14. September 2026
Ausstellung in Düsseldorf mit beeindruckenden Fotografien zu Siebenbürgen
Eine beeindruckende Fotoausstellung ist derzeit im Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf zu sehen. Unter dem Titel „Radu Darvas. Fotografien aus Siebenbürgen“ sind Schwarz-Weiß-Fotografien aus den 1990er Jahren zu sehen, der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Dorf Deutsch-Weißkirch. Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen Gerhart-Hauptmann-Haus und der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland.

Radu Darvas, 1973 in Bukarest geboren und aufgewachsen, studierte erst dort an der Akademie für Künste und später in Dresden an der Hochschule für Bildende Künste. Als Kind hatte er schon die Fotografie entdeckt, bald wurden es Fotografien mit einem feinen künstlerischen Blick. Im Jahr 2015 verstarb Radu Darvas viel zu früh in Dresden. Seine Tochter Mira Darvas verwaltet und pflegt den Nachlass, der mehrere tausend schwarz-weiß Negative umfasst. Durch ein vom Kulturamt Dresden gefördertes Kleinprojekt und Crowdfunding konnten diese Negative mittlerweile digitalisiert werden.
In der aktuellen Ausstellung sind jetzt hauptsächlich Fotografien aus Deutsch-Weißkirch zu sehen, die Mitte der 1990er Jahre entstanden sind. Die Eltern von Mira Darvas – Heike Tüllmann und Radu Darvas – hatten sich 1994 in Deutsch-Weißkirch kennengelernt, wo sie beide eine Weile lebten. Die Bilder stammen aus einer Zeit und Welt, die es so heute nicht mehr gibt. Deutsch-Weißkirch hat in den letzten vier Jahrzehnten gravierende Änderungen durchgemacht, von der Aussiedlung der meisten Siebenbürger Sachsen über die Einbindung in das UNESCO-Weltkulturerbe bis hin zur touristischen Erschließung des kleinen Dorfes.
Bei einem von Landeskulturreferentin Heike Mai-Lehni „gezauberten“ siebenbürgischen Imbiss und Getränken vom Gerhart-Hauptmann-Haus nutzten viele Besucher die Möglichkeit des regen Austauschs miteinander. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Gerhart-Hauptmann-Hauses, Bismarckstraße 90, in Düsseldorf bis zum 13. November zu sehen: Montag und Mittwoch 10.00 bis 17.00 Uhr, Dienstag und Donnerstag 10.00 bis 19.00 Uhr, Freitag 10.00 bis 14.00 Uhr, Samstag auf Anfrage.
Dankenswerteweise wird die Ausstellung samt dem Begleitprogramm vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen finanziell gefördert.
RL
Vortrag zur Dorfrevitalisierung in Siebenbürgen
Als Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Radu Darvas. Fotografien aus Siebenbürgen“ findet am Donnerstag, dem 15. Oktober, 19.00 Uhr, ein Vortrag mit der bekannten Deutsch-Weißkircherin Caroline Fernolend statt. Sie spricht zum Thema „Mihai Eminescu Trust – 25 Jahre Dorfrevitalisierung in Siebenbürgen/Rumänien“. Zudem gibt es eine Ausstellungsführung.Caroline Fernolend ist vielen als die „gute Seele“ von Deutsch-Weißkirch bekannt. Sie ist Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin des Mihai Eminescu Trusts (MET), einer rumänischen Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich durch die nachhaltige Entwicklung und Nutzung des baulichen Kulturerbes und des Naturerbes für die Wiederbelebung der Dörfer in Siebenbürgen einsetzt. Die Methodologie des MET ist gänzlich praxisorientiert und basiert auf der Teilnahme und Verantwortungsübernahme der Gemeinschaften, welche die vorhandenen Ressourcen nachhaltig nutzen und somit ihr Einkommen und ihre Lebensqualität steigern. Caroline Fernolend lebt in ihrem Heimatdorf Deutsch-Weißkirch, hier hat sie sich auch viele Jahre als Gemeinderätin in der Gemeinde Bodendorf und zeitweise auch im Kronstädter Kreisrat engagiert.
Vorankündigung: Eine weitere Begleitveranstaltung zur oben genannten Ausstellung ist der Vortrag „Die Karpaten in Rumänien“ von Dietmar Gross (Deutsch-Weißkirch) am 28. Oktober, 19.00 Uhr, ebenfalls im Gerhart-Hauptmann-Haus. Weitere Informationen in den nächsten Ausgaben dieser Zeitung.
Schlagwörter: Düsseldorf, Ausstellung, Fotografie
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