Welt in der Krise; das Coronavirus

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Der Onkel
schrieb am 10.05.2020, 18:57 Uhr
.... solange seine Angehörigen bescheid wussten, dass er verlegt wurde. :-P
Brombeer
schrieb am 11.05.2020, 10:08 Uhr (am 11.05.2020, 10:13 Uhr geändert).
Welches Schweindrl wollense nu haben?

Gestern 20:12 : Corona-Krise: R-Wert steigt weiter
Zum zweiten Mal in Folge hat die Reproduktionszahl eine kritische Grenze überschritten. Das RKI schätzt den R-Wert derzeit auf 1,13.

Heute 04:49 Uhr Das RKI meldet 357 Neuinfektionen in Deutschland. Nach Angaben des RKI sind rund 145.600 Menschen inzwischen genesen!
Quelle: http://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-montag-103.html#Disneyland-in-Shanghai-ist-wieder-eroeffnet

Brombeer´s statistischer Bericht lautet:
Nachdem die Zahl der Neuinfektionen sich weiterhin verlangsamt und mit 357 einen erfreulichen Rückgang bedeutet, kann die Zahl der Infizierten mit rd. 16.600 ermittelt werden. Diese Anzahl entspricht 0,02 % der deutschen Bevölkerung. Allen Betroffenen – mit und ohne Symptom, weiterhin gute Besserung.
Kleiner Wermutstropfen: Bei dieser Sachlage wird die Herdenimmunität deutlich verzögert sein.
Brombeer
schrieb am 13.05.2020, 13:49 Uhr
Seehofers Lockerungen

Stand: Mittwoch, 13.05.2020

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/seehofer-grenzen-101.html

Die Kontrollen an der deutschen Grenze sollen vorsichtig gelockert werden. Das kündigte Innenminister Seehofer nach einer Kabinettssitzung an. Im Grundsatz bleibt es aber beim Einreiseverbot für Touristen. Ein vollständiges Ende soll es erst Mitte Juni geben. Eine Ausnahme bildet die Grenze zu Luxemburg. Dort wird die Grenze am kommenden Samstag geöffnet. Die Grenzschließung für Touristen zu Österreich, der Schweiz und Frankreich werden bis zum 15. Juni fortgesetzt, sollen aber lt. Seehofer ab Samstag nur noch stichprobenartig kontrolliert werden, "nicht so systematisch wie bisher“. Die Regel, dass nur einreisen darf, wer einen triftigen Grund hat, bleibt im Grundsatz bestehen. Ab Mitte Juni werde dann "ein freier Reiseverkehr in Europa" angestrebt.

Die Aufgaben eines deutschen Innenministers sind wahrhaftig nicht einfach in Corona-Zeiten. Man sollte die Regierung deshalb nicht verdammen, wenn sie einschneidende Maßnahmen trifft, die uns gegen „den Strich“ gehen, egal aus welchem Grund. Ärgerlich wird es aber dann, wenn unsere Regierungsvertreter im Verein mit den Medien (z.B. die schon fast halbamtliche Medien-Gruppe Funke) unpopuläre Entscheidungen als Entgegenkommen verkaufen wollen. In Wirklichkeit hat Seehofer klargemacht, dass Urlaub in den EU-Meeranrainern erst ab Mitte Juni, also nach einem weiteren Monat der Beschränkung, stattfinden wird.
Unausgesprochen bleibt, weswegen Luxemburg schon ab Ende dieser Woche öffnen darf.
Was die Lockerung in Form von stichprobenartigen Grenzkontrollen betrifft, so wird sich jeder vernünftige Urlaubssehnende hüten, in eine solche zu geraten. Wer freut sich schon auf Urlaub mit der Gefahr auf halbem Weg zurückgeschickt zu werden?
Eine vergleichbare Täuschung der Bevölkerung war es, als die WHO vor dem Maskenschutz warnte und heute ist der Verzicht auf eine Maske im angegebenen Umfeld ein empfindlich strafbarer Vorgang.
Die Bevölkerung ist sehr viel einsichtiger, wenn unangenehme Verordnungen sachlich sauber dargestellt werden.
Brombeer
schrieb am 18.05.2020, 10:51 Uhr (am 18.05.2020, 11:03 Uhr geändert).
Das Mysterium Corona-Virus

Die Geschehnisse rund um die Pandemie des Coronavirus SARS-CoV-2 sind einzigartig und bergen selbst in „aufgeklärten Ländern“ unglaublich viel Unwissenheit, Verwirrung, Verschwörungstheorie und Angst. Nicht zuletzt hat daran auch Chinas Weigerung einer wissenschaftlichen, internationalen Ursachenforschung ihren Anteil.

Viele halten die Medien für die Hauptursache dieser Zustände und weniger das Virus selbst. Zuweilen hört man, dass es einfach zu viele Journalisten gibt, die sich auf das Virus stürzen, bevor das Thema wieder abebbt und eine „neue Sau“ durchs Dorf getrieben wird. Tatsächlich ist auffällig viel widersprüchliche und dramatisierende Berichterstattung zu konstatieren.

Die Unwissenheit beginnt schon bei der Frage, ob ein positiv Getesteter ohne jegliche Symptome bereits an der Krankheit covid19 erkrankt ist. Nach derzeitiger Definition ist dem so und die Menschen müssen akzeptieren, dass man in diesem Fall mit einer hoch infektiösen Krankheit behaftet ist, von der man u.U. weder etwas sieht, noch etwas spürt und doch eine zweiwöchige Quarantäne erfordert. Das aber ist das neue Ungewohnte, das es so bisher nicht gab.

Zunächst muss man festhalten, dass die Meldungen aus dem chinesischen Wuhan in Deutschland reichlich spät ernstgenommen wurden, wenngleich andere Länder noch später reagierten. Umso restriktiver fielen dafür dann die verordneten Maßnahmen aus. Es ist unseren Regierungsverantwortlichen daraus kein Vorwurf zu machen, denn wie sich ein Krankheitsverlauf entwickeln würde, war einfach nicht vorauszusehen. Allerdings war auffällig, dass in ungewohnter, beinahe atemberaubender Geschwindigkeit Verordnungen und Gesetzesänderungen beschlossen wurden, die von vielen in ihren Auswirkungen deutlich über das notwendige Maß hinaus gefühlt werden und die – zumindest zum Teil - nach einer beobachtenden Entwicklung in ihrer Notwendigkeit besser einschätzbar gewesen wären. Es wird zu verfolgen sein, ob die Restriktionen nach Corona genauso schnell wieder zurückgenommen werden, wie sie geboren und verabschiedet wurden.

Auch nach fast drei Monaten des öffentlichen Bekanntwerdens des Virus sieht man noch keine verlässliche Linie der weiteren gesundheitlichen Entwicklung. Während sich die einen sicher sind, dass es eine zweite oder gar dritte Infektionswelle geben wird, sprechen durchaus ernstzunehmende Fachleute davon, dass das Virus verschwunden sein könnte, noch bevor es einen verlässlichen Impfstoff gäbe. Und während sich anscheinend besonders Informierte sicher sind, dass wir erst am Anfang der Pandemie stünden, halten es andere für angebracht, die Einschränkungen deutlich zu lockern. Ja, und während die einen die gesundheitlichen, latenten "Kollateralschäden" beklagen, sind andere höchst besorgt, dass die Lockerungen vom Virus böse bestraft werden.

Die Verwirrung besteht aber auch darin, dass die Kosten durch Produktionsstillstand und Gesundheitsmaßnahmen total unterschiedlich beurteilt werden. Während die einen feststellen, dass die Rentenversicherung(!) durch den Ausfall nachhaltig geschädigt ist, behaupten andere, dass wir spätestens im kommenden Jahr überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum haben. Der Finanzminister lässt kaum eine Gelegenheit aus, zu beteuern, dass unser konsequentes jahrelanges Sparen uns in eine relativ komfortable Situation gebracht habe und andere wiederum werden nicht müde zu versichern, dass an den entstandenen Kosten noch die Folgegeneration zu dauen hätte.

Ja, und dann sind da noch die vielen schlauen Ratschläge und Maßnahmen. So hat sich unsere Kanzlerin mal vorbeugend in zweiwöchige Quarantäne begeben. Welchen Sinn eine solche Maßnahme hat, ist überaus fragwürdig, wenn man davon ausgeht, dass Frau Merkel bereits am ersten Tag nach ihrer Quarantäne wieder infiziert werden konnte.

Auch die täglich veröffentlichten Zahlen über die Anzahl Infizierter ist eine Farce. Wie kann ich Zahlen über die Verbreitung des Virus veröffentlichen, wenn ich nur einen Bruchteil der Bevölkerung getestet habe? Gewiss, man kann die Erfassten addieren, was aber sagt das aus, wenn ich die Dunkelziffer nicht kenne?
Was sagen die stellengenauen Zahlen über die Infizierten des Staates Brasilien aus, wenn im gleichen Atemzug von einer infizierten indigenen Bevölkerung berichtet wird, zu der man nur per Boot gelangen kann?

Überhaupt scheint die Erfassungsmethode sehr unterschiedlich gehandhabt zu werden. Lesen Sie hierzu die Situation z.B. in unserem Nachbarland Belgien:

Corona-Opfer in Belgien, kleines Land, viele Tote
Stand: 16.04.2020 Von Michael Schneider, ARD-Studio Brüssel

In Belgien sind mehr als 4000 Menschen am Coronavirus gestorben - im Verhältnis zur Einwohnerzahl vergleichsweise viele. Das liegt auch an der Zählweise.
Auch die Verdachtsfälle werden gezählt
Warum sind die Zahlen so hoch? Wissenschaftsjournalist Koen Wauters erklärt es im flämischen Fernsehen so: "Wir zählen auch Verdachtsfälle. Das sind zum Beispiel Menschen, die in einem Seniorenheim krank werden, in dem andere bereits gestorben sind."
In den Niederlanden würden dagegen nur diejenigen gezählt, die getestet worden und im Krankenhaus gestorben seien. Damit steuert Belgien mit seiner Sterblichkeitsrate sogar auf die Weltspitze zu. Der Virologe Marc van Ranst kritisiert diese Praxis: "Wir zählen fast jeden mit, der derzeit in einem Seniorenheim stirbt. Und jeden Tag sterben dort Hunderte. Die beeinflussen alle die Statistik - wegen eines möglichen Verdachts auf Corona. Ich finde das dumm!"
Dass die belgische Zählweise irreführend ist, gestand nun auch die Premierministerin ein. Belgien habe sich dafür entschieden, bei der Zahl von Todesfällen, die mit Corona zu tun haben - oder vielleicht zu tun haben -, so transparent wie möglich zu sein, sagte Wilmès. Es habe sich aber gezeigt, dass dadurch die Zahlen überschätzt würden.
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Nun, was sollen diese allseits bekannten Weisheiten in diesem Bericht bewirken? Sie sollen ein Stück Normalität auslösen und die Wirksamkeit manch aufgeblähter Berichterstattung etwas relativieren. Sie sollen daran erinnern, dass wir auch Hühnerpest, Schweinegrippe und Waldsterben überstanden haben und sie sollen uns vermitteln, gelassen und mit Vorsicht getrost unseren Alltag anzugehen.
Brombeer
schrieb am 22.05.2020, 12:29 Uhr (am 22.05.2020, 12:53 Uhr geändert).
Mitten in der Krise

Okay, wir, die gefährdete Bevölkerung haben verstanden, dass die Masken eben doch schützen, entgegen dem, was uns die WHO mangels Masse zuvor verklickern wollte. Wir haben zudem verstanden, dass Abstandhalten dem Virus die Chance zur Vermehrung nimmt. Wir haben aber sicher nur teilweise verstanden, dass wir nicht in Länder reisen dürfen, die eine vergleichbare – oder weniger gefährliche Durchseuchung ausweisen, wenngleich Urlaub in deutschen Urlaubsgebieten natürlich unseren Kassen besser tut. Wir haben auch noch nicht alle verstanden weshalb die WHO so vehement gegen Obduktionen ist, wenngleich es Stand der ärztlichen Wissenschaften ist, dass nur Obduktionen zweifelsfreie Todesursachen belegen. Was wiederum auffällt ist, dass wir auch fast drei Monate nach dem weltweiten Ausbruch anscheinend noch immer nicht wissen, ob nach einem Genesungsprozess Immunität gegeben ist. Was zudem auffällt, ist das Verstummen der sogenannten Herdenimmunität. Das erfolgreiche Zurückdrängen einer möglichen Ansteckung lässt das Ziel der Herdenimmunität in unerreichbare Ferne rücken. Es kann daraus geschlossen werden, dass wir das Virus bis zum Zeitpunkt einer erfolgversprechenden Impfung hinnehmen müssen (in Ländern der Dritten Welt allemal) und dass es durch Benimmregeln nicht völlig "ausgetrocknet" werden kann. Erstaunlich sind auch die bereits digital ausgebrochenen Verteilungskämpfe um den noch nicht vorhandenen Impfstoff.

In Bezug auf das Auftreten des Virus ist leider noch immer "viel verunsicherndes Unwissen ;-). Nicht nur dass die Chinesen eine international geforderte Aufklärungsarbeit ablehnen, sondern auch die unbestrittene Tatsache, dass deutsche Politiker wegen Verharmlosung ins Boot genommen werden sollten. Ohne böse spekulieren zu wollen, darf man feststellen, dass da Unsauberkeiten im Spiel sind oder waren.
Nach wie vor ist festzustellen, dass im Gefolge der einschränkenden Maßnahmen immer wieder unverständliche Detail fabriziert werden. So ist man derzeit dabei, den Wildtierhandel in Deutschland einzuschränken. Nicht dass ich gegen den Wildtierhandel wäre ( ich befürworte ein Verbot ausdrücklich, ebenso wie ich die Gefangenschaft von Tieren in Zoos ablehne, sofern diese nicht der Arterhaltung dienen) stelle ich doch fest, dass dieses Wildtierthema in Deutschland nichts mit Verzehr oder gar kulinarischer Leckerei zu tun hat.
Nun, ein kluger Mann sagte einmal: „Mir sind die, die gelegentlich etwas über das Ziel hinausschießen lieber, als die, die gar nicht schießen“. So gesehen kann man diese Übertreibungen nachsehen.
Die Arbeit unserer Regierung ist ja ein Rudern in zwei Richtungen. Zum ersten der Kampf um die Volksgesundheit und zum zweiten der Kampf um den wirtschaftlichen Zusammenhalt. Was letzteren betrifft, so liegt ein Erfolg nicht ausschließlich in deutschen Möglichkeiten. Als Exportnation ist die deutsche Wirtschaft auf weltweite Zusammenarbeit angewiesen. Insofern sind auch Überlegungen zu relativieren, wenn es um Zuwendungen an südeuropäische EU-Mitgliedsländer geht. Immerhin geht unser Exportanteil mehr als die Hälfte in die EU.

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