8. November 2013

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Siebenbürgische Themenvielfalt im ADZ-Jahrbuch

Rohtraut Wittstock, Ralf Steinbrück (Redaktion): „Deutsches Jahrbuch für Rumänien 2013“, ADZ Verlag, Bukarest, 2013, 284 Seiten.
Es erscheint auf den ersten Blick fragwürdig, ob es sinnvoll ist, ein Jahrbuch fast am Ende des betreffenden Jahres noch vorzustellen. Diese Frage ist bei vielen Kalendern – insbesondere solchen mit „flüchtigem“ Inhalt – berechtigt. Für das hier vorzustellende „Deutsche Jahrbuch für Rumänien 2013“ ist die Antwort einfach: Es enthält so viele interessante und über den Tag hinaus lesenswerte Beiträge, dass eine Rezension auch zu diesem späten Zeitpunkt gerechtfertigt ist. Die meisten Beiträge mit Bezug zu Siebenbürgen seien nachfolgend aufgezählt: Hannelore Baier berichtet über die (guten) Ergebnisse des Deutschen Forums bei den Kommunalwahlen 2012, Ovidiu Ganţ über die Bedeutung des deutschsprachigen Unterrichts für die Versorgung des Arbeitsmarkts. Dieter Drotleff porträtiert Klaus Daniel (Pfarrer und Dechant i. R. des Kronstädter Kirchenbezirks) aus Anlass seines 70. Geburtstages, Holger Wermke blickt auf das 15-jährige Bestehen des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen zurück, Martin Bottesch präsentiert den deutschsprachigen Unterricht in Rumänien aus statistischer Sicht. Christa Richter untersucht den Wandel eines siebenbürgisch-sächsischen Dorfes am Beispiel von Trappold, Nina May porträtiert unter dem Titel „Der Ruf der Karpaten“ den Bergsteiger Walter Kargel.

l ... Mehrere Beiträge thematisieren das Kulturerbe. Dazu gehören „Die multikulturelle Kulturlandschaft Siebenbürgens. Der Sachse in seiner Selbstdarstellung und das Bild des Andern aus der Sicht des Sachsen“ von Sigrid Haldenwang, „Vom kompliziert gewebten pluralistischen Netz Siebenbürgens. Über siebenbürgische Geschichte im Mittelalter“ von Paul Philippi, „Eine Synthese für die Ewigkeit. Das Siebenbürgenlied – ein Volkslied als Bestandteil der siebenbürgisch-sächsischen Erinnerungskultur“ von Malwina Gebhardt, „Multikulturell, aber auf Deutsch. Die internationale Abteilung des Radu-Stanca-Theaters in Hermannstadt“ von Hannelore Baier, „Eine Stimme, von der man noch hören wird. Gespräch mit der Sopranistin Anita Hartig“ und „Es war irrsinnig schön … Ein Gespräch mit dem Sänger Helge von Bömches“ von Christine Chiriac, „Im Horn ersehen … Interview mit dem Kunstschnitzer Michael Konnerth“ von Gerda Ziegler, „Die Burgführerin von Deutsch-Kreuz. Zeitreise in die Vergangenheit eines siebenbürgischen Dorfes“ von Nina May, „Als Paul Schuster die ,Zuikaʻ schrieb. Aus der Bukarester Zeit des Schriftstellers“ von Hans Liebhardt, „Viele Eskimos, wenige Robben. Der Kronstädter Maler Karl Hübner, so wie ihn sein angeheirateter Neffe, der Kupferstecher Franz Illi, kennengelernt hat“ von Ralf Sudrigian, „Schäßburger Spurensuche“ von Karl Scheerer, „Ein beeindruckendes Schulgebäude. Hundert Jahre seit dem Neubau des Honterusgymnasiums 1913 in Kronstadt“ von Gernot Nussbächer, „Der zweite Reformator. Vor 300 Jahren starb der Theologe und Historiker Markus Fronius (1659-1713)“ von Dr. Daniel Zikeli und „Zwei bedeutende Siebenbürger Sachsen in Klausenburg. Stephan Ludwig Roth und Hermann Oberth“ von Wilfried Schreiber.

Der Lesespaß kommt in dem Jahrbuch nicht zu kurz, dazu gehören Texte von Joachim Wittstock („Annäherung an Birthälm“) und Benjamin Józsa („Die Ratte als Dissident“) sowie Gedichte von Carmen Elisabeth Puchianu. Michael Astner steuert Tagebuchaufzeichnungen von 1987 bei, Friedrich Schuster sächsische Sagen aus Siebenbürgen unter dem Titel „Schattenmann, Rattenfänger und Doktor Faust“. Christian Binder beschreibt eine Kammwanderung in den Fogarascher Bergen. Abschließend kommen Rätselfreunde auf ihre Kosten. Im Anhang findet der interessierte Nutzer die Anschriften der Gliederungen und Einrichtungen des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien. Das Jahrbuch enthält außerdem lesenswerte Beiträge aus den und über die weiteren Siedlungsgebiete der Deutschen im heutigen Rumänien sowie weitere Artikel zu Land und Leuten. Interessante Einblicke ermöglichen auch die Anzeigen.

Das reich bebilderte und auf hohem drucktechnischem Niveau (in der Hermannstädter Honterus-Druckerei) hergestellte Jahrbuch kann unter anderem in den deutschen Buchhandlungen Siebenbürgens erworben werden. Neben den Autoren der Beiträge sei den beiden Redakteuren Rohtraut Wittstock und Ralf Steinbrück sowie jenen Institutionen ausdrücklich gedankt, die durch eine finanzielle Förderung das – man kann es nicht oft genug betonen – sehr lesenswerte Jahrbuch ermöglicht haben.

uk

Schlagwörter: ADZ, Jahrbuch, Rezension

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