8. Oktober 2026
Erinnerungen an Reps
Kürzlich ist Gerhard Puris Buch „Reps – meine Siebenbürgische Wiege. Blätter eines wiedergefundenen Tagebuchs“ sowie die Version in rumänischer Sprache „Rupea – leagănul meu transilvan. File dintr-un jurnal regăsit“ (Coresi-Verlag, Bukarest) erschienen. Der Autor, der als Hochschullehrer für Maschinenbau in Temeswar gewirkt hat, beschreibt das Buch selbst als einen Versuch, „einen Teil unserer siebenbürgisch sächsischen Erinnerungskultur sichtbar zu machen, der in der öffentlichen Wahrnehmung oft nur leise Spuren hinterlässt“.

Götz Teutsch, früherer Schulkamerad (1.-7. Klasse in Reps) von Gerhard Puri, lobt: „Gestern Abend habe ich das Buch bis zum Ende gelesen und lange danach noch wach gelegen, weil so vieles in mir nachgeklungen hat. Gerade der zweite Teil, in dem wir schon älter waren, hat mich sehr beeindruckt. Mit einer einfachen, klaren Sprache erzählst du, Gerhard, eindrucksvoll von unserem kleinen Volk und von uns Kindern, die in einer Welt aus Lügen und Angst groß wurden – einer Welt, die auf der einen Seite verzaubert und auf der anderen von der Furcht vor jedem überflüssigen Wort beherrscht war. Dieser Zwiespalt hat mich lange verfolgt, hartnäckig und lautlos – und nur mein Cello konnte mich aus dieser Dunkelheit herausheben. Das Buch ist eine berührende Schilderung einer Jugend in einer Diktatur: die tiefen, furchtbaren Verbiegungen in den Kinderseelen – und gleichzeitig dieses unverlierbare Gefühl von Geborgensein in der Welt der Kinder und der Familie. So klar und berührend habe ich selten etwas gelesen. Danke!“
Vasile Poenaru, Eigentümer des Bukarester Coresi-Verlages, nennt Puris Buch „eine sehr gut erzählte Geschichte“ und erläutert: „Schon von der ersten Seite an führt uns Gerhard Puri beinahe körperlich in die Küche des Hauses in der Strada Cetăţii, wo der Holztisch, der offene Schrank und die Stühle als ‚stille Zeugen‘ darauf warten, dass jemand sich setzt. […] Gerhard Puri besitzt den Sinn für das Detail, das leuchtet: das Blau der Augen der Großmutter, die Geste eines russischen Offiziers, der mitten im Krieg die Wange eines Kindes streichelt, die Scham und das Mitleid, die eine Frau auslöst, die auf der Straße weint. Jede dieser Szenen wird mit einer Wärme und Präzision wiedergegeben, die man nicht nur sieht – man trägt sie im Herzen wie ein Erbe. Das Buch begleitet den Autor durch die Bukarester Kriegsjahre und später nach Rupea (wohin seine Familie geflohen war) – die Stadt, die die Siebenbürger Sachsen Reps nennen und die der junge Gerhard Puri ‚unter immer weiteren Himmeln entdeckt, wie eine Welt, die sich langsam erobern lässt‘. […] Es ist ein Buch, das mit dem Herzen geschrieben ist – und der Leser spürt das auf jeder Seite. Für alle, die Orte haben, die durch Gewohnheit oder Zuneigung mit Transsilvanien und der Welt der Siebenbürger Sachsen verbunden sind, oder für jeden, der eine gut erzählte Geschichte zu schätzen weiß – denn dies ist vor allem eine sehr gut erzählte Geschichte.“
Im Oktober finden in Rumänien Präsentationen des Buches statt: am 14. Oktober, 17.00 Uhr, in Zeiden, Evangelische Kirche, Str. Lungă 110; am 15. Oktober, 17.00 Uhr, in Reps, Aula des „St. O. Iosif“-Lyzeums, Str. Cetăţii 115; am 16. Oktober, 17.00 Uhr, in Hermannstadt, Spiegelsaal des DFDR (FDGR), Str. Magheru 1.
Das Buch (mit Farbbildern) kostet 23,32 Euro zzgl. Porto (2,70 Euro in Deutschland, 6,99 Euro in Österreich) und kann beim Autor unter E-Mail: gpuri[ät]web.de oder per Telefon: (0175) 5517242 bestellt werden. In Rumänien können sowohl die deutsche als auch die rumänische Ausgabe online über den Coresi-Verlag unter https://www.librariacoresi.ro/shop?order=create_date+desc&search=gerhard%20puri bestellt werden. Bei Amazon ist das Buch ebenfalls erhältlich.
Schlagwörter: Buch, Erinnerungen, Reps
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