Die Finanzkrise. Eine Betrachtung am Rande!

Um Beiträge zu verfassen, müssen Sie sich kostenlos registrieren bzw. einloggen.

Joachim
schrieb am 11.11.2008, 13:03 Uhr
Obama spielt mit dem Gedanken, den Chef der privaten US-Notenbank zum Finanzminister zu machen. Damit würde er den
Bock zum Gärtner machen. Da hat er sich den besten Lobbyisten für ungezügelten und unregulierte Kapital- und
Finanzströme in `s Boot geholt. Soviel zu dem Thema:
" bei Obama wird alles besser ". Er wird den Weg gehen,
den er gehen muß, weil er Ihm vorgegeben ist.
Und trotz allem muß er die Sache erst einmal überleben.
Mit freundlichem Gruß
Joachim
seberg
schrieb am 11.11.2008, 16:27 Uhr
Elsi schrieb: ... jene, die immer noch glauben, sie könnten auf einer Insel des Glücks in einem Meer voller Leid leben...
Meinst du...uns?

Ach Elsi, hast du etwa ein Gewissensproblem? Plagt dich ein Schuldgefühl?? - Da kann ich nur sagen: Von Lori lernen heißt siegen lernen, ohne Skrupel und ganz ungeniert….
Wer sagt diesem in seiner Art hier einzigartigen, großmailigen Pseudoexperten für Alles und Nichts, dass das sog. kapitalistische System überhaupt erst aus der Dialektik (ob er das als „Arbeiter“ versteht?) von Habgier und Schuldgefühl entstanden ist und weiterhin nur durch ein fragiles Gleichgewicht zwischen diesen beiden Krankheiten mehr schlecht als recht funktionieren kann. Besser: konnte. Denn wer leistet sich noch Schuldgefühle und will deshalb als protestantischer Masochist beschimpft werden? Die Habgier hingegen…ja die ist einfach nur…neoliberal, nicht wahr?
Joachim
schrieb am 11.11.2008, 17:55 Uhr
So ist das halt, wenn man sich nur einseitig informiert,
oder informiert wird.
Neben Kostolany sollte man sich mal mit dem ehemaligen Chefökonom der Weltbank und Nobelpreisträger für Wirtschaft
Joseph E. Stiglitz auseinander setzen. Es erweitert den Horizont. Kann so manch einem nicht schaden.
Mit freundlichem Gruß
Joachim
hein
schrieb am 11.11.2008, 18:18 Uhr
Mal eine gaaanz andere Sicht der Dinge: Heinrich Benjes´Buch "Wer hat Angst vor Silvio Gesell".
Gesell entwarf ein Modell einer zinslosen Gesellschaft. Das wurde auch ausprobiert und zwar in einigen süddeutschen Orten zur Zeit der Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg. Die Experimente sollen auf Betreiben der Banken verboten worden sein, weil sie zu erfolgreich waren.
Etwas von Gesells Modellen lebt wieder auf in den Tauschringen.
Ich kann mir aber trotzdem nicht vorstellen, dass eine ganze Gesellschaft so funktioniert. Reizvoll sind Gesells Ideen allemal.
The history of Igor
schrieb am 12.11.2008, 00:24 Uhr
Dieser grotesker globalisierter und globalisierender Kapitalismus zerstoert so endlich viel, nicht nur Grundprinzipien, sondern auch Werte, Politik, Bedeutung. Nichts illustriert dies besser als Obamas Wahl zum Praesidenten. Die Wahl selbst bestand aus bedeutungslosem Muell und Slogans. Als der neue selbsternannte Koenig der Welt verspricht er der Welt 'change'. Was heisst das schon? Das ganze ist nichts anderes als 'Globalisierung mit menschlichem Gesicht', ein weiterer Versuch der neoliberalen Politik einen neuen Impetus zu verleihen so dass sich die multinationalen Konzerne als 'verantwortungsbewusst' und 'ethisch-moralisch' verkaufen koennen. Obama ist in der Tat ein Rueckschritt fuer diejenigen, die nicht nach apologetischen Ausreden fuer den Muell, den der Spaetkapitalismus hervorgebracht hat, suchen, sondern wirklich das Thema soziale Gerechtigkeit ernsthaft behandeln wollen.
getkiss
schrieb am 12.11.2008, 07:42 Uhr
Grüß Dich, lori.
Wie fühlt man sich, mit Kostolanyi-Zitat auf den Lippen, in mitten der "Gutmenschen"?
Ich wollte nur wissen, wie viel die so genannten Aktien- und Zinsgegner selbst am Finanzmarkt verloren haben?
Möchte mal wissen, wie viele der Gorleben-Happeninger den Schalter bedenkenlos auf "ON" lassen und damit selbst Atom-Müll produzieren? Oder wie viel CO2-Abgase aus Polizeifahrzeugen der nicht verhinderte/nur behinderte Aktionismus verursachte?
Freue mich jetzt schon auf die aufgeregt gakkernden...
getkiss
schrieb am 12.11.2008, 07:46 Uhr
seberg schrieb: ... Da kann ich nur sagen: Von Lori lernen heißt siegen lernen, ohne Skrupel und ganz ungeniert….
Wer sagt diesem in seiner Art hier einzigartigen, großmailigen Pseudoexperten für Alles und Nichts, .....


Genau seberg, so macht man´s. Anstatt zum Thema schreiben, ohne Skrupel und ganz ungeniert andere beschimpfen....
seberg
schrieb am 12.11.2008, 09:13 Uhr
Und ich, getkiss, möchte nur wissen, ob du zum Thema mehr drauf hast, als nur irreführende und feixende Sprechblasensprüche!
Elsi
schrieb am 13.11.2008, 01:04 Uhr (am 13.11.2008, 09:15 Uhr geändert).
Ab den 80ern, mit der Globalisierung und zunehmnden Liberalisierung der Finanzmärkte, zählten die Mitarbeiter der Weltbankgruppe insgesamt 166 Finanzkrisen, von denen 119 systemischen Charakter hatten. Von den 84 größeren Krisen, haben 30 in den 80ern begonnen, während in den 90ern über 50; d.h. die Häufigkeit hat zugenommen.
Die Mexiko-Krise (1994/1995)wurde durch ein eilig zusammengeschnürtes Paket von Krediten in Höhe von 50 Mrd Dollar gestoppt. Davon kamen fast 18 Mrd. Dollar vom IWF (Internationaler Währungsfond), d.h. Steuergelder. Natürlich habe Spekulanten davon profitiert...
Beispiel Thailand, Mitte 1997, als Spekulanten den thailändischen Baht attackierten. Der IWF hatte geraten, die thailändische Währung abzuwerten. Die Zentralbank in Bangkok kaufte Baht auf dem Markt, um die Währung zu retten und machte dafür hunderte Millionen Dollar locker. Nach einigen Wochen waren die Reserven erschöpft und sie musste sich an den IWF wenden, der neue Kredite anbot. Mit diesen Krediten wurden jedoch die ausländischen Spekulanten vergütet, so dass kein Spekulant auch nur einen Dollar verloren hatte. Gleichzeitig zwang der IWF die Regierung die öffentlichen Ausgaben zu senken, Krankenhäuser und Schulen zu schließen, die Kredite rückgängig zu machen, die öffentliche Banken den thailändischen Unternehmen gewährt hatten…Absoluten Vorrang hatte die Schuldentilgung und die Geldwertstabilität. Gleichzeitig verloren hunderttausende Thailänder ihre Arbeit, unzählige Fabriken mussten schließen. Aber die Angst, die Demütigung de Menschen ist natürlich kein Element der makroökonomischen Analyse…
Joachim
schrieb am 13.11.2008, 15:54 Uhr
Übrigens nur so am Rande.
Die Weltbank forderte Bolivien auf mehr zu privatisieren, sonst gäbe es keine Gelder.
Bolivien privatisierte im Jahr 2000 ihr Trinkwassernetz. Eine einzige Firma erhielt das Recht,
die Bevöllkerung mit Trinkwasser zu Versorgen. Gleichzeitig wurde verboten Quellwasser zu entnehmen,
sogar das Nutzen von Regenwasser wurde unter Strafe gestellt. Dann wurde der Wasserpreis bis zu
300% erhöht. Das Volk ging auf die Barrikaden. Die Regierung wurde gestürzt. Die amerikanische Firma,
ein Milliardenkonzern, wurde aus dem Land gejagt. Bolivien hat jetzt eine "linke" Regierung.
Bei diesem Konzern handelt es sich um die Firma Bechtel.
Zufälliger Weise die gleiche Firma, die ohne Ausschreibung, den Auftrag zum Bau der rumänischen Autobahn erhalten hat.

Mit freundlichem Gruß
Joachim
hanzy75
schrieb am 13.11.2008, 17:16 Uhr
Und die humanitäre Katastrophe im Rumänien der 80er Jahre schiebt ihr am Ende auch noch dem IWF in die Schuhe und nicht der realsozialistischen Nomenklatura?
Elsi
schrieb am 13.11.2008, 21:51 Uhr (am 13.11.2008, 21:58 Uhr geändert).
hanzy75, ich hätte gerne deine Meinung gelesen!Zum Rumänien der 80er, zum IWF... Auch Fragen sind interessant -jedoch weniger, wenn man die Antwort angeblich schon weiß und vorwegnimmt...( Natürlch gibt es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Misere der 80er in Rumänien und der IWF!) Es ist tatsächlich eine dieser Unarten, die das Antworten darauf erheblich erschweren. Du solltest dich entscheiden, ob du wirklich eine Antwort haben willst oder bloß deinem Unmut Luft machen wolltest oder die Antwort sowieso kennst...!
Gruß
hanzy75
schrieb am 14.11.2008, 00:15 Uhr
Ich finds schon reichlich schäbig, dem IWF diese Mißstände in die Schuhe zu schieben. Denn wer von dem IWF Geld braucht, der kriegt woanders schon lange keins mehr, und das nicht weil er besonders verantwortungsvoll gewirtschaftet hat.
Elsi
schrieb am 14.11.2008, 00:18 Uhr (am 14.11.2008, 00:24 Uhr geändert).
hanzy75 - ich habe lediglich gesagt, dass es einen ursächlichen Zusammenhang gibt. Wie ich das meine...weißt du nicht. Aber Falsches behaupten, das schon! Ist klar, hanzy, du willst keine Antwort, du möchtest nicht diskutieren sondedrn Frust ablassen. DAS finde ich nun schäbig...
hanzy75
schrieb am 14.11.2008, 00:42 Uhr
Doch, ich möchte schon darüber diskutieren, aber ihr steigt mit den Anschuldigungen gegenüber dem IWF viel zu spät im Verleih-Prozess ein. Die Bolivianer sind z.B. nicht vor die Hunde gegangen, weil der IWF das so wollte. Da waren sie nämlich schon vorher. Und weil der IWF das Geld auch wieder sehen soll, wird das Tafelsilber verscherbelt.
Anders der Ceau, der war wirklich ein Held. Erst verspielt er jegliche Kreditwürdigkeit und dann zahlt er die Schulden auf Kosten seiner Bevölkerung zurück. Und das Tafelsilber dient heute als Parlamentsgebäude.

Um Beiträge zu verfassen, müssen Sie sich kostenlos registrieren bzw. einloggen.