Kinderecke
Doris Hutter, geb. Oczko

Meine Muttersprache Sächsisch hat mich aber nie losgelassen. Schon als Schülerin habe ich kurze Texte in den deutschsprachigen Zeitungen Rumäniens verfasst. Als Studentin habe ich dann davon gehört, dass es Mundartdichtertreffen in Siebenbürgen gab. Zu den Treffen bin ich sehr gerne gefahren, denn dort waren allerhand Leute, die sich genauso wie ich für die Mundart und das Reimen interessierten. Bei so einem Treffen habe ich dann auch meine ersten Verse für Kinder vorgetragen. Mehr Infos über mich, meine Gedichte und auch meine Mundarttheaterstücke findest du in der Sachsesch Wält.
1989 bin ich mit meinem Mann und unseren drei Kindern nach Deutschland ausgesiedelt. Da mein Mann aus einem anderen Ort kommt und anders spricht als ich, sind unsere Kinder mit zwei verschiedenen sächsischen Mundarten aufgewachsen. In meinem Elternhaus war es dasselbe, mein Vater und meine Mutter sprachen ebenfalls anders. Also jongliere ich schon seit meiner Kindheit mit einer Menge ai, au, ui und ou herum. Zum Brot hätte mein Vater zum Beispiel Briut gesagt, meine Mutter Bruit. Probier’s mal aus und frag deine Eltern und Großeltern: Wie sagen sie zum Brot?
Mit meinen Enkeln spreche ich heute ebenfalls Sächsisch. Sie antworten mir meistens auf Deutsch, können aber auf Sächsisch bis zehn zählen und kennen auch ein paar Musikinstrumente, Tiere und Früchte in Mundart. Eins ihrer Lieblingswörter ist Krädder. Weißt du, was für ein Tier das ist? Du findest es in meinen Kängdervärschkern.