Vom Frühling beseelt, jeden Tag aufs Neue

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Maikind
schrieb am 22.12.2021, 22:51 Uhr
Ihr Lieben alle, Schreibende wie Lesende,

vom Frühling beseelt...
steigen wir über die Weihnachtsbrücke ins neue Frühjahr hinüber
ich wünsche uns allen schöne und festliche Weihnachten
und was uns trüben mag, vergessen wir an diesen Tagen im Lichte der glanzvollen Augen, beim Schenken und beschenkt werden, beim Gedanken an das Gute und Wundervolle, das in jedem von uns schlummert.

Sollte sich weiße Weihnacht nicht einstellen,
gelingt es uns vielleicht in der Fantasie...

Kugelrunde Wasserwesen
auf der Reise flugs entheben
sich dem Traum vom Wunderstern.

Und sie spüren in die Spitzen
aus dem Kern und dunklen Ritzen
immer mehr ins weise Weiß.

Aus dem Tanz in Sternenbreite
in des Himmels stiller Weite
rundet sich Vollkommenheit
Stern an Stern in Innigkeit
weicht der Weg - die Zeit bleibt Zeit!


Kurt Binder
schrieb am 30.12.2021, 09:13 Uhr
Begegnung um Mitternacht

Kaum war der zwölfte Glockenschlag meiner Grandpa Standuhr verklungen – da klingelte es an der Haustür. Als ich öffnete, wankte das Alte Jahr müde und abgewrackt an mir vorbei in die Dunkelheit hinaus, seiner wohlverdienten Rente entgegen. Vor der Tür stand in jugendlicher Frische, mich einnehmend anlächelnd ...
“Guten Morgen, Kurt", sagte das Neue Jahr, und streckte mir die Hand entgegen. „Wie geht es so?" Ich erfasste seine Hand und drückte sie vorsichtig. ES lachte und meinte:
„Du kannst sie schon fester drücken; ich werde von dir noch allerhand aushalten müssen!" Ich trat beiseite und forderte ES auf:
“Tritt ein, bring Glück herein!“ Es ist gut, mit dem Neuen Jahr auf Du und Du zu stehen; das erleichtert die künftige Zusammenarbeit. ES trat ein, setzte sich akkurat in meinen Sessel, und fragte mich offen:
“Also, dann schieß los - was erwartest du von mir?“ Ohje – wie sollte ich ihm stante pede auflisten, was ich innerhalb seiner Amtszeit alles ändern wollte? Nach längerem Nachdenken äußerte ich verschämt den Wunsch, als langjähriger Witwer eine neue Lebensgefährtin zu finden. Doch ES raufte sich die Haare, dass die Sekunden flogen, und schüttelte empört den Kopf:
“Waas – in deinem Alter? Kommt nicht in Frage – vergiss es - kategorisch: Nein!“ Schweren Herzens musste ich ihm beipflichten, denn für den Jahrgang 1933 würden sich allerhöchstens 100-jährige interessiereen.
“Oder – könntest du meine Rente etwas erhöhen?" Erneut schüttelte ES den Kopf.
"Kann ich leider auch nicht; ich bin doch nicht der Renten-Service!" Ich versuchte es weiter, und bat ES, meine Schulden für den neuen Land Rover zu ...
“So so“, rief ES, „du denkst also an Betrug? Und warum musste es gleich ein Jaguar sein, mit dem du doch nur 200 Meter bis zur Bank fahren wirst? Es gibt auch bescheidenere Umweltverschmutzer!"
“Dann wären da meine Rückenschmerzen ... “, doch ES schnitt mir sofort das Wort ab.
“Dann geh doch mal zum Arzt; da kann ich dir auch nicht helfen." Ich versuchte es ein letztes Mal:
“Vielleicht – meine hohen Steuern ..." Jetzt wurde ES richtig böse.
“Du versuchst, das Finanzamt zu betrügen, was, wie? Also, jetzt pass mal Obacht: Deine Wünsche kann ich nicht erfüllen, aber ich kann dir helfen, die Zeichen der Zeit realistisch zu deuten und menschenwürdig zu handeln! Dies tun heute leider nicht allzu viele Menschen. Das Selbstvertrauen zu deinem Tun und die Zufriedenheit mit dem Erreichten müssen jedoch aus dir erwachsen!“ Sprachs - und machte es sich im Haus bequem.

Nun, was ich eben erzählt habe, wird sich zwar erst morgen nachts ab 24 Uhr ereignen. Doch ich bin sicher, dass es genauso ablaufen wird ;-)) !

So wünsche ich euch allen einfach nur ein besseres Neues Jahr, in dem sich alle eure noch so ausgefallenen Wünsche erfüllen mögen!
Maikind
schrieb am 02.01.2022, 09:15 Uhr (am 02.01.2022, 09:21 Uhr geändert).
Ich schließe mich Kurts wünsche an:
Liebe LeserInnen und Kreative
ein freudevolles und gesundes Jahr in Frieden und Freiheit wünsche ich uns allen.

Bankbans Bedenken sind nicht unberechtigt was die Umwelt betrifft, aber ich glaube wir sollten eher mit facebook und Co sparen als mit diesen Kreativen Gedanken, die hoffentlich die guten Seiten in uns anregen und ich würde mich freuen, wenn sich weitere Kreative einbringen, die Zeit und Muse dazu finden.
Die Zeit ist bei mir auch in Prioritäten aufgeteilt da ich sie verstärkt in reale Aktionen investiere die ebenso der Menschheit und der Zukunft dienen sollen, daher bin ich nicht mehr so oft hier vertreten.

Mein Gedicht fürs neue Jahr
aus der Perspektive Zukunft
rückblickend gesehen 😃

Weise Schwäne

Weißt du noch
wir spannten Flügel
und wir flogen weit hinaus
kannten weder Furcht noch Zügel
und die Liebe -Blumenstrauß .

Weißt du noch
wir bauten Schlösser
und vergaßen Zeit und Raum
Leben sprühte über Wässer
Vogellied in jedem Baum.

Weißt du noch
wir sangen Lieder
unsre Seelen schwebten mit
heute summe ich sie wieder
leise als ein Kinderlied.

Hand in Hand
wir fliegen weiter
weisse Schwäne wachsen noch
breiten unsre Flügel heiter
demutsvoll gen Himmel hoch.

M.H.Maikind

empfehlen möchte ich an dieser Stelle
die Plattform

https://liebevoll.jetzt/
Kurt Binder
schrieb am 07.01.2022, 10:15 Uhr
Herrlich - Dein so lebendig gemalter retrospektiver Traumflug, liebe Ute – zurück in die Zukunft?

Was bin ich?


Ich lebe,
Bewusstsein strömt durchs Gehirn
und bestätigt meine Wahrnehmungen;
ein Subjekt unter Millionen,
die mir gleichgeartet sind.
Bin ich somit ein Wesen?
Ja, denn ich lebe!

Ich lache,
Humor erobert mein Gemüt,
die Welt wird zum Kabarett,
die Menschen zu Clowns,
und Komik stürzt den Ernst vom Thron.
Bin ich mehr als nur ein Wesen?
Ja, denn ich lache!

Ich leide,
Schmerz durchbohrt meinen Körper,
meine Seele weint, wenn offene Augen
die Armut, den Hunger
und das Sterben nicht sehen wollen.
Bin ich ein empfindsames Wesen?
Ja. denn ich leide!

Ich liebe,
Wärme durchflutet mein Herz,
die Sehnsucht beflügelt meine Gefühle,
die Hinwendung zum Andern
wird Sinn meines Daseins.
Bin ich vielleicht sogar– ein Mensch?
Ja, denn ich liebe!
Kurt Binder
schrieb am 15.01.2022, 22:27 Uhr
Es war einmal

Einst war unser Leben
leicht und beschwingt,
als wir vom Fahrtenwind gepeitscht
mit roten Backen und wehenden Haaren
auf gewachsten Kufen abwärts flitzten,
der Talstation entgegen -
und wieder aufwärts, abwärts,
den ganzen Tag lang -
Du und ich ...

Einst war unser Leben
märchenhaft schön,
als wir auf steinigen Pfaden,
durch singende Wälder
und kristallen glitzernde Bäche,
über blendend weiße Gletscher, über Felsen
zum Spitzenkreuz emporstiegen,
hunderte Male, Hand in Hand -
Du und ich ...

Einst war unser Leben
wunderbar schwerelos,
wenn wir im Salz des Schwarzen Meeres,
des Atlantiks, des Mittelmeeres
dem Horizont entgegenschwammen,
gegen die Wellen ankämpften,
wie Kinder im leuchtenden Gischt plantschten,
und im heißen Sand verschnauften -
Du und ich ...

Ja, es war einmal ...
Kurt Binder
schrieb am 20.01.2022, 18:28 Uhr
Abschied

Kälte umfängt mich,
durchdringt meine Brust -
ich erstarre zum Eisblock,
erlöst von einem barmherzigen Schlaf.

Auf meinen Träumen schwebe ich
in die Vergangenheit,
und meine Augen glänzen im Glück
gemeinsam gelebter Tage -
Lächeln umspielt meine Lippen,
und gern wollt ich zum Augenblicke sagen:
„Verweile doch, du bist so schön!“

Doch ich erwache jäh,
Öde umkrallt mich lähmend
mit grausamer Lust,
und der Schmerz reißt höhnisch
tiefe Wunden in meine Seele -
ein Alptraum,
aus dem ich nicht erwache ...
Kurt Binder
schrieb am 23.01.2022, 22:30 Uhr
Ein Zitat von Gustav Mahler

„Die Musik muss immer ein Sehnen enthalten, ein Sehnen über die Dinge dieser Welt hinaus!"

Ich möchte hier an die Worte eines großen deutschen Komponisten anknüpfen, der in diesem Zitat sein Gefühlsleben – und somit die Seele seiner Musik offenbart.
Als ich das Adiagetto aus Mahlers 5. Sinfonie gehört hatte, wirkte das wie ein unwiderstehlicher Schub zu diesen Versen:

Deine Sehnsucht ist die Vision ins Morgen,
in Deinem Heute erblüht,
auf die sanften Flügel
harmonischer Klänge gebettet,
und in vollkommener Schönheit zu uns geleitet.

Durch die Magie Deiner Musik
werden Deine Worte erst verständlich.


Dennoch:
Wenn sich Worte als unvermögend erwiesen haben, etwas zu beschreiben, dann haben sie in der Musik ihr Waterloo erlitten!

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