Schlagwort: Rezension
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„daß man wie Rauch ins Nichts verfließt“: Neuausgabe von Selma Meerbaum-Eisingers Gedichten
Eine bemerkenswerte Gedichtesammlung, bestehend aus Natur- und Liebeslyrik, gereimten Liedern, sporadischen Übersetzungen, alles in einem gewinnenden Tonfall. Es ist eine schwungvolle unverbrauchte Stimme, bei der man hingerissen ist von der zarten Melodie, von der Naivität der Beschreibungen, vom Idealismus der Lebensvorstellung, wobei man dann erschrickt, wenn man die Jahreszahlen liest unter den Gedichten, 1939, 1940, 1941. Es handelt sich um die Gedichte von Selma-Meerbaum Eisinger, die achtzehnjährig dem Naziregime zum Opfer fiel. mehr...
Viel mehr als Maghrebinien: Gregor von Rezzoris schottische Impressionen von 1960
Den Älteren unter den Lesern und Leserinnen sind Rezzoris „Maghrebinische Geschichten“ (zwei Bände 1953 und 1967) vielleicht noch geläufig, die in einem balkanischen Phantasieland spielen. Sie wurden seinerzeit in Westdeutschland viel gelesen und waren auch in Rumänien nicht unbekannt. Dem in der Bukowina geborenen Rezzori gelangen in diesen Büchern treffende Schilderungen und mitunter klischeehaft karikierte Charaktere. Dabei waren sicher auch österreich-ungarische k.u.k. Vorstellungen von der Schlauheit und Schlitzohrigkeit mancher Balkanbewohner im Spiel. mehr...
Verwandlungen des Gewöhnlichen: Zu Carmen Elisabeth Puchianus Buch „Albumbilder – Geschichten“
„Es irrt, wer immer strebend sich bemüht, das Alltägliche zu verkennen, denn gerade dies, das Unauffällige, scheinbar Gesichtslose, tausend und abertausendmal Erblickte ist ganz und gar außergewöhnlich.“ (Kunert, Günter: Lübecker Straße 13. In: Neue Literatur 9/1971, S. 81-83) mehr...
Ein Leben zwischen Poesie, Malerei und Kunst
Zur Anthologie „Legst du dich in Schrift. Ilse Hehn. Zeit der Ebbe. Eine Text und Bild-Auswahl von 1965-2025“, erschienen im Pop Verlag in Ludwigsburg mehr...
Industriedenkmäler in Siebenbürgen für Heimatforscher erschlossen
Volker Wollmann: „Patrimoniu preindustrial şi industrial in Romania“ [Vorindustrielle und industrielle Denkmäler in Rumänien], Band XI. Honterus Verlag, Hermannstadt/Sibiu, 2025, 429 Seiten, ISBN 978-606-008-209-5. mehr...
Eginald Schlattners neuer Roman „Die dritte Nacht“
Eginald Schlattner kehrt in seinem neuen Roman „Die dritte Nacht“, erschienen im Pop Verlag in Ludwigsburg, noch einmal in seinen siebenbürgisch-banatischen Erinnerungsraum zurück – mit Witz, Wehmut und feiner Selbstironie. mehr...
Zoltán Böszörményi verbindet in seinem Roman „Zerrissenheit“ private Abgründe mit Europas Gedächtnis – und zwingt zur Urteilsarbeit
Man kann diesen Roman lesen wie ein hochspannendes Seismogramm: nicht einer einzelnen Biografie, sondern einer ganzen Gegenwart, die ständig zwischen Privatem und Politischem, zwischen Begehren und Gewissen, zwischen Traum, Fiktion und Dokument zuckt. „Zerrissenheit“ ist – schon der Titel sagt es als Generalmetapher – ein Buch über Brüche und über das Unzusammenfügbare. Es ist ein Roman über Menschen, die leben, als müsse das Leben ein stimmiges Narrativ ergeben, und über die Geschichte, die ihnen ins Dasein fährt wie eine kalte Hand. mehr...
Glasklar, pointiert und stilistisch hervorragend: Hans Bergels Kolumne „Die politische Schlagzeile“
Mit dieser Sammlung seiner „Kommentare zum Zeitgeschehen in der Siebenbürgischen Zeitung 1971-1989“ – so der Untertitel des 2025 in der Reihe Geschichtswissenschaft des renommierten Frank und Timme Verlags veröffentlichten Bandes – kehrt Hans Bergel (1925-2022), in dem oben genannten Zeitraum Chefredakteur des Vereinsorgans der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, in gewissem Sinne zu seinen Lesern zurück. Als Herausgeber zeichnen Siegbert Bruss, nach Hannes Schuster sein Nachfolger im Amt des Chefredakteurs, und der bekannte siebenbürgische Literaturwissenschaftler Dr. Stefan Sienerth, der den Band kuratiert und kommentiert hat. mehr...
Statt einer Rezension zu Joachim Wittstocks „Bogengang. Gedichte und lyrische Prosa“
Das vor Kurzem erschienene Buch „Bogengang. Gedichte und lyrische Prosa“ von Joachim Wittstock lässt sich auf einen ersten Blick in die Kategorie etwas befremdlicher Bücher einordnen, was im Grunde nicht ungewöhnlich ist, wenn von Wittstocks Œuvre die Rede ist. Erinnern wir uns doch an „Forstbetrieb Feltrinelli“ (2018) und „Briefe in die Runde“ (2021), beides Beiwerke eines großen Erzählers, der auch mal lyrisch Angehauchtes aufgreift und sich dazu aufrafft, Persönliches zusammenzufassen und der Öffentlichkeit poetisch verpackt vorzulegen. mehr...
Alfred Schadt: "Vom Alter, Abschiednehmen und Erinnern"
Marcel Reich-Ranicki, der für seine berühmt-berüchtigten Sprüche bekannt war und mal wieder einen voluminösen Roman in der Hand zur Beurteilung hielt, ihn aufschlug und hastig drin blätterte, sagte einmal: „Das hätte man auch auf 80 Seiten erzählen können.“ Ich glaube, dass die Geschichten und Gedanken eines jeden 75-Jährigen, wenn gewollt, sicherlich einen großen kartonierten Roman füllen könnten, der sich gut verkaufen ließe. mehr...









