Bernddieter Schobel



Bernddieter Schobel

Bernddieter Schobel

* 10. Januar 1940, Hermannstadt

Väterlicherseits aus dem Burzenland, mütterlicherseits aus dem Unterwald stammend, studierte er Theologie in Hermannstadt und war Pfarrer in Felmern und Neudorf bei Hermannstadt. Nach der Aussiedlung 1970 war er im Schul- und Pfarrdienst tätig. Er lebt in Crailsheim und ist dort in der Kreisgruppe und Theatergruppe aktiv.

In Mundart schreibt er Gedichte und Erzählungen – in Periodika veröffentlicht – sowie 2008 das Theaterstück: „Åwer tichtich wore se dennich!“. Er betreut „Sachsesch Wält“, die Mundartsparte der „Siebenbürgischen Zeitung“, und ist Mitherausgeber des gleichnamigen Sammelbandes.

Bernddieter Schobel liest in einer Mischform der Mundarten von Hermannstadt und des Unterwaldes.
Er liest nicht nur die eigenen Schüttelreime, sondern auch zwei Texte des Pfarrers und Mundartautors Walther Seidner.

Siehe Siegbert Bruss: Die Prägungen aus Siebenbürgen gelebt: Bernddieter Schobel wird 70, in: „Siebenbürgische Zeitung“, Folge 1, 20. Januar 2010, Seite 8.

Kontakt:
Berndieter Schobel
Danzinger Str. 1
74564 Crailsheim
Tel.: 07951/25241
E-Mail: Bernddieterschobel@web.de



Gescheddelt Varschker

Aliedung
Ous Persien kåm iest e nobel Schah.
Mat Varschkern kitt der Schobel na.

E Fasch an der „Alimentara
E Fasch låt trourich åf er nåsser Wooch
und dinkt: „Sehch ech norr iest det Wåsser noch!“

Wåt der Misch des Owest ken det Zirri sprajcht
„Na hiër, da tummet Zirrchen, da,
net måch na schin det Dirrchen za!“

Zem Glack!
De Sorch feht bä de Kainden un.
Der Storch sorcht, dått se ainde kunn.

Verschiedan Intrassen
Der Getz, die entschwiëwt a senjem Giest
an iensem gedånklich Hihen.
Det Trenj sprajcht: „Kåst te mer net iest
eriw de Hånklich giën?“

Harwest a Siweberjen
Wu Reenewuulken, dräw uch nåss,
iwer de Giwele stohn,
drode mess em iwer de Gåss
mat Gummistiwele gohn.

Bäm Sånnebued a Sålzbrich
Da mer de Wiëch iest ke Sålzbrich hådden,
lessen uch mir es den Håls dich broden,
sträkte ken der Sånn de Boch.
Wä dåt en Tschoban do såhch,
soot e: „Arză-te-ar focu, băi june,
apoi tot cojocu mai bun e!“

Siweberjesch Idyll
(vun Touriste gesähn)
Zwien Gangen do åf dem Haffel bä den
Akaze satzen uch Baffel häden.

Der nå Kapitalismus a Rumänien
(„Kabanen“ am Zoodtuel)
Bä äre sich de Häisker mihren.
Bä Åndre kån em de Mäisker hiren.

Der Dießem odder: Det Glechnes vum „Sauerteig“
Sajch norr emol, wä klinzich dett
Stack Diech gedrecht, et dihnt sich net.
Doch iwer Nuecht, dåt wieß em dich,
wid an der Maald der Dießem wiech,
durchdraingt bäm Kniëden dron de gånzen Diech hä warlich.
Zelezt spracht em: „Kir norr dett Briet end sajch: wä harrlich!!“

Gen-Food: Genetesch verandert Nuehrung
Dess Forscher! Mehr wåt se kretzen –
mir ... blëiwe bä de Kråtzewetzen!


Walther Gottfried Seidner

Det Nik

Det Nik, de Gleknerän vun Klien-Arkeden, sekt en Huesen afm Fårrhof hinnewedderluufen. Se wieß, e gehiert dem Härr Voter. Na wäll se en äfehn, awwer der Hues sprängt schneller dervun. Se lieft hängder äm, kretzich äm Fårrhof ämeränk, awwer se kån än net fehn. Norr lieft e änt Källerfenster ännen, und do blëiwt e uch.
Na refft det Nik hårt wä en Mueser: „Härr Få-årr! – Kräppel, kamm erous!“ Und noch iester: „Härr Få-årr!“ Und äst mehlijer: „Kräppel, kamm erous!“
Norr kitt der Härr Fårr und freecht: „Wä riëdst te mät mir?“ – „Ech riëde jo mät dem Huesen. E äs hiër änt Källerfenster geluufen. Kräppel, kamm erous!“


Walther Gottfried Seidner

De Mäsch uch der Kretzer
Matth. 10, 26-33

Jesus sprächt ken seng Gånjer:
„Et äs näst verstoochen, wat net åfgedäkt wid, und näst äs gehiem, wat em net wässe wid. Wat ech ich soon an der Dankelhiet, dåt sellt ir riëden äm Lächt; und wat ech gesoot wid änt Ihr, dåt präddicht vum Dåch här eruewer.
Und hawt nichen Onjst vir denen, da den Lëiw kännen ermirden, awwer de Siel net kännen ämbronjen; befercht vill mih diën, diedn Lëiw uch Siel verdärwen kån an de Häll.
Kieft em net zwo Mäschen äm en Kretzer? Dennich fällt nemmel enner af de Iërd ohnen iren Vueter. Awwer na sen uch ir Hoor af dem Hift ållen gezåhlt.
Doräm: Huet nichen Onjst; ir sed biëßer wä vill Mäschen.
Wiedn mengethålwen grued stiht vir den Legden, fir diën wäll ech uch grued stohn vir mengem hemmleschen Vueter.



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