13. Februar 2024

Dem Altbundesvorsitzenden Volker Dürr zum 80. Geburtstag

Zum 80. Geburtstag am heutigen 13. Februar wünscht der Bundesvorstand des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland dem Altbundesvorsitzenden Volker Dürr alles Gute, Zufriedenheit und beste Gesundheit inmitten seiner großen Familie. Weiter unten würdigt die ehemalige Stellvertretende Bundesvorsitzende Karin Servatius-Speck das verbandspolitische Wirken des Jubilars.

Bundesvorstand gratuliert Volker Dürr

Volker Dürr in Wiehl Foto: Judith Dürr ...
Volker Dürr in Wiehl Foto: Judith Dürr
Jahrzehntelang hat sich Dipl.-Ing. Architekt Volker Dürr rückhaltlos für die Anliegen unserer siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft erfolgreich eingesetzt. In seiner Amtszeit als Bundesvorsitzender (1992-2007) hat sich der Jubilar Verdienste erworben, die bis heute nachwirken. Die Beziehungen zwischen der damaligen Landsmannschaft und dem Hilfskomitee bzw. Heimatortsgemeinschaften wurden gefestigt, die Jugend stärker in den Verband einbezogen, die Kreisgruppentagungen zwischen den ­Verbandstagen eingeführt, die verbandseigenen Räumlichkeiten für die Bundesgeschäftsstelle in München erworben, um nur einiges zu nennen. Nach Streichung der staatlichen Fördermittel hat Volker Dürr am Amt des hauptamtlichen Kulturreferenten festgehalten, genauso wie er sich erfolgreich für den Erhalt des Siebenbürgischen Museums am Standort Gundelsheim eingesetzt hat. Als Vorsitzender der Föderation der Siebenbürger Sachsen hat er die Zusammenarbeit mit der Heimatkirche vorangetrieben und bewirkt, dass das Siebenbürgenforum 1993 Mitglied des weltweiten Dachverbands der Siebenbürger Sachsen geworden ist.

Bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 2007 würdigte ihn der bayerische Innenminister Dr. Günther Beckstein für seine „sachliche Art, Probleme zu erkennen und darzustellen, integrierend zu wirken und in der Gemeinschaftsarbeit tatkräftig Lösungen zu erarbeiten“. Zudem sagte er über Volker Dürrs Ehrenamt, dass er „diskret, aber beeindruckend effektiv nach innen und außen“ wirke.

Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag!

Rainer Lehni, Bundesvorsitzender

Gezählt werden die Jahre, aber die Leistung zählt!

Wenn eine Persönlichkeit zum 80. Geburtstag geehrt wird, dann wird ein reiches Leben nach seinem Lebens-Werk befragt. Nach dem, was an Leistung erbracht wurde mit Sachkenntnis, mit Zukunftsvision, mit Leidenschaft für ein großes Ziel, mit Erfolgen und auch Irrungen, Brüchen, oft auch Verzicht, aber immer mit Entschlossenheit, der eigenen Berufung treu zu bleiben, damit den anderen zu dienen. Ein Lebenswerk ist so einmalig, individuell, wie der Mensch, mit dem es sich verbindet.

Volker E. Dürr, Altbundesvorsitzender der ehemaligen Landsmannschaft, heute Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, ebenso ehemaliger Vorsitzender ihrer weltweiten Föderation, wird am 13. Februar 80 Jahre alt. 1944 in Hermannstadt geboren, überschattete noch für Jahre die politischen Haftzeit des Vaters das junge Leben des Nachkommens aus bildungsbürgerlichem Hause. Nach seiner Matura am Brukenthal-Lyzeum erfolgten erste Schritte seiner Ausbildung an der Ingenieurschule für Wohn- und Industriebau in Hermannstadt; nach der Aussiedlung der Familie 1965 in die Bundesrepublik Deutschland nahm der Einundzwanzigjährige dann umgehend sein Studium der Architektur und des Städtebaus an der Rheinisch-Westfälischen Hochschule in Aachen auf, schloss es erfolgreich als Diplomingenieur Architekt ab. Auf seinem beruflichen Weg, den er als Bauassessor begann, dann Referent im Bau- und Planungsdezernat in Bonn, schließlich Kreisbaudirektor Geschäftsführer der OAG, einer Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Gummersbach, hat er bis zu seiner Pensionierung 2009 als Fachmann einen „erheblichen Beitrag für die wirtschaftliche Prosperität des oberbergischen Raumes“ erbracht (Lokalpresse).

Zu seinem beruflich erfolgreichen Auftrag der Erweiterungs- und Entwicklungsplanung gehörte schon Anfang der 70er Jahre auch der letzte Planungs- und Bauabschnitt der Siebenbürger-Sachsen-Siedlung Drabenderhöhe. „Es wurde ein beispielhaft erfolgreiches Projekt der Eingliederung unserer Landsleute in ihr neues Lebensumfeld“, so Volker Dürr, und Anfang der 80er Jahre wurde er vom Bundesvorsitzen Dr. Wolfgang Bonfert zum Bundessiedlungsreferent der Landsmannschaft in den Bundesvorstand berufen. Dem für unsere Herkunftsgemeinschaft und ihre Anerkennung im neuen Lebensraum hoch Engagierten sollte sehr bald das Mitwirken an Konzeption und Durchführung eines bundesweiten Wettbewerbs für die erfolgreiche Integration von Aussiedlern unter der Schirmherrschaft der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth „besondere Freude“ bereiten, so Volker Dürr. Diese Initiative führte in den 90er Jahren zu noch weiteren drei erfolgreichen Wettbewerben.

1989 wurde Volker Dürr zum Stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft gewählt. Und schon bald ging er daran, auch dank der Anregung durch den damaligen Bundesvorsitzenden Dankwart Reissenberger, Unterstützungsmaßnahmen seitens der Bundesregierung und der Landsmannschaft in Siebenbürgen zu initiieren. So wurde gemeinsam mit Architekt Dr. Hermann Fabini ein Projekt zur Unterstützung der Landsleute in Siebenbürgen umgesetzt, mit Erfolg: Seit 1994 besteht die segensreiche Einrichtung mit ihrem Verein Dr. Carl Wolff Altenheim in Hermannstadt, die von der Bundesrepublik Deutschland alljährlich substanziell gefördert wird.

„Seine sachliche Art, Probleme zu erkennen und darzustellen, integrierend zu wirken und in Gemeinschaftsarbeit tatkräftig Lösungen zu erarbeiten, hat ihn bald zu einer wichtigen Kraft in den Führungsgremien der Landsmannschaft werden lassen“, sagte Günter von Hochmeister, Stellvertretender Bundesvorsitzender. Von 1992 bis 2007 drei Mal wiedergewählt, wirkte Volker Dürr dann als Bundesvorsitzender der Landsmannschaft und als Vorsitzender der 1983 gegründeten Föderation der Siebenbürger Sachsen weltweit.

Sein Stolz und Selbstbewusstsein als Siebenbürger Sachse, verbunden mit der Vision und dem Initiativgeist eines Fürsprechers und Durchsetzers, machten den Bundesvorsitzenden zu einem erfolgreichen effektiven Förderer der inneren und grenzüberschreitenden Bindung der großen siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft. So vertiefte er den Zusammenhalt zwischen Landsmannschaft, Hilfskomitee und Heimatortsgemeinschaften, die ihren festen Platz als Geladene bei den Sitzungen des Bundesvorstandes erhielten, gleichermaßen band er die Vertreter der Evangelischen Kirche A.B. und die des Demokratischen Forums der Deutschen aus Siebenbürgen grenzüberschreitend mit ein. 1993 trat das Siebenbürgenforum auch der Föderation bei. „Eingliederung ist nur unter Bewahrung eines starken Interesses an unserem Umfeld in Deutschland, in Europa und auch in Rumänien möglich“, war eine Maxime des Weitsichtigen. Auch die vitale Rolle der Jugend für die Zukunft der Gemeinschaft war ihm wohlbewusst: Die Vertretung der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD) wurde ins Gremium des Bundesvorstandes eingebunden. Zwischen den Verbandstagen fand nun, neu und sehr demokratisch und pragmatisch bedacht, mindestens ein Bundestreffen aller Kreisgruppenvorsitzenden der Landsmannschaft statt. In München wurde, dank Volker Dürrs Initiative und Planung, in der Karlsstraße eine eigene Immobilie erworben als Begegnungsstätte und als gemeinsamer Sitz für Geschäftsstelle, Redaktion und Sozialwerk, ebenso Heimstatt des Kulturreferats, dessen erfolgreiche Breitenarbeit durch die feste Anstellung eines Kulturreferenten aus eigenen Mitteln abgesichert wurde. Ein Internetreferat erhielt seinen festen Platz im Bundesvorstand – heute ist Siebenbuerger.de neben der SbZ als Medium nicht mehr wegzudenken.

Als geübter Netzwerker wirkte Volker Dürr auch als Förderer der Städtepartnerschaften: Zu der seit 2002 zwischen Landshut-Hermannstadt bestehenden kam 2007 die Partnerschaft Dinkelsbühls mit Schäßburg hinzu. Der umfängliche mitgestaltende Beitrag der Landsmannschaft beim Auftritt Hermannstadts als Kulturhauptstadt Europas 2007 bewies einmal mehr den öffentlichen Stolz auf die Kultur der Gemeinschaft, deren Zusammenhalt und Zusammenarbeit auf allen Ebenen.

Mit höchsten Politikern verhandelte der Bundesvorsitzende auf Augenhöhe als Taktiker und Diplomat. Zu den Heimattagen in Dinkelsbühl waren nicht nur hochrangige Politiker und Politikerinnen der Bundesrepublik, sondern immer auch Vertreter der rumänischen Regierung als Festredner und anschließend Gesprächs- und Verhandlungspartner geladen. Wenn auch die Initiative gegen die Rentenkürzung leider ­erfolglos blieb, der Erhalt des Kulturzentrums Gundelsheim, unseres Museums vor Ort, ebenso wie die Gründung des Museumsfördervereins, waren ihm Herzenssache und zählen zu seinen bleibenden Verdiensten. Im Jahr 2007 wurde Volker Dürr mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Als „Ritter wider den tierischen Ernst“ (2003) bewies er den Humor des über jegliche Niederungen Erhabenen.

Ein solch erfolgs- und wirkungsreiches Lebenswerk ist nur realisierbar, wenn einem neben eigener Initiativ- und Umsetzungskraft auch die Kraft und der Zuspruch vor allem aus dem engsten Umfeld zuwächst. Diese Kraftquelle war und ist für Volker Dürr seine harmonische Familie mit seiner Gattin Judith, geschätzte Lebenspartnerin an seiner Seite, und seine fünf erfolgreichen Kinder mit ihren Familien, den geliebten Enkelkindern.

Wir gratulieren dem Jubilar mit dem großen Dank der Gemeinschaft zu allem Geleisteten und wünschen ihm ungebrochene Kraft, Glück und Gesundheit für alles in der Zukunft!

Karin Servatius-Speck, ehemalige Stellvertretende Bundesvorsitzende

Schlagwörter: Verbandsleben, Volker Dürr, Verband, Landsmannschaft, Hermannstadt, Wiehl

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