1 Dezember

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aurel
Erstellt am 31.01.2011, 15:03 Uhr



PS: Da du so gierig danach bist uns näher kennen zu lernen, lies dir mal Johanns Link in Ruhe durch.


Ich werde es tun sobald ich mehr Zeit habe.

Haiduc
Erstellt am 31.01.2011, 15:21 Uhr
aurel:....In Amerika die Siedler bekamen (immer noch) dieses Land, sie müssten nur weit genug nach Westen oder in die sehr dünn besiedelte Montana fahren.
Ich glaube mit dem Argument bist du im falschen Jahrhundert gelandet :)
Mit 30er Jahre meinte ich die 1930er ...
Die Auswanderer erhielten kein Land, sondern einen Arbeitsplatz bei einer Minengesellschaft oder Stahl-Kocherei.

lucky_271065
Erstellt am 31.01.2011, 15:31 Uhr
@ Johann
"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein."

Ich weiss das sehr wohl, Johann.

Weisst Du, wie heutzutage Gesundheit von der Weltgesundheitsorganisation definiert wird?

Auf Deutsch:
"Die Gesundheit wird in der Verfassung der WHO definiert als ein Zustand vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens, der sich nicht nur durch die Abwesenheit von Krankheit oder Behinderung auszeichnet."

Und auf Rumänisch:
"Sanatatea este o stare totala de bunastare fizica, mentala si sociala si nu în principal absenta bolii sau a unei infirmitati."

Ich habe das Wort "bunastare" oder auch "stare de bine" in diesem weiteren Sinne benutzt.

Etwas überspitzt könnte man sagen, dass die Sachsen, die ausgewandert sind, für das bessere Brot (Honigkuchen?) die "Burg" (Gemeinschaft mit eigener Identität) aufgegeben haben. Aber das ist letztendlich das Recht jedes einzelnen, bzw jeder einzelnen Familie, so zu entscheiden.

Keinesfalls habe ich mit "bunastare" nur die materielle Seite ("Banane", wie manche es hier nennen) gemeint.

Die Kommentare in dem von Dir gestellten Link scheinen mir sehr interessant und lesenswert, weshalb ich mir erlaube, gleich eine längere Passage daraus zu zitieren, die ich auch mit unterschreiben könnte:

Für den Einzelnen haben die siebenbürgischen Institutionen die existenzielle Bedeutung von einst weitgehend verloren. Ein Zurück in eine feste Burg gibt es nicht. Es gibt keine rechtliche, religiöse oder wirtschaftliche Ringmauern mehr, sogar die sprachliche Kompetenz geht verloren. Die Mundart ist auf dem Rückzug, die meisten Nachfahren sprechen als erste Sprache Deutsch, aber auch Englisch und in Zukunft werden einige verstärkt Rumänisch sprechen. Diese Entwicklung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Obwohl Prognosen immer auf wackligen Füßen stehen, kann man zwei Trends erkennen. Da ist zum einen die Entwicklung in Amerika, den USA und Kanada. Hier haben die siebenbürgisch-sächsischen Institutionen für den Einzelnen nur einen geselligen, folkloristischen Wert. Vieles spricht dafür, dass in einigen Jahrzehnten dies auch in Europa der Fall sein wird. Amerikanische Trends kommen mit einiger Zeitverzögerung auch nach Europa.

Zum Anderen ist da die Entwicklung in Deutschland und Siebenbürgen. Zwar erreichen die Institutionen nur eine Minderheit der Siebenbürger Sachsen, dennoch sind die Zahlen der Mitglieder z.B. der Landsmannschaft in den 90er Jahren gestiegen. Des weiteren entstehen neue Institutionen. Auch in Siebenbürgen sind nicht alle Lichter ausgegangen, im Gegenteil auch dort entstehen neue Institutionen. Die Grenzüberschreitende Kooperation wurde schon im Kalten Krieg gepflegt und ist heute eine Selbstverständlichkeit und zwar in allen Bereichen. Moderne Kommunikations- und Verkehrmöglichkeiten lassen da fast keine Wünsche offen.

Gerade in Zeiten, in denen die Grenzen des Staates in allen Bereichen sichtbar werden, werden zivilgesellschaftliche Institutionen, die auf Eigenverantwortung und Selbstverwaltung beruhen, immer wichtiger (Putnam 2000). Autonomie, Selbstverwaltung, Eigenverantwortung, Selbstverwaltung, kurz seit fast 900 Jahren gibt es eine Kultur der Selbständigkeit, die schon immer allen siebenbürgisch-sächsischen Institutionen eigen war.

Wenn die Verantwortlichen in den siebenbürgisch-sächsischen Organisationen den Focus der Aktivitäten auf zukünftige gemeinsame Interessen legen und die eigene Kultur der Selbständigkeit und Tradition mit den Bedürfnissen der Menschen in Einklang bringen, dann dürfte man auch in Zukunft viele Menschen erreichen. Genauso wichtig ist natürlich, dass jeder Einzelne auch in Zukunft wichtige Interessen mit anderen Landsleuten gemeinsam meistern möchte. Die siebenbürgisch-sächsischen Institutionen könnten dann auch in Zukunft mehr als ein offener Club sein, der nur freizeitliche, gesellige und folkloristische Aktivitäten anbietet.

Damit die zweite Vision Zukunft hat, müssten die Siebenbürger Sachsen und deren Institutionen den derzeitigen Fokus auf eine museale Konservierung aufgeben und eine Weiterentwicklung des kulturellen Erbes betreiben. "Tradition und Fortschritt verbinden" wäre sicherlich ein geeignetes Motto aller zukünftigen Aktivitäten.


lucky_271065
Erstellt am 31.01.2011, 15:56 Uhr
Pavel Chinezul

In dem von Dir gestellten Referat (Auszug?), das für mich insgesamt eher wie eine "ciorna" (Schmierblatt) wirkt - nicht zuletzt werden sogar Karlsburg (Siebenbürgen) und Karlsbad (Böhmen) verwechselt, finden sich immerhin einige Informationen, die das von mir behauptate über das Votum der Siebenbürger Sachsen für den Anschluss Siebenbürgens an Rumänien bestätigen:

8.1.1919 “Mediascher Anschlußerklärung” der Siebenbürger Sachsen als Bürger Rumäniens
Anfang November 1919: 4. Sachsentag in Schäßburg: Organisation aller Deutschen Großrumäniens als einheitliche Nation


Gerne hätte ich Näheres über die Haltung der Banater Schwaben erfahren. Umso mehr, als Temeswar und Umgebung Ende 1918 und bis Mitte 1919 von serbischen Truppen und von französischen Kolonialtruppen (mit roten Turbanen, wie ich in Deinem Link lesen konnte) besetzt waren. Wie schon gesagt, die Alternativen damals für das Banat waren Rumänien oder Serbien.

gehage
Erstellt am 31.01.2011, 16:12 Uhr
es ist schon interessant festzustellen dass, wenn an lucky eine frage in bezug zu R. gestellt wird (in dem fall von Pavel Chinezul: „ Warum sind mehr als 3 Mio. Rumänen nach 1990 weg??? Wegen "bunăstare"???“) immer wieder pfeile richtung deutschland fliegen. in dem falle schrieb er unter anderem: „Ausserdem ist ja auch Deutschland auch ein "Auswanderungsland".“ ein schelm, der dabei was schlechtes denkt…

nichts für ungut…

aurel
Erstellt am 31.01.2011, 16:16 Uhr
Lucky, ich fürchte die Allgemeinheit-Botschaft zu dir ist:


Was dem Schwarm nicht nützt, das nützt auch der einzelnen Biene nicht.

Marc Aurel


slash
Erstellt am 31.01.2011, 16:21 Uhr
Lucky:Etwas überspitzt könnte man sagen, dass die Sachsen, die ausgewandert sind, für das bessere Brot (Honigkuchen?) die "Burg" (Gemeinschaft mit eigener Identität) aufgegeben haben.
Lucky, ich denke, daß viele Sachsen irgendwann die "Burg" auf Treibsand stehen sahen, der bekanntlich unter Druckeinfluß keinen Halt bietet. Unter diesem Aspekt kann es sein, daß das "besser Brot" vielleicht doch nicht so wichtig war. Finden Sie nicht auch?

pavel_chinezul
Erstellt am 31.01.2011, 16:34 Uhr
aurel, hier mal was für dich von deinem "Namensvetter", dem echten Marc Aurel

Und wenn du gleich platzen solltest, sie werden trotzdem ebenso handeln.

Johann
Erstellt am 31.01.2011, 16:46 Uhr und am 31.01.2011, 16:54 Uhr geändert.
lucky_271065 schrieb
"Sanatatea este o stare totala de bunastare fizica, mentala si sociala si nu în principal absenta bolii sau a unei infirmitati."
Ich habe das Wort "bunastare" oder auch "stare de bine" in diesem weiteren Sinne benutzt.“

Einige Despotien z.B. im Nahen Osten können Ihren Bürgern dies für meine Bedürfnisse im Überfluss bieten (die vielen Asiaten, die dort für einen Apel und ein Ei arbeiten, zählen ja nicht als Bürger).
Für mich gibt es wesentlich wichtigeres, obwohl ohne ein Minimum von bunastare, alles andere Nichts ist.

lucky_271065 schrieb
„Die Kommentare in dem von Dir gestellten Link scheinen mir sehr interessant und lesenswert, weshalb ich mir erlaube, gleich eine längere Passage daraus zu zitieren, die ich auch mit unterschreiben könnte:“

Danke für die Werbung
Es gibt dort keine Kommentare, sondern jeder Satz (Zitate ausgenommen) stammt von mir und dokumentiert meine Meinung.

lucky_271065
Erstellt am 31.01.2011, 16:47 Uhr und am 31.01.2011, 16:49 Uhr geändert.
@ Gehage
„Ausserdem ist ja auch Deutschland auch ein "Auswanderungsland".“

Damit wollte ich nur betonen, dass auch aus Deutschland nicht wenige Menschen ausreisen, aus verschiedensten Gründen. Ich denke, meist hat das auch etwas mit "bunastare" zu tun, im weiten Sinne. Ich höre zB öfter von Ärzten aus Deutschland, die in die BeNeLux-Länder oder nach England oder Skandinawische Länder oder Schweiz oder auch Kanada etc ausgereist sind, weil sie dort ein bedeutend besseres Einkommen erhalten. Und das gilt wohl nicht nur für Ärzte. Unlängst las ich zB auch darüber, dass es selbst eine nicht unbedeutende Rückwanderung von Türken aus Deutschland in die Türkei gibt - mehrere Zigtausend Menschen im Jahr. Manchmal wegen einem guten Job. Manchmal wegen der Liebe. Manchmal auch aus anderen Gründen. Aber ich denke, meist hat es etwas mit "mai multa bunastare" zu tun. Nicht unbedingt materiell, betone ich nochmals. Zahlen über die Auswanderung aus Deutschland mögen andere suchen, wenn sie Lust haben. Andererseits: ohne Einwanderung sähe es für Deutschland bald sehr düster aus. Und das sage nicht ich, sondern dt. Soziologen, Politologen usw. Jemand (ich denke, mein "Heiliger Geist"aus meiner Weihnachtsgeschichte, sein username fällt mir nicht gleich ein) hat es auf diesem Forum im Dezember mal salopp aber wohl treffend formuliert: "Wir waren für Deutschland ein guter Einkauf". Deutsche Sprache, gute Ausbildung, arbeitswillig usw.

lucky_271065
Erstellt am 31.01.2011, 16:56 Uhr und am 31.01.2011, 16:56 Uhr geändert.
@ Johann
lucky_271065 schrieb
„Die Kommentare in dem von Dir gestellten Link scheinen mir sehr interessant und lesenswert, weshalb ich mir erlaube, gleich eine längere Passage daraus zu zitieren, die ich auch mit unterschreiben könnte:“

Danke.
Es gibt dort keine Kommentare, sondern jeder Satz (Zitate ausgenommen) stammt von mir und dokumentiert meine Meinung.


Wenn dem so ist (und ich habe keine Zweifel daran), dann:
"Jos palaria, Johann!" Habe ich schon ziemlich lange nicht mehr gesagt. Das bedeutet, dass unserer beider Meinungen in einigen zentralen Aspekten betreffs die heutige Situation der Siebenbürger Sachsen und die möglichen Perspektiven doch sehr nahe beieinader liegen.

Johann
Erstellt am 31.01.2011, 17:03 Uhr und am 31.01.2011, 17:05 Uhr geändert.
Danke nochmals.
Ich habe die dortigen Zeilen 2003 geschrieben, seither ist der Beitrag im Netz. Du bist aber erst mein erster Fan.
undes doi puterea creşte ...
Das wird sicherlich noch rechtzeitig zu einer Massenbewegung

bankban
Erstellt am 31.01.2011, 17:14 Uhr und am 31.01.2011, 17:14 Uhr geändert.
Verbrüdert sich am Ende unser Johann gar mit einem Seelenklempner...?

Johann
Erstellt am 31.01.2011, 17:20 Uhr und am 31.01.2011, 17:23 Uhr geändert.
Ich bin ein bekennender Menschenfreund.
Nur zum Pali würde ich mich mit den beiden Seelensurfer hier nur getrennt treffen, sonst fakeln die beiden mir noch die Bude ab...

bankban
Erstellt am 31.01.2011, 17:34 Uhr
Mach dir keine Sorgen, solange die gegenseitigen Projektionen sich im Schach halten, wird es nicht zum Matt auf deine Kosten kommen!

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