20. November 2020

Spendenaufruf für Alzen: Gewölbe im Bereich des Mittelschiffes eingestürzt

In der evangelischen Kirche in Alzen im Harbachtal ist im Bereich des mittleren Schiffes fast das gesamte Gewölbe eingestürzt. Kuratorin Rosemarie Müller bemerkte den Schaden am 4. November. Die Orgel, Sitzbänke, Teile der Seitenemporen und mehrere Bruderschaftsfahnen wurden stark beschädigt. Das eingestürzte spätgotische Netzgewölbe wurde im 15. Jahrhundert gebaut. Besonders tragisch ist die schwere Beschädigung der Johannes-Hahn-Orgel von 1770. Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien, deren Stiftung Kirchenburgen und die Heimatortsgemeinschaft Alzen sind fest entschlossen, das Alzener Kirchenschiff wieder instandzusetzen. Lesen Sie im Folgenden den Aufruf der HOG Alzen.
Blick auf die Unglücksstelle. Da die evangelische ...
Blick auf die Unglücksstelle. Da die evangelische Kirche in Alzen für Besucher und Gottesdienste bereits seit Monaten gesperrt war, kamen beim Einsturz der Decke keine Menschen zu Schaden. Foto: Stefan Bichler
Es ist eingetreten, was keiner von uns für möglich gehalten hat. Und trotzdem kommt es nicht völlig überraschend. Bereits im Weihnachtsbrief 2019 schrieb Hans Tekeser, Vorsitzender der HOG Alzen: „Die Kirchendecke macht uns etwas Sorgen und wir überlegen nun etwas zu tun.“ Wir dachten alle an Renovierungsarbeiten bzw. „Schönheitsreparaturen“ und keineswegs an einen unmittelbaren Einsturz!

In all den Jahren war das Hauptziel unserer HOG, die Reparatur und Erhaltung unserer Kirche, des Glockenturms und der Ringmauer mit den Wehrtürmen. Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern! Gestartet sind wir mit der vollständigen Blechverkleidung des Glockenturms auf Initiative von Hans Tekeser.

Ab 2012 haben wir die Ringmauer und die Wehrtürme saniert bzw. renoviert. Die Arbeiten wurden 2013 mit einem Burgfest abgeschlossen. In den darauffolgenden Jahren war das erneuerungsbedürftige Dach der Kirche im Fokus. Nach einigen Spendenaufrufen konnten wir auch diese Arbeiten 2017 erfolgreich abschließen.

2018 wurden wir mit einem unerwarteten Einsturz eines größeren Abschnittes der Ringmauer konfrontiert. Es ist uns gelungen, im gleichen Jahr deren Wiederaufbau zu bewältigen. Trotz der erwähnten Rückschläge sind wir stolz auf all das, was wir in den letzten Jahren mit Hilfe unserer Alzner und deren Freunde geleistet haben!

Unsere Kirche ist das einzige gemeinsame Haus, das uns noch geblieben ist und uns verbindet. Ja, es mag sein, dass die Kirchen in Siebenbürgen nicht für eine Lebensdauer von Jahrhunderten errichtet worden sind. Es ist aber auch ein Wunder, dass heute noch so viele stehen, trotz der Kriege, der Bodenbewegungen und der Umwelteinflüsse über Jahrhunderte.
Blick von der Orgelempore auf die Unglücksstelle. ...
Blick von der Orgelempore auf die Unglücksstelle. Foto: Stefan Bichler
Wir sind die letzte Generation, die in diesen Kirchen getauft und konfirmiert wurden. Es mag sein, dass für manche diese verbliebenen „Wunder“ in Siebenbürgen nur noch Symbole einer untergegangenen Epoche sind. Ja, es gibt auch unsere alten „Nachbarschaften“ nicht mehr, die sich über Jahrhunderte hierfür eingesetzt haben. Es gibt uns aber noch, unsere Generation und somit unsere Heimatortsgemeinschaften. Dies sind wir unseren Vorfahren und unserer Geschichte der Siebenbürger Sachsen schuldig!

Wir als HOG Alzen werden nichts unversucht lassen, um auch diesen Wiederaufbau, soweit wie möglich, zu unterstützen und auch umzusetzen. Wir bitten hierzu alle Institutionen und Freunde um Unterstützung und Zusammenarbeit.

Für die Finanzierung der enormen Schäden am Gewölbe, der Empore im Schiff und der Orgel benötigen wir jegliche Unterstützung und bitten hiermit um Spenden. Wir danken allen, die sich mit Alzen und Siebenbürgen verbunden fühlen. Bitte geben Sie bei Spenden als Verwendungszweck „Kirche Alzen“ an. Sie können das folgende Spendenkonto nutzen: HOG Alzen, IBAN: DE37 7625 0000 0040 2743 59, BIC: BYLADEM1SFU, Sparkasse Fürth.

Vorstand der HOG Alzen

Schlagwörter: Kirche, Alzen, Spendenaufruf, HOG, EKR

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