Die Juden - Geschichte eines Volkes

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Shimon
Erstellt am 04.05.2018, 19:02 Uhr und am 04.05.2018, 19:03 Uhr geändert.
Als ein deutscher Terrorist Juden selektierte
Von Antonia Kleikamp

In dem neuen Spielfilm „Sieben Tage in Entebbe“ gibt Daniel Brühl den Anführer des deutsch-palästinensischen Terrorkommandos. Der wirkliche Entführer Wilfried Böse war ein linksextremer Gewalttäter.

Idealist sei er, kein Nazi. Das sagte Augenzeugen zufolge der 27-jährige Deutsche Wilfried Böse Ende Juni 1976, als er zusammen mit seiner Ex-Freundin Brigitte Kuhlmann und zwei palästinensischen Handlangern im alten Terminal des Flughafens von Entebbe (Uganda) jüdische von nicht jüdischen Passagieren trennte. Alle waren an Bord von Air-France-Flug 139 gewesen, der von Tel Aviv über Athen nach Paris gehen sollte. Doch Böse und sein Terrorkommando hatten den Airbus kurz nach dem Abflug in Griechenland entführt und schließlich die Landung in Entebbe erzwungen.

Hier ließ Böse alle Geiseln, die weder einen israelischen Pass hatten noch „jüdische“ Namen trugen, frei: Er selektierte also nach Religion. Trotzdem glaubte er in seiner politischen Verblendung vermutlich, dass er besser sei als die Nazis, die gut eine Generation zuvor Juden zur Ermordung ausgewählt hatten: „Wir wollen niemandem etwas tun“, sagt in dem Spielfilm „Sieben Tage in Entebbe“ Daniel Brühl in der Rolle des Kommando-Chefs zu den eingeschüchterten Passagieren: „Wir sind Menschenfreunde.“ Am Donnerstag läuft der amerikanisch-britische Thriller von José Padilha in den deutschen Kinos an.
Allerdings verkörpert der Schauspieler Brühl seine Figur in dem Film allzu freundlich. Denn es stimmt zwar: Wilfried Böse verzichtete in den letzten Sekunden seines Lebens darauf, mit dem Sturmgewehr auf die verängstigten Geiseln zu schießen. Durchaus hätte er, bevor ihn israelische Elitesoldaten beim Sturm auf das Terminal in der Nacht zum 4. Juli 1976 töteten, noch einige Menschen mit in den Tod reißen können. Andererseits entschuldigt solche Einsicht in wirklich allerletzter Sekunde einen gewaltsamen Lebensweg keineswegs.
Wilfried Böse, geboren 1949, war Mitbegründer der Revolutionären Zellen (RZ), der dritten und am wenigsten bekannten linksextremen Terrorgruppe in Deutschland: Im Sommer 1972, nach der Festnahme der ersten RAF-Generation um Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof, entschied er sich zusammen mit weiteren Mitgliedern der gewaltbereiten Szene in Frankfurt am Main, ebenfalls mit Anschlägen gegen Rechtsstaat und Demokratie vorzugehen.
Im Gegensatz zu Baader, der sich gern als Großstadtguerilla inszenierte, und zur proletarischen Bewegung 2. Juni in West-Berlin wollten die RZ nicht in die Illegalität gehen. Ihr Ziel war es, den Staat als „Feierabendterroristen“ zu erschüttern. Die ersten RZ-Anschläge richteten sich 1973 gegen einen internationalen Elektronikkonzern. 1975 tauchten Böse, seine Freundin Brigitte Kuhlmann sowie ihre Gesinnungsgenossen Johannes Weinrich, Hans-Joachim Klein und einige weitere dann doch unter. Sie gingen in den Jemen, um sich dort in einem Terrorcamp der palästinensischen Organisation Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) ausbilden zu lassen.
Offenbar fand Wadi Haddad, der Chef des PFLP, Gefallen an Böse und Kuhlmann: Er übertrug ihnen das Kommando bei dem Plan, eine Zivilmaschine mit möglichst vielen Israelis zu entführen. Ziel war es, palästinensische und andere linksextreme Terroristen freizupressen.
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Was trieb Wilfried Böse an? Nach Recherchen von Oberstufenschülern seines ehemaligen Gymnasiums im oberfränkischen Bamberg galt er als Jugendlicher zunächst als eher freundlich, ja unauffällig. Ab etwa 1965 aber politisierte er sich und präsentierte sich offen als radikaler Sozialist. Das war in der Provinzstadt damals noch ungewöhnlich – ihm wurde ein Schulwechsel nahegelegt.
Als Böse schließlich 1969 in Ansbach doch das Abitur erlangt hatte, gehörte er bereits fest zum linksradikalen Flügel. Er begann in Frankfurt zu studieren, übernahm aber bald für den kommunistischen Verlag Roter Stern den Vertrieb. Das Kleinunternehmen des ehemaligen SDS-Vorsitzenden K. D. Wolff galt Sicherheitsbehörden als „Kristallisationspunkt und Nachwuchsschmiede des Terrorismus“.
Böse pflegte Kontakte nach Nordkorea und soll sogar von der Botschaft des kommunistischen Regimes in Ost-Berlin finanziert worden sein; mit ziemlicher Sicherheit reiste er Ende 1970 nach Pjöngjang. Parallel dazu unterstützte er die amerikanische Terrorgruppe Black Panthers logistisch und engagierte sich in der RAF-Unterstützergruppe Rote Hilfe. Vermutlich half er Baader Ende 1971 bei konkreten Anschlagsvorbereitungen der RAF sowie als Kurier.
Nach der Zerschlagung der ersten RAF-Generation im Juni 1972 dürfte es ihm konsequent erschienen sein, den gewaltsamen Kampf gegen die Demokratie mit anderen Methoden voranzutreiben, eben als „Feierabendterrorist“. Vielleicht fühlte er sich auch für die Festnahme zumindest von Ulrike Meinhof mitverantwortlich, denn Brigitte Kuhlmnann und er hatten für die damals meistgesuchte Person in Deutschland das Quartier „organisiert“, in dem sie dann festgenommen wurde.
Jedenfalls führte der Hass auf die Bundesrepublik und den Westen allgemein, zu dem eben auch Israel gehörte, Wilfried Böse ins Terrorcamp der PFLP. Dieser Hass und die Bereitschaft, für eine politische Ideologie zu morden, brachten Wilfried Böse an Bord von Flug AF-139 und ins alte Terminal auf dem Flughafen von Entebbe. Idealismus kann man derlei wirklich nicht nennen.

Shimon
Erstellt am 12.05.2018, 10:26 Uhr
DIESES Jahr in JERUSALEM!

seberg
Erstellt am 12.05.2018, 10:39 Uhr und am 12.05.2018, 10:45 Uhr geändert.
Juden und Muslime in Deutschland

Shimon
Erstellt am 12.05.2018, 10:53 Uhr
... Viele Freundschaften kommen gar nicht erst zustande, weil man Vorurteile hat. ...

Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.
Galater 3,28

gerri
Erstellt am 12.05.2018, 11:18 Uhr

@ Amen.

Shimon
Erstellt am 14.05.2018, 10:02 Uhr und am 14.05.2018, 10:03 Uhr geändert.
„Ich rechne am Montag mit einem Massaker“
Von Gil Yaron
Präsident Trump wird die US-Botschaft in Jerusalem eröffnet.

Angesichts erwarteter massiver Proteste der Palästinenser sind die israelische Polizei und das Militär im Großeinsatz.
Das Terrornetzwerk al-Qaida rief Muslime vor dem Hintergrund der Botschaftseröffnung zum Dschihad gegen die USA auf.

Noch vor wenigen Wochen sprach Issam Hammad voller Selbstbewusstsein. Als einer der Gründer der zivilen Protestbewegung „Großer Marsch der Rückkehr“ glaubte er, eine neue Formel für den Freiheitskampf seines Volkes gefunden zu haben: Friedliche Demonstrationen am Grenzzaun zu Israel, um den Nachbarstaat zu Zugeständnissen zu zwingen. Doch jetzt klingt Hammad resigniert: „Ich rechne am Montag mit einem Massaker“, sagt er WELT.

Denn inzwischen organisiert die Hamas die Proteste. Und die verfolgt ganz andere Ziele als die ursprünglichen Organisatoren. Sie will, dass die Spannungen am Montag und Dienstag einen neuen Höhepunkt erreichen. Israelische Sicherheitsdienste rechnen mit bis zu 150.000 palästinensischen Demonstranten, Hammad gar mit 700.000. Das Eskalationspotenzial ist enorm.

Laut Informationen israelischer Sicherheitsdienste will die Hamas Tausenden Anweisung geben, den Grenzzaun zu durchbrechen, um Attentätern den Weg zu bereiten. Wenn die israelische Armee Schusswaffen gebrauchen sollte, um das zu verhindern, könnten viele sterben. Genau das, so glauben die Sicherheitsdienste, ist die Absicht der Islamisten. So wollen sie nicht nur die Feiern anlässlich der Einweihung der neuen US-Botschaft in Jerusalem stören, sondern zugleich ihre eigenen politischen Probleme kaschieren.
Noch nie steckten die Islamisten so tief in der Krise wie heute. Nach drei verlorenen Kriegen ist selbst den Hardlinern der Organisation klar, dass sie gegen Israel keine militärische Option haben.

Hamas mit vielen Problemen
Hilflos müssen sie zusehen, wie Israels Armee immer neue Abwehrmaßnahmen entwickelt, die ihr gesamtes, mühsam aufgebautes Waffenarsenal obsolet machen. Außenpolitisch stehen die Islamisten isoliert da. Klassische Schutzmächte wie Saudi-Arabien und Ägypten betrachten die Muslimbruderschaft, die Mutterorganisation der Hamas, als Feind.

Die Türkei hat keine gemeinsame Grenze zu Gaza, kann deshalb kaum Hilfe leisten. Und das Bündnis mit dem schiitischen Iran, der in Syriens Bürgerkrieg dazu beitrug, Hunderttausende Sunniten zu ermorden, wird selbst in den eigenen Reihen kritisch gesehen. Innenpolitisch schlug die Aussöhnung mit der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) im Westjordanland fehl. Da die PA jedoch über die Gelder verfügt, die nach Gaza strömten, und seit Monaten den Geldhahn zudreht, rutscht Gaza immer tiefer in die Armut ab.
In dem Landstrich wächst der Unmut bedrohlich. Die Hamas sieht deshalb nur einen Ausweg: Massenproteste an der Grenze zu Israel. Wenn diese zu einer massiven Eskalation führen, könnte das ihre Verantwortung für die Misere daheim kaschieren, den Hass der Bevölkerung wieder auf Israel lenken, und die Aufmerksamkeit der arabischen Welt und der internationalen Staatengemeinschaft wieder auf Palästina richten.
Ein Zwischenfall vom Wochenende demonstriert, wie die Hamas das Leid der eigenen Bevölkerung gezielt für eigene Zwecke in Kauf nimmt. Palästinensische Demonstranten zerstörten am Freitag Kerem Schalom, Gazas einzigen Grenzübergang für Güter. „Das ist Gazas Lebensader“, sagt ein hochrangiger Offizier der israelischen Armee, der für den Betrieb des Grenzübergangs verantwortlich ist, zu WELT. Laut den Regeln des Militärs muss der Offizier anonym bleiben.

Im Jahr 2017 überquerten hier rund 150.000 Lastwagenladungen die Grenze in beide Richtungen. In den vergangenen Jahren wurden über Kerem Schalom 10,3 Millionen Tonnen Zement für den Wiederaufbau Gazas geliefert. Hier verlaufen die einzige Gasleitung und die einzige Benzinpipeline von Israel nach Gaza.

Zerstörung der Lebensader nach Gaza
Doch am Freitag zerstörten palästinensische Demonstranten die Gas- und Benzinleitungen, verbrannten das Fließband, über das Aggregate von Israel nach Gaza geliefert wurden, rissen Sicherheitszäune nieder und zerschlugen Überwachungskameras. Nun wird es Wochen dauern, bis Israel dem Gazastreifen wieder Baumaterial, Gas und Benzin liefern kann. Dabei haben die Menschen dort derzeit ohnehin nur vier Stunden Strom am Tag. Exporte können den verarmten Landstrich nicht mehr verlassen, etlichen Unternehmern droht der Ruin.

Hammad verurteilt den Vorfall in Kerem Schalom zwar als „schweren Fehler“, nimmt die Angreifer indes in Schutz: Es handele sich um „junge, frustrierte, arbeitslose Männer, die den Grenzübergang zerstörten, weil er ein Symbol der Besatzung ist“. Die Hamas sei außerstande gewesen, das zu verhindern: „Niemand kontrolliert Gaza mehr“, meint er.
Ein perfides Kalkül?

Doch der israelische Offizier schildert eine andere Version: Demnach geschah all das „unter Anleitung der Sicherheitskräfte der Hamas, die die ganze Zeit zugegen waren.“ Tatsächlich zeigten Videoclips auf palästinensischen sozialen Netzwerken, wie Männer in Zivil mit Funkgeräten die Demonstranten beim Randalieren in Kerem Schalom begleiteten. Polizeikräfte der Hamas in unmittelbarer Nähe versuchten zu keinem Zeitpunkt zu intervenieren.

Dabei verfolgten die Islamisten ein perfides Kalkül: „Je mehr die Menschen in Gaza leiden, desto leichter kann die Hamas diesen Unmut gegen Israel wenden“, so der Offizier. Leid in Gaza erhöhe zudem den Druck auf die Staatengemeinschaft, sich um Gazas notleidende Zivilbevölkerung zu kümmern, „damit die Hamas ihr Budget weiter nur für militärische Zwecke ausgeben kann“, meint der Offizier.

Die Hamas hoffe nun auf eine Wende. Seit Tagen rufen die Islamisten die Bewohner Gazas dazu auf, am Montag und Dienstag an Massenprotesten am Grenzzaun teilzunehmen. Dabei nutzen sie die Wut über die Eröffnung der neuen US-Botschaft in Jerusalem, um die ohnehin gespannte Lage weiter anzustacheln. Hammad, der Organisator der ersten Proteste, räumt ein: „Wir hatten die Menschen von Anfang an nicht unter Kontrolle. Keiner hielt sich an unsere Vorsichtsmaßnahmen. Demonstranten kamen dem Grenzzaun viel zu nah, bis die israelische Armee schoss.“

In den vergangenen Wochen wurden so 42 Menschen getötet und mehr als 1800 verletzt. Aber jetzt könnten die Zahlen noch stark ansteigen. Die Krankenhäuser in Gaza haben neben ihren Notaufnahmen Zelte aufgestellt, um große Zahlen von Verletzten behandeln zu können.
Die Hamas sendet deutliche Signale, dass die Proteste genau wie in Kerem Schalom „außer Kontrolle“ geraten sollen. Demonstrativ demontierte sie in den letzten Tagen ihre Wachposten entlang der Grenze. Kein offizieller Hamas-Polizist wird zugegen sein, wenn Tausende unbewaffnete Demonstranten versuchen sollten, den Grenzzaun zu Israel zu durchbrechen. Die Armee fürchtet, dass sich unter den Demonstranten bewaffnete Kommandos der Hamas befinden könnten, um im Schutz der Menge zu versuchen, Attentate zu begehen oder israelische Soldaten nach Gaza zu verschleppen.

Immer wieder werfen Flugzeuge Flugblätter über Gaza ab, die die Bevölkerung davor warnen, sich dem Grenzzaun zu nähern. So auch am Montagmorgen: In den Flugblättern teilte das israelische Militär mit, dass gegen jeden Versuch vorgegangen werde, mit dem der Sicherheitszaun beschädigt werden solle.

Zudem verlegte Israels Armee elf weitere Bataillone an die Grenze zu Gaza, die Truppenzahl wurde verdreifacht. Die Furcht ist groß, dass aus dem Tag, an dem Israel Amerikas Anerkennung Jerusalems als seine Hauptstadt feiern will, gleichzeitig der erste Tag einer neuen, blutigen Auseinandersetzung mit den Palästinensern werden könnte.

charlie
Erstellt am 14.05.2018, 10:06 Uhr
shimon, ich weiss nicht, wie es anderen geht die hier lesen, aber mir sind deine Posts meist zu lang.

getkiss
Erstellt am 14.05.2018, 10:12 Uhr
dass war doch kein Post von Shimon.
Nicht einmal das bist du im Stande zu begreifen

charlie
Erstellt am 14.05.2018, 10:23 Uhr
Das macht nichts, getkiss.

gerri
Erstellt am 14.05.2018, 10:44 Uhr
Shimon :„Ich rechne am Montag mit einem Massaker“
Von Gil Yaron


@ Wenn man den Artikel zwei dreimal wiederholend gelesen hat,drehn sich die Ereignisse im Kopf wie eine Windmühle,man ist irgendwie dort dabei beim ewigen Elend.
-Da frägt man sich,warum Herr Trump womöglich ein gelernter Kaufmann,so eine Politik des Schürens dort im Herzen des Vulkans führt? Warum muss die Hauptstadt in Jerusalem sein,warum muss man die anderen Alteingesessenen gewollt vor den Kopf stoßen? Ein Jeder spricht von Frieden,keiner tut was dazu,sie spielen mit dem Feuer.Sollte es nur dort unter Ihnen sich abspielen,nein die Welt muss mitleiden,eine Sauerei!

Shimon
Erstellt am 14.05.2018, 10:50 Uhr
@Ja, große SAUEREI:
Dabei verfolgten die Islamisten ein perfides Kalkül: „Je mehr die Menschen in Gaza leiden, desto leichter kann die Hamas diesen Unmut gegen Israel wenden“, so der Offizier. Leid in Gaza erhöhe zudem den Druck auf die Staatengemeinschaft, sich um Gazas notleidende Zivilbevölkerung zu kümmern, „damit die Hamas ihr Budget weiter nur für militärische Zwecke ausgeben kann“

Shimon
Erstellt am 16.05.2018, 10:46 Uhr
Das zynische Spiel der Hamas
Von Richard Herzinger
Korrespondent für Politik und Gesellschaft

Die Opfer an Israels Grenzzaun sind von den palästinensischen Extremisten eingeplant. Sie wollen damit neue Allianzen im Nahen Osten aufhalten. Und doch wird Israel einmal mehr international an den Pranger gestellt.

Wie schon unzählige Male steht Israel erneut am internationalen Pranger. Mehrere Dutzend von der israelischen Armee erschossene Demonstranten, mehr als 2000 Verletzte am 70. Jahrestag der Gründung des jüdischen Staates, und das zeitgleich zu der feierlichen Eröffnung der von US-Präsident Donald Trump demonstrativ nach Jerusalem verlegten amerikanischen Botschaft – das klingt in der Tat verheerend. Und es gibt keinen Zweifel: Solche Opferzahlen sind entsetzlich. Es handelt sich in jedem Fall um eine menschliche Tragödie.

Doch mit dieser Feststellung ist nicht einmal annähernd die halbe Wahrheit über die Zustände am israelischen Grenzzaun zu Gaza gesagt. Denn es ist offensichtlich, dass derartige Mengen an Toten und Verletzten, darunter etliche Kinder, von der in Gaza mit brutalen Unterdrückungsmethoden herrschenden radikalislamischen Hamas und den von ihr instrumentalisierten palästinensischen Gruppen zynisch einkalkuliert wird.

Den Extremisten ist nur allzu klar, dass Israel einen gewaltsamen Durchbruch von radikalen Aktivisten auf sein Territorium unter keinen Umständen zulassen kann. Und dass es noch weniger hinnehmen kann, dass damit das vermeintliche „Rückkehrrecht“ von Millionen von Palästinensern auf das israelische Staatsgebiet im Handstreich durchgesetzt wird. Genau das aber ist die erklärte Intention der Kampagne, für deren Fortgang die Hamas unbegrenzt Menschenleben zu opfern bereit scheint.
Indem sie immer neue Massen an die Grenze und damit ins Feuer stürmen lässt, will die Hamas selbst das von ihr gewünschte Bild von der diabolischen jüdischen Besatzungsmacht generieren, die rücksichtslos wehrlose Demonstranten abschießt.

Und das ruchlose Manöver scheint Erfolg zu haben: Nicht nur arabische und andere muslimische Staaten – allen voran, neben dem Iran, Erdogans Türkei – verdammen das ihnen ohnehin abgrundtief verhasste Israel. Auch westliche Staats- und Regierungschefs wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilen das harte Vorgehen der israelischen Sicherheitskräfte. Und ohne das Veto der USA hätte der UN-Sicherheitsrat längst eine voreingenommene Schuldzuweisung an Israel verabschiedet.

Trefflich ablenken kann die Hamas mit dem blutigen Spektakel an der israelischen Grenze auch von der Tatsache, dass sie selbst für die bedrückenden Lebensumstände in Gaza verantwortlich ist. Würde sie von ihrem erklärten Ziel der Auslöschung Israels und von ihrer kategorischen Weigerung abrücken, mit dem „zionistischen Feind“ zu verhandeln, und würde sie aufhören, unablässig Zivilisten auf israelischem Gebiet mit Rakten zu beschießen, könnte die von Jerusalem verhängte Blockade umgehend gelockert werden.
Die Hamas ist jedoch gar nicht daran interessiert, die Lebensbedingungen der von ihr beherrschten Bevölkerung zu verbessern. Mit dem Iran als ideologischem Mentor und finanziellem wie militärischem Ausrüster im Rücken betrachtet sie Gaza lediglich als ein Aufmarschgebiet zwecks Einkreisung Israels. Gemeinsam mit der hochgerüsteten Hisbollah im Libanon und den iranischen Truppen sowie proiranischen Milizen, die sich derzeit in Syrien festsetzen, soll der jüdische Staat in die Zange genommen werden.

Und doch kann Israel den Machenschaften der Hamas und dem von ihr entfachten internationalen Entrüstungssturm mit einer gewissen gelassenen Zuversicht begegnen. Denn die Aktionen der Radikalislamisten sind auch Symptom einer wachsenden Panik, die sie angesichts ihres rapide schwindenden Rückhalts in der arabischen Welt ergreift.

Namentlich Saudi-Arabiens junger Kronprinz Mohammed bin Salman macht kaum mehr einen Hehl daraus, dass er die Geduld mit dem militanten Gebaren der Palästinenser verloren hat und einen raschen Friedensschluss mit Israel wünscht. Kürzlich bescheinigte er dem jüdischen Volk ausdrücklich das Recht auf einen eigenen Staat. Und jüngst ließ er sich undementiert mit der Aussage zitieren, sollten sich die Palästinenser noch einmal einem Friedensplan widersetzen, sollten sie künftig „den Mund halten und sich nicht länger beklagen“.

Kairo fürchtet Vorwurf der Heuchelei
Aufsehen erregte auch ein Interview, in dem der Kronprinz das iranische Regime, den IS und die Muslimbrüder als ein „Dreieck des Bösen“ bezeichnete. Die Hamas dürfte diese Botschaft wohl verstanden haben, handelt es sich bei ihr doch um den palästinensischen Ableger der Muslimbruderschaft.

Kurzfristig mag der Aufruhr in Gaza mit seinen immensen Opfern den Annäherungsprozess zwischen Israel und Saudi-Arabien sowie anderen arabisch-sunnitischen Mächten stören. Staaten wie Ägypten müssen jetzt Solidaritätsadressen für die palästinensische Sache absetzen – die allerdings eher verhalten ausfallen.

Denn Kairo praktiziert längst ein enges Sicherheitsbündnis mit Israel gegen den islamistischen Terror. Und es möchte nicht durch allzu laute Proteste den Vorwurf der Heuchelei auf sich ziehen – hält doch Ägypten seinerseits seit Jahren eine Blockade gegen Gaza aufrecht.

Auf längere Sicht dürfte sich die aktuelle Kampagne der Hamas daher eher als Bumerang erweisen. Führt doch das viele sinnlos vergossene Blut drastisch vor Augen, wie dringlich eine Beilegung des unseligen israelisch-palästinensischen Dauerkonflikts tatsächlich ist. Manche Experten vermuten bereits, dass US-Präsident Trump in Kürze mit einem umfassenden Friedensplan hervortreten werde, der bereits mit den Saudis und Israels Premier Netanjahu abgestimmt sei.
Dieser Plan werde nicht nur den Palästinensern, sondern auch Israel schmerzliche Zugeständnisse abfordern. Die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem wäre in diesem Kontext als eine Art symbolische Morgengabe an die israelische Rechte zu verstehen, die es ihr erleichtern soll, für den Frieden die eine oder andere bittere Pille zu schlucken.

Saudi-Arabien will mit der Stillstellung des palästinensischen Konfliktherds den Rücken frei bekommen für den Aufbau einer Abwehrfront gegen das regionale Hegemonialstreben Irans. Dass die harten Schläge, die Israels Luftwaffe vergangene Woche den iranischen Stellungen in Syrien versetzt haben, den ungeteilten Beifall der saudischen Führung gefunden haben, darf als sicher gelten.

Israel hat mit diesem entschlossen Vorgehen nicht nur dem Iran klar gemacht, wie die wahren Kräfteverhältnisse sind und wo die Grenzen seiner Aggression liegen. Es hat auch die Saudis darin bekräftigt, wie unverzichtbar Israel als Partner für eine künftige Sicherheitsarchitektur in der Region ist. Die neuen Allianzen, die sich daraus ergeben, lassen sich auch durch noch so zynische Störmanöver der Hamas nicht mehr aufhalten.

gerri
Erstellt am 16.05.2018, 15:16 Uhr
Shimon: "Und doch wird Israel einmal mehr international an den Pranger gestellt."


@ Das immer neue Siedlungen bauen auf besetztem,nicht eigenem Gebiet,könnte ein Grund dafür sein.Das kann man doch nicht abstreiten oder?

Shimon
Erstellt am 16.05.2018, 22:07 Uhr
@ Hast du dich schon mal über die Siedlungen in Ostpreußen und Königsberg beschwert?

gerri
Erstellt am 16.05.2018, 23:23 Uhr und am 16.05.2018, 23:23 Uhr geändert.
@ Welche Chance hätte ich gegen die Sieger im 2.Wkg? Die wissen doch selber,auf welchem Gebiet sie leben,oder auch nicht. Die Schulen lehren die Geschichten der Sieger,manche Wahrheit erfährt man erst mitten im eigenen Leben.

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