Kinderecke

Doris Hutter

Klener Fråtzen

Info Doris Hutter • 2:13 Minuten • Herunterladen

Gong net zem Iewen, dänn wie wieß,
hie äs um Oind glått enzet hieß.
Enzt bäst ta monter und bäst frih,
wonn t’dich verbräst, dron diet et wih.

Ta bäst gefållen und derbä
dich wedder iest beschänt um Knä.
E Måtzken dråf zem Längdern,
’t vergiht dro bäs zem Frängdern.

Mooch det Mel za, wonn te ässt,
Schmatzi klener, ta vergässt,
dåt sen diër hiesch Manieren,
däden än de Ståll gehieren.

Lichter Fuss, ta wickelst wedder
mät dem Stahl… båld fällst te nedder,
schließt der un Hiewt, Hoind uch Fess,
dått ich dich bedauern mess.

Wällt um Däsch äne se Kieser!
Te verschläckst dich, klener Bieser,
net tummel dich, loss der Zegt,
sonst betrepst te dich uch hegt.

Nemm de Fänger aus der Supp,
bäst schien än der klenen Grupp!
Wonn te mät dem Lefel ässt,
säch, wä schniël ta fertij bäst.
So, schmåckt dir de Kråst?
Hei, ta beißt mät Låst!
Dått te wießt: Dåt broint
gaad uch kreeftij Zoind.

Fir de Supp, Piree uch Fliesch
hut em årbede messen.
Wonn te fertij bäst, so hiesch:
Äldern, danke äm’t Eßen.

Gåffel, Lächt, de Scheer uch Meeßer
loss nor lån, et äs vill beeßer.
Mät wot kickt uch brät uch schned,
sål em spille läwer net!

Schnipp-schnapp Scheer,
det Schnegden äs net schwer.
Åwwer wonn ech mich schnegden,
au-au, wä mess ich legden!
Fällt se mer åf de Zieh,
o-wih, o-wih, o-wih!

Wä’m åf gen Segt giht, dåt wieß
ech sihr gaad, ech bä schie grieß.
Kit net Auto, Bus år Rooß,
gohn ich schniël iwwer de Strooß.

Kleiner Fratz - Hochdeutsche Übertragung

Geh nicht zum Ofen, denn wer weiß,
er ist am Ende grad jetzt heiß.
Jetzt bist du munter und bist froh,
wenn d’dich verbrennst, dann tut es weh.

Du bist gefallen und dabei
dich wieder mal verletzt am Knie.
Ein Küsschen drauf zum Lindern,
es vergeht dann bis zum Heiraten.

Mach den Mund zu, wenn du isst,
Schmatzi kleiner, du vergisst,
das sind solch schöne Manieren,
die in den Stall gehören.

Schlimmer Fuchs, du wackelst wieder
mit dem Stuhl… bald fällst du nieder,
schlägst dir an Kopf, Hand und Füß’,
dass ich dich bedauern muss.

Willst am Tisch immer sein Kaiser!
Du verschluckst dich, kleiner Böser,
nicht beeil dich, lass dir Zeit,
sonst bekleckerst du dich auch heut.

Nimm den Finger aus der Suppe,
bist schon in der kleinen Gruppe!
Wenn du mit dem Löffel isst,
schau, wie schnell du fertig bist.
Sag, schmeckt dir die Krust’?
Hei, du beißt mit Lust!
Dass du weißt: Das bringt
gute und kräftige Zähne.

Für die Suppe, Püree und Fleisch
hat man arbeiten müssen.
Wenn du fertig bist, sag schön:
Eltern, danke für’s Essen.

Gabel, Licht, Schere und Messer
lass nur lieg’n, es ist viel besser.
Mit was piekst und brennt und schneidet,
soll man spielen lieber nicht!

Schnipp-schnapp Schere,
das Schneiden ist nicht schwere.
Aber wenn ich mich schneide,
au-au, wie ich dann leide!
Fällt sie mir auf den Zeh,
o-weh, o-weh, o-weh!

Wie man auf die andere Seite geht, weiß
ich sehr gut, ich bin schon groß.
Kommt nicht Auto, Bus oder Ross,
geh ich schnell über die Straße.

Quelle: Kängdervärschker vun Doris Hutter, Ion Creangă Verlag, Bukarest 1988 / an die neue Lebenswelt der Kinder angepasste Version 2026

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