Die Juden - Geschichte eines Volkes

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Shimon
Erstellt am 11.01.2017, 19:01 Uhr
Wann begann der Hass auf Israel?

7/8 Völkermord
Die hebräischen Hebammen (wenn man annimmt, dass es tatsächlich nur die beiden namentlich genannten gab, lässt das Rückschlüsse auf die Größe des Volkes zu) widersetzen sich dem Befehl, die neugeborenen Jungen zu töten. „Da gebot der Pharao seinem ganzen Volk“, die männlichen Babys der Hebräer eigenhändig zu ertränken. Wir sehen hier den ersten versuchten Völkermord am jüdischen Volk gleich nach seiner „Geburt“. Es erfordert viel Zivilcourage, sich den Anordnungen des ägyptischen Diktators zu widersetzten. Das Gesetz war laut biblischem Bericht über einen längeren Zeitraum in Kraft (2. Mose 2,2).
Aus „Israel mein Freund – SCM“

gerri
Erstellt am 12.01.2017, 10:37 Uhr
@ Wie manches sich in den Jahrhunderten wiederholt: Man nimmt sie als Flüchtlinge auf,man lernt sich näher kennen,und mag sie nichtmehr.Wieso,warum, bleibt ein Geheimniss....

Shimon
Erstellt am 12.01.2017, 20:31 Uhr und am 12.01.2017, 20:44 Uhr geändert.
Wann begann der Hass auf Israel?

8a Neid
Antisemitismus kann man als eine Form von Neid bezeichnen. Neid ist mehr als nur der Wunsch, das zu haben, was der andere hat. Sonst könnte Israel auch ein Vorbild sein.
Neid ist mit Feindschaft verbunden, und Feindschaft ist etwas anders als Gegnerschaft. Einen Gegner – etwa eine gegnerische Mannschaft – kann man besiegen oder überzeugen. Man muss ihn nicht hassen. Einen Feind aber kann man nur bekämpfen und vernichten, ohne Weiteres auch mit unlauteren Mitteln. Neid missgönnt dem anderen, was er hat. Das kann so weit gehen, dass man eigentlich gar nicht das will, was der andere hat, sondern nur, dass er es nicht hat. Vielleicht ist das das häufigste Motiv bei Streitigkeiten unter Kindern um ein Spielzeug. Jeder Mensch kennt das Gefühl.
Dahinter verbirgt sich auch eine chronische Unzufriedenheit mit dem, was man selber hat und ist. Wenn ich andere Frauen frage, funktioniert der Test fast immer: Haben sie glatte Haare, dann hätten sie vermutlich gern Locken, und umgekehrt. Bei mir ist das auch so. So sitzen wir regelmäßig mit Lockenwicklern oder dem Glätteeisen vor dem Spiegel und nähren uns dem an, was wir gerne wären: Hauptsache anders.
Die Bibel kennt dieses Phänomen sehr gut und beschreibt Israel als eines der besten Beispiele: Israel hat einen besonderen Platz vor Gott, um den es die anderen beneiden. Das einzige Volk, das diesen Platz nicht haben will, ist Israel. Das möchte lieber wie alle anderen sein. Es ist nämlich gar nicht immer so angenehm, erwählt zu sein.
In der Bibel findet sich ein bezeichnende Diskussion zwischen den Richter und Propheten Samuel, Gott und dem Volk Israel. Das Volk wollte entgegen allen guten Ratschlägen nicht mehr Gott zum König haben und sagte trotzig: „Nein, sondern ein König soll über uns sein, damit auch wir sind wie alle Nationen“ (1. Samuel 8,19.20).
Der Neid auf das jüdische Volk hat immer ein Ventil gefunden: Die Juden hätten die Brunnen vergiftet, die Pest in die Welt gesetzt, die Wallstreet erobert, wahlweise Jesus oder Mohammed getötet oder würden mit Nazimethoden gegen die Palästinenser vorgehen – das alles sind fadenscheinige Begründungen für Judenhass, aber kein Gründe. Deswegen kann man nach Lust und Laune die verschiedenen Ausprägungen von Antisemitismus unterscheiden – das Phänomen bleibt dasselbe.
Antisemitismus sucht und findet immer gesellschaftliche akzeptierte Wege. Im Mittelalter wurde die Ritualmordlegende von kaum jemandem hinterfragt. Unter Palästinensern gibt es heute einen breiten Konsens darüber, dass die Juden mittels Grabungen, Chemikalien oder Erdbeben die Aqsa-Moschee zum Einsturz bringen wollen. In Europa glaubt man, dass die jüdischen Siedlungen das größte Friedenshindernis seien und Israel den Palästinensern das Wasser abgrabe. Wir schütteln den Kopf über die antisemitischen Ventile anderer Zeiten und anderer Orte, aber unsere eigenen pflegen und hegen wir, statt sie zu hinterfragen.
Bezogen auf das heutige Israel sagt der junge Ägypter Sherif Gaber auf YouTube: „All die Wut und Gewalt sind einzig und allein auf Neid zurückzuführen. Unter der ganzen Wut und dem Hass verbirgt sich eine große Bewunderung für dieses Land. Aber sie äußert sich in Feindseligkeit und Hass..."
Aus „Israel mein Freund – SCM“

Shimon
Erstellt am 14.01.2017, 21:36 Uhr
Wann begann der Hass auf Israel?

8b Neid
„Dabei wünschen sich die Araber nur, dass ihr Land irgendwann genauso sein könnte.“ Sherif würde für ähnliche Äußerungen mehrmals zu Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt und ist untergetaucht. Seine einfache Begründung für den Hass auf die Juden trifft den Nagel auf den Kopf.
Nonie Darwish, die ich später ausführlich vorstellen werde, sagt efenfalls, dass „es in der islamischen Welt ein starkes Element von Neid auf jüdische Errungenschaften gibt. Statt diese Errungenschaften zu respektieren, wollen wir Muslime sie aus dem Weg schaffen, verdammen und zerstören. Vielleicht erinnern sie uns an das Versagen, den Mangel und die Armut in muslimischen Gesellschaften, obwohl diese doch eigentlich mit einem großen Ölreichtum gesegnet sind.“
Es lassen sich viele Gründe finden, Israel zu bewundern oder eben zu beneiden. Obwohl das Land seit seiner Entstehung ständig militärischer Bedrohung ausgesetzt ist und in seiner unwirtlichen Wüstenlandschaft keine nennenswerten Bodenschätze aufzuweisen hat, ist es von wirtschaftlichem Erfolg gekrönt und in überdurchschnittlich vielen Bereichen weltführend.
Rabbi Jonathan Sacks, der ehemalige britische Großrabbiner, dessen brillante Thoraauslegung ich seit Jahren jede Woche lese, fasste es bei einer Konferenz 2013 so zusammen: „Israel ist nicht nur für uns, sondern auch für andere eine Quelle der Inspiration. Denn es demonstriert jedem einzelnen Bewohner dieser Erde, dass seine Nation weder groß noch bedeutend noch reich an natürlichen Rohstoffen sein muss, um zu blühen. Israel ist von Feinden umgeben, aber es hat sich gezeigt, dass man trotz alledem immer noch Demokratie, freie Presse und unabhängige Gerichte haben kann. Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, in dem ein Palästinenser im staatlichen Fernsehen die Regierung kritisieren kann und am nächsten Tag immer noch ein freier Mensch ist.“
Aus „Israel mein Freund – SCM“

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