15. Juli 2026

Ausstellung im HDO München: Politisierung deutscher Volkskultur

Im Haus des Deutschen Ostens (HDO), Am Lilienberg 5, 81669 München, wird am 23. Juli um 18.00 Uhr die Ausstellung „Einfach schön? Politisierung deutscher Volkskultur aus dem östlichen Europa“ eröffnet. Grußworte spricht Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des HDO, die Einführung übernimmt Jana Stöxen mit dem Vortrag „Bei vornehmen Leuten soll man nirgends und nie Volksmusik sammeln – Prämissen und Praktiken einer Volkskulturforschung im und aus dem östlichen Europa zwischen ‚Echtheit‘ und Inszenierung des ‚einfach Schönen‘“.
Zur Eröffnung ist eine Anmeldung erforderlich unter Telefon: (0 89) 44 99 93-0 oder per E-Mail: poststelle[ät]hdo.bayern.de. Die vom Freiburger Institut für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europas (IKDE) konzipierte Ausstellung läuft bis 17. Oktober und ist geöffnet Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr, im August bis 18.00 Uhr.

Kulturellen Praktiken wie dem „Volkstanz“ oder Objektivationen wie der Tracht wurde und wird bis heute ein ästhetischer Wert zugesprochen. Sie scheinen einfach schön zu sein – gerade in ihrem vermeintlich traditionellen und kaum durch die Moderne berührten Charakter. „Volkskultur“ als schön wahrzunehmen, ist Ergebnis eines durch moderne Sehgewohnheiten und Ideologisierungen geprägten Blicks. Zugleich erlangten „volkskulturelle“ Ästhetiken erst durch ihren Gebrauch in modernen Kontexten Relevanz, Popularität und Bedeutung. Die ästhetische Anmutung von als „Volkskultur“ verstandenen Elementen spielt bis heute eine wichtige Rolle nicht nur in der politischen Kommunikation. In ihrer vermeintlichen Einfachheit und ästhetischen Anmutung erfährt „Volkskultur“ eine komplexe und vielschichtige Politisierung.

Dies zeigen beispielhaft die Exponate der Ausstellung – und zwar mit einem Fokus auf der Geschichte der deutschsprachigen Bevölkerung im bzw. aus dem östlichen Europa. In zeitlicher Hinsicht nimmt die Ausstellung die Zeit zwischen den 1920er- und den 1960er-Jahren in den Blick. Schlaglichtartig wird dabei anhand von Materialien aus dem Archiv des IKDE der unterschiedliche politische Gebrauchswert vermeintlich „einfacher“ Ästhetik sowie deren Kontinuität über das Jahr 1945 hinaus herausgearbeitet.

Schlagwörter: Ausstellung, HDO, Volkskultur

Bewerten:

12 Bewertungen: +

Noch keine Kommmentare zum Artikel.

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.