8. Juli 2004

Vertriebenen-Gedenkstein in Karlsfeld eingeweiht

Seit kurzem erinnert ein Gedenkstein vor dem Rathaus in Karlsfeld an Flucht und Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten (die Lokalpresse berichtete). Karlsfeld ist, wie es in einem Pressebericht heißt, besonders von den Heimatvertriebenen geprägt worden. Zu Ehren der Aufbauleistung der Neubürger aus Schlesien, West- und Ostpreußen, aus dem Sudetenland und Siebenbürgen, aus dem Banat und aus Pommern wurde kürzlich ein Vertriebenen-Gedenkstein eingeweiht.
An den Feierlichkeiten nahmen Vertreter aller Landsmannschaften in ihren heimatlichen Trachten, Abordnungen der Karlsfelder Vereine sowie der Gemeinderat mit Bürgermeister Fritz Nustede teil. Nustede begrüßte die zahlreich versammelten Teilnehmer am Festakt. Gemeinsam mit Anni Kolbinger enthüllte das Karlsfelder Gemeindeoberhaupt sodann den Gedenkstein. Die kirchliche Weihe gestaltete Pfarrer Reinhard Biller. In den anschließenden Ansprachen von Bürgermeister Nustede, Landrat Hansjörg Christmann, von Franz Josef Worofka, Kreisvorsitzender des Bundes der Vertriebenen, sowie von diversen landsmannschaftlichen Vertretern wurde die Aufbauleistung der Flüchtlinge und Vertriebenen gewürdigt. Nustede nannte Karlsfeld „ein Musterbeispiel der Integration“. Nach der anfänglichen, keineswegs spannungsfreien Ansiedlung der Vertriebenen gehe das Zusammenleben mit der einheimischen Bevölkerung, die bis weit in die sechziger Jahre zahlenmäßige Minderheit in Karlsfeld war, heute reibungslos vonstatten. Im Zuge von Lastenausgleich, Marshallplan und wirtschaftlichem Aufschwung seien insbesondere der „Fleiß und Wille“ der Heimatvertriebenen ihrer nachhaltigen Integration in hohem Maße förderlich gewesen.

Kreisgruppenvorsitzender Martin Hanek bei seiner Ansprache anlässlich der Einweihung des Vertriebenen-Gedenksteines in Karlsfeld.
Kreisgruppenvorsitzender Martin Hanek bei seiner Ansprache anlässlich der Einweihung des Vertriebenen-Gedenksteines in Karlsfeld.

Martin Hanek, Vorsitzender der Kreisgruppe Karlsfeld-Dachau der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen, dankte im Namen seiner Landsleute für die erfahrene Anerkennung: „Dass heute ihre Aufbau- und Integrationsleistung öffentlich in besonderer Weise gewürdigt wird, freut auch uns Siebenbürger Sachsen“. Hanek skizzierte im weiteren Verlauf seiner Rede die Geschichte der Siebenbürger Sachsen und hob herausragende Persönlichkeiten und Leistungen hervor. „Enteignung, Entrechtung und Deportation im Gefolge der Kriege und Wirren des 20. Jahrhunderts“ hätten die Siebenbürger Sachsen ihrer Heimat entfremdet und den „Drang nach Rückkehr in die deutsche Urheimat als Ausweg aus der Unfreiheit verstärkt“. Hanek verwies auf den wirtschaftlich, kulturell wie politisch wertvollen Beitrag deutscher Aussiedler bzw. Spätaussiedler in der Bundesrepublik Deutschland als auch, darüber hinaus, im Rahmen der europäischen Integration. „Wir Siebenbürger Sachsen sind als Aussiedler dankbar dafür, als freie Deutsche hier in Deutschland an freiheitlicher Demokratie und am Wohlstand teilhaben zu dürfen. Wir bejahen die Einigung Europas“, erklärte der Kreisgruppenvorsitzende.

Mit dem gemeinsamen Absingen der Bayern-Hymne und der Nationalhymne klang die feierliche Einweihung des Vertrieben-Gedenksteins aus.

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