Gut und Böse auf der Welt

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Kurt Binder
schrieb am 05.12.2021, 10:09 Uhr
Gut und Böse
oder so ähnlich

Kennt ihr Donna Prokrastina? Wahrscheinlich nicht, denn ich habe sie erst kürzlich spirituell gezeugt. Sie ist ein Kosewort für eine schlimme Eigenschaft in uns, manche unangenehme Arbeiten aufzuschieben – die sog. Prokrastination. Es ist natürlich ein reiner Zufall, dass diese Eigenschaft weiblich ist, denn wir Männer tun das ja auch manchmal.
Dafür ist der innere Schweinehund männlich, und er wehrt sich ständig dagegen, überwunden zu werden. Ich habe ihn im Zuge der modernen Kürzel-Manie den „Inschweihu“ genannt, und zu meiner hellen Freude festgestellt, dass diese beiden kontraproduktiven Laster in einer funktionellen Beziehung zueinander stehen. Hat man nämlich eine lästige Arbeit aufgeschoben, jubelt Donna Prokrastina, und der Inschweihu wedelt tierisch begeistert mit dem Schwanz, weil wir ihn nicht überwinden konnten. Und so tänzeln beide im erhebenden Bewusstsein ihrer erfüllten Mission im Cha-Cha-Cha-Schritt glücklich von dannen.
Aber wehe, wenn man nach wildem Ringen, charakterlich total zerbissen den Inschweihu überwunden, und Donna Prokrastina zum Trutz die besagte lästige Arbeit dennoch verrichtet hat. Dann zeigt sie uns ob dieser für sie ungewohnten Entschlossenheit außer der Zunge den linken mittleren Finger, ihr treuer Kampfhund zieht den Schwanz ein und knurrt böse, und beide trollen sich. Doch hinter der nächsten Ecke lauern sie mit verkniffenen Augen und entschlossener Miene beharrlich auf ihren nächsten Einsatz.

Diese Geschichte schenkte ich dem russischen Autor Anton Pavlovici Cehov, der daraus eine Erzählung schrieb: Die Dame mit dem Hündchen - in Rumänien als Doamna cu căţelul bekannt.

Zugegeben – unter einem inneren Schweinehund habe ich mir eigentich eine zähnefletschende englische Bulldogge vorgestellt. Um ihn aber in die gehobene Literatur eingehen zu lassen, musste ich diesen bösartigen fiktiven Köter etwas verniedlichen!

Kurt Binder
schrieb am 10.12.2021, 09:04 Uhr
Felliges

Ein eingeplüschter Teddybär
tapst ziellos kreuz und in die Quer,
durch die Gebüsche so einher,
als ob er ganz meschugge wär.
Da fragt ihn wer:

„He du, der ziellos tapst umBüscht -
wieso bist du so eingeplüscht?“
Der Teddy meint, also erwüscht:
„Das macht doch nüscht;
kannst du heraus aus deiner Haut,
bloß weil sie andre nicht erbaut?“

Da kam ein alter Grizzly-Bär,
der dies gehört des Wegs daher -
und fraß den Wer.
Er konnt’ halt derart blöde Fragen
nicht ertragen.
Dies scheint auch uns letztendlich
durchaus verständlich.

Aber – war das nun gut oder böse?
Kurt Binder
schrieb am 16.12.2021, 08:54 Uhr
Die wundersame Rettung der Biene Maja
Die (beinahe) edelste Tat in meinem Leben

Frühstück – die Kaiser-Mahlzeit des Tages! Ich saß auf dem Balkon, träumte in die Morgensonne, und schlürfte zum Abschluss eines üppigen Mahls ein Glas warme Milch - als es um mein Haubt herum summte. Gleich darauf materialisierte das Summen, setzte sich auf den Rand meines Glases und summte:
“Guten Morgen, Kurt H. Binder, wie geht es so?“
“Guten Morgen, Maja – wie’s halt so geht", antwortete ich und hob das Glas von unsrem geistreich angebahnten Gespräch angeregt, um noch einen Schluck Milch zu schlucken. Und da geschah es. Von dem Aufwärtsruck des Glases aus dem Gleichgewicht geschubst, rutschte Maja ab und plumpste in die warme Milch hinunter.
Da ja Bienen in warmer Milch nicht besonders gut schwimmen können, biente ich sie sofort heraus, badete sie, und föhnte ihre nassen Flügel. Sie sah mich dankbar an, summte: "Ich steh in deiner Schuld!“, warf mir noch ein Kussbeinchen zu, wackelte mit dem Hinterleib und flog davon.
Noch am Nachmittag desselben Tages hörte ich draußen ein Summen, das schnell zu einem Rauschen, dann zu einem Dröhnen anschwoll. Dann klackte es kurz an der Haustür, und das Dröhnen ebbte ab und verstummte. Neugierig öffnete ich die Tür, und was ich da erblickte – nein, das glaubt ihr nicht. Es war ein Glas mit echtem Bienenhonig – so stands zumindest auf dem Etikett. Danke, Maja!
Doch der Freude folgte die Ernüchterung stante pede auf dem Fuß, denn es stellte sich heraus, dass diese einmalige Romanze vorn und hinten nicht stimmte.
Das Rauschen und Dröhnen kam nämlich von einem Hubschrauber, der sich nach einer Runde über meinem Haus wieder davon gehubschraubt hatte. Und das Honigglas hatte meine ‚junge’ Nachbarin, die Witwe Malwine beim Discounter erstanden, und es mir zum 88-sten Geburtstag, mit einer roten Schleife umbunden vor die Tür gestellt. Die ausschlagebende Erkenntnis in dieser Reihe ernüchternder Tiefschläge aber war, dass keine Biene ihren ‚echten' Honig mit 30% Zuckersirup gestreckt – und dies auch noch aufs Etikett geschrieben hätte! Und um mich die totale Pleite genüßlich auskosten zu lassen, hat mir ein Bienologe auf Ehrenwort versichert, dass Bienen kein roten Schleifen um Honiggläser binden können!
Kurt Binder
schrieb am 25.12.2021, 16:44 Uhr
Ein guter Rat an alle Poeten

Schwebt die Muse auch beflissen
still herab um dich zu küssen,
lass dich von ihr nicht vergeigen;
erst soll sie den – Impfpass zeigen!
Maikind
schrieb am 26.12.2021, 17:43 Uhr
...
Doch die Muse wird´s nicht scheren
diese lässt sich nicht belehrten
was ich gut verstehen kann,
wär das so, wär´n wir arm dran!
Maikind
schrieb am 26.12.2021, 18:32 Uhr (am 26.12.2021, 18:33 Uhr geändert).
...
Stelle man sich böse vor
dass der Muse Freiheitstor
durch den Impfkampagnenchor
schließbar wäre - sie verlor.
Kurt Binder
schrieb am 27.12.2021, 15:36 Uhr (am 27.12.2021, 15:38 Uhr geändert).
Junge Junge, Ute, das ist eine zügige Fortsetzung, die nach mehr brüllt! Ich nehme die Herausforderung an, und gehe jede Wette ein, dass sich bis spätestens ... okay – ohne Termin - noch mindestens eine*r einschaltet!

Freiheit hin od Freiheit her -
Muse sein, ist sicher schwer,
doch ich glaub, auf dem Parnass
gilt dieselbe Regel, dass
kranke Musen, bitteschön,
auch in Quarantäne gehn,
denn Corona-Infektion
ist doch nie –Inspiration! (Ätsch)

Maikind
schrieb am 27.12.2021, 20:52 Uhr
...
wie die Muse wohl gewitzt
weiß, wie Unwohlsein besitzt
grob gepackt an beiden Hörnern
angstgeknebelt, glatt gebohnert
fliegt sie sicher alsodann
auf die freie Wörterbahn.

ging doch noch was, lieber Kurt!! ☺
Michael5
schrieb am 29.12.2021, 12:45 Uhr
bankban schrieb am 17.11.2021
Tun Sie der Umwelt etwas Gutes und verursachen Sie weniger Rechenleistung Ihres Rechners und des Sibi-Servers.../q]

Armer Server ! Auch wenn er total überlastet ist, werde ich doch noch ein paar Zeilen schreiben. Ich bin auch Maikind, Tarimona, KarlP, natoll und allen anderen dankbar, dass sie sich kaum Gedanken über die Leistungsfähigkeit des Sibi-Servers machen. Und natürlich auch unserem unverwüstlichen Kurt B., der uns (fast) täglich unseren grauen Alltag ein wenig sonniger erscheinen lässt.
Ich selber war in letzter Zeit etwas faul, vielleicht auch, um den Server nicht unnötig zu belasten:
Drum halt' ich mich dezent zurück.
Für alle Leser welch' ein Glück !

Für Kurt B. will ich jedoch eine Lanze brechen, da mich seine Texte täglich erfreuen und ich auch hoffe, dass die Mehrheit der Leser es auch so oder ähnlich sieht.

Du, lieber Kurt, hast -gottseidank-
gestöbert im Ideenschrank.
Und jeden Tag bringst du aufs Neu
dem Leser Humoreske bei.

Nicht jeder ist dabei erfreut.
Doch würd' ich sagen: liebe Leut',
nehmt alles einfach mit Humor !
Und denkt dabei: was hat Kurt vor ?
Er alle nur beglücken will.
Er macht's mit Anstand und mit Stil.

Drum, lieber Kurt, mach weiter so !
Ich werd' es lesen und bin froh,
dass jemand unsern Alltag, trist,
so darstellt, wie er nun mal ist.
Doch stets ist auch ein Lächeln da.
Verschmitzt ist Kurt, erkennt man ja
in all den Beiträgen recht leicht,
wenn er es sprachlich stets erreicht,
uns in den Bann zu ziehen, gell ?
Dem Kurt gelingt das gut und schnell.

Und sollt' der Server doch belastet,
bevor auch "bankban" noch ausrastet
und weiterhin wird sinnlos stammeln:
Wir werden für den Server sammeln !



Kurt Binder
schrieb am 31.12.2021, 09:20 Uhr
Inerscht, lieber Michael, danke ich Dir für den riesigen Blumenstrauß in Text und (sehr gelungenen) Versen, der mich gefreut, aber auch in Verlegenheit gebracht hat. Ich hab ja nichts anders getan als alle unsre schreibenden Forenfreunde, mit dem gleichen Ziel. unsren Lesern, wie ich hoffe, etwas Unterhaltung zu bieten. Dennoch – herzlichen Dank!
Zu den Leiden bankbans über den morbiden Zustand unsres Servers kann ich nach wie vor nur schmunzeln. Dennoch bringe ich trotz dieser unverhältnismäßigen Besorgnis sowohl dem gepeinigten Themen-Held, als auch seiner Nanny mein vollstes Mitgefühl entgegen.

Ich wünsche euch allen ein besseres Neues Jahr 2022!
Kurt Binder
schrieb am 09.01.2022, 12:01 Uhr
Das Gute und das Böse

wandelten einträchtig Hand in Hand unter den vom lauen Frühlingswind bewegten Birkengipfeln leichtfüßig beschwingt auf dem sandigen Waldboden einher. Da erschien in ihrer Vision eine graue Maus, die auf einer Party in der Saalecke einsam auf der Bank saß und ihres Glückes harrte. Nun gab es zwei Optionen. Die beiden sahen sich kurz an, und das Böse fragte das Gute:
“Gehst du zuerst, oder soll ich eröffnen?“
Option 1: Das Gute gab dem Bösen den Vortritt, und das trat erwartungsgemäß tatendurstig sofort in Aktion. Und so wurde die graue Maus den ganzen fröhlichen Abend lang kein einziges Mal zum Tanz aufgefordert. Als der Party-Chef die verliebten, inzwischen eindeutig verpaarten Paare aufforderte, nun schön brav in die Heia zu gehen, schlich auch unser Mäuschen unbemerkt nach Hause - und erhängte sich. Erfolgsbewusst fragte das Böse das Gute:
“Nun, war ich gut?“ Blöde Frage, denn wie kann das Böse gut sein? Also schwang sich das Gute unverzüglich auf das Parkett.
Option 2: Vor die graue Maus trat nämlich schüchtern ein grauer Mäuserich und bat sie errötend und verlegen um einen Tanz – sofern man den Stehblues einen Tanz nennen kann. Und sie stehbluesten die ganze Nacht hindurch, heirateten schon am nächsten Morgen, und wenn sie nicht gestorben sind, stehbluesen sie noch heute – was ihre 23 Kinder reinen Gewissens bezeugen können!
Das Gute und das Böse aber schritten Hand in Hand fürbass ihrem nächsten Fall entgegen.

P.S. Der Umstand, dass sowohl das Böse, als auch das Gute Neutren sind, hat mich einer verständlichen Verlegenheit enthoben ;-)) !
Kurt Binder
schrieb am 16.01.2022, 10:38 Uhr
Der Mensch - ein Miss-Verständnis?

Nach der Schöpfung des Menschen am 6-ten Tag heißt es in der Genesis (1. Mose 1.1 – 2.4) u.a.:
"Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde ... "! Und Gott sah, dass es gut war!

War es das wirklich? Wäre ER angesichts des Verhaltens und Gebahrens des Menschen heute noch - derselben Meinung?
Oder haben unsre Ur-Eltern, des himmlischen Dialektes noch nicht mächtig, anstatt „fruchtbar“ fälschlicherweise gar – „furchtbar“ verstanden?

Hm - nachdenk, grübel, grübel ... :-!?

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