31. Oktober 2026

Landesgruppe Nordrhein-Westfalen: Spannender Vortrag über Mihai Eminescu Trust

Als Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Radu Darvas – Fotografien aus Siebenbürgen“ hielt Caroline Fernolend einen Vortrag am 15. Oktober im Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf. Sie referierte zum Thema „Mihai Eminescu Trust – 25 Jahre Dorfrevitalisierung in Siebenbürgen/Rumänien“.
In der Fotoausstellung in Düsseldorf, von links: ...
In der Fotoausstellung in Düsseldorf, von links: Ehepaar Schlenker, Caroline Fernolend, Heike Tüllmann und Rainer Lehni Fotos: Heike Mai-Lehn
Vor Beginn des Vortrags führten Co-Kuratorin Katja Schlenker und Heike Tüllmann, Lebenspartnerin des verstorbenen Fotografen Radu Darvas, durch die Ausstellung, die mit ihren Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus dem Deutsch-Weißkirch der 1990er Jahre beeindruckt.

Caroline Fernolend ist vielen als die „gute Seele“ von Deutsch-Weißkirch bekannt. Sie ist Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin des Mihai Eminescu Trusts (MET), einer rumänischen NGO, die sich durch die nachhaltige Entwicklung und Nutzung des baulichen Kulturerbes und des Natur­erbes für die Wiederbelebung der Dörfer in Siebenbürgen einsetzt.

Der Zufall wollte es, dass Caroline Fernolend am gleichen Tag in Brüssel für den Mihai Eminescu Trust (MET) eine Ehrung entgegennehmen durfte. Vom New European Bauhaus wurde der Trust in der speziellen Kategorie „Water Resilience“ für die ökologische Kläranlage in Deutsch-Weißkirch ausgezeichnet. Diese Kläranlage wurde vor 15 Jahren vom damaligen Prinzen von Wales und heutigen britischen Monarchen Charles III. eingeweiht. Dieses Projekt des MET hat wesentlich zur Verbesserung des Lebensstandards der Weißkircher Dorfbevölkerung beigetragen. Das natürliche Gefälle des Dorfes wurde für das Kanalisationssystem und die drei Klärteiche benutzt, das ganze System funktioniert ohne Pumpen und Stromkosten. Dieses erfolgreiche Projekt nahm entsprechend auch einen größeren Platz im Vortrag von Caroline Fernolend in Düsseldorf ein.

Caroline Fernolend entdeckt ihren Vater auf einer ...
Caroline Fernolend entdeckt ihren Vater auf einer Fotografie in der Ausstellung in Düsseldorf.
Der Mihai Eminescu Trust mit Sitz in Schäßburg hat sich seit einem Vierteljahrhundert der Revitalisierung von Dörfern in Siebenbürgen verschrieben. Tätig war er bisher in 14 rumänischen Landkreisen, auch über Siebenbürgen hinaus. Das Ergebnis von 25 Jahren Arbeit kann sich sehen lassen: über 700 mit dem „gesunden“ MET-Mörtel restaurierte historische Häuser, 400 Personen wurden ausgebildet, 60 wirtschaftliche Initiativen gestartet, 3,5 Millionen Bäumchen in 161 Orten gepflanzt, 14.000 Kinder und Jugendliche wurden in Sommerschulen betreut und zehn Dörfer, in denen das Dorfentwicklungskonzept des MET umgesetzt wird. Besonders erfolgreiche Modelle aus Deutsch-Weißkirch, Malmkrog und Almen stellte die Referentin vor, aber auch entstehende Schwierigkeiten wurden erwähnt.

Der spannende Vortrag ging viel zu schnell zu Ende. Die Fragen des interessierten Publikums wurden von Caroline Fernolend geduldig und kompetent beantwortet. Landesvorsitzender Rainer Lehni dankte der Referentin für die detailreichen Ausführungen und lud zu einem kleinen Imbiss ein. Bei gutem Essen und einem Gläschen Wein nutzten viele der zahlreich erschienenen Gäste die Möglichkeit des Austauschs.

Die Fotoausstellung „Radu Darvas. Fotografien aus Siebenbürgen“ ist bis zum 13. November zu den Öffnungszeiten des Gerhart-Hauptmann-Hauses zu sehen.

Rainer Lehni

Schlagwörter: NRW, Vortrag, Düsseldorf, Fernolend, Deutsch-Weißkirch

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