28. April 2018

68. Heimattag in Dinkelsbühl: Kultur schafft Heimat und Zukunft

Der Countdown läuft! In knapp drei Wochen, am 18. Mai, beginnt der 68. Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl mit der Willkommensparty im Festzelt auf dem „Schießwasen“ und Stargast Jürgen Drews als erstem von vielen Höhepunkten im viertägigen Programm. Kunst und Kultur, Tradition und Treffen mit Gleichgesinnten, Musik und Mici – für jeden Geschmack ist etwas geboten beim größten Treffen der siebenbürgischen Gemeinschaft im Jahreslauf, das 2018 unter dem Motto „Kultur schafft Heimat und Zukunft“ steht.
Zwei Ministerpräsidenten wollen den Siebenbürger Sachsen heuer die Ehre erweisen: Markus Söder (CSU) aus Bayern wird am Samstag, 19. Mai, bei der Eröffnung des Heimattages die Festrede halten, Armin Laschet (CDU) aus Nordrhein-Westfalen, Patenland des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, spricht am Sonntag, 20. Mai, bei der Kundgebung vor der Schranne. Weitere hochrangige Gäste sind Sergiu Nistor, Berater des rumänischen Staatspräsidenten Klaus Johannis, Norbert Kartmann, Präsident des Hessischen Landtages, Emil Hurezeanu, Botschafter Rumäniens in Deutschland, und Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

Die weltweite Föderation der Siebenbürger Sachsen ist in diesem Jahr mit Vertretern aller Mitgliedsländer präsent. Aus Kanada kommt Rebecca Horeth, Vorstandsmitglied der dortigen Landsmannschaft, aus den USA Monica Weber, stellvertretende Vorsitzende der Alliance of Transylvanian Saxons (ATS), aus Österreich der Bundesobmann Konsulent Manfred Schuller und aus Rumänien Prof. Dr. Paul Jürgen Porr, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR). Sie treffen sich am Rande des Heimattages mit der Bundesvorsitzenden Herta Daniel zu Föderationsgesprächen.

Der Landesverband Bayern, diesjähriger Mitausrichter des Pfingsttreffens, präsentiert sich mit der Dokumentationsausstellung „Mir sen mir“, der Ausstellung „RADUtopia“ mit Gemälden von Radu-Anton Maier, traditioneller Handwerkskunst zum Staunen und Anfassen sowie einem „Farb-Rendezvous“ der Künstlergruppe tri-art. Die Brauchtumsveranstaltung „Hier, eh, det Mariechen dånzt“ wird verantwortet von der Kulturreferentin in Bayern, Doris Hutter, die Landesfrauenreferentin Christa Wandschneider hält die Ansprache an der Gedenkstätte am Sonntagabend. Zudem werden zahlreiche Blaskapellen, Tanzgruppen und Trachtenträger aus Bayern das Programm bereichern.
Die Fahne ist schon gehisst: Dinkelsbühl (hier ...
Die Fahne ist schon gehisst: Dinkelsbühl (hier der Berlinsturm mit der Glocke der Heimat) erwar­tet die Siebenbürger Sachsen vom 18. bis 21. Mai zum Heimattag. Foto: Soxen-Fotograf
Mit der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD) kommt Musik und Bewegung ins Spiel. Sie organisiert traditionell Fußball-, Tennis- und Volleyballturnier des Heimattages, kümmert sich um den Zeltplatz, ist für das (wieder hochkarätige) musikalische Aufgebot im Festzelt zuständig und bietet ein Programm für die Kleinsten an: eine Baumstriezelschule, Hüpfburgen, Basteln und verschiedene Spiele im Siebenbürgischen Dorf sowie das siebenbürgisch-sächsische Mitmachkonzert „Singen mit Frau Hätschempätsch“ im Konzertsaal im Spitalhof am Sonntag um 13.00 Uhr. Auch die Nachwuchs- und die Volkstanzveranstaltung gehören zum Verantwortungsbereich der SJD und werden jedes Jahr sehr gut besucht.

Zum Trachtenumzug am Pfingstsonntag haben sich 106 Gruppen angemeldet, das sind rund 3000 Trachtenträger aus den Kreis- und Landesgruppen des Verbandes sowie aus den Heimatortsgemeinschaften (HOGs), die die siebenbürgische Tracht in ihrer ganzen Vielfalt zeigen werden – und das hoffentlich bei gutem Wetter. Die Moderation übernehmen wieder Ines Wenzel und Helge Krempels, inzwischen ein eingespieltes Duo.

Den Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturpreis erhalten in diesem Jahr die Germanisten Michael Markel und Prof. Dr. Horst Schuller, der Siebenbürgisch-Sächsische Jugendpreis geht an den Historiker und Juristen Dr. Dr. Gerald Volkmer. Die Preisverleihung findet wie üblich am Sonntag um 17.00 Uhr in der St.-Pauls-Kirche statt. Bereits am Samstag um 14.00 stellen sich die Kulturpreisträger im Evangelischen Gemeindehaus in Kurzvorträgen dem interessierten Publikum vor.

Die Podiumsdiskussion am Pfingstmontag um 9.30 Uhr widmet sich dem brisanten Thema „Zwischen Toleranz und Extremismus – Demokratie bei den Siebenbürger Sachsen“. Teilnehmer sind Christl Ungar-Ţopescu, Chefredakteurin der deutschsprachigen Sendung „Akzente“ des rumänischen Senders TVR (die mit ihrem Team beim Heimattag drehen wird), Pfarrer Dr. Stefan Cosoroabă, Referent für Institutionelle Kooperation der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien (EKR), Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch, Vorsitzender des Trägervereins Siebenbürgisches Kulturzentrum Schloss Horneck, Dr. Andreas Roth, SJD-Bundesjugendleiter, und Dr. Bernd Fabritius. Die Moderation übernimmt Robert Schwartz, Leiter der Rumänien-Redaktion der Deutschen Welle.

Viele weitere Veranstaltungen sorgen dafür, dass das Programm des Heimattags rund und dicht ist. So wird z.B. die im vergangenen Jahr zum 500-jährigen Reformationsjubiläum gestartete Aktion „12 Apfelbäumchen für ein klares Wort“ während des Heimattages ihren Abschluss finden. Auf der Wiese hinter der Gedenkstätte an der Alten Promenade, also an einer für die Siebenbürger Sachsen bedeutsamen Stelle, wird am Samstag um 10.30 Uhr das letzte Bäumchen gepflanzt. Eine Besonderheit am Sonntag um 18.45 Uhr ist die Midissage der Doppelausstellung des gebürtigen Schäßburgers Ditmar Schuster und Dean Williams, die zur Zeit im Haus der Geschichte Dinkelsbühl Skulpturen bzw. Gemälde zeigen. Ein Konzert der Siebenbürgischen Kantorei, die Autorenlesung mit Iris Wolff und Hellmut Seiler, der Pfingstgottesdienst mit dem Dinkelsbühler Dekan Uland Spahlinger, die Vorführung des Films „Sehnsucht nach der alten Heimat“ von Jessica Klein mit anschließender Diskussion, die Vortragsreihe der Carl Wolff Gesellschaft (CWG) und verschiedene Tanzveranstaltungen, Platzkonzerte sowie weitere (Verkaufs)Ausstellungen werden es den Heimattagbesuchern schwer machen sich zu entscheiden. Wo gehen wir hin? Was hören und sehen wir uns an? Und wo treffen sich eigentlich die Landsleute aus meinem Heimatort? Denn darauf kommt es zu Pfingsten wohl hauptsächlich an: das Wiedersehen mit Verwandten und alten Freunden, für das unsere Partnerstadt Dinkelsbühl jedes Jahr aufs Neue den vertrauten Rahmen bietet, den die Veranstalter des Heimattages mit siebenbürgischem Leben füllen.

Doris Roth

Schlagwörter: Heimattag 2018, Dinkelsbühl, Vorbericht, Programm

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