Quergereimt - Quatsch mit Würze

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Kurt Binder
schrieb am 28.10.2022, 09:04 Uhr
Im Banne des fröhlichen Alterns
Ein Fantasy-Mix mit einem Krümel Wahrheit

Die alten Römer hatten ihre kleinen Hausgötter – die Penaten. Da waren zunächst die drei Hauptgötter: Mercedes, die Göttin des Autos, Casablanca, die Göttin des Hauses, und Fiffikus, der Gott der Hunde-Gassigeher.
Wie man sieht, haben sich damals schon die Interessenschwerpunkte nach ihrer Relevanz in der bis heute andauernden Reihenfolge abgezeichnet – wobei auch die beachtliche Frauenquote mahnend ins Auge sticht.
Den Götterbossen schloss sich in respektvollem Abstand eine Armada von Nebengöttern und Neben-Nebengöttern an, wie z.B. Majoranus, der Gott der Gewürze, Vino Rosa und Palinka, die Zwillingsgöttinen der edlen Getränke, Makkaronia, die Göttin der feinen Beilagen, sowie Sandalus, der Gott der modischen Fußbekleidung, Negligea, die Göttin für transparente Nachtbekleidung, und unzählige andre. Importantus und Banala, das qualifizierte Ehepaar für Werteerkennung. bzw. Banalitäten schärften den Blick für Gut und Böse, Kiewerdentus, der Gott der Zahnstocher, und Popopapyrus. der Gott des Toilettenpapiers wachten über die Hygiäne des Ein- und Ausgangs.
Nun, da ich nie gläubig, und auch niemandes Gläubiger war, stellten derartige transzedentale Phantasiewesen kein Thema für mich dar. Doch das sollte sich ändern!
Entgegen des Datenschutzes gestehe ich aller Risiken bewusst, dass ich – älter werde. Ich habe gehört, dass diese Erscheinung normal sei. Und da ich kräftig auf die 90 zupilgere, ist es beruhigend zu wissen, dass ich für so manches Nachlassen und Versagen auf den uns bekannten Ebenen und dessen Folgen nicht mehr verantwortlich bin, gemäß des Mottos: ‚Das Alter ist Schuld!“. Doch erwies sich diese Einsicht ganz und gar nicht als ein sanftes Ruhekissen, denn eines Tages trat eine Wende ein. Diese Wende heißt Monika, ist meine älteste Tochter, und ich hatte sie für heute zum Kaffee mit Kuchen eingeladen.
Doch als ich etwas knieweich zur Tür hereinstolperte, und der selbstgebackene, fingerdick gezuckerte Apfelkuchen im eleganten Bogen wie ein Komet mit süßem Schweif durchs Zimmer direkt auf ihren Teller flog, sah sie mich missbilligend an und meinte:
“Tät, dir fehlt offensichtlich Kalium!“ Ich kannte niemanden, die Kalium hieß, also konnte ich auch nicht wissen, dass sie mir fehlte.
„Es!“, korrigierte meine Tochter, und erklärte mir, wie wichtig Kalium für dies, das und jenes – und gegen das, jenes und dies sei, und ich sollte unbedingt sofort mit einer Kur beginnen.
So war also die Verantwortung für meine physische Dekadenz nun doch an mich herangetreten, und ich begann mich googelnd zu bilden. Doch diese Bildung erschlug mich beinahe, als ich las, was ich so alles gegen meine Gebrechen bräuchte, und dass ich eigentlich längst ein Engel sein müsste. Kurz - das ergoogelte Stichwort lautete ‚Nahrungsergänzungsmittel’- und ich schaffte es via online, mich in kürzester Zeit mit einer Flut von bunten runden und ovalen – nein, keine eckigen! – Kapseln zu umgeben, die alle danach gierten, von mir verschluckt zu werden.
Da hatte ich nun auch meine kleinen, farbenschillernden biochemischen Hausgötter, die ich gewissenhaft vor, zu oder nach dem Frühstück, Mittagessen, Abendbrot, Lunch, Brunch und Pantsch schluckte. Ich pflanzte diese Eckpfeiler der Gesundheit in alle Systeme meines Körpers, wobei ich das Kalium mit besonderer Ehrfurcht in meinen Rachen warf – und siehe da ...

Leute, ich will ja nicht protzen, aber ich verzeichnete tatsächlich schon nach 6 Monaten eine deutlich sichtbare und spürbare Besserung. Um sicherzugehen, dass ich mich nicht irre, backte ich nochmals einen Apfelkuchen, bestreute ihn fingerdick mit Staubzucker, und lud Monika erneut zum Kaffee ein.
Nun, diesmal flog der Kuchen nicht mehr bis zu ihrem Teller, sondern klatschte bereits auf halben Weg in die Schlagsahne. Und der Zucker manifestierte seine Präsenz diesmal nur als ratlos expandierende Wolke, die sich schläfrig in alle Winkel und Ritzen des Raumes hineinkuschelte.
Von diesem klaren Erfolg meiner Kur ermutigt, beschloss ich, weiterzukapseln und zu kuren. Ich war sicher, dass ich nach weiteren 6 Monaten nicht nur den Apfelkuchen sicher auf den Tisch stellen könnte, sondern auch den Doppelsalto rückwarts aus dem Stand heraus wieder blütenrein hinkriegen würde.
Kurt Binder
schrieb am 01.11.2022, 06:42 Uhr
Der Mensch ist die einzige Art, die sich stetig zur Un-Art wandelt, also immer unARTiger wird.
Dagegen ist die Giraffe ein großARTiges Lebewesen!

Kann mir jemand diskret flüstern, wo ich eine Windhose kaufen kann? Die muss man nämlich nicht waschen, und sie ist immer bestens gelüftet!

„Ich war gestern bei Karl, und er hat mir nicht einmal ein Bier angeboten; er behauptete, es sei ausgegangen!“
“Und – wohin?“

Was ist denn so schlimm an einem Bankraub? Ich finde, dass da ein zu großer Wirbel in den Medien gemacht wird, wo man doch so eine Bank bei IKEA recht preisgünstig neu kaufen kann!

„Wieso ‚Stammbaum’? Heißt der nicht ‚Baumstamm’?“
“Nein nein – der Stammbaum sagt uns, wer unsre Vorfahren waren!“
“Ach so, hab davon gehört – die haben auf den Bäumen gewohnt!“

„Kommt Martin mit der Einrichtung seiner neuen Wohnung voran?“
“Oh ja – gestern haben ihn die Möbelpacher endgültig vermöbelt!“
Kurt Binder
schrieb am 10.11.2022, 08:21 Uhr
„Sie haben das Wort, Sir Lim Erick!“

Es joggt’ ein chinesischer Bauer
als Patriot jeden Tag auf der Mauer.
Dann sprang er kopfunter
die Mauer hinunter,
weils ihm zu blöd ward auf Dauer.

Ein Vertreter machte in Wannen -
doch dann gabs geschäftliche Pannen,
denn für die Gesäße
brauchts kleine Gefäße -
jetzt macht er nur noch in Pfannen.

Da war ein Geschäftsmann aus Aalen,
den verschlugs zu den Kannibalen.
Sie wetzten die Messr,
doch er war kesser
und rief: „Zuerst bezahlen!“
Kurt Binder
schrieb am 14.11.2022, 08:09 Uhr
Ein Limerick kommt selten allein

Es kochte für ihre Wampe
’ne Schlampe leckere Pampe.
Doch weil zu voll
der Topf, schwappt toll
die Pampe bis an die Lampe.

Es wollte Herr Kaden aus Baden
am Samstag Abend mal baden.
Doch kam, oh Schaden,
ein Krampf in die Waden -
da ging das Baden baden.


Techtelmechtel


Es hörte Toni Krächtel
im Schmusen auf beim Techtel.
Das fand die Ruth
überhaupt nicht gut -
denn sie wollt’ auch das Mechtel!
Kurt Binder
schrieb am 18.11.2022, 11:52 Uhr
Schach der Monotonie
In dieser Story zweifelt sogar der Quatsch an sich selbst.

Geht es euch auch so? Wenn ich am Morgen aufwache, grinst mir bereits vom Fußende des Bettes zähnefletschend das Murmeltier* entgegen, und ich weiß genau, wie auch dieser Tag verlaufen wird – wieder und wieder ...
Wenn der Wecker geläutet hat, liege ich noch eine halbe Stunde im Bett, um aufzuwachen. Die ersten Schritte bringen mich zu meinem Patriarchensessel, wo ich mir den Blutdruckmesser ums Gelenk schnalle, um zu sehen, ob ich noch lebe und wieviel koffeinhaltigen Kaffee ich mir heute genehmigen darf.
Ich braue von Hand. Obwohl ich mehrere Kaffeeautomaten u.a. schmetcheröse Kaffee speiende Maschinchen im Haus habe, welche mich, mit ihrem Outfit werbend zur Sünde verführen wollen, bin ich dieser guten, alten manufakturellen Kaffeezubereitung treu geblieben.
Der Kaffee wird mit 4 Süßstofftablettchen veredelt, rechtsherum umgerührt, und mit reichlich Sahne kaloriös aufgewertet. Und während ich andächtig das Schwarze Ritual zelebriere, und den Sud laut Knigge zusammen mit einer handvoll gesundheitserhaltenden Pillen, Kapseln und Tabletten schluckweise schlürfe, studiere ich mit kritisch gerunzelter Stirn und hochgeziogenen Brauen die heutigen Programme in der TV-Zeitschrift. Dabei trenne ich sorgfältig die Perlen von den Säuen, kreuze an, streiche durch – oder schmeiße die Zeitschrift für heute erstmal verächtlich in die Ecke.
Dann folgen in gemütsmordender Reihenfolge die restlichen Tagesprogramme. Da ich die Suizidgefahr unter den Lesern nicht heraufbeschwören will, begnüge ich mich mit einer lapidaren Aufzählung der Momente, zwischen denen sich bis zur Heia etwas dahinödet, was man im Volksmund blauäugig sein ‚Leben’ nennt.
Nach der fünfminütigen Morgenandacht und dem dreiminütigen Zähneputzen werde ich von meinen noch leicht wankenden Beinen in die Küche getragen, wo mein Blick erstmal ratlos über das schmutzige Geschirr gleitet, das meist zwei bis drei Tage lang geduldig seiner Reinigung harrt. Ich vertröste es auf morgen.
Das Frühstüch ist insofern erwähnenswert, weil es nicht stattfindet, denn – der PC ruft!
Der Bosch-Stabstaubsauger in der Ecke verfolgt täglich meine Kreuzgänge durch die Zimmer mit sehnsüchtigen Blicken. Und ebenso täglich streichle ich ihn zärtlich, und – vertröste ihn auf morgen, denn – der PC ruft!
Die Wahl eines frugalen Mittagsmahls hatte mich eine schlaflose Nacht gekostet, in der meine Gedanken unentschlossen zwischen Griesimilch, gebähtem Brot mit Knofel, Bertramsuppe und Sarmale hin und her gependelt sind. Doch es hatte sich gelohnt. Wild entschlossen beginne ich mit der Zubereitung einer Bouillabaisse à la Marseille – und bereits nach fünf Minuten dampft mir aus dem Teller köstlicher Fischgeruch in die Nüstern. Die leere Konserverdose werfe ich gewissenhaft in die Wertastofftonne.
Die Mittagsruhe dauert gewöhnlich nur eine halbe Stunde, wonach - der PC tuft!
Und so geht es Tag für Tag weiter. In allem hatte sich ein Automatismus eingestellt, der mich in geistiger Abwesenheit von Phase zu Phase trotten läßt, nach deren genauen Zeitabfolgen sich sogar meine Funk-Uhren automatisch einstellen!
Und ich frage mich: Bin ich noch ein menschliches Wesen, oder hat mich die vorsichtige weitsichtige Vorsehung bereits zum hmanoiden Roboter aufgewertet? Also beschließe ich, diese geisttötende Monotonie meines Alltags zu ändern! Damit dieser jedoch vor Entsetzen über einen allzu radikalen Putsch nicht kollabiert, werde ich schonungsvoll in kleinen, aber wesentlichen Schritten vorgehen.
Zum Ersten reduziere ich die Säuberung meiner Beißer von drei auf zwei Minuten. So spare ich täglich eine Minute - worüber sich mein PC schon irre freut!
Dass ich im nächsten Schritt meinen Kaffee künftig – linksheum umrühren werde, verrate ich nicht. Es ist streng geheim, denn ich habe vor, meine Methode zur Wandlung der Monotonie in eine Polytonie patentieren zu lassen!

*) nach dem Film: Und täglich grüßt das Murmeltier.
Kurt Binder
schrieb am 23.11.2022, 08:08 Uhr
Lückenbüßer Limerick


Nachdem der Turm von Pisa
erblickt hat die Mona Lisa,
die zu ihm linste
und komisch grinste,
verneigte er sich vor diesa.

Da war noch der Analphabet,
der schrieb eines Tags ein Pamphlet.
Er bemerkte schon
das Paradoxon -
doch da war es bereits zu spät.

Es schrieb Napoleon, der smarte,
Josephine eine Karte:
“Nach Austerlitz
verhau ich Fritz!
Bis bald – Dein Bonaparte.“
Kurt Binder
schrieb am 04.12.2022, 07:42 Uhr
Die gute Frage:

Warum heißt der Kuckuck Kuckuck?
Aus demselben Grund, warum die Hetschenpetsch Hetschenpetsch heißt!
(Zugegeben – dieser Vergleich hinkt a pissel)


Der gute Grund:


Warum hat das Sieb Löcher?
Weil es seinem Identitätsverlust vorbeugen will, denn ohne Löcher wäre es kein Sieb!


Der gute Tipp:


Wenn du sicher sein willst, dass nach dem Schließen der Kühlschranktür das Licht drinnen ausgeht, guck nach dem Schließen nochmal kurz hinein und vergewisser dich!
Kurt Binder
schrieb am 08.12.2022, 06:36 Uhr
Es gibt drei Arten von Aufgaben:

1) Die erledigten – das sind aber keine Aufgaben mehr, weil sie bereits erledigt wurden!

2) Die anstehenden – das sind Aufgaben, die noch erledigt werden müssen.

3) Die mystischen – das sind Aufgaben, die erledigt werden mysten!

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