30. Juni 2018

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NRW-Landesbeirat besucht Siebenbürger-Sachsen-Siedlung Drabenderhöhe

Der Landesbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hat die Aufgabe, die Landesregierung sachverständig zu dieser Zielgruppe zu beraten. Einerseits soll er die Interessen der Vertriebenen und Aussiedler in der Öffentlichkeit vertreten, andererseits bei ihnen aber auch Verständnis für Maßnahmen der Behörden wecken. In den Landesbeirat entsenden die Bezirksregierungen des Landes je ein Mitglied. Das zuständige Ministerium beruft aus den auf Landesebene tätigen Verbänden der Vertriebenen und Spätaussiedler sechs Mitglieder, zudem kommen vier Mitglieder aus dem wirtschaftlichen oder sozialen Leben des Landes. Der Landesbeirat besteht seit 1948, das 70. Jubiläum wird im Herbst dieses Jahres im Beisein des Ministerpräsidenten Armin Laschet gefeiert. Geleitet wird der Landesbeirat von Heiko Hendriks, der gleichzeitig auch Beauftragter der Landesregierung für die Belange der deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler ist.
In der Regel tagt der Landesbeirat im Ministerium in Düsseldorf. Ab diesem Jahr jedoch wird er regelmäßig eine der Landsmannschaften vor Ort besuchen, um deren Arbeit direkt kennenzulernen. Den Beginn machten am 26. Juni die Siebenbürger Sachsen, die in Wiehl besucht wurden. Als eine der beiden Patenlandsmannschaften war es naheliegend, die Arbeit des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in der Siebenbürger-Sachsen-Siedlung Drabenderhöhe kennenzulernen.

Nach der Begrüßung mit siebenbürgischem Baumstriezel und der nichtöffentlichen Vollversammlung des Landesbeirats folgte im Kulturhaus von Drabenderhöhe ein öffentlicher Teil, der der Vorstellung der Siebenbürger Sachsen gewidmet war. Landesbeiratsvorsitzender Heiko Hendriks freute sich, Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker sowie den Landrat a.D. Hagen Jobi begrüßen zu können. In seinem Grußwort wies Bürgermeister Stücker auf die guten Beziehungen der Stadtverwaltung zu ihren Siebenbürger Sachsen hin. Zu Besuch in Drabenderhöhe, von links nach ...Zu Besuch in Drabenderhöhe, von links nach rechts: Hagen Jobi, Heiko Hendriks, Ulrich Stücker, Enni Janesch, Rainer Lehni, Horst Kessmann. Foto: Christian Melzer Landesbeiratsmitglied Rainer Lehni stellte in seiner Funktion als Landesvorsitzender der Landesgruppe NRW des Verbandes der Siebenbürger Sachsen diese vor. Nach einem kleinen Exkurs in die über 850-jährige Geschichte der Siebenbürger Sachsen ging Lehni auf den seit 1949 bestehenden Verband der Siebenbürger Sachsen ein und stellte die Landesgruppe mit ihren 15 Kreisgruppen und zahlreichen kulturellen Untergliederungen vor. Die Stadt Wiehl ist die einzige Kommune in Deutschland, in der gleich zwei Kreisgruppen bestehen: Drabenderhöhe und Wiehl-Bielstein. Die beiden Kreisgruppenvorsitzenden Enni Janesch (Drabenderhöhe) und Horst Kessmann (Wiehl-Bielstein) stellten dem Landesbeirat ihre Kreisgruppen mit der wertvollen Arbeit an der Basis vor. Im Anschluss führte Enni Janesch die Mitglieder des Landesbeirats auf einen Rundgang durch das Zentrum der Siedlung Drabenderhöhe. Nach dem Besuch der Heimatstube, die im Kulturhaus untergebracht ist, wurde das Gelände des Altenheims Haus Siebenbürgen in Augenschein genommen. In der Kleiderkammer und im Siebenbürgisch-Deutschen Heimatwerk erklärten Heidi Müller bzw. Ditta Janesch ihre wertvolle Arbeit für sozial benachteiligte Menschen bzw. zur Bewahrung und Förderung von siebenbürgisch-sächsischem Kulturgut.

Dank des herrlichen Sommerwetters war der Aufstieg zum Turm der Erinnerung ein Muss. Belohnt wurde man mit einem schönen Rundblick weit über den Kern der Siedlung hinaus. Fritz Barth, Leiter des Hauses Siebenbürgen, stellte danach sein Altenheim vor und führte die Gruppe durch die Gemeinschaftsräume des Hauses. Der Landesbeirat NRW besucht die Heimatstube ...Der Landesbeirat NRW besucht die Heimatstube Drabenderhöhe. Foto: Christian Melzer Ein informativer Tag für den Landesbeirat ging mit einem siebenbürgischen Abendbüfett zu Ende, das von fleißigen Helferinnen rund um Landeskulturreferentin Heike Mai-Lehni stilvoll angerichtet wurde. Ein herzlicher Dank für den guten Ablauf geht an alle Helferinnen und Helfer aus dem Landesvorstand, der Kreisgruppe und dem Frauenverein Drabenderhöhe sowie den Mitarbeitern des Hauses Siebenbürgen.

Landesbeiratsvorsitzender Heiko Hendriks erklärte zum Abschluss der Visite, dass das Experiment gelungen ist, die Landsmannschaften vor Ort zu besuchen. Die Landesbeiratsmitglieder, die größtenteils Drabenderhöhe zum ersten Mal besucht haben, zeigten sich ebenso tief beeindruckt von der Arbeit vor Ort.

rl


Schlagwörter: NRW, Landesbeirat, Wiehl, Drabenderhöhe, Besuch, Siebenbürger Sachsen, Lehni

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