9. Juli 2005

Veranstaltungs- und Kulturmanager für Friedrich-Teutsch-Haus

Das Begegnungs- und Kulturzentrum Friedrich Teutsch in Hermannstadt erhält für den Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2005 einen Veranstaltungs- und Kulturmanager. Auf Antrag der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. ist hierfür aus Bundesmitteln ein Personalkostenzuschuss in Höhe von 15 000 Euro bewilligt worden. Mit der anspruchsvollen, da komplexen Aufgabe betraut die Landsmannschaft den gebürtigen Hermannstädter Wilhelm-Ulrich Sander auf Honorarbasis.
Dienstvertraglich festgelegt, übernimmt Sander unter der Leitung von Dr. Wolfram Theilemann „die Aufgabe eines Veranstaltungs- und Kulturmanagers sowie Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit zur Erstellung eines Konzepts zur Entwicklung eines programmatischen Tagungsbetriebs im Begegnungs- und Kulturzentrum Friedrich Teutsch und die modellhafte Umsetzung mit allen Kooperationspartnern“. Das vorgesehene grenzüberschreitende Netzwerk umspannt inländische Partner (Lucian-Blaga-Universität, Evangelische Akademie Siebenbürgen, Brukenthal- und ASTRA-Museum, Städtische Bibliothek Hermannstadt und Evangelisch-Theologische Fakultät) als auch partnerschaftliche Einrichtungen in Deutschland (Siebenbürgisch-Sächsischer Kulturrat, Siebenbürgen-Institut, Bibliothek und Museum Gundelsheim, Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm, Verband der kirchlichen wissenschaftlichen Bibliotheken, Ludwig-Maximilians-Universität München, Evangelisches Zentralarchiv Berlin sowie weitere kirchliche und staatliche Archive).

Das Vorhaben wird aus Fördermitteln des Bundesministeriums des Innern finanziert. In einem Schreiben an den Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft, Volker Dürr, begründete Bundesinnenminister Otto Schily seine Befürwortung mit dem „überwiegend gemeinschaftsfördernden Charakter des Projektes als Hilfsmaßnahme zur Unterstützung der deutschen Minderheit“. Vor dem Hintergrund der „hervorragenden Integrationsarbeit“ der Landsmannschaft für die nach Deutschland übersiedelten Landsleute sowie ihrer „Brückenfunktion nach Rumänien zu den dort verbliebenen Siebenbürgern und zu rumänischen Regierungsstellen“ unterstrich Schily nachdrücklich seine Bereitschaft, sich „für den Erhalt der einzigartigen Kulturtradition der Siebenbürger Sachsen einzusetzen“. Beispielhaft nannte der Bundesinnenminister die Kultureinrichtungen in Gundelsheim, das Siebenbürgische Museum und das Siebenbürgen-Institut.

Am 19. Oktober 2003 war das aus Mitteln der Bundesregierung fachgerecht sanierte und teilweise ausgestattete Begegnungs- und Kulturzentrum Friedrich Teutsch der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien eingeweiht und eröffnet worden. Leiter des zentral gelegenen Gebäudes in der Strada I.-Lupaş Nr. 30 ist der promovierte Historiker Wolfram Theilemann. Seit Mai 2004 ist das neu eingerichtete Zentralarchiv der Evangelischen Kirche – es umfasst 150 Kirchenarchive von rund 250 ehemals deutsch-evangelischen Dorfkirchengemeinden – öffentlich zugänglich. Nach Aufbau des Zentralarchivs erfolgte in einer zweiten Phase die Einrichtung eines Museums mit sakraler Kunst. Die nach modernen museumsdidaktischen Gesichtspunkten präsentierten Ausstellungsstücke entstammen dem außerordentlich reichen Fundus der Evangelischen Kirche in Siebenbürgen. Qualifiziertes Fachpersonal bietet den Besuchern in den Museumsräumen kompetente Beratung. Gleiches gilt für die Benutzer des Zentralmuseums.

Von Anfang an vorgesehen war eine dritte Funktion des Friedrich-Teutsch-Hauses, nämlich als Tagungs- und Begegnungsstätte. Ein entsprechendes Konzept ist bereits erarbeitet worden von Wilhelm-Ulrich Sander, der folgerichtig auch mit der Projektumsetzung betraut wird. Seine berufspraktische Erfahrung im Bereich der PR- und Öffentlichkeitsarbeit qualifiziert den 35-jährigen studierten Politologen in besonderem Maße für diese Aufgabe. In der Projektbeschreibung wird dem Friedrich-Teutsch-Haus ein außerordentliches Entwicklungspotential zugemessen als Bildungseinrichtung für die zu erwartenden Touristenströme aus der Europäischen Union, „die über die gemeinsame Geschichte der Deutschen, Rumänen, Ungarn, Juden, Roma und anderen Ethnien in Siebenbürgen authentische Informationen erhalten sollen. Dieses Angebot muss insbesondere für das Jahr 2007 gründlichst vorbereitet werden, wenn Hermannstadt als erste Stadt Ostmitteleuropas (gemeinsam mit Luxemburg) die Kulturhauptstadt Europas sein wird.“

Christian Schoger


Lesen Sie dazu auch den SbZ-Artikel: Begegnungszentrum ‚Friedrich Teutsch‘ in Hermannstadt eröffnet

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