1. November 2026
Von dialektbegeisterten Mitgliedern entwickelt: Sachsesch Memo 2 ruft zahlreiche positive Reaktionen hervor
Es war der erfolgreichste Aufruf, den ich jemals in der Siebenbürgischen Zeitung lanciert habe: Über 35 Personen haben auf meinen Artikel „Die Hätschempätsch hat gefehlt! Begriffe für das neue Sachsesch Memo gesucht“, Folge 12 vom 21. Juli, reagiert und Vorschläge eingebracht (siehe auch Aufruf in der SbZ Online unter www.siebenbuerger.de/go/27349A). Es war großartig zu sehen, mit wie viel Freude und Hirnschmalz unsere Verbandsmitglieder passende „Wortschätzchen“ (Zitat G. Wagner) gesucht und mit mir geteilt haben. Nun bleibt mir nur zu hoffen, dass die Auswahl, die ich daraus getroffen habe, auf allgemeine Zustimmung stößt.

Doch über all den wunderbaren Vorschlägen schwebt immer das Damoklesschwert der überregionalen Verständlichkeit. Besprëikoppert (Neustadt im Burzenland) passt wunderbar in ein Spiel für Kinder, doch da weder meine Gewährsperson aus dem Unterwald noch jene aus dem Harbachtal oder dem Weinland dieses Wort für Gießkanne je gehört hat, muss ich befürchten, dass nicht alle Sachsen sich damit identifizieren können. Kopfzerbrechen hat mir auch der Regenwurm bereitet: Mit Putzendair (Michelsberg), Lippendar (Denndorf) und Ballutsch (mehrere Ortschaften) habe ich drei unterschiedliche Bezeichnungen auf meiner Liste – welche hätte ich nehmen sollen? Dasselbe Problem ergibt sich im Übrigen bei der Kartoffel: Die 27 in Siebenbürgen belegten Formen wären genug, um daraus ein eigenes, reines Grumpirn-Memo zu machen.
Regional breit gestreut erschien mir der Kartschunnekokesch (Truthahn) – doch apropos Breite: Die vielen Buchstaben passten nicht auf die Karte! Ein für Kinder extrem wichtiges Wort wäre das Schlemmchen gewesen, doch wie stellt man das als Grafik dar? Und gibt es eigentlich eine griffige hochdeutsche Übersetzung dafür? Von Kletitten (Pfannkuchen, Eierkuchen, Plinsen …) und Schiwwer (Span, Splitter, Spreißel …) wiederum gibt es so viele regionale Übersetzungen, dass ich letztlich nicht drum herumkam, mich auf eine festzulegen – und alle anderen somit auszuschließen.

Ich danke allen, die sich mit Vorschlägen, Expertenwissen und Korrekturen eingebracht haben, ganz herzlich für die Mitarbeit, und wünsche nun beste Unterhaltung beim Suchen nach Pelsen, Hämpern, Nutschen, Bizikeln usw.
Spielverlängerung: Nutzen Sie die Karten, um nach dem Spiel noch weiterzuspielen! Je nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad legen Sie die sächsischen Karten offen oder umgedreht auf den Tisch. Die Spieler müssen reihum drei Karten wählen und Sätze daraus bilden, z.B. „Wëimern uch Pelsen se beßer wä Pischkoten.“ Was geübten Mundartsprechern banal erscheinen mag, ist für Anfänger durchaus eine Herausforderung – und eine gute Übung.
Dagmar Seck
Das Sachsesch Memo 2 besteht aus 24 Wortpaaren auf Karton, kostet 15 Euro, zzgl. 3 Euro Versand, zu bestellen im Shop: www.siebenbuerger.de/shop/verband.html, Telefon: (089) 23 66 09-0, E-Mail: kulturreferat[ät]siebenbuerger.de
Schlagwörter: Mundart, Memo, Siebenbürgisch-Sächsisch
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- 01.11.2026, 17:43 Uhr von Dagmar Seck: Danke für diese forensische Bestandsaufnahme! ;) Ich hoffe, ich werde in meinem Artikel nicht ... [weiter]
- 01.11.2026, 11:14 Uhr von ingenius mobile: Google Gemini 3.5 Flash Lite: Hier ist die forensische Analyse des vorliegenden Materials zum ... [weiter]
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