1. August 2020

Maria Luise Roth-Höppner wurde 90

Hermannstadt – Maria Luise Roth-Höppner wurde am 24. Juni 90 Jahre alt. Doch dies ist nicht das einzige Bemerkenswerte an der Hermannstädterin. Sie hat es geschafft, trotz zahlreicher Widerstände, ihren Traumberuf als Astronomin durchzusetzen. Nachdem diese Karriere in Rumänien bereits unmöglich schien, promovierte sie nach ihrer Auswanderung nach Deutschland am Astronomischen Observatorium von Hamburg mit 43 Jahren. Dort lernte sie auch ihren Ehemann Wolfgang Höppner kennen.
Ein Foto aus besseren Tagen - und die sind noch ...
Ein Foto aus besseren Tagen - und die sind noch gar nicht lange her: Das Verleger-Ehepaar Dr. Maria Höppner-Roth und Dr. Wolfgang Höppner mit ihrem Bücherstand auf dem Großen Ring beim großen Sachsentreffen von August 2017 in Hermannstadt. Es war wohl die letzte verlegerische Großtat des von den beiden betriebenen Hora-Verlags, die hier abgebildete Hermannstadt-Anthologie (Herausgeberin: Dagmar Zink Dusil) herauszubringen. Tragischerweise verstarb Dr. Wolfgang Höppner am 27. April d.J., wenige Wochen vor Frau Höppner-Roths 90. Geburtstag. Foto: Konrad Klein
Die Geschichte der studierten Physikerin begann traumatisch nach dem Zweiten Weltkrieg: Der Vater Hans Otto Roth, einer der bekanntesten Siebenbürger Sachsen und eines der prominentesten sächsischen Opfer der Securitate, wurde politisch verfolgt und verhaftet. Damit standen auch die beiden Roth-Kinder auf der „schwarzen Liste“ der Securitate und wurden 1958 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie eine Kooperation ablehnten. Damals war Maria Luise Roth bereits Assistentin an der Technischen Hochschule Kronstadt. Da sie als ehemaliger Häftling keine Chance mehr auf Anstellung hatte, schien Auswandern die einzige Lösung.

1969 verließ sie Rumänien, kehrte jedoch nach der Revolution im Jahr 1991 prompt in die alte Heimat zurück. Sie gründete dort den Verein Arche Noah, der auch andere Rückkehrer unterstützte. Gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang rief sie außerdem den Hora Verlag, den ersten privaten Verlag nach der Wende, ins Leben.

NM

Schlagwörter: Verleger, Hermannstadt, Rückkehrer

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