14. Juni 2026
Leben und Werk von Constantin Brâncuși in Berlin präsentiert
Noch bis zum 9. August ist in Berlin eine sehenswerte Schau mit Werken des rumänisch-französischen Bildhauers Constantin Brâncuși (1876-1957) zu sehen. Vielen Lesern dieser Zeitung vermutlich als Schöpfer von drei monumentalen Kunstwerken in Târgu Jiu (Unendliche Säule, Tisch des Schweigens, Tor des Kusses) bekannt, hat der aus dem Südwesten Rumäniens stammende Künstler ab 1904 in Paris gelernt und gewirkt. Anfangs im Atelier von Auguste Rodin tätig, hat er sich nach wenigen Jahren von dessen Kunststil entfernt und seinen eigenen geschaffen, der anhand mehrerer Kunstwerke in der Neuen Nationalgalerie in Berlin bestaunt werden kann.

Ein Ziel der in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou in Paris erarbeiteten Ausstellung ist es, den in Deutschland weitgehend unbekannten Künstler einem größeren Kreis von Kunstinteressierten zugänglich zu machen. Das große Publikumsinteresse für die Ausstellung ist ein Indiz, dass dieses Ziel in greifbarer Nähe ist. Vielleicht trägt auch die Schirmherrschaft durch die Präsidenten Frankreichs, Rumäniens und Deutschlands zu dieser Wirkmächtigkeit in der Öffentlichkeit bei. Audioguides erleichtern den Zugang zu den Exponaten; zu der Ausstellung wird ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten. Detaillierte Informationen zu der Ausstellung können abgerufen werden unter https://www.smb.museum/ausstellungen/detail/brancusi/
Zu der Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog (Klaus Biesenbach, Maike Steinkamp (Hrsg.): Brâncuși; 240 Seiten, ca. 94 Farbabbildungen; Berlin: DISTANZ Verlag, ISBN 978 3 95476825 7, 44 EUR) erschienen, der das Leben und künstlerische Wirken von Brâncuși umfassend präsentiert. Zahlreiche seiner Werke werden darin ebenso dargestellt wie Einblicke in sein Atelier. Fotografien des Künstlers aus seinem Nachlass ergänzen den Bildteil. In dem zweisprachigen Katalog (Deutsch/Englisch) zeigen Kunsthistoriker des Centre Pompidou und der Neuen Nationalgalerie unter anderem die Rezeption von Brancusi in Europa auf.
Seine Arbeiten für Târgu Jiu, die an den Ersten Weltkrieg erinnern sollen, scheinen einer der wenigen Kontakte zu seinem Geburtsland gewesen zu sein; der Künstler ist in Paris verstorben und dort auch begraben. Nichtdestotrotz hat Rumänien 2026 zum „Anul Constantin Brâncuși“ (Jahr des Constantin Brâncuși) erklärt; zeitlicher Anlass ist seine Geburt vor 150 Jahren. Hintergrundinformationen können unter https://www.rri.ro/de/feature-reportage/pro-memoria-zur-geschichte-rumaeniens/der-goldene-massstab-der-moderne-constantin-brancusi-150-jahre-id988720.html abgerufen werden. In seinem Herkunftsland finden eine Vielzahl von würdigenden Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Siehe dazu auch https://www.cultura.ro/2026-anul-constantin-brancusi-initiativele-institutiilor-de-cultura-din-subordinea-ministerului-culturii-dedicate-marcarii-a-150-de-ani-de-la-nasterea-marelui-sculptor/ In der Übersicht fehlt die Ausstellung „Brâncuși und seine Musen“, die im Rahmen der diesjährigen „Art Safari“ in Bukarest gezeigt wird (https://www.artsafari.ro/en/future-exhibitions/). Auch in weiteren Ländern wird an den Künstler und sein Wirken erinnert, so beispielsweise in Rom im Rahmen des Kulturjahres Rumänien – Italien; Einzelheiten dazu sind abrufbar unter https://mercatiditraiano.it/en/node/1017812.
uk
Schlagwörter: Berlin, Ausstellung, Brancusi
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