren Druckes aus dem Erdmantel - und führte so zur Entstehung der "Feuerleiter" ("Sciara del Fueco"), an der entlang sich die glühende Masse aus dem Erdinneren in Richtung Meer bewegt.


Aus den Tiefen des Meeres...
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In unmittelbarer Nähe des Vulkans erhebt sich ein Felsen aus dem Meer, der viel älter ist. Es handelt sich um den Strombolicchio, dessen vulkanische Aktivität jedoch mit der des "Großen Bruders" nichts zutun hat.


Strombolicchio
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Die Ausbrüche des Stromboli erfolgen unregelmäßig in Abständen von einigen Minuten bis zu einer Stunde. Da sie sich schon seit vielen tausenden von Jahren wiederholen, war der Vulkan schon im Altertum als "Leuchtturm des Mittelmeeres" bekannt und diente hauptsächlich nachts als Orientierungshilfe für Schiffe.

Auf der 12,6 km2 großen Insel befinden sich zwei Ortschaften, Ginostra im SW und Stromboli im NO. Dabei ist Ginostra ein derart kleines Kaff, dass hier nur etwa 30 Menschen ihr ständiges Zuhause haben. Bis vor kurzem gab`s hier keinen Strom. Hierher verirrten sich nur diejenigen Touristen, die ganz abschalten wollten - wie auf Alicudi. Im einzigen Restaurant kann man einen Aperitif genießen. Dort trifft man sich gegen Abend, um zu plaudenn - wenn man`s den nötig hat. Ansonsten herrscht totale Einsamkeit! Wer baden möchte, steigt viele Stufen zum Meer hinab. Die einzigen Störfaktoren sind die Hunde...


Ginostra
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Da ist Stromboli schon ganz anders. Der ca. 800 Einwohner zählende Ort hat sich ganz auf Tourismus eingestellt. Es gibt neben ein paar Hotels noch viele Ferienhäuser sowie Restaurants und Läden, in denen Touristenramsch jeder Art angeboten wird, nach dem Motto: "Blöd ist nicht der, der dieses Zeug anbietet, sondern der, der es kauft.". Wie wahr!


Der Hauptort Stromboli
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Wir trafen hier an einem späten Nachmittag ein. Anschließend bummelten wir entlang der Uferpromenade, die etwa drei Kilometer lang ist, jedoch nur in unmittelbarer Nähe des Hafens interessanter ist. Dann wurde eine Abzweigung durch eine der vielen Gässchen genommen, um auf den Berg zu steigen, wo sich das Ortszentrum erstreckt.


Ein Gässchen auf/in Stromboli
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Von der Dachterrasse eines der Vergnügungslokale hat man ein herrliches Panorama auf den Ort und den Strombolicchio.


"Attacke" auf den Stromolicchio
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In der Dunkelheit machten wir uns dann auf die Socken zur NO-Flanke, wo sich die "Feuerleiter" befindet, und warteten das große Spektakel ab. Tatsächlich konnten innerhalb einer halben Stunde etwa sechs Ausbrüche bewundert werden, doch zum Fotografieren reichte es nicht, denn sie kamen ohne Vorhersage... und dauerten bloß einige Sekunden. Schade. Anschließend ging`s mit doppelter Geschwindigkeit zurück zur Herberge.


Ciao Stromboli
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Ein intensiver, abwechslungs- aber sehr aufschluss- und lehrreicher Tag!


kokel
Erstellt am 22.01.2019, 04:44 Uhr und am 22.01.2019, 05:06 Uhr geändert.
Vulcano


Umriss
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Der bekannteste Vulkan der Liparen mag der Stromboli sein, der gefährlichste jedoch ist Vulcano! Seine Ausbruchsform kennzeichnet sich durch Asche, die bis zu 20 km hochsteigen kann, gefolgt von Vulkanbomben, die in einem Umkreis von bis zu 5 km niedergehen können.
Vor ca. 130.000 Jahren entstand hier die erste Caldera - ein riesiger Vulkankrater -, die vor etwa 50.000 Jahren in sich zusammenbrach. Nach einem erneuten Ausbruch bildete sich vor ca. 15.000 Jahren die aktuelle Fossa (Krater), aus der schließlich der heutige Gran Cratere hervorging. Seit einiger Zeit befindet sich der Vulcano in einem sogenannten posteruptiven Stadium, das sich durch zahlreiche Fumarolen kennzeichnet.

Die Besiedlung dieses gefährdeten Fleckens erfolgte schon vor der griechischen Kolonisation, doch flohen die Menschen des Öfteren nach Eruptionen. Ende des 19. Jh. z. B. wollte ein Schotte die Insel in einen blühenden Garten umwandeln, was ihm durch verschiedene Anpflanzungen von Zitruskulturen auch teilweise gelang, bis der Vulkan seine hässliche Fratze zeigte und sein Lebenswerk zerstörte. Ja, so ist das mit der "Symbiose" zwischen Mensch und dieser inneren Kraft. Sie schafft für den homo sapiens Lebensraum und gibt ihm sehr fruchtbare Böden, doch irgendwann ist das Spiel vorbei...


Eruption vom Typ Vulcano
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Vulcano ist nur 20 km von Sizilien entfernt. Mit einer Fläche von 21.2 km2 gehört es zu den größeren Inseln des Archipels. Die ca. 800 Einwohner leben fast ausschließlich vom Tourismus in Vulcano Piano, Vulcano Porte und Vulcanello.

Zwischen dem Gran Cratere und Vulcanello erstrecken sich auf ca. 37.000 m2 die "Toten Felder", auf denen dank der Giftgase, die da austreten, nichts gedeiht.

Selbstverständlich ist der Gran Cratere die Hauptattraktion von Vulcano. Ein relativ steiler Anstieg von etwa 75 Minuten beschert dem Gaffer einen Blick in den Krater, aus dem - jedoch auch an seinem Rand - heiße Gase entweichen. Hier ist besondere Vorsicht geboten, denn das Einatmen einer höheren Konzentration kann zu Schwindelanfällen bis hin zu Ohnmacht führen!

Das Leben auf Vulcano spielt sich praktisch rings um den Hafen ab. Zu den Attraktionen zählen hier das Schlammbad und der fein hergerichtete Strand. Den Touristen werden Hotels in allen Kategorien angeboten. Beim Bummeln durch die kleinen Orte spürt man einen Schwefelgeruch, der jedoch nicht unbedingt stört, denn seine Intensität ist noch ertragbar.

Der Gran Cratere soll der Sitz des Vulkangottes gewesen sein. Zu dessen Freunden zählte auch ein gewisser Baron von Münchhausen. Dieser wurde mal hin zu einer Orgie eingeladen. Während des Saufgelages soll Vulkan den Eindruck gehabt haben, dass sich der Baron an die bildhübsche Venus, der Frau des Hausherren, herangemacht hat. Wutentbrannt packte er den nun in Ungnade Gefallenen am Schlafittchen und warf ihn mit voller Wucht in den Vulkanschlot.
Dank der enormen Kraft, mit der der Baron nach unten geworfen wurde, durchquerte dieser die ganze Erde und landete schließlich in der Südsee. So ist Münchhausen bis heute - wahrscheinlich für alle Ewigkeit... - der einzige Erdbewohner, der uns den inneren Aufbau der Erde liefern könnte... Leider hat er davon nix hinterlassen, sehr zum Ärger der dafür zuständigen Spezialisten...


Gran Cratere
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Heiligenbild vor der Westküste
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Schwefelablagerungen vor dem Vulcanello
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Schlammbad
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Der Vulcanello
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Route zum Gran Cratere
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Hier soll Vulcano einen Irdischen ins Erdinnere befördert haben...
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Postvulkanische "Eruption"
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kokel
Erstellt am 23.01.2019, 05:01 Uhr und am 23.01.2019, 05:29 Uhr geändert.
Nordostsizilien


Lage
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Besucht man schon die etwas abgelegene Inselwelt der Äolen (Liparen), macht man auch einen Sprung zum Ätna. So gönnten wir uns noch einige Tage danach in Taormina, um den höchsten Vulkan Europas etwas näher kennenzulernen. Deshalb ging es von Lipari über Milazzo zurück auf die größte Insel des Mittelmeeres, wo wir in einem recht schmucken Hotel einkehrten.


Hotel Capotaormina

Im Normalfall verschwende ich keine Zeit, um eine Herberge zu beschreiben, weil die meisten irgendwie gleich sind, doch diesmal war/ist das Ganze anders, denn diese Unterkunft unterscheidet sich in so mancher Hinsicht von den meisten anderen.

Das Hotel befindet sich im äußersten Osten des auch einmaligen Ortes Taormina. Es wurde Ende der Siebziger Jahre in den Kalkstein der Felsenkliffküste, Ergebnis der Meeresabrasion, hineingemeißelt. Ähnlich wurde bei der Errichtung der beiden Schwimmbecken vorgegangen.

Die Stockwerke werden von oben nach unten nummeriert, da der Eingang sich in der obersten Etage befindet. Dazu haben alle (!) Zimmer Meeresblick.

Das Hauptrestaurant ist mit einer wunderschönen Terrasse ausgestattet, von der aus sich ein fantastischer Blick auf den Golf von Naxos-Giardini, zur Isola Bella sowie in Richtung Taormina und dem Ätna öffnet.

Zwei unterschiedlich große Konferenzräume ermöglichen Zusammenkünfte unterschiedlichster Art.

Wer vormittags in den Genuss des Meeres kommen will, begibt sich an den Oststrand, Langschläfer wiederum haben die Möglichkeit, es am südlichen zu tun, wo es noch zusätzlich zwei Schwimmbecken gibt. Die beiden Bademöglichkeiten sind durch einen Tunnel miteinander verbunden, der etwa 100 m lang und mit romantischer Beleuchtung versehen ist.

All dies würde den Aufenthalt in diesem wirklich außerordentlichen Ambiente zum Traum werden lassen, wenn da nicht ein "klitzekleiner" Störfaktor wäre: die Preise! Ohne auf Einzelheiten eingehen zu wollen, merke ich bloß an, dass es viel lohnender ist, auswärts zu essen und trinken...

Wer also über das nötige Budget verfügt, fahre in dieses Traumhotel. Wir hatten nur Frühstück; alles andere hätte unseren Etat ziemlich gesprengt...


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P.S. Leider reicht die Zeit zur Bilderklärung diesmal nicht aus. Vielleicht erbarmen sich die Admis und erlauben das Doppelte der Zeit, denn so gäbe es auch keine Hektik mehr, um alles zu bewältigen.

kokel
Erstellt am 24.01.2019, 04:00 Uhr und am 24.01.2019, 04:23 Uhr geändert.
Ätna (Mongibello)


Lage
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Die Region Ätna
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Wer sich in der Nähe von Sizilien oder auf dieser Insel aufhält, kommt bei klarem Himmel in den Genuss eines Panoramas, das er/sie nie vergessen wird. Der Dominator der Landschaft ist seine Majestät, der Ätna. Er überragt die Landschaft um mehr als 2.000 m, also kann man ihn nicht übersehen!

Wie seine Artgenossen etwas weiter nördlich auch, ist der mächtigste und höchste Vulkanapparat Europas - 1.170 km2 Fläche, 250 km Umfang und bis zu 3.350 m ü. NN. - das Ergebnis der Subduktion (siehe Einführung) der Afrikanischen Platte unter die Eurasische.
Der Prozess der Genese dieses "Monstrums", das die Einheimischen liebevoll einfach Mongibello (der Berg) nennen, begann vor etwa 1.000.000 Jahren und ist bis heute nicht abgeschlossen, da das Abgleiten der südlichen tektonischen Platte unter die dickere nördliche noch lange nicht abgeschlossen ist. Dies wird erst dann der Fall sein, wenn das "Anschweißen" aufhört, und dies wird bestimmt keiner von uns erleben, denn das dauert noch einige Millionen Jahre, wobei auch das Mittelmeer verschwunden sein wird und die Völker Afrikas uns ohne natürliches Hinternis besuchen können - oder auch umgekehrt...

Von der Struktur her besteht das vielleicht weltweit komplizierteste Vulkangebilde aus einem Haupt-, vier Gipfel- und etwa 400 Hangkratern. Die meisten der kleineren Öffnungen befinden sich zwischen 370-1800 m ü.NN. Ihre Anzahl ist ungenau, da nicht alle - aus welchen Gründen auch immer - in der Statistik erfasst sind, eine weltweit fast einmalige Angelegenheit.

Die vulkanischen Aktivitäten, die am Ätna alles andere als rar sind, finden hauptsächlich in den Hangkratern zwischen 1800-2500 m ü. NN. statt. Meist sind sie für die Umgebung kaum gefährlich, doch der Lauf der Geschichte hat aufgezeigt, dass es auch Katastrophen gab, die ich hier nicht näher erwähnen möchte.

Der große Umfang des Ätna geht auf seine dünnflüssige Lava zurück, wodurch eigentlich Schildvulkane entstehen, doch deren Zusammensetzung kann sich ändern - abhängig von den geschmolzenen Gesteinsarten, wodurch der Anteil an Kieselsäure variiert - sodass das zähflüssige Material früher erkalten kann und den Kegel in die Höhe anwachsen lässt. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass Vulkankegel nach Ausbrüchen auch z. T. zerstört werden können, was den Apparat dann nach unten "wachsen" lässt... Dies war auch beim Ätna wiederholte Male der Fall, aus welchem Grund seine Höhe nie als stabil angegeben wird. Sie schwankt zwischen 3.300-3.350 m ü.NN.

Rings um den Ätna haben sich, höhenabhängig, mehrere Vegetationsgürtel herausgebildet, in denen Eichen, Birken, Kastanien und - hauptsächlich als erste nach einer Eruption - Ätnaginster wachsen. Ab 2.500 m ü. NN. ist die Gegend vegetationslos, was auch eine Folge der Giftgase ist, die immer wieder austreten. Von den Kulturpflanzen seien hier Orangen, Zitronen, Oliven, Feigen und Pistazien erwähnt.

Eine Besonderheit des Ätna sind die Vulkangrotten, deren Länge bis zu einem Kilometer erreichen kann. Ihre Erklärung besteht darin, dass die Lava an der Oberfläche erkaltet, weiter unten jedoch weiterfließt, sodass sich Hohlräume bilden.

Wie auch im Falle des Vulcano, ist auch dieser speihende Berg von Mythen umgeben. Auch er soll zu den Schmieden des Vulkangottes gehört haben. Diese wurden immer dann in Funktion gesetzt, wenn er den Eindruck hatte Venus würde sich mit Anderen vergnügen. Man sieht also, dass Lüste zur Befriedigung nicht neu sind. Sie waren schon bei Göttinnen vorhanden, also werden sich unsere Schönen gedacht haben, dass sie es ihnen gleichtun dürfen... Wir Männer müssen dann schauen, wie wir damit zurechtkommen, denn Schmieden haben wir ja keine mehr...

Begleitet von einem ortskundigen Reiseleiter, dem man die Begeisterung zu seinem Vulkan schon recht früh anmerkte, haben wir einige Hangkrater zwischen 1.600-1.800 m ü. NN. erklommen, die neueren Datums sein mussten, denn die Vegetation befand sich noch im Anfangsstadium. Von ihnen aus eröffneten sich vielseitige Panoramen sowohl in Richtung Hauptkrater, als auch dem Meer zu. Bei genauerer Observation konnten sogar Teile der Ringvegetationen erkannt werden. In diesen Höhen war es auch schon bedeutend frischer, sodass man sich davor während einer kurzen Pause einen einheimischen 70%-igen (!) gönnen konnte, was anschließend nicht ohne war...

Als krönender Abschluss wurden unten im Tal die Schluchten von Alcantara besichtigt, ein Ereignis, das man weiterempfehlen kann, denn die Landschaft ist dort tatsächlich sehenswert.

Eigentlich gibt es verschiedene Möglichkeiten mit dem mächtigsten Vulkan Europas in Kontakt zu treten, angefangen von einer Kombination zwischen Bus, Eisen- und Drahtseilbahn, bis hin - wie in unserem Fall - zu einer einfachen Besichtigung einiger Nebenkrater. Am besten ist es bestimmt, wenn man mindestens zwei der angebotenen Varianten annimmt, doch da müssen schon mehrere Faktoren mitspielen...

Fazit: Dank auch des für uns vorteilhaften Wetters am Tag der Erkundung, konnten wir einen Einblick in die Aktivitäten des Feuerspuckers erhalten und das Erlebnis als sehr interessant speichern.


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Abschließend noch einige Bilder von der Schlucht von Alcantara, dem einzigen Fluss Siziliens, der nie austrocknet.


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bankban
Erstellt am 24.01.2019, 06:14 Uhr und am 25.01.2019, 00:29 Uhr vom Moderator geändert.
[Der Beitrag wurde gelöscht. Es wurden Persönlichkeitsrechte verletzt.]

gerri
Erstellt am 24.01.2019, 08:34 Uhr

Sehr schöne,meisterhafte Fotos.

kokel
Erstellt am 24.01.2019, 09:18 Uhr und am 24.01.2019, 09:31 Uhr geändert.
Ach ja. die Ätna... der "Leuchtturm des Mittelmeeres"...

1. Mit "Leuchtturm des Mittelmeeres" ist nicht der Ätna, sondern der Stromboli gemeint. Um dies zu wissen, würde es reichen, wenn man der Beschreibung etwas genauer folgen würde. Ansonsten gilt die Redewendung: "Schuster, bleib` bei deinem Leisten."
2. Sich mit fremden Federn zu schmücken, ist bestimmt nicht die feine "bankbanische" Art, aber die ist wohl weniger bekannt... Bleibt noch juristisch zu prüfen, ob so etwas zulässig ist.

kokel
Erstellt am 24.01.2019, 10:13 Uhr
Sehr schöne,meisterhafte Fotos.

Nun bist also auch du ein "Ableger" von mir, @gerri...

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