Der ZDF-Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“

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seberg
Erstellt am 18.03.2013, 16:03 Uhr und am 18.03.2013, 16:04 Uhr geändert.
Mynona: "Ich stelle mir heute eigentlich nicht die Frage, warum die Generation der Großeltern, Eltern so geworden sind, sondern warum ganz viele auch noch über 50 Jahren später, weiterhin so eisern an ihrer Gesinnung festgehalten haben wie es eben viele getan haben...oder noch tun."

Das ist eine wichtige Frage. Vor allem eine Frage danach, wie sehr und wie Viele wirklich auch heute noch an der Gesinnung von damals festhalten: wie sehr ist die Katastrophe der Nazizeit und ihre bisherige Aufarbeitung bei den Meisten spurlos vorbeigegangen - oder wie sehr hat beides doch zu einer gewissen inneren Veränderung geführt, zu einem Mentalitätswandel, der einer erneuten Versuchung vorbeugt? Immerhin ist eine gewisse Aufarbeitung der Vergangenheit in Deutschland wohl nicht ganz erfolglos geblieben, auch wenn gerade in den letzten Jahren die Gefahr von Seiten der Neonazis erschreckend deutlich geworden ist.

Mynona
Erstellt am 18.03.2013, 16:17 Uhr
Immerhin ist eine gewisse Aufarbeitung der Vergangenheit in Deutschland wohl nicht ganz erfolglos geblieben,

Finde ich gar nicht, erschreckend war letztens eine Umfrage zum 2WK bzw. Nazigrößen die in einer Sendung gezeigt wurde:8 von 9 dieser Leute die befragt wurden(Studenten) wußten nichts davon, gerade mal Hitler konnte benannt werden...In der Schule wird das Thema nicht wirklich behandelt so wie sollte....

Ein Beispiel:War der NS-Staat eine Diktatur oder eine Demokratie? Schon diese Frage überfordert viele Neunt- und Zehntklässler in Deutschland. 24 Prozent – in NRW sogar fast 26 Prozent – sind sich sicher: Nazi-Deutschland war keine Diktatur. Die DDR auch nicht, meinen knapp 30 Prozent (NRW: 31 Prozent).

Auch wenn gerade in den letzten Jahren die Gefahr von Seiten der Neonazis erschreckend deutlich geworden ist.

Richtig, ist sie.Gefährlicher sind aber die unauffälligen Köpfe dahinter...

orbo
Erstellt am 18.03.2013, 16:18 Uhr und am 18.03.2013, 16:22 Uhr geändert.
Ich spreche vor allem von Menschen die ich persönlich kenne(Menschen wie Bekannte, Freunde, Verwandte der Generation meiner Eltern), es gibt aber sicher noch ganz viele andere draußen, man muss nur genau hinhören können ...

Das tut mir Leid, bezüglicher Deiner Bekannten. Ich für mich werde genauer hinhören...

Mynona
Erstellt am 18.03.2013, 16:21 Uhr und am 18.03.2013, 16:25 Uhr geändert.
Gut fand ich auch die Gesprächsrunde nach dem Film, auch unter dem Titel "Unsere Mütter unsere Väter" laufend

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/414#/beitrag/video/1863012/Unsere-M%C3%BCtter,-Unser-V%C3%A4ter

Ab ca.Min 40 folgend...
Ein Satz den ich bemerkenswert fand.Da sagt D.Cohn-Bendit:
"Nicht alle Opfer waren gute Menschen" und "viele waren Täter und haben schreckliche Dinge getan... man kann ein böser Mensch sein und trotzdem Opfer sein"

orbo
Erstellt am 18.03.2013, 16:21 Uhr und am 18.03.2013, 16:22 Uhr geändert.
... auch wenn gerade in den letzten Jahren die Gefahr von Seiten der Neonazis erschreckend deutlich geworden ist.

"Neo"... Wohl wahr.

Bemerkenswert ist, dass diese NEOs immer dann vonn Wählern Zulauf erhalten, wenn große Unzufriedenheit herrscht. Meiner Meinung bringen sie damit nicht eine Gesinnung zum Ausdruck, sondern Protest.

Mynona
Erstellt am 18.03.2013, 16:24 Uhr
Das tut mir Leid, bzüglicher Deiner Bekannten. Ich für mich werde genauer hinhören...

Mach das, btw.das sind nicht meine Bekannten, so alte Freunde und Bekannte habe ich nicht ;-), aber meine Eltern und Verwandten schon, und viele sind nicht aus Siebenbürgen sondern aus D.stammend...ein sehr guter Freund meiner Mutter hat heute noch sein ganzes Haus vollstehen mit Fotos von Adolf (mit ihm zusammen teils)...etc.etc.

@ grumpes
Erstellt am 18.03.2013, 16:27 Uhr
Das Milgram-Experiment - Teil 1
Das Milgram-Experiment - Teil 2

Mynona
Erstellt am 18.03.2013, 16:49 Uhr
Das Buch heißt "Das Milgram-Experiment: Zur Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autorität" von Stanley Milgram

Frechmund
Erstellt am 18.03.2013, 17:02 Uhr und am 18.03.2013, 17:12 Uhr geändert.
Ein Satz den ich bemerkenswert fand.Da sagt D.Cohn-Bendit:
"Nicht alle Opfer waren gute Menschen" und "viele waren Täter und haben schreckliche Dinge getan... man kann ein böser Mensch sein und trotzdem Opfer sein"


Ja.
Wobei dieser Satz ja nichts Neues darstellt.
Und sich leider auch oft genug und nicht nur unter Hitler immer wieder bewahrheitet hat, sondern auch später.

Finde ich gar nicht, erschreckend war letztens eine Umfrage zum 2WK bzw. Nazigrößen die in einer Sendung gezeigt wurde:8 von 9 dieser Leute die befragt wurden(Studenten) wußten nichts davon, gerade mal Hitler konnte benannt werden...

Davon abgesehen, dass Umfragen nicht immer wirklich relevant sein müssen und immer relativ betrachtet werden sollten, ist es meiner Meinung nun auch nicht unbedingt relevant, verschiedene Nazigrößen außer Hitler aufzählen zu können, gar zu sollen, als vielmehr ein geschichtliches Grundwissen und Grundverständnis von gesellschaftlichen Zusammenhängen zu haben.
Die jungen Leute mögen keine Nazigrößen aufgezählt haben können, doch bin ich mir ziemlich sicher, dass sie schon akzeptable und auf einigem Grundlagenwissen beruhende Antworten hätten geben können, wenn sie dazu befragt worden wären, möglicherweise auch befragt worden sind:
Welche größenwahnsinnigen, wenn nicht überhaupt wahnsinnigen Denkmuster, Einstellungen und Haltungen diesen Krieg ermöglichten?
Was Hitler bezweckte?
Was er dazu alles unternahm?
Welche Greueltaten verübt wurden?
Wieviele Opfer ungefähr der 2. WK forderte?

In der Schule wird das Thema nicht wirklich behandelt so wie sollte....

Bist du Lehrerin?
In der Schule tatsächlich tätig?
Oder beruhen deine meiner Meinung nicht zulänglichen Verallgemeinerungen nur auf "Umfragewerten" und eventuellen Meinungen aus dem Familien- und /oder Bekanntenkreis?

Ein Beispiel:War der NS-Staat eine Diktatur oder eine Demokratie? Schon diese Frage überfordert viele Neunt- und Zehntklässler in Deutschland. 24 Prozent – in NRW sogar fast 26 Prozent – sind sich sicher: Nazi-Deutschland war keine Diktatur. Die DDR auch nicht, meinen knapp 30 Prozent (NRW: 31 Prozent).

Ich finde es gut, dass du Beispiele zu deinen Bemerkungen/Aussagen einbringst, im Falle eben jedoch nur Prozentzahlen aus relativen Umfragen als Bewies dafür anzuführen, die Aufarbeitung wäre doch weniger erfolglos geblieben, als ein User für sich glaubte und auch ich von meinem Lebens- und Arbeitsumfeld sagen kann, dass es durchaus Erfolge gibt und sich seitens der Medien, verschiedener Gremien und auch individuell sehr bemüht wird einer Aufarbeitung gerechtzuwerden, - das, finde ich, ist zu wenig.

Manchmal pauschalisieren wir vielleicht ein wenig zu sehr und oftmals, ohne es direkt zu bemerken oder zu wollen.




Frechmund
Erstellt am 18.03.2013, 17:05 Uhr
Upps!
Habe gerade gesehen, dass da oben ein lachender Smiley war.
Um Gottes Willen, der h#tte und hat ja zu dieser Thematik absolut kein Mitspracherecht.
Bitte um Entschuldigung, war absolut keine Absicht!

Frechmund
Erstellt am 18.03.2013, 17:33 Uhr und am 18.03.2013, 17:56 Uhr geändert.
Bemerkenswert ist, dass diese NEOs immer dann vonn Wählern Zulauf erhalten, wenn große Unzufriedenheit herrscht. Meiner Meinung bringen sie damit nicht eine Gesinnung zum Ausdruck, sondern Protest.

Das ist ein bemerkenswerter Satz, weil eben sehr oft verallgemeinert wird mit DIE Neonazis... und dabei manchmal bestimmte Realitäten verzerrt werden, wie du auch gerade und meiner Meinung richtig festgestellt hast.

Und dort vor allem immer wieder anzusetzen, als Eltern, Freunde, als Lehrer auch vor allem, das Gespräch mit vermeintlichen Neonazis nicht generell abzulehnen, sondern immer wieder bei Bedarf mit ihnen zu sprechen und ihnen die entsetzlichen Gegenargumente zu bringen auf ihre, - wenn wir ehrlich sind und ein wenig einfühlend in die jungen, hinsichtlich der umfassenden schwierigen Thematik mehr oder weniger unbedarften Leute, - das sehe ich persönlich als eine der dringendsten und möglicherweise Frucht bringen könnenden Aufgaben im Sinne einer Aufarbeitung, einer humanen.
Nicht dass ich es gutheiße, sympathisiere etwa, aber zum einen war es so, dass auch - ich weiß aufgrund der Brisanz gar nicht, wie ich es aussprechen soll und darf - natürlich sind die Autobahnen nicht von der Hand zu weisen, die vielen Arbeitsplätze, die nach den Inflationsjahren geschaffen wurden, der augenscheinliche wirtschaftliche und individuelle Aufschwung damals, - das sind ja die Argumente, die meist gebrachten der Neonazis und ich würde das nicht einfach ignorieren, sondern auch diese Leute ernstnehmen und eben natürlich versuchen und selbst eindeutig Position beziehen, was das entsetzliche, millionenfache menschliche Elend und Chaos unter der Verantwortung Hitlers und seiner Helfershelfer betrifft.

Ich habe Bedenken, vielleicht auch Angst, nicht nur, dass die Zahlen steigen, sondern dass meiner Meinung nach zu viel getan wird, das "Problem" "irgendwie" zu beseitigen, indem man es einfach verbietet.
Das Problem sind Menschen zuerst, junge Menschen, die unzufrieden sind mit der Politik ihres Landes, mit den tausendfachen Schwärmen von Einwanderern, mit einer hohen Arbeitslosigkeitsquote und großer Perspektivlosigkeit unter den Jungen.
Das alles einfach totschweigen zu wollen, ist nach meinem Empfinden nicht nur falsch, sondern auch nicht ungefährlich, weil sich die Neos nur noch mehr aus der Gesellschaft ausgegliedert fühlen und dementsprechend noch massiver werden werden in ihren Hetzen und Aufmärschen und Brutalitäten.

Wie betrachtet ihr das?


Mynona
Erstellt am 18.03.2013, 17:46 Uhr und am 18.03.2013, 17:49 Uhr geändert.
Bist du Lehrerin?
In der Schule tatsächlich tätig?

Nein,aber ich war Schülerin in einigen deutschen Gymnasien...

btw. zu der Umfrage: Das war eine Umfrage vor der Universität in Köln unter angehenden Akademikern...
Bei "Hart aber fair" zu sehen...übrigens die ganze Sendung war sehenswert finde ich, es ging um das Buch Er ist wieder da
Extrem wenn dann nach Dachau gefragt wird und nur ratlose Gesichter zu sehn sind...KZ Dachau?Antwort:"Sagt mir gar nichts!"

Hart aber fair "Hitler als Witzfigur - worüber darf Deutschland lachen?"

seberg
Erstellt am 18.03.2013, 17:54 Uhr und am 18.03.2013, 17:58 Uhr geändert.
Ich persönlich möchte mich heute abend und übermorgen abend ganz auf den Film konzentrieren, um den es hier geht, damit ich mich ganz auf die Problematik des inneren und äußeren Erlebens der Deutschen vor und während des WK II konzentrieren kann. Das nämlich ist nach wie vor ein so unfassbares Geschehen, dass es hier ein eigenes Thema und Thread verdient.
Empfehlungen dafür, wie heute mit rechtsextremer Gesinnung in Deutschland politisch und pädagogisch am besten umgegangen wird, verdient als weiteres wichtiges Thema einen neuen Thread. Meine ich.

Mynona
Erstellt am 18.03.2013, 18:02 Uhr
Ich denke doch, dass das Hand in Hand gehen kann...ist ja nicht komplett ein anderes Thema.

orbo
Erstellt am 18.03.2013, 18:31 Uhr und am 18.03.2013, 18:32 Uhr geändert.
Extrem wenn dann nach Dachau gefragt wird und nur ratlose Gesichter zu sehn sind...KZ Dachau?Antwort:"Sagt mir gar nichts!"

Ich höre mir dazu die Radiosendung "PISA-Polizei" an (Frage des Reporters an Passanten: Haben Sie schon mal in einem Flussbett zur Probe gelegen?) und denke mir: Dumpfbacken gibt's überall.

Bin nach den heutigen Kommentaren gespannt, was die verbliebenen beiden Folgen bringen...

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