Hochinteressantes, Diverses

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Brombeer
Erstellt am 07.06.2018, 13:59 Uhr
Lohnenswert?

Hallo Bernd1946

Es ist ja schön, dass Sie mit Ihrer ins Leben gerufenen Rubrik „ Hochinteressantes, Diverses“ das Forum etwas entpolitisieren und erweitern. Leider bemängle ich zum wiederholten Mal, dass Sie als Übersetzer zu Berichten in Rumänisch verlinken.

In einer Website die den Namen SIEBENBUERGER.de heißt, darf deutsch erwartet werden.
Wenn Ihnen das zu mühsam ist, dann geben Sie doch bitte ein paar zielführende Stich-worte in deutscher Sprache bekannt, damit man entscheiden kann, ob sich die Suche nach Links in Deutsch oder Englisch lohnt.

Herzlichen Dank vorab
Brombeer

Bernd1946
Erstellt am 08.06.2018, 18:10 Uhr und am 08.06.2018, 18:18 Uhr geändert.
>>>In einer Website die den Namen SIEBENBUERGER.de heißt, darf deutsch erwartet werden.

Besseres Deutsch:
... die den Namen SIEBENBUERGER.de trägt/ führt/ etc.!

Genauso darf auf dieser Website erwartet werden, dass ein Großteil der Leser Rumänisch versteht- befindet sich doch SIEBENBUERGEN seit eh und je im Balkan und seit 100 Jahren unter rumänischer Herrschaft, wo die meisten von uns auch geboren sind. Und dort wurde schon um ein paar hundert Jahre davor - auch- Rumänisch gesprochen.

Anders rum:
Ich nehme hier teil aus Spaß. Aber das Heraussuchen der- in diesem Fall - 10 Überschriften und das korrekte Übersetzen derselben artet in Arbeit aus- und das ist nicht Sinn und Zweck der Übung!

Daher sind meine Adressaten in diesem Falle nur Leute, die Rumänisch lesen & verstehen können. Werde ich in Zukunft im Titel angeben , OK!

Bernd1946
Erstellt am 08.06.2018, 20:24 Uhr und am 08.06.2018, 20:24 Uhr geändert.
Hier für Brombeer ausnahmsweise die grobe Übersetzung der 10 Untertitel. Bitte beachten- diese Übersetzung ist möglicherweise nicht 100%-ig korrekt! Ggf. werden im entsprechenden Fach- Deutsch etwas andere Bezeichnungen verwendet!


10 unglaubliche Techniken über die die meisten gar nicht wissen, dass es sie gibt

1. unglaubliche Techniken – Die elektronische Haut oder die E- Haut
2. unglaubliche Techniken- Li-Fi (optische Datenübertragung auf kurze Distanzen mittels Licht)

Lt. Wikipedia:
Li-Fi
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Li-Fi (englisch light fidelity) ist ein 2011 vom an der University of Edinburgh arbeitenden deutschen Forscher Harald Haas geprägter Begriff für ein Verfahren der optischen Datenübertragung auf kurze Distanzen (englisch Visible Light Communications, VLC) und ein optisches Äquivalent zu den funktechnisch realisierten WLAN. ............

3. unglaubliche Techniken- die Rüstung aus durchsichtigem Aluminium
4. unglaubliche Techniken- Kontaktlinsen, die den Zuckergehalt im Blut überwachen
5. unglaubliche Techniken- Drahtlose Übertragung der Energie
6. unglaubliche Techniken- Durchsichtige Solar- Paneele
7. unglaubliche Techniken- Die femto- Fotografie/ Das femto- Fotografieverfahren
8. unglaubliche Techniken- 5D- Glasscheiben
9. unglaubliche Techniken- Das synthetische Blatt, das Sauerstoff erzeugt
10. unglaubliche Techniken- das Aerogel

Bernd1946
Erstellt am 16.06.2018, 13:33 Uhr
Luthers 34. These (aus seinen 95 Thesen , von 1517 , heute total vergessen- aber, der lateinische Text ist mit Google auffindbar):

“Gegen die Türken kämpfen ist sich gegen Gott auflehnen, der uns zur Strafe für unsere Sünden durch jene heimsucht“

Interessant, wie man das damals so interpretieren konnte!

“Proeliari adversus turcas est repugnare Deo visitanti iniquitates nostras per illos.“

gerri
Erstellt am 16.06.2018, 14:00 Uhr

@ Das sächsische Wort "Pila" als Benennung für den Ball,kommt aus dem Lateinischen.

Ahnliche Benennungen:

Esperanto: pilko
Italienisch: palla
Corsisch: palla
Polnisch: pilka


Bernd1946
Erstellt am 27.07.2018, 17:25 Uhr und am 27.07.2018, 17:41 Uhr geändert.
"Wissenschaftsstadt München"
- gibt es als Broschüre, im "ThemenGeschichtsPfad" ((Band 6), oder hier online, als pdf etc.:

http://www.kulturreferat.de/flash/tgp-wissenschaft/TGP_Wissenschaften_final_screen.pdf

oder

https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Kulturreferat/Stadtgeschichte/ThemenGeschichtsPfade/Wissenschaft.html

Seltsam, da Auflage 2016:
Das Wort "nationalsozialist..." findet man 54-mal- jetzt, 73 Jahre nach Kriegsende! NSDAP- 12 mal, nazi 4 mal. Kaum zu glauben, wo es doch keinesfalls ein Politik-, Geschichte- o.ä. Büchlein ist, sondern nur gewisse Aspekte unserer schönen Stadt präsentieren will, d.h. den "Wissenschafts-" Standort München, OK, früher und heute!

Und natürlich sind einige zig Seiten mit Informationen zur Nazi- Zeit ausgefüllt, von den insgesamt 224 Seiten.

Wen das wohl so genau interessieren mag???

gerri
Erstellt am 27.07.2018, 20:40 Uhr

@ Bei Endkontrolle muss es vorhanden sein.

kokel
Erstellt am 04.08.2018, 08:14 Uhr

ŢIGANII IN ELVEŢIA

In sfârșit, am reușit să înțeleg de ce nu preferă țiganii Elveția, in fața Canadei, Franței, Germaniei, sau Danemarcei.

Păi, sa vedem ce se intamplă in Elveția. Și acolo se găsesc țigani dar, surprinzător, acolo ei muncesc din greu. Conform celor povestite, chiar de către doi proprietari de hoteluri, motivațiile sunt următoarele:

Ajutorul de șomaj se acordă numai după cinci ani de muncă neîntreruptă;
Dacă refuzi o ofertă de loc de muncă, pierzi orice ajutor din partea statului;
Dacă pierzi din vina ta locul tău de muncă: de ex..consum de alcool la locul de muncă, pierzi orice ajutor din partea statului;
Dacă provoci distrugeri în locuința ta socială sau la orice alt obiectiv care se află în proprietatea statului, trebuie să suporți ori costul reparațiilor, ori să lucrezi în cadrul unui penitenciar în folosul societății, până la recuperarea pagubelor.


Este surprinzător însă, că nimeni nu condamnă Elveția, fiindcă nu hrănește fără muncă pe cei dezavantajați de soartă. Și nici nu se amintește nimic, pe tot teritoriul Europei, despre rasismul elvețian.
Ar fi un subiect de reflectat pentru guvernantii nostri!



Bernd1946
Erstellt am 31.08.2018, 10:20 Uhr und am 31.08.2018, 10:25 Uhr geändert.
Religionskritiker Freud[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
https://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud

… „Eine besondere Bedeutung beansprucht der Fall, daß eine größere Anzahl von Menschen gemeinsam den Versuch unternimmt, sich Glückversicherung und Leidensschutz durch wahnhafte Umbildung der Wirklichkeit zu schaffen. Als solchen Massenwahn müssen wir auch die Religionen der Menschheit kennzeichnen. Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.“ (S. 33)
………….
Freud bekräftigt die Religionskritik der Philosophen durch Einsichten, die er als naturwissenschaftlich geprägter Mediziner bei der Entwicklung der klinischen Psychoanalyse gewonnen hat. Dabei drängte sich ihm die Auffassung auf, dass die Religion einer Kindheitsneurose vergleichbar sei.
..........
Mein Kommentar:
Auch die kommunistischen Staaten könnten hier eingereiht werden!
Oder auch Vorstellungen von "Liebe"!

Mit den jeweiligen Abstrichen, Anpassungen etc.pp.

Eure Meinungen hierzu?

Bernd1946
Erstellt am 31.08.2018, 10:58 Uhr
Übrigens, zur Liebe/ Liebeskrankheit :

Da gibt es sogar einen internationalen Krankheits- Kode hierfür!
s.a.:
1. Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, (WHO)

2. https://books.google.de/books?id=5EF_DAAAQBAJ&pg=PT122&lpg=PT122&dq=Liebe-+Internationale+statistische+Klassifikation+der+Krankheiten&source=bl&ots=7Q4ckk0mkA&sig=VFTJl-UyjIm7tmPTTDV9PVMo1LM&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiSjMjl9ZbdAhWks4sKHfIwDRMQ6AEwA3oECAkQAQ#v=onepage&q=Liebe-%20Internationale%20statistische%20Klassifikation%20der%20Krankheiten&f=false

Bernd1946
Erstellt am 02.09.2018, 11:54 Uhr und am 02.09.2018, 11:56 Uhr geändert.
Das schmerzhafte Erwachen

Wie die Rumänen in die Illusion hineingerieten, etwas Besseres zu sein als die anderen Balkan-Völker / Von Mircea Cartarescu

Meine Beziehung zum Balkan ist von meiner Mutter geprägt: immer habe ich ein Symbol darin gesehen, dass meine Mutter bulgarischer Herkunft ist und meine Ahnen aus dem Inneren der Halbinsel gekommen sind. Die ersten Bilder aus der Frühgeschichte jener Ecke Europas waren paradiesische und idyllische Bilder, Bilder aus dem Uterus. Sie dürften aus den Jahrhunderten des Mittelalters stammen, als das türkische Reich Griechenland und die slawischen Staaten des Balkans umfasste und diese tiefgreifend orientalisiert hatte. Das Ergebnis war eine ahistorische, multiethnische Welt, ein Raum der Mündlichkeit und der Phantasmen, von malerischer Armut und gleichzeitig einer Prachtentfaltung, wie sie das orientalische Märchen kennt; vor allem aber eine Welt von schier endloser Toleranz.
Dies ist mein ursprünglicher Balkan, der auch heute noch das Substrat der Welt südlich der Donau bildet: die Kirche und die Moschee vis-a- vis an der gleichen Straße, verwinkelte Gassen, durch die Türken auf ihren Eseln ziehen, Bulgaren mit Gemüsekörben, Serben und Arumänen ihre Schafherden treiben und dazwischen die Griechen in ihren Fustanellen. Und Kadis, die nach unverständlichen und trotzdem auf rätselhafte Weise wirksamen Regeln Recht sprechen. Die Festung Hissarlyk, das Symbol eines Balkans, der von dem modernistischen Dichter Ion Barbu als letztes Hellas gesehen wurde, befindet sich „Auf ödem Feld, darauf Tabakgekröse, / Mitten auf der Strecke zwischen Gut und Böse.“

Lieber ein Pferd als Allah

Es gibt unzählige Geschichten über die sprichwörtliche Toleranz dieses utopischen Raumes. Ich wähle eine aus, die etwas über religiöse Großzügigkeit lehrt. Darin wird von einem serbischen Dorf erzählt, in dem die orthodoxe Kirche und die Moschee sich unmittelbar gegenüber standen, so dass der Pope und der Imam jeden Nachmittag hinaustraten, um miteinander Tavla zu spielen. Bei diesen Gelegenheiten lobte jeder der beiden die Vorzüge seiner Religion. „Jesus ist von den Toten auferstanden“, sagte der Pope. „Aber Allah ist Allah, der einzige Gott“, erwiderte der Imam. Eines Tages kam der Imam, der dringend ein Pferdefuhrwerk brauchte und wusste, dass der Pope eines besaß, zum Popen, um ihn darum zu bitten. „Ich gebe es dir ohne Bezahlung“, sagte der Pope, „wenn du mir den Gefallen tust und einmal sagst, Allah ist nicht Allah“. Selbstverständlich ist der Türke wütend wieder gegangen, und eine Woche lang haben sie kein Tavla mehr gespielt. Bald darauf aber brauchte der Pope einen Pflug und fragte den Imam, der einen hatte. „Gerne“, sagte dieser, „aber du musst zugeben, dass Jesus nicht auferstanden ist“. Nach einer weiteren Woche der Feindschaft traten beide aus ihren Gebetshäusern, gingen aufeinander zu und sagten gleichzeitig: „Gut, Allah ist nicht Allah, gib mir das Pferdegespann!“, „Gut, Jesus ist nicht auferstanden, gib mir den Pflug!“ Woraufhin wieder endlose Nachmittage mit Tavla-Spielen und Schwätzchen folgten.

Dies also ist das ewige Balkanien, archetypisch, das bis heute in den naiven Malereien von Generalic und Csontvary, in den Schriften von Panait Istrati oder Milorad Pavic, in den Filmen von Emil Kusturica und in der Musik eines Goran Begovic lebt. Mit diesem muselmanisch-orthodoxen Paradies bin ich in der Kindheit in Berührung gekommen, durch die Geschichten, die mir meine Mutter erzählt hat, durch die Gedichte von Dimitrie Bolintineanu und vor allem durch Anton Pan, der die Weisheiten der Donauregion in naiven Gedichten versammelte.

Wo aber liegt in dieser imaginären Geographie Srebrenica? In welchen Halvaberg hat man die Massengräber aus Bosnien gegraben? Auf welche Weise entspringt diesem friedfertigen Bild die Tragödie der Massenflucht? Der Mechanismus ist enttäuschend einfach, er hat im alten Europa mit sturer und karrikaturhafter Präzision funktioniert. Im Mittelalter, das für die Völker des Balkans etwa um 1300 beginnt und sich ungetrübt bis nach 1800 erstreckt, traten zwei aufeinander folgende Verwerfungen auf, die das gemeine Volk spalteten.

Die religiöse Differenz war die erste, die gespürt und verschärft wurde. In ihrem Namen wurden die Kriege gegen die Türken geführt. Vor allem in den Gebieten nördlich der Donau, die niemals wirklich von der osmanischen Pforte besetzt worden waren, waren die Türken die ersten, die man als die Anderen wahrnahm. Die religiösen Differenzen waren auf dem Balkan jedoch nicht ausschlaggebend. Die konfessionellen Unterschiede wurden vielmehr dann als zusätzliches Argument politisiert, wenn es aus anderen Gründen zu akuten Konfrontationen gekommen war.

Die zweite, an das Aufkommen des Nationalismus im 19. Jahrhundert gebundene Verwerfung hat das balkanische Pulverfass gezündet. Beschleunigt durch die russisch-türkischen Kriege (die noch als Kampf des Christentums gegen die Muselmanen betrachtet wurden), haben die Befreiungsbewegungen der balkanischen Völker zum ersten Mal das multinationale, multikonfessionelle und vielsprachige Mosaik der Halbinsel in Umrissen aufscheinen lassen. Die jungen Völker, nach idyllischem Kindheitsschlaf auf romantische Weise zum Leben erweckt, traten in eine turbulente, schizoide Adoleszenz ein. Auch ich habe mich in meiner Jugendzeit an den Heldenepen der rumänischen Romantiker berauscht; sie priesen die Tugendhaftigkeit unserer Helden, ihre Tapferkeit auf dem Schlachtfeld, ihre strahlende Überlegenheit.

Einige Chronisten des Mittelalters waren die ersten, die den romanischen Ursprung des rumänischen Volkes entdeckt hatten, doch der entscheidende Moment war in dieser Hinsicht der Übertritt einiger siebenbürgischer Intellektuellen - so um 1700 - zum griechisch- katholischen Glauben, der ihnen den Zugang zu Studien in Italien ermöglichte. Sie waren von der Entdeckung der Latinität dermaßen beeindruckt, dass sie diese auf einen Punkt von extremem Purismus trieben: die Rumänen waren für sie nichts anderes als moderne Römer. Dadurch waren sie offensichtlich all ihren Nachbarn überlegen, die sich viel später erst in dieser Region niedergelassen hatten.

Im folgenden Jahrhundert kamen weitere „nationale Erstrangigkeiten“ hinzu. Man entdeckte, dass wir das erste Volk dieser Region waren, das als christliches Volk geboren und nicht erst spät getauft worden war, wie die anderen. Eine gewaltige Dosis „ wishful thinking“ begleitete alle Theorien dieser Art.

Als Römer und Christen geboren - dies war ein faszinierendes Bild für das kleine Volk im Donauraum, doch war es offenbar noch nicht faszinierend genug. Jedenfalls nicht für Nicolae Iorga, der sich mit patriotischer Pietät und einer umfassenden Bildung daran machte, aufzuzeigen, daß wir auch die Nachfahren eines weiteren großen Imperiums waren, des Byzantinischen; die Herrscher der Walachei und der Moldau hatten im 17. Jahrhundert an ihren Höfen den Glanz und die Pracht des alten Byzanz wiederbelebt und ihre unbedeutenden Fürstentümer in ein „Byzance apres Byzance“ - so die berühmte Formel des Historikers - verwandelt. Das war aber noch nicht alles: Wir waren nicht bloß auf der römischen Linie die ältesten, sondern auch auf der dakischen. Die Daker, schrieb Herodot, waren „die tapfersten und bekanntesten unter den Thrakern“. Eine ganze thrakomanische Bewegung bemühte sich, die gewaltige Bedeutung der Daker in der antiken Welt zu beweisen. Ja selbst der Olymp - schreibt Nicolae Densusianu - war nichts anderes als das Ceahlau-Massiv in der Moldau.

Die glühenden Nationalisten des 19. Jahrhunderts hatten jedoch ein großes Problem: Wenn wir von solch vornehmer Herkunft waren, wie war dann dieser Zustand totaler Rückständigkeit im neuen rumänischen Reich zu erklären, das soeben durch die Vereinigung der beiden historischen Regionen Muntenien und Moldau entstanden war?

Wir sprachen von Größe und sahen ein gedemütigtes Volk, wir sprachen von Opulenz, doch das Elend erdrückte uns, wir sprachen von Edelmut, aber es herrschte allgemeine Korruption. Die Lösung war bald gefunden: Schuld am Niedergang Rumäniens war seine „Balkanisierung“ während der vielgeschmähten Fanariotenzeit. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte die Hohe Pforte das Vertrauen in die rumänischen Vasallenherrscher verloren und sie durch orthodoxe Griechen ersetzt, die aus Istanbul, aus der Vorstadt Fanar, stammten. Bis 1812, über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren, hatten einunddreißig griechische Fürsten auf den Thronen Munteniens und der Moldau gesessen. Obwohl sie sich selbst als reformistische Fürsten verstanden und eine Art orientalischer Aufklärung betrieben, brachten die Fanariotenherrscher zum ersten Male die levantinische Atmosphäre in die rumänischen Länder, die später dann für das gesamte Unglück des rumänischen Volkes haftbar gemacht werden sollte. Der Bakschisch, die faule Geschwätzigkeit, die korrupte Justiz, das oberflächliche Gelästere - all dies gilt auch heute noch vielen Rumänen als fanariotische Erbschaft.

Die Beziehungen zum Balkan waren entscheidend für die Stärkung der nationalistischen und chauvinistischen Reflexe der Rumänen, die sich traditionell als den Balkanvölkern überlegen betrachteten. Ein erheblicher Anteil an der Verwirrung und Verstörung der rumänischen Selbstwahrnehmung in den letzten Jahren des Kommunismus entsprang der unerwarteten, schmerzhaften Umkehrung dieser imaginären Verhältnisse. Zum Mangel an Lebensmitteln und Wärme, zur Furcht vor der Geheimpolizei kam die demütigende Tatsache, dass man sich die Fernsehprogramme der Nachbarvölker anschauen musste. Das rumänische Fernsehen sendete nur noch zwei Stunden am Tage Bilder vom Personenkult Ceausescus. Nur das bulgarische, serbische oder ungarische Programm wurde eingeschaltet. „So weit ist es mit uns gekommen“, hörte man immer häufiger, „dass wir uns nun das Bulgarische Fernsehen anschauen müssen“. Ein Jahrhundert lang waren die Bulgaren, denen wir uns mit unserem Bukarest, unserem „Paris des Ostens“, überlegen fühlten unser Trost gewesen, ein Grundstein für unseren Nationalstolz.

Jahrzehntelang Gefangene im eigenen Land und einer intensiven nationalistischen Propaganda unterworfen, traten die Rumänen 1989 mit einem hypertrophen Ego in die freie Welt hinaus und wurden plötzlich - und mit katastrophalen Folgen - mit der Realität konfrontiert: Verblüffung, Frustration, Selbsthaß und vor allem der Hass auf andere waren das Ergebnis.

Hier hat die Auseinandersetzung mit dem „inneren Feind“ (dem Ungarn, dem Zigeuner und dem Juden - trotz des beinahe vollständigen Verschwindens aller Juden aus Rumänien) ebenso ihren Ursprung wie der häufig in der Außenpolitik anzutreffende antiwestliche Geist. Der Aufstieg des Ultranationalismus, von der Partei Romania Mare (Großrumänien) vertreten, deren Präsidentschaftskandidat bei den letzten Wahlen sage und schreibe dreißig Prozent der Wählerstimmen erreichte, ist ebenfalls eine direkte Folge der kommunistischen nationalen Propaganda.

So kommt es, dass Rumänen nach dem Fall der Berliner Mauer unreif und auch in ihren eigenen Augen deformiert, ganz und gar unvorbereitet, ohne ideologisches und moralisches Rüstzeug, desorientiert wie Häftlinge, die man nach vielen Jahren entlassen hat, ohne Arbeitsplatz, unbehaust in die moderne Welt eintraten. Die meisten Rumänen haben aus den Konflikten auf dem Balkan nach 1990 nichts gelernt, weil ihre Vorstellung vom Balkan nie die idyllische Perspektive überwunden hat: die bulgarischen Gemüsegärten, den Überschwang und die Lebensfreude der Serben, die sprichwörtliche Sanftmut der Türken, die Schlichtheit und Ausdauer der Albaner.

Die Liebe zum Untergang

Weil die Serben in den Augen der Rumänen von allen Balkanvölkern traditionell das größte Ansehen genossen, waren die Rumänen zu Beginn des Konfliktes instinktiv auf ihrer Seite. Dieser Reflex wurde politisch von der neokommunistischen Iliescu-Regierung ausgebeutet, die 1992 eine große Mehrheit bei den Wahlen erreicht hatte. Diese Regierung war immer auf der Seite der serbischen Nationalisten. Dies setzte sich auch während des Bosnienkrieges so lange fort, wie sich die Iliescu-Regierung an der Macht halten konnte, als das Embargo gegen Jugoslawien mit stillschweigender Zustimmung der rumänischen Behörden systematisch gebrochen wurde. Glücklicherweise haben die Wahlen von 1996 mit dem Sieg der demokratischen Kräfte diesen Zustand beendet. Die Aufdeckung der von allen Konfliktparteien verübten Verbrechen, der Lager und Massengräber, der Deportationen und der Tausenden von Flüchtlingen hat die rumänische Öffentlichkeit zutiefst erschüttert; sie war nicht darauf vorbereitet, die logische Linie von der „Liebe zum Vaterland und zum Volke“ bis hin zum gegenwärtigen Armageddon zu ziehen.

Die Kriegsveteranen haben für mich wie die nationalen Märtyrer schon lange ihre Aura und ihre Legende eingebüßt; sie bleiben, was sie immer schon waren: Mörder, die im Namen irgendwelcher Phantasmen alles in ihrer Umgebung zerstört haben.

Mircea Cartarescu, Jahrgang 1956, lebt in Bukarest. Der Text ist die gekürzte Fassung des Essays, den er gestern auf der Leipziger Buchmesse vortrug, die den Themenschwerpunkt Südosteuropa hat. Der vollständige Text erscheint demnächst in der Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“.

Deutsch von Emest Wichner.

gerri
Erstellt am 02.09.2018, 20:41 Uhr und am 02.09.2018, 20:43 Uhr geändert.
Bernd 1946 / 08.06.2018 - 18,30 Uhr:

"...befindet sich doch SIEBENBUERGEN seit eh und je im Balkan und seit 100 Jahren unter rumänischer Herrschaft."

@ Lieber Bernd,im Alter sollen wir lieber ein bischen nachlesen,bevor wir einen solchen Schmarrn behaupten: "-Siebenbürgen seit eh und je im Balkan."

Dein Erdkundelehrer wird sich im Grabe drehen!

----Der nördlich waagerechte Balkangrenze, befindet sich südlich von Bukarest und reicht bis nördlich von Constanta.

kokel
Erstellt am 03.09.2018, 00:43 Uhr und am 03.09.2018, 00:46 Uhr geändert.
Der nördlich waagerechte Balkangrenze, befindet sich südlich von Bukarest und reicht bis nördlich von Constanta.

Nein, gerri, ein Geograf sieht dies ganz anders - auch, wenn es uns, - den SBS -, nicht gefällt: Geografisch gehört sogar der Süden Siebenbürgens zur Balkanhalbinsel!

Kulturell wird das ganze Gebiet südlich und östlich der Karpaten - wenigstens aus Sicht der Siebenbürger, aber nicht nur... - als Balkangebiet betrachtet. Dies hat weniger mit Geografie, sondern vielmehr mit Geschichte und der daraus resultierenden Kultur zu tun. Mich hat mal ein Oltenier angesprochen und dabei versichert, dass er bezüglich Unseresgleichen neidisch sei, weil sie - die unter osmanischer Herrschaft Gestandenen - von denen bloß bacşiş und ciubuc geerbt hätten, während wir die Kultur des Westens genießen konnten. Als jemand, der viele Jahre in Südrumänien gelebt hat, kann ich dieser Aussage nur zustimmen.

Bernd1946
Erstellt am 03.09.2018, 17:53 Uhr und am 03.09.2018, 18:22 Uhr geändert.
Danke, Kokel! In diesem Sinne war es wohl dort auch gemeint, nicht im geographischen Sinne.
S.a. Wikipedia:

Balkan (kyrillisch Балкан) steht für:

Balkanhalbinsel, Region Südosteuropas
Südosteuropa (im weiteren geographischen, politischen oder kulturellen Sinn)
Balkangebirge (kurz: Balkan), Gebirge in Südosteuropa
..............

Südosteuropa bezeichnet die Länder im Südosten Europas, wobei die Abgrenzung je nach Kontext unterschiedlich ist. Der Begriff Balkan oder Balkanhalbinsel wird oft synonym dazu verwendet, das jeweilige Gebiet ist jedoch nicht deckungsgleich.
............

Überspitzt meinte mein Chef sogar, ein Franke in Nürnberg, , dass der Balkan hinter Passau beginnt!!
Da mein Bürokollege aus Salzburg stammte, wollte er sich wohl hiermit über ihn lustig machen.

gerri
Erstellt am 03.09.2018, 21:50 Uhr und am 03.09.2018, 22:07 Uhr geändert.
http://fs1.directupload.net/images/180903/k537bzm5.jpg

"-Die Halbinsel hat eine Fläche von etwa 500.000 Quadratkilometern, einschließlich der vorgelagerten Inseln. Sie wird nach Westen durch das Adriatische Meer, nach Südwesten durch das Ionische Meer, nach Südosten durch die Ägäis und das Marmarameer und nach Osten durch das Schwarze Meer begrenzt.

Folgende Staaten liegen komplett oder teilweise auf der Balkanhalbinsel: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien. Auch der europäische Teil der Türkei, ein kleiner Teil Rumäniens (Nord-Dobrudscha), sowie – wenn man den Karst als Nordwestgrenze ansieht – auch Teile Sloweniens und Italiens (Provinz Triest) gehören zur Balkanhalbinsel.

Nach Norden, zum Inneren des europäischen Kontinents hin, existiert keine geographisch ausgeprägte Grenzlinie. Als nördliche Grenze der Balkanhalbinsel werden in der Regel die Flüsse Donau und Save angenommen. Unterschiedliche Auffassungen gibt es hinsichtlich der Abgrenzung im äußersten Nordwesten und am Unterlauf der Donau. So wird gelegentlich die Kupa (deutsch: Kulpa), zumeist aber die Una (beides Nebenflüsse der Save) als Nordwestgrenze betrachtet."

@ Das laut Wikipedia,melankolische oder Schimpfgrenzen überlassen wir denjenigen die es anders nicht wissen wollen.

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