20. August 2026

Leserecho: Ein neuer Name wäre zu begrüßen

Plädoyer für den Namen „Landesgruppe Norddeutschland“
Letzte Mitgliederversammlung der Landesgruppe ...
Letzte Mitgliederversammlung der Landesgruppe Hamburg/Schleswig-Holstein, von links: Rainer Lehni, Petra Volkmer, Ralf und Susanne Thrull. Foto: Heike Mai-Lehni
Als gebürtiger Hermannstädter, der 1961 (noch minderjährig) mit seinen Eltern Rumänien verließ und seit 1982 im nördlichsten Norddeutschland heimisch geworden ist, möchte ich die Bedeutung des letzten Treffens der Landesgruppe Hamburg/Schleswig-Holstein hervorheben, welches am 9. Mai 2026 in Hamburg stattfand. Es ging um die Auflösung unserer Landesgruppe zum 31. August 2026, die dort beschlossen wurde (s. Bericht Zum Abschied läutete der Hamburger Michel). Trotz eines vorausgegangenen motivierenden Aufrufes des Bundesvorsitzenden Rainer Lehni konnte kein Nachfolger für die langjährige Vorsitzende Helga Seeger gefunden werden.

Um den Grund dafür zu verstehen, bedarf es keiner besonderen demographischen Kenntnisse: Wir befinden uns in einer Zeit des Generationenwechsels, in der nach Rainer Lehni die „Erlebnisgeneration“ von einer „Bekenntnisgeneration“ abgelöst wird, die sich bewusst der Pflege siebenbürgischer Geschichte und Kultur verpflichtet fühlt. Es geht um eine Generation, die in Deutschland geboren, ausgebildet und zuhause ist. Die andererseits durch Erzählungen in der Familie, Reisen und andere siebenbürgische Kontakte auf der Suche nach der eigenen Identität beginnen, sich für ihre Herkunft zu interessieren. Vor diesem Hintergrund empfinden sie den „Virus transilvanicus“, sofern er sich bemerkbar macht, nicht als krankmachend, sondern als chancenreiche Erweiterung ihres persönlichen Weltbildes. Es gehört auch zur historischen DNA der Siebenbürger Sachsen, sich stets loyal zu den „gastgebenden“ Institutionen zu verhalten. In diesem Sinne bekenne auch ich mich offen und freiwillig dazu, Schleswig-Holsteiner zu sein.

Umso schöner, dass die Vorsitzende der benachbarten Landesgruppe Niedersachsen/Bremen, Petra Volkmer, bereit war, die zusätzliche Verantwortung für die noch verbliebenen ca. 170 Mitglieder aus Hamburg und Schleswig-Holstein auf sich zu nehmen. Mit dieser richtungsweisenden Entwicklung verbinde ich die Hoffnung, dass sich dieser Zusammenschluss in naher Zukunft vielleicht auch in einer neuen Bezeichnung für den nunmehr vergrößerten Einzugsbereich wiederfinden wird. Es sollte ein inkludierender Name sein, in dem sich Hanseaten – Bremer wie Hamburger – sowie sämtliche in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und (vielleicht) Mecklenburg-Vorpommern lebenden, sich norddeutsch fühlenden Siebenbürger Sachsen repräsentiert fühlen. Daher fände ich den Namen „Landesgruppe Norddeutschland“ langfristig angemessen.

Wer weiß, vielleicht wird man in kommenden Dekaden nur noch von den Siebenbürger Sachsen Deutschlands, Österreichs, Kanadas etc. sprechen. Steckt hinter dem Namen Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland (SJD) ein ähnlicher Gedanke?

Dr. med. Ralf Thrull, Itzehoe

Schlagwörter: Leserbrief, Landesgruppe, Hamburg/Schleswig-Holstein

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Neueste Kommentare

  • 20.08.2026, 14:53 Uhr von hms: Im Vorschlag von Dr. med. Ralf Thrull für eine evtl. Neubenennung der Landesgruppe in: ... [weiter]

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