9. November 2022

19. Kleinschelker Treffen – ein Beispiel von Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt

Wenn (fast) alle tanzen, sobald die Musik spielt, wenn man bei jeder „Spritzpause“ in Kreisaufstellung von ganzem Herzen für die Seele singt, dann ist es gut möglich, dass man sich bei einem Kleinschelker Treffen befindet. Diese Treffen, diese Gemeinschaft, diesen typisch kleinschelkerischen Zusammenhalt kann man nur verstehen, wenn man mal dabei war. Und es ist dann völlig egal, woher man stammt, woher man zugezogen ist, ob man „eingeheiratet“ hat oder nicht – man wird einfach „mitgenommen“. So war es auch vom 1. auf den 2. Oktober, als beim 19. Treffen der Heimatortsgemeinschaft Kleinschelken e.V. rund 350 Teilnehmende in der Festhalle Denkendorf, Baden-Württemberg, Wiedersehen feierten.
Tanzgruppe beim 19. Kleinschelker Treffen. Foto: ...
Tanzgruppe beim 19. Kleinschelker Treffen. Foto: W. Schuster
Der erste Blickfang: die Dekoration. Elisabeth Wagner, Hermine Stühler und Marion Rienerth hatten alles mit viel Liebe zum Detail, passend zum Erntedankfest, arrangiert. Eröffnet wurde das Treffen mit einem Gottesdienst, der diesmal im Festsaal stattfand. Auf der dekorierten Bühne hatte man zusätzlich einen Altartisch herbstlich geschmückt. Die Liturgie und Predigt von Pfarrer i.R. Hermann Martin, der Gesang des Kleinschelker Chors unter der Leitung von Andreas Stühler und das grandiose Orgelspiel von Alfred Weiss vermittelten den Eindruck, man befände sich in der Kleinschelker Kirche – nur das Läuten der Kirchturmglocken hatte noch gefehlt. Bei der Kollekte kam ein stattlicher Eurobetrag zusammen, der für die Pflege des Kleinschelker Friedhofes verwendet wird. Bemerkenswert: viele Kinder und Jugendliche! Der Aufmarsch und die schwungvollen Darbietungen der Kinder- und Jugendtanzgruppe waren eine Augenweide und ein Genuss. Den stürmischen Applaus hatten sich Mädels und Jungs redlich verdient. Beim Ausmarsch konnte man es ihnen ansehen, dass sie auf ihre Leistung stolz waren. Die vielen Proben unter Anleitung und Regie von Anita Gross, Marion Rienerth und Elke-Maria Schoger hatten sich gelohnt.

Helmuth und Thomas Weiss hatten eine interessante Präsentation vorbereitet und berichteten von den Instandhaltungsarbeiten auf dem ­Kleinschelker Friedhof sowie von der Renovierung der Kleinschelker Kirchenburg. Spannend und emotional war der Bericht von Margarete Pohl, Enkeltochter von Georg Halmagyi, der von 1936 bis 1945 in Kleinschelken als Pfarrer wirkte und nach seiner Russland-Deportation in die DDR entlassen wurde. Frau Pohl las sichtbar ergriffen aus Notizen und Briefen ihrer Großeltern, in denen sie ihre in Kleinschelken verbrachte Zeit – von der Ordination bis zur Verabschiedung – beschrieben; dazu wurden Fotos von damals auf die Bühne projiziert.

Georg Weiss, der Vorsitzende der HOG, hatte bereits in seiner Eröffnungsrede ein freundliches Glückwunschschreiben vom Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien vorgelesen und allen Protagonisten und Mitwirkenden gedankt – was ihm sichtlich mehr Spaß machte als eine Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl zu leiten. Aber was muss, das muss! Nach Rechenschaftsbericht und Entlastung wurden Hermine und Hans Draser sowie Hermine Stühler, die nicht mehr kandidierten, jeweils mit Präsent, Dankesurkunde und Applaus aus dem Vorstand verabschiedet. Am Ende der Sitzung war ein neues Gremium gewählt: Geschäftsführend sind nun Georg Weiss (Vorsitzender), Hans Christian Guist (1. Stellvertretender Vorsitzender) und – neu – Evelyn Schunn (2. Stellvertretende Vorsitzende).

Der letzte Programmpunkt war die Tanzunterhaltung. Für das Treffen eifrig geprobt hatten auch Kleinschelker Musikanten, die unter der Leitung von Andreas Stühler das tanzfreudige Publikum mit altvertrauter Blasmusik erfreuten. „Modern“ wurde es ab 20.00 Uhr, als das „Schlager-Taxi“ aufspielte. In den Pausen gab es jeweils das berühmt-berüchtigte „Singen im Kreis“: stehend und leicht schunkelnd, marschierend oder – bei „Einst saßen die alten Germanen“ – auf dem Boden sitzend. Obwohl einige „ganz Harte“ gerne bis in den Tag hinein gefeiert hätten, endete das 19. Kleinschelker Treffen (offiziell) Punkt 3.00 Uhr.

Kommentare und Rückmeldungen zum Treffen waren in jeder Hinsicht voll des Lobes. Hans und Hermine Draser schrieben: „Wir verlassen die Gruppe mit ein bisschen Wehmut, aber auch mit einem guten Gefühl. Die HOG Kleinschelken und ihr neuer Vorstand sind eine Gemeinschaft, die Veränderung und Wandel zulässt und integriert, junge Menschen einbezieht und dadurch die Werte der Kleinschelker Gemeinschaft auch für die Jugend attraktiv und erstrebenswert macht.“ Das Vorstandsteam dankt im Gegenzug allen Festgästen für deren Teilnahme und den HOG-Mitgliedern fürs Vertrauen. „Es stimmt einen sehr zuversichtlich, wenn man gesehen hat, welches Potenzial unsere Kleinschelker Gemeinschaft hat.“ (Georg Weiss) Auf der Website unter www.kleinschelken.de gibt es zahlreiche Fotos und Videos.

Schlagwörter: Kleinschelken, Treffen, HOG-Treffen

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