21. Juni 2019

Martin Bottesch: "Siebenbürgen soll auch das Land unserer Zukunft sein"

In seinem Grußwort bei der Eröffnung des Heimattages der Siebenbürger Sachsen am 8. Juni in Dinkelsbühl hat Martin Bottesch, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Siebenbürgen, Siebenbürgen als das Land unserer Geschichte, unserer Gegenwart, aber auch unserer Zukunft bezeichnet. Es sei offensichtlich, dass die in der Heimat Verbliebenen „den Erhalt des reichen siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbes“ nicht allein sichern könnten. Deshalb setze das Forum einerseits auf „die Implikation der Mehrheitsbevölkerung und des Staates“, werbe aber für eine starke Bindung der ausgewanderten Landsleute an Siebenbürgen. Martin Botteschs Rede wird im Folgenden im Wortlaut wiedergegeben.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, verehrte Ehrengäste, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Heimattag! Ich überbringe Ihnen die Grüße des Demokratischen Forums der Deutschen in Siebenbürgen.

Der Name Siebenbürgen hat seinen guten Klang für uns bewahrt, wir schätzen unsere Heimat und stehen zu ihr, auch wenn manchmal bedenkliche Entwicklungen stattfinden. Auf längere Sicht, glaube ich, ist ein Optimismus jedoch gerechtfertigt, zumal immer wieder Korrekturen auf politischer Ebene möglich sind, wie es auch bei den unlängst stattgefundenen Europawahlen geschehen ist. Siebenbürgen ist das Land unserer Geschichte, aber auch unserer Gegenwart, das Land, in dem wir verschiedene vertraute Sprachen hören von Menschen, deren Wesen wir kennen, und wo den anderen auch unsere Sprache vertraut klingt und man uns akzeptiert. Die kulturelle Vielfalt gehört seit jeher zu Siebenbürgen, sie zu erhalten, sollte ein Ziel aller seiner Einwohner sein.
Martin Bottesch, Vorsitzender des ...
Martin Bottesch, Vorsitzender des Siebenbürgenforums, sprach ein Grußwort im Schrannenfestsaal in Dinkelsbühl. Foto: George Dumitriu
Siebenbürgen soll jedoch auch das Land unserer Zukunft sein. Unlängst hat das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien eine Strategie verabschiedet, die für seine Tätigkeit im kommenden Jahrzehnt und darüber hinaus gelten soll. Es ist offensichtlich, dass wir, die in der Heimat Verbliebenen, den Erhalt des reichen siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbes nicht allein sichern können. Deshalb setzen wir uns für die Implikation der Mehrheitsbevölkerung und des Staates ein, werben aber auch für eine starke Bindung unserer ausgewanderten Landsleute an Siebenbürgen. Wir möchten vor allem das Interesse der Jugendlichen am Land ihrer Vorfahren wecken und sie auffordern, die heute vorhandene Mobilität zu nutzen, um für längere oder kürzere Zeit in Siebenbürgen zu weilen. Dazu haben wir zusammen mit Bischof Reinhart Guib vor einem Jahr einen Aufruf veröffentlicht (siehe SbZ Online). Das gleiche Ziel hatte auch das große Sachsentreffen von 2017, und wir werden mit diesen Bemühungen fortfahren. Link zum VideoEröffnung des Heimattages der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl 2019. Video: Günther Melzer Im Jahr 2021 soll in Hermannstadt ein nächstes großes Sachsentreffen stattfinden, das wir wiederum gemeinsam mit den Verbänden der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und Österreich, mit dem HOG-Verband und der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien veranstalten wollen. Doch warten Sie nicht bloß auf die großen Sachsentreffen. Wir laden Sie auch zu den alljährlich stattfindenden Treffen ein. Das Nächste findet am 21.-22. September dieses Jahres in Bistritz statt und wird zusammen mit der Regionalgruppe Nordsiebenbürgen des HOG-Verbands vorbereitet.

Ich schließe mit dem Wunsch, dass es uns mit vereinten Kräften gelingen möge, die siebenbürgisch-sächsischen Werte an zukünftige Generationen weiterzugeben.

Ich wünsche allen einen schönen Heimattag!

Schlagwörter: Heimattag 2019, Forum, DFDS, Bottesch

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