14. April 2018

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Sächsischer Theaternachmittag der Kreisgruppe Bonn

Hochmut kommt vor dem Fall. So könnte man die Botschaft des Bauernschwanks „Et wór ímól en reklich Méd“ von Frieda Binder-Radler umreißen, der von der Theatergruppe der „Wiehl/Bielsteiner Sachsen“ am 24. März im Gemeindesaal der Luther-Kirche in Bonn zur Aufführung gebracht wurde. Die (leider nur) ca. 45 Zuschauer dankten es ihnen mit freudigem Schmunzeln, lautem Auflachen und wiederholtem Szenenapplaus.
Zur Einstimmung wies Erika Hamlischer, Leiterin der Theatergruppe, auf das 30-jährige Bestehen des Ensembles und auf die unterschiedlichen Herkunftsorte der Darsteller hin, womit sie auch die verschiedenen im Stück gesprochenen Dialekte erklärte. Dann wünschte sie viel Vergnügen und der Vorhang öffnete sich.

Die vergleichsweise kleine Bühne war sicher eine Herausforderung für die Bühnenbildner, die sie jedoch hervorragend gemeistert hatten. Beim Aufbau der Kulisse legten auch die Akteure mit Hand an. Wirkungsvoller Mittelpunkt war die Frontseite eines siebenbürgisches Bauernhauses mit dem obligaten Binkelchen davor. Zusammen mit den im Dialekt vorgetragenen Dialogen, den Trachten, den vertrauten Volksliedern und den von der Jugendtanzgruppe Wiehl/Bielstein hervorragend dargebrachten Volkstänzen zauberte man die für ein sächsisches Dorf typische Atmosphäre in den Saal.Theatergruppe aus Wiehl-Bielstein erfreute die ...Theatergruppe aus Wiehl-Bielstein erfreute die Zuschauer in Bonn: Hanni und Hans haben sich endlich gefunden (das Brautlied). Foto: p.z. Die Handlung spielt in einem Phantasiedorf in Siebenbürgen. Anfang des 20. Jahrhunderts waren viele Sachsen nach Amerika ausgewandert, manche von ihnen aber auch nach einiger Zeit zurückgekehrt. Um so einen Rückkehrer werben drei Witwen im Dorf. Sein Sohn Hans hingegen würde gerne mit Hanni, dem hübschesten Mädchen des Ortes, „reden“. Hanni aber, eben ein „reklich Méd“, bleibt unnahbar. Erst mit Hilfe listenreicher Tricks schaffen es Hannis und Hans‘ Väter und Hannis Mutter, die störrische, von sich eingenommene Maid zu bekehren. Es werden verschiedene typische Charaktere vorgeführt, wobei Klischees gern und gut bedient werden. Die Rollen wirkten alle überzeugend und die Zuschauer wurden von der Spielfreude der handelnden Personen mitgerissen, denen der eigene „Spaß an der Freud“ anzumerken war. Beeindruckend und anrührend war besonders Hannis „Brautlied“ am Schluss des Stückes, das wohl so manche Erinnerung weckte …

Der Vorsitzende der Kreisgruppe Bonn, Johannes Hendel, dankte den Freunden aus Wiehl/Bielstein und den Organisatoren vor Ort für den gelungenen Theaternachmittag. Anschließend saßen wir mit den Akteuren noch bei belegten Brötchen, Kuchen und Wein beisammen. Wir danken ihnen für diesen beschwingenden und unterhaltsamen Nachmittag.

p.z.

Schlagwörter: Bonn, Theater, Mundart, Gesang, Tanz

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