Altes Haus - Brücken in die Vergangenheit

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Kurt Binder
schrieb am 06.04.2024, 06:22 Uhr
Die unverständliche Welt des Pimpfen Konrad (3)
Erste Skepsis

Irgendetwas aber schien doch nicht so ganz in Ordnung zu sein. Als ich nach Hause kam, war mein Alfredonkel und unser Nachbar Klaus Wonner zu Besuch. Sie hatten sich offensichtlich gestritten oder zumindest sehr ereifert, denn gerade als ich eintrat, rief der Onkel aufgebracht:
„Diesen Andreas Schmidt* müsste man an der Zunge aufhängen!“
„Ja, genau!“, wetterte Wonner wütend. „Und dem Hitler werde ich den (Dies und Jenes) herausreißen, und ihn auf dem Großen Ring nackt herumlaufen lassen!“ Als sie mich sahen, machte meine Mutter den beiden schnell ein Zeichen, sie sollten den Mund halten.
„Ach was“, meinte Alfredonkel mit hochrotem Kopf, „es schadet ihm nicht, wenn er erfährt, was dieser Hakenkreuz-Heini mit uns vorhat!“ Er schien angetrunken zu sein, denn vor ihm stand ein leeres Weinglas, in welches Wonner aus einem Fünfliter-Demijohn Wein nachfüllte.
„Ja“, presste er hervor und goss auch sein Glas voll, während seine Halsschlagadern dick anschwollen. „Und jetzt überrollen seine Söldner mit ihren Panzern schon unsre schöne Heimat!“ Er meinte sicher die freundlichen Soldaten, denen ich erst vor einer halben Stunde eine Blume zugeworfen hatte. Ja, das war meine erste Begegnung mit deutschen Soldaten. Doch dieser Disput zwischen meinem Onkel und Wonner, der einige Fragezeichen setzte, ließ in mir eine zögernde Skepsis keimen.
Drei Jahre später wurde dann auch ich als Pimpf in die Reihen der sogenannten „Deutschen Jugend“, der DJ aufgenommen - das Pendant der Hitlerjugend in Deutschland. Die Begleitumstände hierfür waren für mich alles andere als erfreulich.
Mein Vater war bereits an der Front, und meine Mutter bemühte sich, mir die vorgeschriebene Uniform zusammenzustellen. Im Grunde wäre dies sehr einfach gewesen. Nach der Anmeldung zur DJ bekam man einen Zuweisungsschein. Mit diesem musste man nur ins Zeughaus gehen und die Sachen abholen. Ich glaube jedoch, dass man dafür bezahlen musste, und da meine Mutter kaum mehr Geld hatte, als zum Überleben nötig war, versuchte sie, das eine oder andere Stück selbst zu fertigen.
So färbte sie mir ein weißes Hemd braun, und eine kurze Hose und das dreieckige Halstuch schwarz. Den Lederknoten dazu flocht sie aus dünn geschnittenen Lederstreifen, was ihr ganz gut gelang. Nur mit dem Hosenriemen, dem Koppel, wurde es schwierig, weil wir nur einen schmalen Streifen aus ganz dünnem Leder im Haus hatten. Den schwärzte meine Mutter mit Schuhkreme, und schärfte mir dann ein, gegebenenfalls zu erklären, dass dies nur „vorläufig“ sei! Dennoch kam ich um das Gehänsel und den Spott meiner Klassenfreunde, deren Väter nicht „zu den Deutschen“ gegangen waren, nicht herum. Einer grabschte sogar danach und zerrte daran herum, und als seine Finger sich von der Schuhkreme schwarz färbten, nahm das Gejohle kein Ende, dem nur der Jungzugführer ein Ende machen konnte. Den Querriemen, die Schiffchenmütze und das Fahrtenmesser musste meine Mutter allerdings kaufen, da ein Brotmesser, wenn auch aus bestem Solingen-Stahl gefertigt, sich für diese zukunftsweisende Montur leider nicht einmal als „vorläufig“ geeignet hätte. An viele Begebenheiten erinnere ich mich noch deutlich. Da waren die Heimnachmittage und die sportlichen Veranstaltungen, bei denen wir auch schon mal militärisch gedrillt wurden. Schon bei kleinen Verstößen gegen die Disziplin folgte Strafexerzieren, das manchmal in keinem Verhältnis zu der Schwere des Vergehens stand. So wurde ein Pimpf während einer Versammlung im Hof des Knabengymnasiums auf dem Hundsrücken in die Mitte des braunen Karrees gerufen, von dem Fähnleinführer erst grob beschimpft und dann brutal geschlagen. Das hat sich abgespielt kurz bevor auch ich zum Pimpf geadelt wurde. Ich habe es selbst gesehen - und es war keineswegs ermutigend.

*) Führer der Deutschen Volksgruppe in Rumänien

Teil 4 folgt morgen
Kurt Binder
schrieb am 07.04.2024, 06:43 Uhr
Die unverständliche Welt des Pimpfen Konrad (4)
Gebannt im Braunen Alp

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob und wann bei unseren Zusammenkünften von den Juden gesprochen wurde. Die Judenpogrome in Deutschland und Österreich hatten unter den Nationalsozialisten in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938, in der sogenannten Reichs-Kristallnacht begonnen. Dann nahmen sie an Umfang und Brutalität stetig zu, und endeten schließlich mit dem geplanten Völkermord an den Juden, dem Holocaust, zwischen 1941 und 1945. Von alledem hatten wir in jener Zeit freilich nichts gewusst. Dennoch muss uns Kindern gelegentlich etwas zu Ohren gekommen sein, was uns die jüdischen Mitbewohner der Stadt zu Menschen karikiert hat, über die man auch üblere Witze reißen oder sie sogar beschimpfen durfte.
Es war am späten Nachmittag, als ich mit andern Pimpfen von einer unserer Versammlungen kam. Als wir in der Salzgasse an der Synagoge vorbeikamen, sagte Roland plötzlich zu uns:
„Kommt mal mit - ich zeige euch etwas!“ Roland war, auch durch seine körperliche Stärke begünstigt unser Anführer, auch wenn er nicht unser Jungenschaftsführer war. Ein Raufbold war er zwar nicht, aber sehr keck in seinem Auftreten. Wir folgten ihm also, neugierig, was er wohl im Sinn hatte. Gleich darauf trauten wir unseren Augen nicht: Roland steuerte geradewegs auf die Synagoge zu, trat durch das schmale, schmiedeeiserne Tor und schritt die vier Steinstufen hinauf. Vor der geschlossenen, mit Schnitzereien verzierten Holztür blieb er stehen, drehte sich um und rief:
„Na, was ist los - warum kommt ihr nicht? Die Juden beten sicher gerade, und diesen Zirkus sehen wir uns doch mal an!“ Er stieß die Tür auf und trat ungeniert ein, und wir folgten ihm auf dem Fuß, allerdings mit heftigem Herzklopfen. Wir waren uns schon bewusst, dass wir hier friedliche Menschen bei einem Gottesdienst störten, aber das freche Auftreten Rolands trug uns über diese Hemmschwelle hinweg.
Der Chasan, der Vorbeter und Vorleser hatte eben eine Thorarolle aus dem Thoraschrein geholt, und bestieg mir ihr, während dabei ein Lied gesungen wurde, die Bima. Das ist jene erhöhte Plattform in der Mitte der Synagoge, von welcher aus ein bestimmter Abschnitt aus der Rolle gelesen wird, und die daran erinnern soll, dass Gott dem jüdischen Volk die Thora* auf dem Berg Sinai geschenkt hatte. Auf einem kleinen Schrank seitlich im Raum stand die Menora, ein siebenarmiger Leuchter - das wohl wichtigste Symbol des Judentums. Auf dem Tisch brannten zwei Kerzen.
Als wir eintraten, blieb der Chasan stehen und sah mit ernster Miene zu uns herüber. Der Gesang verstummte und alle Augen sahen zur Tür. Mir aber sackte das Herz in die Wade. Ich wollte umkehren und hinauslaufen, doch Roland hielt mich fest und zischte mir ins Ohr:
„Kneifen gilt nicht – oder willst Gruppendresche? Und jetzt pass gut auf!“ Er schritt entschlossen in den Raum, stieg auf die Bima - und blies vor den entsetzten Augen aller Anwesenden die Kerzen aus! Wir waren ihm bis vor die Stufen des Podiums gefolgt, hatten aber nicht den Mut, hinaufzusteigen. Doch trotz dieses Frevels blieb es totenstill im Raum. Die Männer starrten ungläubig und sichtlich unentschlossen auf uns. Alle trugen auf dem Hinterkopf die traditionelle Kippa, eine aus Stoff, Wolle oder Leder gefertigte kreisrunde, oft kunstvoll verzierte Kopfbedeckung. Sie wird von den männlichen Juden an allen Gebetsorten oder auf jüdischen Friedhöfen zum Zeichen ihrer Gottesfurcht getragen.
Nun versucht euch das mal vorzustellen: Eine heilige Stätte, in dem gerade eine Andacht zelebriert wird - und die von fünf elfjährigen, rotzigen Bübchen dreist gestört wird! Nur zwei der Anwesenden hätten genügt, um uns zusammenzuschlagen und wie Kehricht hinauszuwerfen. Doch keiner rührte sich, denn - diese Bübchen trugen Braunhemden, und auf ihren roten Armbinden prangten auf einem kreisförmigen, weißem Feld schwarze Hakenkreuze!

*) Thora: (hebräisch: Lehre): Das mosaische Gesetz (Die fünf Bücher Mosis)

Teil 5 folgt morgen
Kurt Binder
schrieb am 08.04.2024, 06:36 Uhr
Die unverständliche Welt des Pimpfen Konrad (5)
Rätsel über Rätsel

Unsere Jungenschaft bestand aus 10 Jungen und gehörte dem Fähnlein „Florian Geyer“ an. Es waren nicht nur Jungen aus unserer, sondern auch aus anderen Klassen dabei. Aus den ‚Besten’ wurde die sogenannte „Mustermannschaft“ zusammengesetzt, wobei als mustergültig eher der soziale Stand und die Berufe der Väter ausschlaggebend waren, als die Qualitäten ihrer verzogenen Sprösslinge - wie dies unschwer zu erkennen war!
Wir befanden uns in Michelsberg im Sommerlager. Man hatte uns in einer kleinen Holzhütte am Rande des Dorfes einquartiert, wo wir nebeneinander auf Pritschen schliefen. Gegessen wurde in einem anderen Haus, wo einige Jungmädel unser Essen kochten. Morgens wurden wir mit Musik geweckt. Der Jungzugführer, kurz Juzufüh genannt, ein stämmiger, etwa 17-jähriger Agnethler namens Horst Kanst stand bereits um 6 Uhr vor der Tür des Schlafraums und spielte auf seinem Akkordeon flotte Märsche, die uns förmlich aus den Strohsäcken hinauskatapultierten. Tagsüber machten wir Wanderungen und Waldläufe oder marschierten in Uniform in einer Reihe über die Wiesen. Dabei kam es oft zu wüsten Balgereien. Der Jungenschaftsführer - der Jufüh - und der Fähnleinführer, der „Fäfüh“, die oft dabei waren, machten sich nämlich den Spaß, meist ohne einen ersichtlichen Grund die Jungenschaft mal auf den einen, mal auf den anderen zu hetzen, um ihn zu verprügeln. Das verlief dann so:
„Alles hört auf mein Kommando: Alle auf den Kowacs!“ Dann stürzte sich die Horde mit Gejohle auf den armen Kerl, und ließ erst von ihm ab, wenn sie zurückgepfiffen wurde. Und dabei wurde nicht gerade zimperlich verfahren! Doch es kam auch anders!
Als die Jungen im Blutrausch auf den Befehl des Fähnleinführers über einen herfielen, der ohnehin als Schwächling bekannt war, und den mit sadistischen Schlägen genüsslich bearbeiteten, schaltete sich der Jungenschaftsführer ein und wollte den tobenden Haufen zurückrufen. Da rief der Fähnleinführer kurzerhand:
„Achtung - alle auf den Jufüh!“ Prompt ließen die Pimpfe von ihrem Opfer ab und verhauten mit derselben Wollust ihren direkten Vorgesetzten. Nach einer Weile kam das Kommando zum Aufhören. Der arme Kerl stand auf, strich sich die Haare aus der Stirn und rückte seine verschmutzte Uniform zurecht.
„Ich hoffe, dass du nie wieder in die Ausführung eines Befehls von deinem Vorgesetzten eingreifst, hast du kapiert?“, fuhr ihn der Fähnleinführer wütend an. Der kniff kurz das linke Auge zusammen und rief:
„Zu Befehl! Alle auf den Fäfüh!!“ Wir staunten nicht schlecht, aber - Befehl ist Befehl, und nach zwei Minuten erhob sich der Fäfüh mühsam aus der nassen Ackererde und starrte ungläubig auf seine total verdreckte Uniform hinab. Dennoch hatte alles sein Richtigkeit: Beide waren befugt für diese Befehle; sie mussten sie bloß verantworten. Mir aber war es schleierhaft, wieso wir uns ständig gegenseitig verhauen mussten, um unsere Freundschaft zu beweisen und unsere Kameradschaft zu stärken? Der eigentliche Grund, in uns Aggressionen zu wecken und sie „mutig“ abzureagieren, blieb uns verborgen. Auch über die Texte der Lieder, die wir während eines Marsches sangen, machten wir uns keine Gedanken. Wenn „ein Pionier im fernen Osten einsam auf Wacht stand“, ja, da hat sich noch keiner gefragt, was der eigentlich dort zu suchen hatte! Und warum ein Zehnjähriger mit Begeisterung singen musste: „Hört ihr die Kanonen donnern, ran an den Feind“, und „Bomben auf Engeland“*, wenn er nicht einmal wusste, wo Engeland lag?
Abends führten wir meist Gespräche über die damals üblichen erzieherischen Themen, die zur Festigung der nationalsozialistischen Gesinnung und unseres Selbstverständnisses als Deutsche, und somit als Herrenrasse führen sollten. Aber auch zur Heranbildung begeisterungsfähiger Nationalsozialisten und künftiger Krieger für das Zwölfjährige Reich - ich wollte natürlich sagen: für das Tausendjährige Reich!

*) Texte ehemaliger Nazi-Lieder

Teil 6 folgt morgen
Kurt Binder
schrieb am 09.04.2024, 06:54 Uhr
Die unverständliche Welt des Pimpfen Konrad (Letzter Teil)
Stunden der Aufklärung

Weit interessanter waren für uns präpubertäre Knaben die Erzählungen des Jungzugführers Kanst, der mit seinen beinahe 18 Jahren schon einige Erfahrungen auf einem für uns äußerst mysteriösen Fachgebiet zu haben schien. Es ging natürlich um die „Mädel“. Mit 10 Jahren wussten wir kaum mehr, als dass diese geheimnisvollen Geschöpfe anders als wir waren, und dass es wohltuend wirkte, in ihrer Nähe vorbeizuschleichen und dabei tief einzuatmen. Einige von uns hatten schon etwas mehr über „so Sachen“ gehört, aber was sich da nun wirklich zwischen Buben und Mädeln abspielte, das wusste keiner so genau. Und so wirkten diese Aufklärungsstunden auf uns wie die Entdeckung Amerikas auf Kolumbus - als er noch auf der Reise war.
Horst Kanst nahm zu unserer Freude kein Blättchen vor den Mund, wenn er uns freizügig von allen Phasen einer sich langsam entwickelnden Liebesbeziehung erzählte. Von den ersten schüchternen Berührungsversuchen, über sanfte Umarmungen bis hin zum Liebesakt - all dies schilderte er mit einer Sachlichkeit, als spräche er von der Zubereitung eines Festmahls.
Besonders prickelnd empfanden wir das Küssen, welches er uns in allen technischen Details ausmahlte. Dabei durchliefen wir sämtliche Zustände, die für unser Alter während dieser ideellen Konfrontation mit den künftigen Genüssen unseres Lebens typisch waren. Doch wenn Horsts Beschreibungen zu feucht wurden, schüttelten wir uns, und als er dann von einer weiteren Steigerung in diesem unvorstellbaren mündlichen Zweikampf der Geschlechter zu sprechen begann, da starrten wir ihn mit offenen Mündern an. Oh Mann – das war ja alles gerade noch vorstellbar, aber völlig unglaubwürdig, und Karli würgte ein unzweideutiges „Brroaach!“ hervor.
Die Erektion kannten einige von uns bereits, doch wurde diese Erscheinung damals anders benannt. Doch als wir dann von Kanst erfuhren, wozu das gut sein sollte - außer uns schlaflose Nächte zu bereiten , da gab es anerkennende, aber auch sehnsüchtige Pfiffe. Der kleine Klaus rief dazwischen:
„Ja, ich weiß - so wie beim Pferd!“, und ließ dabei vor lauter Begeisterung über sein analoges Wissen von verliebten Hengsten den rechten Arm mit geballter Faust erst baumeln, um ihn dann mit einem kräftigen Ruck nach oben über den linken, angewinkelten Unterarm zu schlagen. Tja, diese Geste war Horst wohl doch etwas zu viel des Scharfsinns seiner Zöglinge, und der vorlaute, frühreife Sex-Gnostiker musste draußen im Regen 25 Liegestütze machen.
Als wir dann wieder unter uns Pimpfen waren, diskutierten wir angeregt über diese faszinierenden Neuigkeiten. Der Keller Misch meinte, dass der Juzufüh das alles nur erfunden hätte, um uns zu imponieren, denn so was könne doch nicht wahr sein. Wir gaben ihm teilweise Recht, hofften aber insgeheim, dass ES später für uns doch so verlaufen möge, wie er es uns weisgemacht hatte!
Und als wir ihn zu später Stunde durch das Küchenfenster mit der Hanni eifrig und mit Hingabe genau das tun sahen, was er uns geschildert hatte, da waren auch die letzten Skeptiker von seinen Ausführungen und von seiner diesbezüglichen Kompetenz restlos überzeugt - und wir blickten mit sehnsüchtigen Augen diesen Leckerein aus unsrer körperlichen Zukunft entgegen.
Kurt Binder
schrieb am 24.04.2024, 11:24 Uhr (am 24.04.2024, 11:26 Uhr geändert).
So ein Käse ...

Schon in meinen jungen Jahren war ich ein begeisteter Kino-Gänger. Die Musikfilme weckten mein besonderes Interesse, und der erste aus diesem unterhaltsamen Genre war der Film „Die lustigen Weiber von Windsor“, eine DEFA-Produktion von 1950, nach einer komischen Oper von Otto Nicolai. Die zentrale Figur darin war Sir John Falstaff, ein verarmter Ritter, der im 15-ten Jahrhundert lebte, gerne soff, und schöne Frauen anbaggerte.
Soweit die Einleitung, denn meine Story beginnt erst mit einem Lied, das Sir John in einem Gasthaus an der Themse der hübschen, braungelockten Kellnerin Hanne sang:

“Als Büblein klein an der Mutter Brust,
hopp heissa bei Regen und Wind,
da war der Sekt schon meine Lust,
......................................................
Komm, braune Hanne, her -
reich mir die Kanne her.
......................................................

Ausschlaggebend für das nun Folgende war mein an Sucht grenzender Appetit zu allem Essbaren, das in diese Kategorie der „in Fäulnis übergegangenen Milch“ gehörte – wie mir so ein Scherzkeks einmal wertmindernd zugeflüstert hatte. Und einen besonderen Rang in der Reihe der sich an Geschmack, Würze, Konsistenz und Duft gegenseitig überbietenden Leckerbissen nahm der Camenbert ein, ursprünglich ein französischer Weißschimmelkäse. Und da blitze es mir – der Reim! Ich änderte den Text in dem Lied mit den folgenden Vers:
“ Komm, braune Hanne, her,
reich mir den Camenbert,“ – und schickte ihn an einen Hersteller von Camnebert-Käse, wobei ich ihm suggerierte, die ganze Szene im damaligen Look als Werbe-Spot zu verwenden! Dabei hegte ich die naive Hoffnung, von den über meine originelle Idee sicher begeisterten Käsern zumindest ein paar Dollar, oder ein Päckchen mit Camenbert- Käsesorten zu bekommen. Und die Antwort kam postwendend:
Ob ich denn tatsächlich glaubte, mit meinem lächerlichen Vorschlag die Werbung zu revolutionieren? Das sei doch nur ein schlechter Scherz, oder? So ein Käse!

Tja - jetzt weiß ich endlich, was es bedeutet, sich selbst in den eigenen ... in das eigene Sitzfleisch zu beißen, wobei ich nicht mich meine!
Kurt Binder
schrieb am 28.04.2024, 06:55 Uhr
Die Gesellschafterin (1 – 6) Teil 1
Nach einer wahren Begebenheit

Als ich nach der letzten Aubergine griff, die kaum sichtbar aus dem Karton im Gemüseregal hervorlugte, stieß ich mit einer Hand zusammen, die es ebenfalls auf diese köstliche Südfrucht abgesehen hatte. Mehr unwillig als erschrocken wandte ich den Kopf, um die Besitzerin dieser kecken Gliedmaße in Augenschein zu nehmen. Ich blickte in ein Augenpaar, das im Ausdruck nicht teilnahmsloser sein konnte, als es der unverhoffte Kontakt mit einem Unbekannten erforderlich machte. Ihr Allerweltsgesicht passte perfekt zu ihren Augen. Sie war noch recht jung, brünett, strenge Frisur, und Gesichtszüge, aus denen auch ein Psychologe kaum etwas anderes herauslesen würde als Gleichgültigkeit zu allem und jedem.
Als Kavalier der alten Schule zog ich meine Finger sofort von der Frucht zurück, lächelte sie an und sagte auffordernd:
„Oh, Entschuldigung – Sie können die Aubergine natürlich haben!“ In ihren grau-blauen Augen schimmerte sowas wie ein „Dankeschön“, als sie mir kurz zunickte, die Aubergine ergriff und sich zum Gehen wandte. Ich dachte mir nichts dabei. Es war dies eine Begegnung von der Art, wie sie im Supermarkt sicher täglich vorkam. Dann griff ich mir einen Blumenkohl und ging zur Kasse.
Einige Tage später musste ich nochmals zum Supermarkt fahren, da ich trotz des Einkaufszettels einiges vergessen hatte. Beim Gemüse stellte ich fest, dass der Karton diesmal mit frischen Auberginen gefüllt war. Als ich die Hand danach ausstreckte, fiel mir die Begegnung mit der grau-blau-äugigen jungen Dame wieder ein. Innerlich lächelnd, sah ich mich suchend um – ich war allein, und es waren genügend Blaufrüchte vorhanden. Ich nahm eine und wandte mich den Fleischwaren zu. Hier lag gerade noch ein Nackenstück vom Schwein im Kühlfach, das ich mir sofort angelte. Und wieder musste ich schmunzeln, als ich an die letzte Aubergine dachte. Ich legte die Packung in den Einkaufswagen, drehte mich um – und da stand sie und guckte mich ziemlich verlegen an.
„Wenn das kein Zufall ist!“, eröffnete ich mit dieser platten Floskel unsre zweite Begegnung. „Wenn Sie jetzt noch sagen, dass Sie dieses Nackenstück selbst haben wollten, ja, dann ... dann ...“
„Ja, ich wollte es tatsächlich nehmen!“ Ich war überrascht über den wohltuenden Timbre ihrer Stimme. Auch hatte sie diesen kurzen Satz mit einer emphatischen Betonung unterlegt, die so manch einen Parlamentarier zum Rhetor geadelt hätte. Witzig sein wollend lachte ich auf:
„Wie es scheint, sind wir beide sowas wie die Heiligen der letzten Waren!“ Auch die Feststellung dieser unsrer Gemeinsamkeit warf sie nicht aus ihrer scheinbar unerschütterlichen Ruhe, denn sie fragte ungerührt:
„Wieso? Sind Sie Mormone?“
„Oh nein, mit dem Mormonentum habe ich soviel zu tun wie Vanillepudding mit Sauerkraut!“ Obwohl auch dieser Vergleich an den Haaren herbeigezogen war, lächelte sie höflich darüber, und sah mich dabei voll an.
„Nun, auch wenn man von etwas Kenntnis hat, was einen nicht undbedingt interessiert, ist es eine Bereicherung des Geistes! Ich habe in dem Buch Mormon mehr als nur geblättert, um aus dieser religiösen Schrift etwas über die Grundzüge der Gemeinschaften der Mormonen zu erfahren!“ Jetzt staunte ich aber. Nicht nur ihre unerwartete Gesprächigkeit, sondern auch ihr Interesse zu den selteneren Dingen des Lebens hatten in diesen paar Minuten ihr Persönlichkeitsbild in meinen Augen völlig verändert. Die scheinbar teilnahmslose graue Maus hatte sich zu einem Menschen gewandelt, dem Wissen und Wortgewandheit gleichermaßen eigen zu sein schienen. Nun war ich richtiggehend neugierig geworden und fragte unverhohlen:
„Darf ich fragen, was Sie beruflich tun?“ Ihre Antwort überraschte mich ebenfalls.
„Da Sie nicht aus Neigierde, sondern aus Interesse fragen, kann ich es Ihnen gerne sagen: Ich habe Sozial-Pädagogik und Psychologie studiert!“
„Was Sie ja mittels Ihrer Antwort blendend bewiesen haben!“
„Danke – aber leider bin ich zur Zeit arbeitslos!“
„Oh, das ist bedauerlich!“ Während solcher Eintagsgespräche stellt sich leider oft die Notwendigkeit ein, eine Verlegenheitspause zu überbrücken. Ich wollte nicht weiter nachfragen, in welcher Form sie ihren Beruf ausgeübt hatte. Es ist für manche Menschen peinlich bis schmerzhaft, darüber sprechen zu müssen. Beeindruckt hatte mich aber, wie differenziert sie die mutmaßliche Ursache meiner direkten Frage erkannt hatte. Mein Interesse an dieser Frau war nun aufs Äußerste geweckt!

Teil 2 folgt morgen
Kurt Binder
schrieb am 29.04.2024, 05:55 Uhr
Die Gesellschafterin (1 - 6) Teil 2
Nach einer wahren Begebenheit

Auf meinen Anteilnahme heuchelnden Einwurf hin nickte sie nur und sah nachdenklich drein. Ihr Gesichtsausdruck verriet, dass sie dabei sicher nicht an unsren momentanen Zankapfel dachte. Ich schon, denn auch diesmal plagte mich die Selbstlosigkeit.
„Wissen Sie was? Ich überlasse Ihnen gerne diese Packung, da ich sowieso ...!“ Doch sie wehrte schon im Ansatz kategorisch ab.
„Oh nein, danke, auf keinen Fall! Es reicht, dass ich Ihnen vor einigen Tagen die letzte Aubergine gemopst habe!“ Dann holte sie ein Brathähnchen aus der Truhe. „Dies tuts auch! Und hat weniger Fett!“ Dabei warf sie einen Seitenblick auf meinen Bauch und versuchte, ein Schmunzeln zu unterdrücken. Da hatte ich’s! Sie sah auf die Uhr.
„Ich muss jetzt aber dringend gehen!“
„Ja, ich eigentlich auch! Dann also - bis zum nächsten Mal!“ Und ergänzte: „Nun ja – aller guten Dinge sind drei!“ Auf diese meine klar bekundete Hoffnung, sie wiederzusehen, nickte sie mir schmunzelnd zu und wandte sich zum Gehen.
Nun hast Du, lieber Leser, sicher schon aus der Anzahl der angekündigten Folgen messerscharf geschlossen, dass es ein drittes „gutes Ding“ geben muss. Ja, das gab es!
Wir erblickten uns gleichzeitig - und gingen aufeinander zu, wobei ich bemerkte, dass sie dafür die Richtung geändert hatte! Dabei lächelte sie mir sogar entgegen.
„Diesmal ist es kein Zufall!“, eröffnete sie, ohne zu erröten. „Ich habe bei unsrer letzten Begegnung Ihr Gesicht beobachtet, als ich meine Arbeitslosigkeit erwähnte!“
„Ich wusste gar nicht, dass meine Allerwelts-Visage in meinem Alter für ein junges Mädchen interessant sein könnte!“, versuchte ich zu witzeln. Sie quittierte diese Bemerkung mit einem kaum merklichen Kopfnicken, was zweifelsfrei die Bestätigung und ihre Akzeptanz meines Alters zum Ausdruck brachte.
„Natürlich rein beruflich! Und ich habe nachgedacht, was Ihnen wohl durch den Kopf gegangen sein könnte?“ Sie hatte gut beobachtet, denn ich hatte allerdings an etwas gedacht. So fragte ich:
„Und - sind Sie zu einem Schluss gekommen?“
„In etwa; es schien, als hätten Sie eine Möglichkeit erwogen, mir zu einem Job zu verhelfen!“ Ich war ehrlich überrascht. Aus einer flüchtigen Konfiguration meiner Mimik hatte sie meine Gedanken richtig interpretiert, denn ich hatte tatsächlich an etwas Konkretes, wenn auch ziemlich Gewagtes gedacht!
„Und - das wäre?“ Ich sah mich suchend um. Wir standen vor dem Frischgemüsestand, dem ein herrlicher Duft von Knoblauch und Schalotten entströmte. Von der gegenüber liegenden Theke ließen uns Makrelen, Schellfisch und Zuchtforellen zwischen Eiswürfeln heraus ihren Wunsch in die Nasen schweben, baldigst verspeist zu werden. Dies Ambiente, ansonsten kulinarisch stimulierend, schien mir für die Fortsetzung unsres Gesprächs jedoch wenig geeignet.
„Wissen Sie was, Frau ... wie darf ich Sie eigentlich nennen? Mein Name ist Binder!“ Ihr Händedruck war der eines Menschen, der sich seiner Werte bewusst war - kurz und fest.
„Ich heiße Susanne Martini!“ Auch in Siebenbürgen ein nicht seltener Name. Ich deutete in Richtung Cafeteria.
„Ich schätze, Sie haben nichts dagegen, wenn wir unser Gespräch bei einem Käffchen fortführen?“
„Nun, der Wortlaut Ihres Vorschlags ist eher eine Feststellung, als eine Frage - stimmts?“, lächelte sie. „Wie es aussieht, sind Sie gewohnt, die Führungsrolle auf Anhieb zu übernehmen! Diesmal füge ich mich aber gerne!“ Ich fühlte mich ertappt, war aber gleichzeitig beeindruckt von ihrem Scharfblick. In der Cafeteria des Kaufhauses bestellte jeder für sich, denn sie hatte meine Einladung kategorisch abgelehnt. Wir schwiegen eine Weile und schlürften den heißen Kaffee. Als ihr Blick immer fragender wurde, musste ich endlich Farbe bekennen.

Teil 3 folgt morgen
Kurt Binder
schrieb am 30.04.2024, 05:51 Uhr
Die Gesellschafterin (1 - 6) Teil 3
Nach einer wahren Begebenheit

„Sie erwähnten, dass Sie zur Zeit arbeitslos seien.“, begann ich zögernd. „Da haben Sie es doch sicherlich mit Gelegenheitsjobs versucht?“ Sie nickte.
„Darf ich auch fragen, welcher Natur diese Jobs waren?“
„Nun, ich will vorausschicken, dass ich in der Wahl solcher Jobs nicht wählerisch sein durfte. Ich habe unter anderem Hunde ausgeführt, war Babysitterin, und habe auch als Putzfrau mein Brot verdient.“ Ich befand diese ihre Einstellung zum Überleben als einen sehr ehrenvollen Grundsatz. Es war mir klar, dass diese Frau eine Kämpferin war und trotz der momentanen Unbill in ihrem Leben nicht unter die Räder kommen würde.
„Das ehrt Sie natürlich, Frau Martini! Und ich habe tatsächlich an etwas gedacht, und hoffe, dass Sie mein Angebot nicht missverstehen werden!“ Nur ein leichtes Anheben ihrer Brauen verriet ihre Neugier. Ich hatte nicht vor, sie auf die Folter zu spannen, konnte aber nur mit Mühe meine letzte Hemmung überwinden.
„Könnten Sie sich vorstellen, gewissermaßen auch mal als – Opa-Sitter zu jobben?“ Die Spannung in ihrem Gesicht wich spontan einer maßlosen Befremdung, und sie lehnte sich ruckhaft zurück.
„Wie ... wie darf ich das verstehen, Herr Binder?“ Ihr Tonfall war von einer Eiseskälte, die mich frösteln ließ. Mit diesen Stimmungsumschwung hatte ich nicht gerechnet, und bemühte mich sofort um Schadensbegrenzung.
„Oh nein, liebe Frau Martini, nein - da habe ich mich wohl etwas ungeschickt ausgedrückt!“ Ihre unveränderte Miene zeigte Zurückhaltung, aber auch Spannung an. Ich musste nun endlich unverblümt mit meinem Vorschlag herausrücken. So schilderte ich meine derzeitige Lage als Witwer, der mit allen häuslichen Problemen allein fertig werden muss, nebenbei als Buchautor tätig ist, und sich in seiner Einsamkeit gerne hie und da mit jemandem über die Dinge des Lebens unterhalten würde.
„Na ja“, schloss ich, „und da bin ich Ihnen begegnet, und habe bald erkannt, dass Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit der Mensch sind, mit dem mir ein gelegentlicher Gedankenaustausch angenehm wäre, und mir wirklich etwas bieten könnte.“ Die Starre ihrer Körperhaltung hatte sich während meiner Worte merklich entspannt. „Und da Sie ja Ihre Freizeit lukrativ nutzen müssen, würde ich gegebenenfalls Ihre Bemühungen für diese Zuwendung natürlich entsprechend honorieren!“, fuhr ich fort, und ergänzte, ohne jede Absicht, witzig sein zu wollen: „Also ganz so, als würden Sie einen Hund ausführen!“ Jetzt lachte sie hell auf und meinte forsch:
„Und eine Leine, sowie gewisse andere Unannehmlichkeiten blieben mir erspart! Herr Binder, Sie haben mich überzeugt! Dann sehen wir mal.“ Die Lage hatte sich somit zu meiner Erleichterung aus einer kurzen, aber hochbrisanten Anspannung in eine nun etwas geschäftlich anmutende Atmosphäre gewandelt. Sie holte ihren Terminkalender hervor und konsultierte ihn aufmerksam.
„Wird wohl ... etwas gedrängt!“, murmelte sie mehr für sich. Dann gelang es ihr aber doch, mich zwischen einen Rauhaardackel und die 8 Monate junge Julia van Hoefen einzuplanen. Das Amüsante an dieser Mittellage war für mich die Möglichkeit, hieraus spekulativ meinen Stellenwert abzuleiten, der mir in der Reihe ihrer Betreuten zugeordnet wurde! Da ihr meine „Betreuung“ etwas mehr abverlangen würde, als ein scharfes „Sitz!“ oder „Na, mach schon!“ zu einem Dackel mit Verstopfung, bot ich ihr das doppelte Honorar an, was sie zwar verlegen, aber gerne annahm. Wir einigten uns auf Samstag, weil sie dann die meiste freie Zeit zwischen ihren Terminen zur Verfügung hatte. Vorgesehen hatten wir jeweils etwa eine Stunde Konversation.

Teil 4 folgt morgen
Kurt Binder
schrieb am 01.05.2024, 07:30 Uhr
Die Gesellschafterin (1 - 6) Teil 4
Nach einer wahren Begebenheit

Unsre Begegnungen in meiner Wohnung wurden zwar thematisch sachlich in einem geschäftlichen Rahmen ausgehandelt, verliefen aber schon während ihres ersten Besuchs wider Erwarten locker und mit viel Humor. Frau Martini entpuppte sich als ein Mensch von wunderbarer innerer Schönheit. Ihre sachlichen Ansichten über die Dinge des Lebens waren meist von unwiderlegbarer Logik, und tangierten stellenweise die großen Philosphen, ohne dass sie sich im Gespräch deren Lehren zu eigen machte.
Einzig jene, die „kurzbeinigen Weiber“ verachtende Haltung Schopenhauers, der diese zynisch als „der Knalleffekt Weib“ bezeichnet hatte, zwang uns verständlicherweise zu einer länger anhaltenden Diskussion.
„Ich kann nur annehmen, dass dieser Misantrop entweder blind oder impotent war!“, stieß sie sichtlich verägert hervor und stand auf. Weitere Möglichkeiten überging sie.
„Nun sehen Sie mich mal an!“, forderte sie mich auf. „Bin ich etwa - kurzbeinig?“ Wohl oder übel musste ich mir nun einen ersten, ansonsten indiskreten, ihre Maße abschätzenden Blick erlauben - und ich schüttelte den Kopf: Nein, denn sie sind perfekt! Die anderen Attribute Schopenhauers zum Weib, zum Beispiel die schmalen Schultern und die breiten Hüften dieses „sexus sequior“ - des geringeren Geschlechts erwähnte sie nicht. Das war mein Glück, denn in dem Fall hätte ich ihr ein ansonsten abgeschmacktes Kompliment machen müssen; die waren nämlich ebenfalls der Natur, die zu beschreiben ein geschmackloser Themenwechsel wäre! Zugegeben – ich musste schon aufpassen, infolge ihrer gelegentlich aufflackernden, von einem unverhofften Temperamentschub gesteuerten verbalen Eruptionen ihren Status als „nur“ Gesellschafterin nicht zu übersehen. Dies fiel mir nicht gerade leicht, da ihre wie auch immer getönten Äußerungen in einer wohltuenden femininen Aura gehüllt herübergespült wurden. Die mindestens 60 Jahre, die uns trennten, stellten diesbezüglich zwar eine naturgegebene Hürde dar. Doch auch wenn ihre Kommentare zu meinen, oft thesenartig ausgesprochenen Meinungen meist mit unüberhörbarer Ironie verabfolgt wurden, konnten sie ihr eindeutiges Interesse an mir nicht verbergen. Das verunsicherte mich natürlich. Doch dann sprach sie endlich die ausschlaggebenden, klärenden Worte:
„Sie erinnern mich an meinen Opa!“ Nun, mit diesem moralischen Rettungsring war mein einzig möglicher Status zu dieser jungen Frau für den weiteren Verlauf unsrer Beziehung eindeutig definiert.
Unsre Gesprächsthemen waren vielfältig und niemals langweilig. Frau Martini hatte die Gabe, mit ihrem naturgegebenen Scharfblick das Wesentliche aus dem jeweiligen Gegenstand unsrer Diskussionen anzusprechen. Es war wie eine Talkshow en deux, wobei ich ihr gerne die Führungsrolle überlies. Eine Themenwahl erübrigte sich, da wir aus den Gesprächen heraus gleitend von einem Thema zu anderen wechselten. Dabei kamen wir auch zu dem sehr aktuellen Thema: Die Frau in der modernen Gesellschaft.
Auch hier überraschte sie mich mit ihrer nüchternen Einschätzung der Rolle der Frau im Wandel der stets manipulierten Betrachtungsweisen. Als direkt Betroffene fiel es Frau Martini sichtlich schwer, ihre Emotionen dem unsrer Begegnung angemessenen Tonfall zu unterordnen.
„Ich bin eine Frau, Herr Binder, sehe aber nicht ein, warum ich meine Weiblichkeit der ganzen Welt demonstrieren sollte!“ Ich nickte beifällig mit regungsloser Miene, denn auch hierbei war nichts an ihrer Erscheinung auszusetzen.
„Ich habe nie verstanden“, fuhr sie erregt fort, „warum die Frauen, sei es in Filmen oder auf der Titelseite einer Fernsehzeitschrift meist spärlich bekleidet, so viel sichtbar machen müssen? Das ist nichts weiter als öffentlich praktizierter Exhibitionismus. Und unsre Gleichberechtigung wird durch eine solche, leider gängige Fleischbeschau nicht begünstigt!“ Ich schob den Gedanlen beiseite, dass dies im Leben ja doch mal vorkommen könnte, und ergänzte:
“Das ist vollkommen richtig - die Frau sollte gesellschaftlich ausschließlich als ein, dem Mann intellektuell zumindest ebenbürtiger Faktor anerkannt werden!“

Teil 5 folgt morgen
Kurt Binder
schrieb am 02.05.2024, 07:36 Uhr
Die Gesellschafterin (1 - 6) Teil 5
Nach einer wahren Begebenheit

Und während ich grübelte, womit wir wohl unsre Damen, ebenso freizügig protzend beeindrucken könnten, meinte sie:
„Ich finde, dass die Frau durch diese gewollt praktizierte, überbetonte Erotisierung ihrer selbst, als attraktiv wirken sollender Faktor für den gesamten Film missbraucht wird! An diese Möglichkeit hätte Schopenhauer nie gedacht!“ Frau Martini hätte sicher eine glänzende militante Vertreterin der Frauenbewegung abgegeben. Es störte mich auch nicht im Geringsten, dass sich unsre Gespräche mehr und mehr um die Rolle der Frau in unsrer modernen Gesellschaft, als um mein Seelenleben drehten – was ja thematisch nicht unbedingt im Interesse unsrer beabsichtigten Unterhaltung lag. Es war jedoch offensichtlich, dass dies Thema sie schon oft beschäftigt hatte, und dass ihre anfängliche scheinbare Gelassenheit und ihr strenges Outfit bloß ein Abwehrmodus gegen die frivole Banalität des Alltags war! Also drückte ich entgegenkommend gerne ein Auge zu.
Im Folgenden sprachen wir noch über die Bemühungen der Frauen, sich permanentt und in jedem Alter schöner dastellen zu wollen, als ihnen der natürliche Ab-Lauf ihres Lebens gestattete. Auch hier begeisterte mich die Formulierungsfreude Frau Martinis, wenn sie amüsiert oder verärgert von „tendenziös hochstilisierten Fassaden, die nach der ersten Dusche schon bröckeln und den ernüchternden Urzustand preisgeben“ sprach, oder von „mehr oder weniger geschickt verspachtelten und übertünchten Grand Canyons im Gesicht, welche bloß Jugend vortäuschen wollen, um für die lüsternen Augen sexgieriger Machos attraktiv zu wirken.“
Die Stunden unsrer Zusammenkünfte mehrten sich, was mir keineswegs Unbehagen verursachte. Das Schöne daran war, dass unsre Gespräche nie in eine Polemik ausuferten. Sie verliefen auf der Ebene eines offenen Meinungsaustausches, in reiner Kenntnisnahme der Ansichten des Gegenübers, die allenfalls durch ergänzende Behauptungen oder Fragen den Dialog zur Fortsetzung nötigten. Allein der Respekt zum Gesprächspartner gebot eine höfliche Reaktion, ohne jeden gereizten Widerspruch in Stammtischmanier.
Trotz der von entspannter gegenseitiger Achtung geprägter Atmosphäre plätscherten die Konversationen nicht bloß an der Oberfläche. Dank der analytisch gesteuerten Anregungen Frau Martinis erreichten sie meistens einen erfreulichen Tiefgang, so dass ich ihr auch hierbei gerne die Regie überließ. So erwies sich, außer ihrer flüssigen verbalen Ausdrucksfähigkeit auch ihr latentes Temperament in angenehmer Weise als Übermittler ihrer kompetenten Meinungen.
Am spannensten aber gestalteten sich die Gespräche zu den Erscheinungen, die unsre freie Gesellschaft in den Jahren nach Kriegsende explosionsartig erschüttert, gespalten und polarisiert hatten: Die sexuelle Befreiung, und die Emanzipation der Frau! Hierzu waren Frau Martini und ich uns in beinahe allen Punkten einig - in einem aber kategorisch.
Die Evolution dieser Begriffe in der Gesellschaft war immer von den gleichen Merkmalen gekennzeichnet. Zunächst wird festgestellt, dass der jeweilige Stein des Anstosses ein Problem darstellt. Im zweiten Schritt wird er genau definiert und in eine Fülle von terminologisch möglichst unverständlichen Ausdrücken gehüllt, was für den Laien an sich schon eine unüberwindbare Hemmschwelle darstellt, sich hier irgendwann frech einzumischen.
Der nächste Schritt folgt zwangsläufig, ohne gerufen zu werden: Die Thematisierung! Einen Namen hat das Baby - was nun? Die Geburtshelfer sind die Medien, die es sich nicht nehmen lassen, sofort nach der Taufe alles, was ihnen in der weiteren Entwicklung relevant erscheint, lautstark publik zu machen, oft ohne die Inhalte auf ihren Wahrheitsgehalt hin gründlich zu prüfen. Dies Procedere stellt einen Freibrief für alle andern dar, es gleichzutun, der Wettlauf um die Vorherrschaft auf dem Markt beginnt, in dessen Verlauf Alles und Jedes einem moralischen Steaptease ausgesetzt ist: Dem gnadenlosen Zerreden, das direkt Betroffene meist in peinliche, unerträgliche Situationen bringt. Zu dem anfänglichen Unverständnis der Menschen zu diesen Neuerscheinungen lieferte Frau Martini einen einfachen, aber äußerst bildhaften Vergleich.
„Es ist wie bei einem Pendel.", erklärte sie. „Wenn man dieses aus dem Gleichgewicht holt, es in eine Richtung bringt und freiläßt, schwingt es zunächst in die andere Extreme, bevor es nach und nach wieder ins Gleichgewicht kommt.“ Ich nickte beifällig; es war klar, was sie sagen wollte.
„Und das Paradebeispiel dafür ist - die Emanzipation der Frau, hab ich Recht?" Sie nickte energisch.
„Und wie Sie Recht haben! Ich weiß nicht, ob die ersten Frauenrechtlerinnen schon ein konkretes Konzept für ihr Vorgehen hatten, oder sich in den Anfängen bloß gegen die sexistisch geprägte Rollenteilung gewehrt hatten!“ Dem musste ich beipflichten:
„Nun, ihre ersten Proteste taten sie ja in Demonstrationen kund, in denen Transparente geschwenkt und Parolen skandiert wurden."
„Genau, und hieraus wurde für Frauen, die sich besonders aktiv engagierten leider ein neuer Begriff geprägt – die Emanze!"

Letzter Teil folgt morgen
Kurt Binder
schrieb am 03.05.2024, 08:13 Uhr
Die Gesellschafterin (1 - 6) Teil 6
Nach einer wahren Begebenheit

Als Mann legte ich hier vorsichtshalber eine Schweigepause ein. Dies war nämlich eine abwertende, ironische Bezeichnung für besonders eifrig agierende Feministinnen.
„Dabei wurde leider der tiefere Sinn der Emanzipation missverstanden!“, fuhr Frau Martini sichtlich verärgert fort.
„Und zwar die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung der Frau mit dem Mann!“, ergänzte ich.
„Natürlich, und damit wäre eigentlich alles gesagt! Doch auch hier schwang das Pendel sofort in die Extreme, denn manche Frauen bemühten sich auch um die - physische Gleichstellung!"
„Sie beziehen sich sicher auf deren Wunsch, sich um jeden Preis auch körperlich zu vermännlichen?“
„Ganz genau! Frauenboxen, Gewichte heben, Bodybuilding ..." Sie schüttelte den Kopf. "Ich glaube nicht, dass dies der Sinn der Gleichberechtigung ist!"
„Sicher nicht. Der Ursinn hat sich in Unsinn gewandelt! Da könnten sie ja gleich eine Geschlechtsumwandlung vornehmen!"
Dabei dachte ich belustigt an die Zeit, in der die E-Mann-zipation der Frau für uns Männer derart bedrohliche Ausmaße annehmen würde, dass wir schleunigst eine – E-Frau-zipation des Mannes ins Auge fassen sollten! Da müssten, dem Beispiel der Feministinnen folgend – die Masculisten ans Werk, und ...
Doch dann erzählte ich ihr eine Begebenheit, die voll und ganz unsre gemeinsam erarbeitete Meinung über verzerrte Verständnisse spiegelte. Wir hatten eine Bekannte zum Kaffee eingeladen. Als ich ihr beim Abschied die Jacke zum Anziehen halten wollte, riss sie mir diese aus der Hand und sagte empört:
„Aber das kann ich doch selbst machen!“, was mir eindeutig klarmachte, dass sie auch die kleinste Geste des Zuvorkommens von Seiten des Mannes der Frau gegenüber - ehemals von einem gewissen Knigge empfohlen, als Beleidigung auffasste! Frau Martini sah mich nachdenklich an, als bemühe sie sich, zu diesem Geschehen ihre eigene Reaktion zu finden. So fragte ich sie direkt:
„Wie hätten Sie reagiert?“
„Nun, weil Sie es gerne hören wollen – auf diese Weise jedenfalls nicht! Beruhigt?" Nach unsren heutigen Gesprächen, die ausschließlich in einer gediegenen Atmosphäre verlaufen waren, wirkte ihr schelmisches Lächeln jetzt wie eine Erlösung.
„Und was halten Sie von der Frauenquote?“, wollte ich wissen. Ihre Antwort hätte nicht kürzer und zutreffender sein können;
„Die Frauenquote sollte keine Rechenaufgabe sein!“ Ich gab ihr Recht.
„Ja, aber zu dieser Einsicht müssten die Erfinder und Apologeten dieser merkwürdigen Auffassung von Gleichberechtigung erst kommen!“
„Oh ja“, schloss Frau Martini und erhob sich. „Da manifestiert sich eine gewisse Beflissenheit der Männer, uns nicht nur geistig-intellektuell, sondern auch zahlenmäßig, also fifty-fifty in die Reihe zu setzen, was ich denkbar unlogisch finde. Eigentlich sollte allein die Befähigung die entscheidende Rolle für die Besetzung eines Postens spielen!“
Als ich ihr beim Abschied so wie immer den Umschlag mit dem vereinbarten Honorar dezent in ihre Hand drücken wollte, sagte sie zu meiner großen Überraschung:
„Danke nein, Herr Binder, diesmal nicht! Unser Gespräch heute hat mir mehr gegeben, als vermutlich Ihnen!" Sie teilte mir mit, dass sie einen Job in Stuttgart im Projekmanagement gefunden hätte, und nächste Woche vor ihrem Vorstellungsgespräch nur kurz vorbei käme, um sich zu verabschieden.

Als es zur gewohnten Stunde klingelte, öffnete ich die Tür. Draussen stand eine junge Frau, die ich kaum wiedererkannte: Frau Martini hatte mit neuer Frisur und elegantem Outfit ihr bisheriges schlichtes Erscheinungsbild erneuert, kurz – sie sah einfach hinreißend aus! Wir traten ein, und sie machte es sich wie immer in dem braunen Ledersessel bequem.
„Da wäre noch etwas“, begann sie leicht verlegen. „Wie ich bald erkannt habe, kommen Sie sicher aus Siebenbürgen - stimmts?“ Ich war paff. Also hatte sich mein Akzent in den 45 Jahren in der Bundesrepublik kein bisschen verändert.
„Ja, wie haben Sie das denn erkannt?“, erkundigte ich mich gespannt. Ich hatte es all die Jahre für keinen Makel gehalten, mein „R" grollen zu lassen, und das „L“ wie Rudi Carell breitzuwalzen.
„Ganz einfach – weil auch ich aus Siebenbürgen komme. Ich stamme aus Großlasseln bei Schäßburg." Ich wusste nicht, was ich antworten sollte. Ihr Deutsch war makellos und ganz ohne unsren anheimelnden heimatlichen Akzent. „Und außerdem hatten Sie bei unsrer ersten Begegnung im Supermarkt die Aubergine einmal – Vinete genannt!“, fügte sie amüsiert hinzu.
“Das ist allerdings eine angenehme Überraschung!“, musste ich zugeben. War plauderten noch ein Weilchen von unsrer alten Heimat, tranken noch ein Käffchen – dann erhob sie sich, und ich geleitete sie hinaus. Ihr Händedruck zum Abschied war wie der bei unsrem Kennenlernen – kurz und fest. Sie lächelte mich noch einmal an, und ging.
Wir haben uns nicht wiedergesehen.
Kurt Binder
schrieb am 30.05.2024, 10:30 Uhr
„Der Schlach soll dich treffen!“
Analyse eines Befehls aus dem Handbuch der Unterwelt Alt-Hermannstadts

Dieser fromme Wunsch war derart gängig, dass er auch unter Freunden mit der gleichen Inbrunst und dem Pathos der Überzeugung wie eine spontane Liebeserklärung verabfolgt wurde. Dabei wurde der Schlach, der in diesem Augenblick vielleicht gerade seine Siesta hielt, vorher gar nicht erst gefragt, ob er gewillt sei, den Adressaten dieser seiner georderten Zuwendung, oder überhaupt irgendjemanden treffen zu wollen!
Soviel ich weiß, ist in der gesamten bekannten Menschheitsgeschichte kein einziger Schlag bekannt, der, seiner distruktiven Wirkung bewusst, dem Imperativ eines jeden beliebigen, böswilligen Humanoiden widerstandslos Folge geleistet hätte! Zumal, da ja derselbige in seiner spontanen Verärgerung sich nicht einmal Zeit nimmt, um auf die Basis seiner mutmaßlichen Intelligenz zurückzugreifen. Da müsste nämlich jeder sofort erkennen, dass er hier nur eine Metapher strapaziert.
Auch intransitive Varianten zu der Grundform der Titel-Order, wie z. B. „Zum Schlach hinein“ oder „Wo zum Schlach ist mein Handy?“ wurden bis heute aus dem gewaltverbrämten Sprachschatz nicht verbannt. Sie sind jedoch insofern milder anzuschauen, weil hier ja nur ein Zustand oder eine Sache „beSchlachter“ wird.
Und diese Milderung steigert sich zu unsrer Freude bis zur, besonders von Feinschmeckern gewürdigten Süßigkeit:
Der Schlachobers!

Ach ja – da wäre noch etwas:
Der eventuell ein Leben vernichtenden Schwere eines solchen Schlaches Rechnung tragend, hätte der so freizügig wünschende Haudegen zumindest soviel Höflichkeit walten lassen können, im Titel „dich“ – mit großem D zu sagen!
Kurt Binder
schrieb am 19.06.2024, 19:45 Uhr
Hat man Töne?

Neulich begegnete ich Robert, einem alten Bekannten, der mich aus Freude über dies unerwartete Wiedersehen zu einem Plausch in die nächste Bar einlud. Während wir Kürbiskerne knabberten und Rotwein pichelten, erzählte er mir eine Geschichte, die ebenso amüsant wie unglaubwütdig war.
Robert war vor vielen Jahren in einem Kränzchen von insgesamt zehn Ehepaaren, in dem es üblich war, sich von Zeit zu Zeit bei einem ihner Freunde zu einem Essen zu treffen - mit anschließendem Tanzen oder einfach nur geselligem Plaudern. Als sie einmal bei einem Ehepaar eingeladen waren, servierte Isabell, die Hausfrau zu einer bescheidenen Wurstplatte auf einem Teller zehn mittelgroße Tomaten, mit dem lapidaren Hinweis:
“Eine Toamte pro Familie!“ Als Robert sich in die sprachlose Stille hinein die kühne Frage erlaubte:
„Aber – wie soll denn das gehen?“, erhielt er die ebnso kühne, wie kaltschnäuzige Anntwort:
“Nun, lieber Robert – wie du vielleicht weißt, hat eine Toamte ja zwei Hälften, nicht wahr?“ Robert nickte, beschämt über seine Unwissenheit, und trank zu seinem Trost sein Glas Rotwein auf einen Zug leer, das ihm Isabells freigiebiger Ehemann aus dem Tetrapack vom ALDI halbvoll eingegossen hatte.
Als dann das nächste Treffen bei Robert stattfand, stellte er nach dem Essen ein Glas mit zehn Zahnstochern auf den Tisch, mit den Worten:
“Ein Zahnstocher pro Familie!“ Als sich Isabell in die sprachlose Stille hinein die kühne Frage erlaubte:
“Aber – wie soll denn das gehen?“, erhielt sie von Robert die ebenso kühne Antwort:
“Nun, liebe Isabell – wie du vielleicht weißt, hat ein Zahnstocher ja zwei Enden, nicht wahr?!“

Als ich Robert nun ebenfalls sprachlos anstarrte, lachte er laut auf, und gestand:
“Reingelegt – nichts davon ist wahr! Ich hab diese Geschichte eben erst erfunden. Oder – soll ich sie vielleicht trotzdem ins Forum stellen?“

Nanu?

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