Beauftragter Fabritius im Gespräch mit Bischof Guib in Hermannstadt
Am 7. August ist der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, in Hermannstadt (Sibiu) mit S.E., dem Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, Reinhart Guib, zu einem ausführlichen Austausch zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Ergebnisse der jüngsten Sitzung der Deutsch-Rumänischen Regierungskommission für die Angelegenheiten der deutschen Minderheit, die am 16. Juli in München stattgefunden hat.
Beauftragter Fabritius und Bischof Guib erörterten insbesondere die weitere Unterstützung der deutschen Minderheit in Rumänien sowie die Bedeutung der kirchlichen, kulturellen und historischen Einrichtungen für den Erhalt deutscher Identität und deutschen Kulturerbes in Siebenbürgen. Ein weiterer Schwerpunkt war dabei die Situation des Staatsarchivs in Hermannstadt und die Bedeutung der dort verwahrten historischen Bestände, die eine wichtige Grundlage für die Erforschung der jahrhundertelangen Geschichte der Siebenbürger Sachsen und damit zugleich Teil des gemeinsamen deutsch-rumänischen Kulturerbes sind.
Gesprächsteilnehmer in Hermannstadt, von links: Hauptanwalt Friedrich Gunesch, Bundesvorsitzender Rainer Lehni, Bischof Reinhart Guib, Beauftragter Dr. Bernd Fabritius, Dr. Gerald Volkmer, Stefanie Schramm (BMI). Bildquelle: BMI
„Die deutsche Minderheit und die Evangelische Kirche A.B. prägen Siebenbürgen seit Jahrhunderten und leisten bis heute einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung eines einzigartigen europäischen Kulturerbes. Dazu gehören nicht nur Kirchen und Baudenkmäler, sondern ebenso Archive, historische Dokumente und wissenschaftlich erschlossene Bestände. Dieses Erbe zu sichern, zugänglich zu halten und an kommende Generationen weiterzugeben, ist eine gemeinsame deutsch-rumänische Aufgabe.“, so Beauftragter Fabritius. Fabritius würdigte zugleich die Evangelische Kirche A.B. als wichtigen Partner bei der Pflege und Vermittlung des kulturellen Erbes der Siebenbürger Sachsen: „Die Ergebnisse der Regierungskommissionssitzung in München sind eine gute Grundlage, um die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rumänien auch in diesem Bereich weiter zu vertiefen.“
Am Rande seines Aufenthalts in Hermannstadt besuchte Beauftragter Fabritius das Nationalmuseum Brukenthal. Der Delegation gehörten unter anderem Stephan Mayer MdB, Präsident des Bundes der Vertriebenen, Dr. Gerald Volkmer, stellvertretender Direktor des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE), und Karoline Gil vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) an. Auf rumänischer Seite nahm unter anderem Thomas Șindilariu, Unterstaatssekretär im Departement für Interethnische Beziehungen, teil.
Im Mittelpunkt des Besuchs standen das siebenbürgisch-sächsische Kulturerbe und diesbezügliche Forschungsfragen, Ausstellungen und der fachliche Austausch. Das Brukenthalmuseum nimmt mit seiner Geschichte und seinen Sammlungen eine besondere Stellung bei der Bewahrung und Vermittlung dieses gemeinsamen europäischen Kulturerbes ein. Beauftragter Fabritius betonte: „Das siebenbürgisch-sächsische Kulturerbe ist ein wichtiger Teil der gemeinsamen Geschichte Deutschlands und Rumäniens. Einrichtungen wie das Brukenthalmuseum machen diese Geschichte sichtbar und schaffen zugleich neue Möglichkeiten für grenzüberschreitende wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit.“
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