17. Dezember 2010

Helge Fleischer strebt ständigen Dialog mit den Verbänden an

Helge Fleischer, Unterstaatssekretär im Departement für interethnische Beziehungen der rumänischen Regierung, will einen regelmäßigen Dialog mit den rumäniendeutschen Landsmannschaften führen. „Die Kooperation mit den Verbänden in Deutschland ist eine der Prioritäten meiner Arbeit“, sagte Helge Fleischer bei einem Gespräch mit den Vertretern der Landsmannschaften am 9. Dezember in der Bundesgeschäftsstelle des Verbandes in München.
Der 32-jährige Hermannstädter ist nach Dr. Klaus Fabritius, Ovidiu Ganţ und Dr. Zeno Pinter der vierte Vertreter des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien im Generalsekretariat der Regierung (siehe auch Interview in der Siebenbürgischen Zeitung). Fleischer will dabei nicht nur die Anliegen der deutschen Minderheit in der Regierung in Bukarest, sondern auch die Beziehungen zum deutschsprachigen und europäischen Raum voranbringen. Helge Fleischer und Michael Fernbach waren schon zu Pfingsten 2003, damals als Mitarbeiter der Rumänischen Botschaft in Berlin, zu Gast bei den Heimattagen in Dinkelsbühl und Ulm und pflegen seither einen guten Kontakte zu den Verbänden der Siebenbürger und Banater. Fernbach, der am Gespräch in München teilnahm, ist seit Oktober 2008 als Vizekonsul des rumänischen Generalkonsulats in München für die Bereiche Kultur, Bildung und Presse zuständig.
Dialog des Unterstaatssekretärs  mit den ...
Dialog des Unterstaatssekretärs mit den Vertretern der Landsmannschaften in München, von links: Alfred Mrass, Helge Fleischer, Michael Fernbach, Erhard Graeff, Luzian Geier, Ewald Zachmann, Peter Leber, Hans Metzger und Peter Pastior. Foto: Siegbert Bruss
In einem regen Informationsaustausch stellte Helge Fleischer die Anliegen der deutschen Minderheit in Rumänien vor und die Vertreter der Landsmannschaften jene der ausgewanderten Landsleute. Dabei wurden sehr viele Gemeinsamkeiten sowohl bei der Kulturpflege als auch Interessenvertretung festgestellt. Der Erhalt der Schulen mit Deutsch als Muttersprache in Rumänien sei ein wichtiges Anliegen des Deutschen Forums und unseres Verbandes, wie Alfred Mrass, langjähriger Schulmann, erklärte. Diese Priorität habe auch die Deutsch-rumänische Regierungskommission erkannt und die Einsetzung einer Arbeitsgruppe beschlossen, sagte Fleischer. In dieser sollen Lehrkräftemangel, Probleme bei Lehrbüchern oder der Finanzierung von Schulen gezielt angesprochen und Lösungen gefunden werden. Positiv sei, dass das neue Bildungsgesetz den Minderheiten ein Mitspracherecht bei der Benennung von Schuldirektoren einräumt.

Die Bewahrung des Kulturgutes liegt beiden Seiten am Herzen. Helge Fleischer begrüßte, dass die Europäische Union die Restaurierung von 18 Kirchenburgen fördern werde. Dieses Projekt hat das rumänische Tourismusministerium kurz nach dem Besuch der deutschen Bundeskanzlerin mit der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien unterzeichnet. Ebenso erfreulich ist die Initiative, einen europäischen Kulturweg der siebenbürgischen Wehrkirchen einzurichten, den Doris Pack, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments, kürzlich bei einem Besuch in Hermannstadt vorgeschlagen hat und für den auch die ehemalige Luxemburger Kulturministerin und Europaabgeordnete Erna Hennicot-Schöpges eintritt.

Wie Bundesgeschäftsführer Erhard Graeff erklärte, setzt sich der Verband der Siebenbürger Sachsen dafür ein, dass die Eigentumsrückgabe in Rumänien nach europäischen Grundsätzen erfolgt. Am Gespräch beteiligten sich der stellvertretende Bundesvorsitzende Hans Metzger und Bundesgeschäftsführer Peter Leber seitens der Landsmannschaft der Banater Schwaben, der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Bukowinadeutschen Ewald Zachmann, der Geschäftsführer des Bukowina-Institutes Luzian Geier sowie der stellvertretende Bundesvorsitzende Alfred Mrass, der Vorsitzende des Sozialwerks Peter Pastior und Bundesgeschäftsführer Erhard Graeff seitens des Verbandes der Siebenbürger Sachsen.

Siegbert Bruss

Schlagwörter: Politik, Forum, Verband

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