Ergebnisse zum Suchbegriff „Bestiarium“
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Hellmut Seilers neuer Gedichtband „Wolfsberg oder Die Tiefe der Stille“
In seinem neuen Gedichtband erweist sich Hellmut Seiler einmal mehr als Lyriker mit Freude am doppelten Boden. Hellmut Seiler ist ein Vielschreiber, ein Vieldichter, einer, der nicht nachlässt. Er schreibt das Gewesene weiter, bis es in die Gegenwart reicht. Und so führt auch sein aktueller Band „Wolfsberg oder Die Tiefe der Stille“ hin zu jenen Zonen, in denen sich das Gestern und das Heute verzahnen. Groß ist bei Seiler der Assoziationsreichtum, vielgestaltig die Erinnerung. Zum Beispiel an die Kittelschürze seiner Mutter, das Jungsein in der Tyrannei oder an den Geschmack von Dieselöl auf der Zunge, den traurigtote Bahnhöfe hinterlassen. „Donnerstag, 24.02.2022, 4 Uhr und danach“ ist das Bahnhof-Gedicht überschrieben. Das Datum markiert die Nacht, in der Russland die Ukraine angegriffen hat. Ein Angriff, der Hellmut Seiler, der 1985 im totalitären Rumänien mit einem Berufs- und Publikationsverbot belegt worden war und der das Land drei Jahre später verließ, vielleicht anders, vielleicht tiefer berührt als jene, die in den komfortablen Demokratien des Westens großgeworden sind – „Die zugigen Bahnhöfe, wie weggeblasen,/
und in Trümmern.“
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ADZ-Jahrbuch mit breitem Themenspektrum
Rohtraut Wittstock (Redaktion): „Deutsches Jahrbuch für Rumänien 2015“, Bukarest, 2014, 320 Seiten – 2015 jähren sich zwei Ereignisse, die für das Leben der Deutschen in Rumänien einschneidend – einmal im negativen und einmal im positiven Sinn – waren: die Deportation in die Sowjetunion im Januar 1945 und die Gründung des Demokratischen Forums der Deutschen Anfang 1990. Diese beiden Ereignisse bzw. die Erinnerung daran stehen im Mittelpunkt des „Deutschen Jahrbuchs für Rumänien 2015“. Angesichts eines auf 320 Seiten gestiegenen Umfangs kann die Leistung der für das Jahrbuch verantwortlichen Redakteurin Rohtraut Wittstock, im Hauptberuf Chefredakteurin der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien (ADZ), nicht hoch genug eingeschätzt werden. Erwähnt sei auch George Dumitriu; von ihm stammen viele der in das Jahrbuch aufgenommenen Fotos, so auch zum Thema „Lebensräume“ im einleitenden Kalenderteil.
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Alte Meister als junge Umweltbotschafter: "Die Grüne Sendelbinde"
Rumänien ist nicht nur aufgrund seiner faszinierenden Völkervielfalt und Naturschönheiten berühmt, sondern auch durch schwerwiegende Umweltsünden in die Schlagzeilen geraten. Die siebenbürgische Kleinstadt Kleinkopisch galt in der Zeit vor der politischen Wende als eine der weltweit am höchsten mit Umweltgiften belasteten Städte. Erst im Jahr 2000 ereignete sich im Nordwesten Rumäniens eine der größten Umweltkatastrophen Europas, als der Damm einer Golderz-Aufbereitungsanlage brach und eine ungeheure Menge von mit Schwermetallen versetzter Natriumcyanidlauge in die Gewässer des Landes gelangte. Die seit der Wirtschaftskrise verschärften wirtschaftlichen Probleme des Landes erhöhen das Risiko einer Marginalisierung von Umweltproblemen, eine Gefahr, der das in Hermannstadt angelaufene Kommunikationsprojekt „Die Grüne Sendelbinde“ mit innovativen Mitteln entgegenwirken will. mehr...
Dem Maler und Lehrer Kaspar Lukas Teutsch zum 80. Geburtstag
Als Kaspar Lukas Teutsch am 31. Mai seinen 80. Geburtstag feierte, konnte der heute in München lebende gebürtige Kronstädter auf ein über 50-jähriges künstlerisches Schaffen zurückblicken, ein Lebenswerk, das im doppelten Sinn gezeichnet ist: einerseits von den historischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts, anderseits von der Hand eines Künstlers, der nicht nur alle graphischen Techniken meisterhaft beherrscht, sondern auch malt, formt, und schreibt. Im Folgenden soll weniger das Leben als vielmehr das Werk des Jubilars anhand von ausgewählten Arbeitsphasen gewürdigt werden. Vorab noch die Warnung, dass der Verfasser dieser Zeilen nicht unparteiisch ist; er war 1985-88 Schüler des Künstlers und verdankt, mittlerweile selbst Maler und Lehrer, seinem Mentor fast alles, was in der Kunst vonnöten ist: eine unersättliche visuelle Neugierde, Experimentierfreudigkeit und die damit einhergehende Bereitschaft, sich dem kreativen Prozess vorbehaltlos auszuliefern, aber auch Disziplin und Beharrlichkeit, um die eigene künstlerische Vision gegen Widerstände durchzusetzen. mehr...



