Vom Frühling beseelt, jeden Tag aufs Neue

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Kurt Binder
schrieb am 01.07.2024, 10:06 Uhr
Menetekel

Der Warnruf ist seit ehedem
ein äußerst wirksames System,
um irgendwem schnell mitzuteilen,
er möge tunlichst sich beeilen,
den Standort schleunigst zu verlassen,
zumindest höllisch aufzupassen,
weil ihm sonst die Bredouille droht -
und dann entfällt das Abendbrot.

Hoch in des Zwetschkenbaums Geäst
versteht das Kücken in dem Nest
im schrillen „Piep“ von Mama Meise:
„Halt deinen Schnabel und sei leise!“

Das Gnu warnt vor des Löwen Biss
das Kalb, auch wenns noch wacklig is,
mit einem kurzen, scharfen „Muh“,
damit’s geduckt verharr in Ruh.

Das Elefantchen geht gemach,
gewohnheitstreu dem Näschen nach,
und findet unter seine Mutter
in Deckung sogar Milch und Futter.

So gehts beim Junior-Känguru:
Die Mama grunzt, und’s wird im Nu,
wenn’s Dingos Appetit erweckt,
ganz einfach in die Tasch gesteckt.

Doch auch bei Menschen kommt es vor,
dass solch ein Warnruf sticht ins Ohr,
auf dass man sofort Reißaus nehme,
sonst gibts beachtliche Probleme.

Der Hans geht grad auf Teenieweise
bei Gretel auf Entdeckungsreise -
da gellt es mitten ins Gezause:
„Ohje - mein Papa kommt nach Hause!“
Kurt Binder
schrieb am 08.07.2024, 07:46 Uhr
Was uns bedrückt

Ein Automechaniker erkundigt sich per e-mail bei einem Gesundheits Ratgeber, welches der normale Luftdruck für einen 80-jährigen Mann sei? Die Antwort kam mailwendend:

Sehr geehrter Herr,

unsres Wissens lassen heute nur die Luftdrücke großer Rindviehherden eine messbare alarmierende Beeinflussung der Atmosphäre erkennen.
Zur Zeit ist uns leider noch nicht bekannt, ob im Hinblick auf persönliche Luftdrücke bereits statistische Erhebungen gemacht wurden, und ab welchem Druck ein solcher als bedenklich bis unzumutbar für die Umwelt eingestuft werden sollte.
Zudem gibt es noch keine uns bekannten technischen Hilfsmittel für derartige Eingriffe in die Privatsphäre.
Nach vorsichtiger Einschätzung dieser neuen Drucksache kann behauptet werden, dass der persönliche Druck von dem jeweiligen Alter, der Nahrungsaufnahme, der Tageszeit und des sozialen Umfeldes abhängig ist. Dennoch erachten wir einen durchschnittlichen Druck von 1 Atmosphäre (1 atm) als durchaus normal.
Neue Erkenntisse über deutlich wahrnehmbare Variationen Ihres Luftdrucks bitten wir zwecks Vorbeugung unbekannter, möglicherweise distruktiver Auswirkungen in Ihrem unmittelbaren Umfeld umgehend dem Internationalen Humanistischen Statistischen Luftdruckamt (IHSL) in Den Haag zu melden!

P.S. Falls Sie jedoch den Blutdruck gemeint haben sollten, so werten wir für Ihr Alter einen von 140/90 mmHg als optimal!

Wir danken im Voraus für Ihre Mitarbeit!
Kurt Binder
schrieb am 13.07.2024, 09:29 Uhr
Garten-Intermezzo
Wahr bis aufs i-Tüpfelchen

In unsrem kleinen Garten hatten wir alsbald mit seiner Gestaltung begonnen. In einem Punkt waren wir uns von Anfang an einig: Es musste ein rundum natürlicher Garten werden, mit Sträuchern, Bäumen, einem kleinen Teich, sowie einer Nutzfläche mit Gemüsebeeten, Kräutern – und alles möglichst ohne die üblichen geometrischen Bestrebungen.
Im Hinblick darauf hatten wir auch zu drei unsrer Nachbarn hin, gleich hinter den Grundstücksgrenzen je einen kleinen Hügel aufgeschüttet. Diese „Berge“, wie wir sie nannten, hatten wir nach und nach mit, von unsren Gebirgswanderungen mitgebrachten Steinen bestückt, und mit Blumen bepflanzt.
Vor einigen Jahren waren wir auch im Berner Oberland, und hatten vom gegenüberliegenden Faulhorn aus den Anblick der drei Giganten Eiger, Mönch und Jungfrau bewundert. Was lag also näher, als unsren Bergen ebenfalls Namen zu geben.
Die analoge namentliche Zuordnung zu den drei Nachbarn war jedoch schwierig, weil alle verheiratet waren, und somit besonders die beiden letzten Namen der Berner Riesen auf keinen von ihnen zutreffen konnten. Und so benannten wir sie einfach nach den jeweiligen Damen des Hauses: Anne-Berg, Petra-Berg und Jutta-Berg.
Die Ehefrauen ihrer jeweiligen Ehemänner freuten sich maßlos über diese Würdigungen, die ja die Kenntnisnahme ihrer Gegenwart über das ansonsten übliche sparsame Maß hinaus Felsen-fest und blumig bestätigten.
Und wir sahen, dass es gut war!

Ob wir aber die namengebenden Originale dazu bewegen können, ihre Berge instandhalten wollend auch selbst zu pflegen - ist bis heute allerdings ungeklärt geblieben!

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