18. April 2024

Kronstädter Journalist und Theatermensch Rudolf Herbert im Alter von 70 Jahren gestorben

Rudolf Herbert, künstlerischer Leiter des Deutschen Staatstheaters Temeswar (DSTT), ist am 4. April 2024 nach lang ertragenem Leid im Alter von 70 Jahren in Temeswar gestorben.
Rudolf Herbert (1953-2024) wirkte seit 2021 als ...
Rudolf Herbert (1953-2024) wirkte seit 2021 als künstlerischer Leiter am Deutschen Staatstheater Temeswar. Foto: DSTT (ADZ)
Er wurde am 17. Oktober 1953 in Kronstadt geboren. Mit über drei Jahrzehnten Erfahrung in den Bereichen Theater und Journalismus, die er in Rumänien, Deutschland, Frankreich und Belgien gesammelt hatte, trug Rudolf Herbert mit viel Enthusiasmus, Hingabe und Professionalität zur Prägung der künstlerischen Richtung des DSTT bei, teilte das Temeswarer Theater mit.

Die Bühne war seine erste Liebe, als er 1981 sein Debüt als Schauspieler an der deutschen Abteilung des Staatstheaters Hermannstadt (heute: Nationaltheater „Radu Stanca“) gab. Seit 1984 arbeitete er über mehr als drei Jahrzehnte lang als Kulturredakteur für mehrere wichtige Medien. Im Laufe der Zeit schrieb er für die Tageszeitung Neuer Weg in Bukarest (deren Nachfolgerzeitung die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien ist), er arbeitete mit dem Radiosender Deutsche Welle in Köln und den Euronews-Filialen in Lyon und Brüssel zusammen. Euronews übernahm schon am 4. April die Meldung des DSTT über den Tod Rudolf Herberts und ließ auch einige seiner ehemaligen Kollegen in dem Beitrag zu Wort kommen. „Ein wahrer Gentleman, im edelsten Sinne des Wortes, neugierig auf alles und von unendlicher Güte“, beschrieb ihn einer seiner französischen Kollegen.

2017 begann seine Zusammenarbeit mit dem Deutschen Staatstheater Temeswar, zunächst als Dramaturg, und ab 2021 als künstlerischer Leiter. Er beteiligte sich aktiv an der Programmauswahl des Europäischen Theaterfestivals „Eurothalia“ und der Repertoiregestaltung des Hauses. Seinem Wirken lag ein fundiertes Kulturwissen zugrunde, das einen kulturellen Dialog ermöglichte, in dem er sich stets wohl fühlte, nicht zuletzt, weil er hervorragend in vier Sprachen kommunizieren konnte. Sein Engagement für das Theater war grenzenlos und bildete – zusammen mit einem klugen Sinn für Humor – eine geistreiche Persönlichkeit voller Lebensfreude und Zuversicht.

Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien

Schlagwörter: Kultur, Nachruf, Theater, Journalist, Kronstadt, Temeswar

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